Hufbeinrotation & Hufbeinsenkung beim Pferd
Was im Huf bei Hufrehe wirklich passiert – Hufbeinträger, Laminitis und die Fragen, die kaum jemand stellt
Bei einer Hufbeinrotation verlaufen die Vorderkante des Hufbeins und die Hornkapselwand nicht mehr parallel. Bei einer Hufbeinsenkung sinkt das Hufbein als Ganzes in Richtung Sohle. Beides kann folgen, wenn bei Hufrehe der Hufbeinträger nachgibt – die Verbindungsschicht zwischen Hufbein und Hornkapsel.
Die THZ-Sicht: Ein Röntgenbild ist ein Standbild. Aus unserer Erfahrung als THP entscheidet der Verlauf über die folgenden Monate, denn die Hornkapsel wächst neu. Die Diagnose und die Bewertung des Bildes bleiben bei Ihrem Tierarzt.
- Der Hufbeinträger ist die Verbindungsschicht zwischen Hufbein und Hornkapsel. Gibt er bei Hufrehe nach, können Hufbeinrotation und Hufbeinsenkung folgen.
- Ein Röntgenbild ist ein Standbild. Verlaufsbilder über Monate sagen mehr als ein einzelner Winkelwert.
- Die Hornkapsel wächst neu. Bis der Huf vollständig erneuert ist, vergehen etwa 6 bis 15 Monate.
Wenn Sie gerade ein Röntgenbild in der Hand halten. Dann steht die Einordnung vor jedem Mittel. Das Bild bewertet Ihr Tierarzt. Was der Befund für Fütterung, Hufbearbeitung und die nächsten Monate heißt, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch – oder am Telefon unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.
Wenn der akute Schub vorbei ist. Dann geht es um das Horn, das jetzt nachwächst, und das braucht Monate. Für diese Zeit haben wir das Nehls Hufelexier: vier flüssige Mischungen im festen 9-Tage-Rhythmus, entwickelt von Tierärztin Katrin Knecht. Der Einstieg ist das Vierer-Set mit je 100 ml; planen Sie mindestens sechs Wochen am Stück ein.
Wenn immer wieder Schübe kommen. Dann liegt die Ursache aus unserer Erfahrung als THP tiefer als im Huf. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" ist der Ausgangspunkt für einen Begleitplan aus Fütterung und Kräutern – ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei akutem Reheschub gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.
Der Hufbeinträger – das Zentrum von allem
Hufrehe beginnt im Inneren des Hufs, in einer Schicht, die von außen nicht zu sehen ist: dem Hufbeinträger. Er verbindet das Hufbein mit der äußeren Hornkapsel.
Diese Verbindung besteht aus Tausenden winziger Lamellen, vergleichbar mit einem sehr eng verzahnten Klettverschluss. Hornblättchen der Hornkapsel und Fleischblättchen der Huflederhaut greifen ineinander und halten das Hufbein wie in einem Netz.
Bei jedem Schritt geht das gesamte Körpergewicht des Pferdes über diese Schicht auf die Hornkapsel. Nicht durch Druck von oben, sondern durch Zug: Das Hufbein hängt am Hufbeinträger wie ein Gewicht am Haken. Gibt diese Aufhängung nach, hat es keinen zweiten Halt.
Was bei Hufrehe im Inneren des Hufs passiert
Der genaue Auslöser der Entzündung im Hufbeinträger ist bis heute nicht vollständig geklärt. Bekannt ist: Fütterungsfehler, Toxine aus dem Darm, Insulinentgleisung, Belastungsschäden und Medikamente stören auf unterschiedlichen Wegen die feine Durchblutung der Huflederhaut. Die Wege im Einzelnen beschreibt unser Fachartikel Hufrehe – mehr als Zucker und Gras.
