Hufrehe beim Pferd
Ursachen, Symptome und ganzheitliche Begleitung – über 26 Jahre Praxiserfahrung
Hufrehe (Laminitis) ist keine eigenständige Krankheit, sondern das Endstadium eines Strukturversagens im Huf. Es gibt drei Grundursachen, die einzeln oder kombiniert auftreten:
1. Mechanische Hufrehe – Überlastung oder Trauma, ausgelöst durch fehlerhafte Hufbearbeitung oder einseitige Belastung.
2. Biochemische Hufrehe – eine systemische Schieflage aus Darm, Leber und Insulinstoffwechsel, die zum Strukturversagen im Hufbeinträger führt.
3. Intoxikationsrehe – Toxine oder Medikamente lösen im Huf gewebeabbauende Enzyme aus.
Was im Huf passiert: Der Hufbeinträger – der „biologische Klettverschluss" zwischen Hufbein und Hornkapsel – verliert seine Funktion. Folgen können Hufbeinrotation oder Hufbeinsenkung sein. Das Tierheilkundezentrum Nehls begleitet Hufrehe-Pferde seit über 26 Jahren ganzheitlich – ergänzend zur tierärztlichen Behandlung.
Ausführliche Erklärung der drei Ursachen → weiter unten in der Infobox.
Kurze Zusammenfassung: Hufrehe beim Pferd
Hufrehe beim Pferd ist eine schmerzhafte systemisch oder mechanisch bedingte Erkrankung. Sie gehört immer zu den Situationen, in denen man nicht „erst einmal abwartet", sondern sofort handelt.
Typische Zeichen sind ein fühliger Gang auf hartem Boden, deutlicher Wendeschmerz, eine verstärkte Pulsation an den Zehenarterien, die klassische Sägebockstellung sowie vermehrtes Hinlegen oder das sichtbare „Nicht laufen wollen".
Sofortmaßnahmen bis zum Tierarzt: Pferd auf weichen Untergrund stellen (dick eingestreute Box), Weidegang und Kraftfutter sofort stoppen, Stress und Wege vermeiden, Raufutter in angepasster Menge anbieten, umgehend tierärztlich abklären lassen.
Häufige Fragen zu Hufrehe beim Pferd
Was ist Hufrehe – und warum ist sie so ernst?
Was wir im Tierheilkundezentrum Nehls aber täglich sehen: Hufrehe ist kein Schicksal. Wir sehen regelmäßig Röntgenbilder, auf denen eine Rotation nach konsequenter ganzheitlicher Therapie vollständig verschwunden ist – das Hufbein wieder parallel zur Hornkapselwand steht. Die Hornkapsel wächst neu – in der richtigen Ausrichtung, wenn Fütterung, Stoffwechsel und Hufbearbeitung stimmen.
Warum Hufrehe so oft zu spät erkannt wird
- Schwellungen über und um die Augen
- Fettpolster im Lendenwirbelsäulenbereich und an der Schulter
- Fester, speckiger Mähnenkamm
- Darmentzündungen, Kotwasser
- Vorderhufe fühlen sich wärmer an als die Hinterhufe; verstärkte, pochende Pulsation an der Zehenarterie (seitlich am Fesselkopf tastbar)
- Pferd gibt Hufe widerwilliger als sonst oder lehnt sich beim Aufheben an
- Verkürzter, gebundener Schritt – besonders auf hartem Boden und in engen Wendungen
- Nach langen Standphasen braucht das Pferd mehr Zeit um „in Gang zu kommen"
- Ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit oder leichte Gereiztheit
Kein einzelnes Zeichen beweist Hufrehe. Mehrere Zeichen zusammen – besonders bei bekanntem Risikofaktor – immer tierärztlich abklären lassen.
In unserer täglichen Praxis scheitert das frühe Erkennen von Hufrehe selten daran, dass die Symptome unklar wären. Es scheitert daran, dass Menschen die Zeichen falsch einordnen.
Das Bild „Rehe = zu dickes Pony auf fetter Weide" ist so dominant, dass eine unklare Lahmheit eher als Gelenkproblem eingeordnet wird. Ein normalgewichtiges Pferd gilt als unverdächtig. Ein Pferd, das nur etwas vorsichtiger läuft oder ungern Hufe gibt, erscheint vielen noch nicht als Notfall.
Hinzu kommt: Bei Pferden entwickelt sich Hufrehe oft über Wochen schleichend, bevor es zur offensichtlichen Krise kommt. Diese Pferde sind dauerhaft etwas fühlig, nie ganz frisch – und genau dieser schleichende Verlauf wird lange toleriert.
Wer lernt, die frühen, leisen Zeichen zu lesen, kann frühzeitig handeln und seinem Pferd viel Schmerz ersparen.
Die drei Stadien der Hufrehe
Stadium 1: Das Vorläuferstadium
Das schwierigste Stadium – weil es so unspektakulär ist. Ponys fallen dabei oft noch weniger auf als Großpferde.
- Schwellungen, Fettpolster oder Kotwasser
- Leichte, aber spürbare Pulsation an der Zehenarterie (seitlich am Fesselkopf)
- Pferd gibt die Hufe widerwilliger als gewohnt
- Verkürzter, gebundener Schritt auf hartem Boden, besonders in engen Wendungen
- Nach langen Standphasen braucht das Pferd mehr Zeit, um „warm zu werden"
- Unkooperativer beim Hufschmied als sonst
- Leichte Gereiztheit oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit
Wichtig: Die Hufzangenprobe ist im Vorläuferstadium oft nicht aussagekräftig. Viele Pferde mit beginnender Hufrehe reagieren auf Zangendruck kaum.
Stadium 2: Der akute Reheschub
Typische Zeichen:
- Deutliche Lahmheit, oft an beiden Vorderhufen gleichzeitig
- Starker Wendeschmerz – das Pferd dreht sich nur noch ungern im Kreis
- Vorderhufe sind heiß, Pulsation ist klar spürbar und pochend
- Klassische Sägebockstellung: Vorderbeine weit nach vorne gestreckt, Hinterbeine weit unter den Körper genommen
- Pferd liegt deutlich häufiger als gewohnt oder will sich gar nicht aufraffen
- Verweigerung des Hufgebens
- Manche Pferde zeigen kolikähnliches Verhalten – Unruhe, Schwitzen, Wälzen
- Pferd auf weichen, tiefen Untergrund bringen (dick eingestreute Box, Sand, Späne)
- Weidegang und Kraftfutter sofort stoppen
- Raufutter in angepasster Menge weiter anbieten – keine Nahrungskarenz
- Wir empfehlen unser Hufrehe Notfall-Set
- Keine unnötigen Wege – jeder Schritt ist jetzt schmerzhaft
Stadium 3: „Chronische" Hufrehe
„Chronische" Hufrehe entsteht, wenn der akute Schub nicht rechtzeitig behoben wird. Im Röntgenbild zeigt sich oft eine Veränderung an der Hufbeinspitze, die so genannte Hutkrempe.
- Hufe sind jetzt häufig kalt, weil die Durchblutung nachlässt
- Reheringe an der Hufwand – horizontale Rillen als Zeichen vergangener Schübe
- Die weiße Linie an der Hufsohle verbreitert sich sichtbar
- Die Zehenwand verläuft konkav statt gerade – typische „Reheknolle"
- Im Röntgenbild: Hufbein rotiert oder abgesenkt
- Im schwersten Fall: Hufbeindurchbruch durch die Sohle
Wir erleben regelmäßig Röntgenbilder, bei denen sich eine Rotation im Verlauf einer konsequenten ganzheitlichen Therapie vollständig normalisiert hat. „Chronische" Hufrehe bedeutet nicht automatisch ein Leben als Pflegepferd. Sie ist wiederkehrend, aber aus unserer Sicht nicht chronisch wie z.B. COPD.