Vereinfacht läuft es so ab: Das Gewebe schwillt an, die starre Hornkapsel gibt nicht nach, der Druck im Huf steigt und quetscht die Blutgefäße – ein Teufelskreis. Gleichzeitig zieht die Schwellung die Lamellen auseinander. Ist die Entzündung stark genug, versagt die Verbindung zwischen Hornblättchen und Fleischblättchen, und die Aufhängung des Hufbeins wird instabil.
Hufbeinrotation und Hufbeinsenkung – was wirklich passiert
Die Hufbeinrotation
Die tiefe Beugesehne setzt am hinteren unteren Teil des Hufbeins an. Gibt der Hufbeinträger vor allem im vorderen Zehenbereich nach, während die Sehne weiter nach hinten-oben zieht, dreht sich die Hufbeinspitze nach unten. Die Vorderkante des Hufbeins und die Vorderwand der Hornkapsel, beim gesunden Pferd parallel, weichen auseinander.
Tierärzte unterscheiden zwei Formen:
- Kapsuläre Rotation: Die Hornkapsel dreht sich um das Hufbein – das Hufbein selbst bleibt in seiner Gelenkstellung, aber die äußere Wand wächst falsch nach.
- Phalangeale Rotation: Das Hufbein dreht sich tatsächlich in seinem Gelenk – verursacht durch den Zug der tiefen Beugesehne.
Fragen Sie Ihren Tierarzt, welche Form er auf dem Bild sieht. Für Prognose und Hufbearbeitung macht das einen Unterschied.
Woher die Winkelgrenzen stammen, die Halter nach dem Röntgen oft zu hören bekommen: Eine 1982 veröffentlichte Auswertung von 91 Rehefällen einer US-Universitätsklinik fand, dass Pferde mit weniger als 5,5 Grad Rotation in ihre frühere sportliche Nutzung zurückkehrten, Pferde mit mehr als 11,5 Grad dagegen nicht.[1] Gemessen wurde also die Rückkehr in den Sport. Ob ein Pferd schmerzfrei leben kann, hat diese Arbeit nicht untersucht. Eine Arbeit von 2014 beschreibt 14 übergewichtige Rehepferde mit mindestens 5 Grad Rotation, sechs davon über 11,5 Grad, die unter demselben Rehabilitationsprogramm alle wieder so liefen wie vor der Rehe.[2] Zwei Pferde mit gleichem Winkel können völlig unterschiedliche Verläufe haben. Unsere eigene Praxiserfahrung zeigt dasselbe: Verbesserungen sind auch bei deutlich stärkeren Rotationen möglich.
Die Hufbeinsenkung
Bei der Hufbeinsenkung gibt der Hufbeinträger rundum nach. Das Hufbein sinkt als Ganzes in Richtung Sohle, die Parallelität zur Hufwand bleibt zunächst erhalten. Die Sohle wölbt sich nach unten vor; im schwersten Fall bricht das Hufbein durch die Sohle. Rotation und Senkung können gleichzeitig auftreten. Ab welchen Messwerten Ihr Tierarzt von einer Senkung spricht, zeigt er Ihnen am Bild.
Kann eine Hufbeinrotation rückgängig gemacht werden?
Den Satz „Die Hufbeinrotation ist nicht rückgängig zu machen" hören wir regelmäßig – von Pferdebesitzern, denen ihr Tierarzt nach dem Röntgenbild erklärt hat, das Pferd werde nie mehr schmerzfrei laufen. Wir sehen es anders.
Was die Verlaufsröntgenbilder aus unserer Praxis zeigen: Bei konsequenter ganzheitlicher Begleitung – passende Hufbearbeitung, angepasste Fütterung, Stoffwechselunterstützung – normalisiert sich die Stellung des Hufbeins zur Hornkapsel in vielen Fällen deutlich. Manchmal vollständig.
Der Grund liegt in einem Detail: Die Hornkapsel wächst neu – das Hufbein selbst wandert dabei nicht zurück. Wächst das neue Horn unter guten Bedingungen – Durchblutung, Stoffwechsel, regelmäßige Hufbearbeitung –, passt sich die Hornkapsel wieder an das Hufbein an, und die Parallelität kehrt zurück. Es dauert. Wie schnell Horn nachwächst, ist individuell; bis der Huf vollständig erneuert ist, vergehen etwa 6 bis 15 Monate.
Auch der Hufbeinträger selbst kann sich regenerieren: Nach Abklingen der akuten Huflederhautentzündung bauen die Lamellen die Verbindung zwischen Hornblättchen und Fleischblättchen neu auf. Was das im Alltag heißt, steht in der Langzeitbegleitung: → Chronische Hufrehe – die drei Säulen der Langzeitbegleitung
Die weiße Linie – sichtbares Zeichen unsichtbarer Vorgänge
Die weiße Linie ist der schmale helle Streifen an der Hufsohle, der Hornwand und Sohle verbindet. Beim gesunden Huf ist sie schmal und fest. Nach einer Hufrehe verbreitert sie sich, weil sich Narbenhorn bildet, das lockerer und weicher ist als gesundes Horn – ein Einfallstor für Keime und damit für Hufabszesse. Wird sie wieder schmaler, ist das ein gutes Zeichen: Das nachwachsende Horn ist fester.
Schleichende Hufrehe – wenn der Hufbeinträger langsam leidet
Nicht jede Hufrehe beginnt mit einem dramatischen Schub. Bei manchen Pferden steht der Hufbeinträger über Monate oder Jahre unter Last – durch Fehlstellungen, unpassenden Beschlag oder eine Stoffwechselstörung im Hintergrund. Diese Pferde laufen „irgendwie nicht ganz richtig", geben die Hufe widerwillig und gehen auf hartem Boden vorsichtiger als andere. An der Sohle zeigt sich manchmal eine verbreiterte weiße Linie, obwohl das Pferd nie einen klassischen Reheschub hatte. Aus unserer Sicht ist das eine der am häufigsten übersehenen Formen der Hufrehe. Sie kommt ohne dramatische Schübe und schleicht sich in den Alltag ein, bis der Huf so verändert ist, dass der nächste Schub kommen muss.
Nehls Hufelexier
Vier flüssige Mischungen auf Basis pflanzlicher Tinkturen, ohne synthetische Zusätze, bei uns in Warburg-Scherfede in kleinen Chargen hergestellt. Sie füttern je drei Tage Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3, dazu täglich Nr. 4.
Wann dieses? Wenn der akute Schub vorbei ist und Sie die Hufsituation Ihres Pferdes über die Monate begleiten wollen, in denen neues Horn herunterwächst – auch bei Pferden, die getrocknete Kräuter aussortieren. Für Turnierpferde gilt eine mehrtägige Karenz. Ergänzungsfuttermittel für Pferde, Ponys und Esel.
→ Nehls Hufelexier ansehenWenn Sie ein Röntgenbild in der Hand halten und nicht wissen, wie es jetzt weitergeht: Rufen Sie uns an unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr, oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.
Häufige Fragen zu Hufbeinträger, Rotation und Senkung
Was steckt wirklich hinter der Hufbeinrotation?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Wenn Schübe wiederkehren oder sich der Huf trotz guter Fütterung weiter verändert, suchen wir bei Stoffwechsel, Leber und Hormonsystem. Unser Ausgangspunkt ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse": Tatjana Siebert und unser Team werten sie aus, besprechen das Ergebnis persönlich mit Ihnen und leiten daraus den Begleitplan aus Fütterung und Kräutern ab. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- Stick JA, Jann HW, Scott EA, Robinson NE (1982): Pedal bone rotation as a prognostic sign in laminitis of horses. Journal of the American Veterinary Medical Association 180(3), 251–253.
- Taylor D, Sperandeo A, Schumacher J, Passler T, Wooldridge A, Bell R, Cooner A, Guidry L, Matz-Creel H, Ramey I, Ramey P (2014): Clinical Outcome of 14 Obese, Laminitic Horses Managed with the Same Rehabilitation Protocol. Journal of Equine Veterinary Science 34(4), 556–564.