So tastest du die Pulsation – praktische Anleitung
Die Pulsation an der Zehenarterie ist eines der verlässlichsten frühen Zeichen. So tastest du sie:
- Stelle dich seitlich neben das Pferd, halte die Fessel locker in einer Hand
- Lege Zeige- und Mittelfinger seitlich an den Fesselkopf, leicht unterhalb des Fesselgelenks
- Beim gesunden Pferd ist die Pulsation kaum oder gar nicht spürbar
- Eine deutliche, pochende Pulsation – wie ein kleiner Herzschlag unter den Fingern – ist ein Warnsignal
- Immer beide Vorderhufe miteinander und mit den Hinterhufen vergleichen
Tipp: Übe diese Untersuchung regelmäßig am gesunden Pferd. Nur wer weiß, wie sich „normal" anfühlt, erkennt die Abweichung rechtzeitig.
Ursachen der Hufrehe – warum Standardantworten zu kurz greifen
1. Die mechanische Hufrehe (Überbelastung/Trauma)
Hierbei wird die Lederhaut durch physikalische Kräfte direkt geschädigt.
- Ursachen: fehlerhafte Hufbearbeitung (falsche Hebel), extreme einseitige Überlastung eines Beins
- Folge: Die mechanische Reizung führt zur Entzündung und zum Funktionsverlust der Verbindungsschicht (Lamellenschicht) im Huf – dem Hufbeinträger
2. Die biochemische Hufrehe (systemische Kommunikationsstörung)
Diese Form der Rehe ist kein einfaches Ernährungsproblem oder Bewegungsmangelproblem, sondern das Resultat einer massiven energetischen Schieflage im gesamten Organismus.
- Die Ursache in Darm und Leber: Durch eine Dysbalance im Darm-Mikrobiom und eine Überlastung der Leber fehlen dem Körper essenzielle Botenstoffe.
- Die Blockade der Muskelzellen: Ohne diese Botenstoffe können die Muskelzellen die Glukose nicht mehr aufnehmen – sie machen dicht. Das Blut wird daraufhin mit Zucker überschwemmt, der nirgendwo im Körper verwertet werden kann.
- Die Verzweiflungstat des Insulins: Der Körper registriert den hohen Zuckergehalt und den Energiemangel der Zellen. Er reagiert mit einer massiven Überproduktion von Insulin, um die Blockade im restlichen Körper zu brechen.
- Die Flutung im Huf (insulinunabhängig): Hier liegt das eigentliche Problem, denn die Lamellenzellen im Huf nehmen Glukose insulinunabhängig auf. Während die Muskelzellen den Zucker aussperren, haben die Zellen im Hufbeinträger keine Barriere. Sie werden von der massiven Zuckerflut im Blut regelrecht überfahren.
- Der Kollaps: Durch die unkontrollierte Aufnahme von Glukose kommt es in den Lamellenzellen zu einem biochemischen Kollaps. Die Zellen schwellen an oder gehen zugrunde. Das Ergebnis ist das sofortige Strukturversagen des Hufbeinträgers.
3. Die Intoxikationsrehe (z.B. durch Medikamente oder nachgeburtliches Geschehen)
Bei der Intoxikationsrehe führen Toxine oder Medikamente zu einer systemischen Entgleisung, die im Huf die Aktivierung gewebeabbauender Enzyme (MMP) auslöst. Diese Enzyme zerstören die Basalmembran der Lamellenschicht, wodurch der Hufbeinträger seine mechanische Bindung verliert.
Sonderformen, die wir in der Praxis ergänzend einordnen:
- Fütterungsrehe: oft nach Futterwechsel, z.B. im Frühjahr beim Gang auf meist ehemalige Kuhweiden ohne jede Kräuter. Es ist aus unserer Erfahrung nicht der Zucker, sondern der Futterwechsel (Heu zu Gras, Gras zu Heu), der im Darm zu massivem Bakteriensterben und damit zur Freisetzung von Toxinen führt.
- Endokrine Rehe: auf dem Boden von EMS (Insulinresistenz) oder PPID (Cushing) – schleichend, oft ohne klaren Auslöser.
In unserer Praxis sehen wir: Hufrehe hat fast immer mehrere Ursachen gleichzeitig. Die Suche nach dem einen Auslöser führt oft in die falsche Richtung.
Die häufigste Antwort im Netz, in Foren und in Gesprächen auf die Frage „Warum hat mein Pferd Hufrehe?" lautet: Falsche Fütterung. Das stimmt manchmal – aber es ist selten die ganze Antwort. Genau hier empfehlen wir unsere Ratgeber und die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" (nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose), um auf das Warum Antworten zu erhalten.
Im Team haben wir viele Pferde gesehen, die seit Jahren kein Gras mehr bekommen, streng getreidefrei gefüttert werden, nur gewässertes Heu erhalten – und trotzdem immer wieder an Hufrehe erkranken. Weil die eigentliche Ursache nicht angegangen wurde: ein entgleister Stoffwechsel, eine chronische Leberbelastung, eine schlechte Hufbearbeitung, eine hormonelle Dysregulation.
Hufrehe ist ein Warnsignal des gesamten Organismus. Sie zeigt, dass etwas Grundlegendes aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wer nur das Symptom behandelt – den Schmerz stillt, die Weide sperrt, den Huf verbindet – und nicht die Ursache, wird Schub für Schub erleben.
Hufrehe bei EMS und PPID – die heimtückischste Form
Pferde mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing) entwickeln Hufrehe auf einem grundlegend anderen Weg als Pferde mit einer klassischen Fütterungsrehe. Das macht ihre Symptome subtiler und den Verlauf schleichender.
Was bei diesen Pferden typisch ist:
- Wiederkehrende Reheschübe ohne klaren äußeren Auslöser
- Dauerhaft leichte Fühligkeit, die nie ganz verschwindet
- Reaktion auf kleine Grasmengen, die andere Pferde problemlos vertragen
- Fettdepots am Mähnenkamm (Cresty Neck), über den Augen, am Schweifansatz
- Beim PPID-Pferd zusätzlich: verzögerter Fellwechsel, lockiges Langfell, Muskelschwund
Die Verbindung: Ein chronisch erhöhter Insulinspiegel schädigt die feinen Gefäßstrukturen in der Huflederhaut und schwächt die Lamellenverbindung. Das erhöht die Hufrehe-Anfälligkeit dauerhaft – auch wenn Fütterung und Management schon gut sind.
→ EMS beim Pferd – was wirklich dahintersteckt
→ Cushing beim Pferd – Diagnose und was wir wirklich wissen
Welche Pferde sind besonders gefährdet?
- Statistisch gesehen sind besonders leichtfuttrige Rassen (Isländer, Haflinger, Tinker, aber auch Pferde mit Vollblutanteil) gefährdet
- Jedes Pferd bei abruptem Wechsel auf anderes Futter (Anweiden/Abweiden) durch abruptes Bakteriensterben im Darm
- Pferde mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing)
- Übergewichtige Pferde – besonders nach Weidewechsel im Frühjahr
- Pferde nach langer Bewegungspause
- Stuten nach der Geburt – wenn die Nachgeburt nicht vollständig abgeht
- Pferde nach Vergiftungen, Koliken oder Kortison-Behandlungen
- Pferde mit dauerhaft einseitiger Belastung durch Lahmheit
Hufrehe kann aber grundsätzlich jedes Pferd jeder Rasse und jeden Alters treffen – auch normalgewichtige Warmblüter ohne Vorerkrankung.
Fütterung bei Hufrehe – was wirklich wichtig ist
In nahezu jeder Hufrehe-Beratung spielt Fütterung eine Rolle – nicht weil sie immer die einzige Ursache ist, sondern weil sie einer der wichtigsten Hebel im Alltag ist.
Was wir als zentral erleben:
- Heuqualität vor Heumenge: Heu von überdüngten Hochleistungswiesen mit hohem Zuckergehalt ist problematischer als die reine Menge. Eine Heuanalyse (LUFA) schafft Klarheit – NSC-Gehalt unter 10% ist das Ziel.
- Keine langen Fresspausen: Das Pferd ist ein Dauerfresser. Lange Pausen erhöhen Stress und Magengeschwür-Risiko – Heunetze verlängern die Fresszeit, ohne die Menge zu erhöhen.
- Weidemanagement statt Weideentzug: Vollständiger Weideentzug ist selten dauerhaft sinnvoll. Kontrollierter Weidegang auf geeigneten Weiden ist besser als monatelange Stallhaltung, wenn der Stoffwechsel im Griff ist.
- Kein Kraftfutter ohne Bedarf: Die meisten Freizeitpferde decken ihren Energiebedarf vollständig mit qualitativem Heu.
- Mineralfutter ohne synthetische Zusätze*
Was uns besonders beschäftigt: Wir sehen viele Pferde, die trotz strenger Diät – kein Gras, kein Obst, gewässertes Heu – immer wieder Hufrehe bekommen. Weil die eigentliche Ursache im Stoffwechsel liegt, nicht im Futter allein.
Konkrete Empfehlungen aus unserer Praxis – als Bausteine im Fütterungsalltag:
- Nehls Pferdefutter für stoffwechselempfindliche Pferde – stärkearm, strukturreich, ohne synthetische Zusatzstoffe.
- Für die Begleitung im Darmbereich: VetLine EnteroClean Powder (bei empfindlichen Pferden) oder EnteroClean Liquid, jeweils parallel zu VetLine EnteroClean Basic.
- Im Anschluss als vertiefende Phase: VetLine Metabo Rapid, ebenfalls parallel zu VetLine EnteroClean Basic.
Die Rolle der Hufsituation
Eines der am häufigsten übersehenen Themen: die Hufsituation. Viele Hufrehe-Pferde haben bereits vor dem ersten Schub Hufe, die funktionell nicht optimal stehen. Zu lange Zehen, ungleiche Trachten, fehlender tragfähiger Tragrand – das setzt den Hufbeinträger dauerhaft unter mechanischen Stress.
Nicht selten sehen wir Hufrehe nach einer Korrektur, bei der gut gemeint, aber nicht passend für das individuelle Pferd gearbeitet wurde. Entscheidend ist, dass nicht ein Schema, sondern das Pferd und sein Gangbild den Ausschlag geben.
Hufbeinrotation – kein Urteil, sondern ein Zustand
Regelmäßig hören wir von „Fachleuten", dass eine Rotation des Hufbeins nicht mehr rückgängig zu machen ist – das Pferd bleibe für immer eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund werden Pferde eingeschläfert, obwohl sie noch eine gute Chance hätten.
Was unsere Röntgenbilder zeigen: Das Gegenteil ist richtig. Bei konsequenter ganzheitlicher Therapie – richtige Hufbearbeitung, optimierte Fütterung, Stoffwechselunterstützung – normalisiert sich die Stellung des Hufbeins regelmäßig. Oft sogar vollständig.
Das Hufbein bewegt sich nicht selbst zurück. Die Hornkapsel wächst neu – und wenn sie unter den richtigen Bedingungen wächst, wächst sie in der richtigen Ausrichtung. Das dauert unter Umständen viele Monate. Aber es ist möglich.
Hier die Röntgenbilder von Islandstute Vordis: Februar 2021 (akuter Reheschub mit Rotation), Juli 2021 (Verlaufskontrolle), Februar 2022 (Rotation nahezu vollständig verschwunden).
Wie wir im Tierheilkundezentrum Nehls bei Hufrehe begleiten
Das Tierheilkundezentrum Nehls begleitet Hufrehe-Pferde seit über 26 Jahren – ergänzend zur tierärztlichen Behandlung. Im Zentrum steht immer die Frage: Was steckt hinter diesem Schub? Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht individuelle Belastungsfelder sichtbar: Leber, Stoffwechsel, Hormonsystem, Mineralstoffversorgung. Auf dieser Basis entsteht ein individueller Therapieplan aus Kräutermischungen, Homöopathie und Fütterungsempfehlung.
Hufrehe-Pferde brauchen keine Standardlösung – sie brauchen eine Antwort auf die Frage, was ihr System anfällig gemacht hat.
Unsere Begleitung setzt ergänzend zur tierärztlichen Behandlung an.
Ein zentrales Werkzeug ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" (nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose). Grundlage ist immer ein sorgfältig ausgefüllter Anamnesebogen, der bei uns intern ausführlich besprochen wird. Ergänzend erfolgt die energetische Analyse der Haarproben, die uns hilft, individuelle Belastungsfelder und mögliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Auf dieser Basis erstellen wir einen individuell abgestimmten Therapieplan aus Kräutermischungen, Homöopathie und Fütterungsberatung.
Konkrete Produkte aus unserer Hufrehe-Begleitung:
- → Nehls Huf-Kombi Set – pflanzenbasierte Ergänzung zur Fütterung bei akuter und chronischer Hufrehe
- → VetLine EnteroClean Liquid oder Powder (bei empfindlichen Pferden), jeweils parallel zu VetLine EnteroClean Basic, um den Darm zu begleiten.
- → Im Anschluss als vertiefende Phase: VetLine Metabo Rapid, wiederum parallel zu VetLine EnteroClean Basic.
- → Nehls Hufkräuter Spezial – unsere Basisversorgung für einen gesunden Huf
- → Nehls Hufkräuter Spezial flüssig – für Pferde, die Trockenkräuter ablehnen
- → Nehls Hufelexier – als Bestandteil im Fütterungsalltag rund um das Hufhorn
Hufrehe vorbeugen – was hilft und unterstützt
Vorbeugung ist kein starres Regelwerk, sondern ein wachsendes Hinschauen im Alltag. Was aus unserer Sicht am meisten bringt:
- Rasse kennen und Fütterung entsprechend anpassen – nicht jedes Pferd braucht dasselbe
- Heuqualität regelmäßig überprüfen lassen
- Regelmäßige Hufpflege durch einen erfahrenen Hufpfleger – kurze Intervalle statt lange Abstände
- Ausreichend Bewegung – täglich, nicht nur zweimal wöchentlich
- Weidemanagement statt Weideentzug – angepasst an Jahreszeit, Witterung und Pferd
- Gewicht im Auge behalten – besonders bei leichtfuttrigen Rassen
- EMS und PPID als mögliche Hintergrundfaktoren berücksichtigen
Vertiefende Ratgeber zum Thema Vorbeugung:
- → Anweiden: Wie Weidestart sicher gelingt
- → Winterrehe: die unterschätzte Rehezeit
- → Hufrehe vorbeugen – ausführlich
Was unsere Kunden erleben – Erfahrungsberichte aus der Praxis
Tausende Pferdehalter haben uns im Laufe der Jahre ihre Geschichte anvertraut. Hier sind drei davon.
Alle Hufrehe-Erfahrungsberichte ansehen
Erstes Auftreten oder akuter Schub – warme Hufe, Pulsation, Lahmheit, Sägebockstellung. Wichtig: Im akuten Fall immer zuerst den Tierarzt rufen.
→ Hufrehe Notfall-SetImmer wieder Schübe, dauerhafte Fühligkeit, Hufbeinrotation, bekanntes EMS oder PPID.
→ Huf-Kombi Set LangzeitImmer wieder Hufrehe – trotz Diät und Weideentzug?
Dann liegt die Ursache oft tiefer: Stoffwechsel, Leber, Hormonsystem. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht sichtbar, was wirklich dahintersteckt – individuell ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur Haaranalyse →- → Hufrehe-Symptome erkennen und einordnen
- → Fütterung bei Hufrehe – was wirklich hilft und was nicht
- → Hufbeinträger, Rotation und Senkung – was im Huf wirklich passiert
- → Anweiden im Frühjahr – Risiken und sicheres Weidemanagement
- → Hufrehe im Winter – die unterschätzte Rehezeit
- → Hufrehe bei trächtigen und laktierenden Stuten
- → Hufschuh bei Hufrehe – wann er sinnvoll ist
- → Hufrehe vorbeugen – was wirklich schützt
- → Chronische Hufrehe – Langzeitbegleitung
- → Schlechte Hufe – Ursachen und Aufbau
- → Erfahrungsberichte: Hufrehe erfolgreich begleitet
* Unser Kernthema seit Jahrzehnten: Was künstliche Vitamine und Antioxidantien damit zu tun haben
Isolierte, konzentrierte und meist synthetische antioxidative Vitamine wie Vitamin E (in Pferdefutter meist als synthetisches „all-rac-alpha-Tocopherolacetat"), Vitamin C ebenso als Isolat und Selen in hochdosierten anorganischen oder chelatierten Verbindungen sind in nahezu jedem kommerziellen Mineralfutter und auch den allermeisten Krippenfuttern sowie vielen Ergänzungsfuttermitteln für Pferde enthalten.
Sie fangen die kleinen ROS-Signale ab, bevor sie den AMPK-Einschalter erreichen. Der Einschalter bleibt aus. Die Insulinsensitivierung der Zellen bleibt aus. Mehr Insulin wird produziert – und das dauerhaft, solange dieser Weg blockiert ist.
In kontrollierten Studien an Menschen (Ristow et al. 2009, Paulsen et al. 2014) verhinderten synthetische Antioxidantien die trainingsbedingte Insulinsensitivierung vollständig. Da der AMPK-Signalweg bei allen Säugetieren identisch ist, gilt dieser Mechanismus auch für das Pferd.
Ironie der Geschichte: Viele Spezialfutter für Rehepferde enthalten besonders hohe Mengen dieser synthetischen Vitamine, da man sich von ihrer antioxidativen Wirkung Entzündungshemmung und in Folge eine Verbesserung der Situation im Huf verspricht. Über den oben beschriebenen Mechanismus bewirken sie aber das Gegenteil.
Der Darm und die Leber – die Verbindung, die oft vergessen wird
Chronisch erhöhtes Insulin hat beim Pferd oft noch eine zweite Ursache, und diese liegt in seiner sekundären Gärkammer: den hinteren Darmabschnitten, also Blind- und Dickdarm. Das Pferd als sogenannter Hinterdarm-Fermentierer gewinnt etwa 70 % seiner Energie aus der Fermentation von Strukturfutter wie Gras und Heu durch Darmbakterien.
Wenn dieses Bakterien-Ökosystem gestört ist – durch antibiotisch wirkende Futterbestandteile wie Glyphosatrückstände und synthetische Mineralsalze (z.B. anorganische Zink- und Kupferverbindungen) oder auch durch zu viel unverdaute Stärke, die den Dickdarm erreicht – hat das direkte Auswirkungen auf den Insulinstoffwechsel.
Was passiert, wenn fibrolytische Bakterien absterben:
- Weniger Butyrat entsteht – Butyrat aktiviert ebenfalls AMPK und unterstützt die Insulinsensitivierung.
- LPS (Lipopolysaccharide) – bakterielle Endotoxine aus den abgestorbenen Bakterien gelangen aus dem geschädigten Darm in die Leber und verursachen dort chronische Entzündung. Die Leber wird insulinresistent und kompensiert mit mehr Insulinproduktion.
- LPS aktivieren auch im Lamellargewebe des Hufbeinträgers Entzündungsrezeptoren (TLR4) und verstärken so die Schädigung synergistisch – das ist der früher vorwiegend angenommene „Endotoxin-Weg" der Hufrehe, der jetzt im Gesamtkontext als einer von mehreren Faktoren erklärbar ist.
