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Hinweis für Turnier- und Sportreiter (ADMR / FEI)

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd · Turniersport

ADMR und FEI – was Turnierreiter über Kräuter und Karenzzeiten wissen sollten

Die wichtigsten Regelwerke im Überblick, eine ehrliche Karenzzeiten-Orientierung pro Rohstoff – und warum die Verantwortung am Ende immer beim Halter liegt. 

Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber entstand im Tierheilkundezentrum Nehls aus der täglichen Praxisarbeit – auf Grundlage von über 26 Jahren Begleitung von Pferden und wurde durch unser Beratungsteam mit unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert (VDT) redaktionell aufbereitet. Grundlage der Karenzzeit-Einordnungen sind die aktuell publizierten Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln der FN, die Equine Prohibited Substances List der FEI sowie publizierte Auswaschzeiten der Leitsubstanzen.
Zur Person:
Tatjana SiebertGeprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Grundlage sind zwei Jahrzehnte praktische Begleitung von Pferden in der Naturheilkunde. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung – und keine Laboranalytik der konkret eingesetzten Charge.
Das Wichtigste in Kürze

Auch naturbelassene Kräuter können Substanzen enthalten, die nach den Regeln der FN (ADMR) oder der FEI (EPSL) im Turniersport mit einer Karenzzeit belegt sind oder vom Wettkampf ausschließen. Die FEI testet pflanzliche Produkte nicht und gibt für sie keine Freigaben – die Verantwortung vor einem Turnierstart liegt ausschließlich beim Halter und beim betreuenden Tierarzt. Für die meisten in der Naturheilkunde verwendeten Pflanzen gelten als Faustregel 48 Stunden Karenz vor einem Turnier; einige Rohstoffe (Mädesüß, Weidenrinde, Ingwer, Süßholz, Mönchspfeffer) brauchen länger; einzelne Pflanzen (Teufelskralle, Baldrian, Passionsblume) sind im Turniereinsatz gar nicht vorgesehen und gehören in die trainingsfreie Phase. Unten finden Sie eine Orientierungstabelle pro Rohstoff.

Auf einen Blick
  • In Deutschland gilt für nationale Turniere die ADMR der FN – diese Liste ist die für die meisten Turnierreiter maßgebliche.
  • Für internationale Starts gilt zusätzlich die FEI-EPSL mit den Kategorien „Banned Substances" und „Controlled Medication".
  • Die FEI testet keine pflanzlichen Produkte und genehmigt sie nicht. Ein Hersteller-Stempel „FEI-konform" ist ohne Chargenanalytik nicht haltbar.
  • Standard-Karenz für viele Kräuter nach ADMR: 48 Stunden vor Turnierstart.
  • Verlängerte Karenz (5–7 Tage) für Pflanzen mit längeren Auswaschzeiten: Mädesüß, Weidenrinde, Ingwer, Süßholz, Mönchspfeffer.
  • Nicht für den Turniereinsatz vorgesehen: Teufelskralle, Baldrian, Passionsblume, Wermut, Beifuß, Steinklee.
  • Die Verantwortung trägt der Halter. Eine elektive Probe vor wichtigen Wettkämpfen schafft im Zweifel Klarheit.

Welche Regelwerke gelten – ein kurzer Überblick

Es gibt nicht eine einzige Liste, sondern mehrere parallele Regelwerke. Wer regelmäßig Turniere reitet, sollte wissen, welches Regelwerk für die jeweils gestartete Klasse maßgeblich ist.

ADMR der FN (Deutschland)

Die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gelten für alle FN-Turniere in Deutschland – also für die Klassen LK, A, L, M und S im nationalen Turniersport. Die ADMR ist in vielen Punkten strenger als die FEI-Liste. Auch bei eher unauffälligen Pflanzen wie Brennnessel oder Anissamen wird eine Karenzzeit empfohlen. Für die allermeisten Turnierreiter in Deutschland ist die ADMR die wirklich maßgebliche Liste. Die aktuelle Fassung findet sich auf pferd-aktuell.de.

FEI Equine Prohibited Substances List (international)

Die EPSL der FEI gilt international für FEI-Starts in Springen (CSI), Dressur (CDI), Vielseitigkeit (CCI), Distanzreiten (CEN) und Voltigieren (CV). Die Liste unterscheidet zwei Kategorien:

  • Banned Substances: Substanzen ohne legitime therapeutische Anwendung beim Sportpferd – nie erlaubt.
  • Controlled Medication: Substanzen mit therapeutischem Wert, deren Einsatz außerhalb des Wettkampfs möglich ist – mit Karenzzeit bis zur Wettkampfprobe.

Die aktuelle Liste kann auf inside.fei.org/fei/cleansport/ad-h/prohibited-list eingesehen werden. Die FEI veröffentlicht zusätzlich eine Datenbank mit Suchfunktion.

USEF (USA)

Die Liste des amerikanischen Verbands USEF ist bei pflanzlichen Stoffen strenger als FEI und ADMR. Lavendel, Kamille, Hopfen und Melisse werden dort explizit als „prohibited" geführt. Für deutsche Halter meist irrelevant – wer aber in den USA startet, sollte sich gesondert informieren.

Wichtig: Die FEI prüft keine pflanzlichen Produkte

Die FEI hat in einer offiziellen Stellungnahme darauf hingewiesen, dass sie pflanzliche Mittel weder testet noch freigibt. Sie warnt ausdrücklich vor Produkten, deren Inhaltsstoffe und Mengen „nicht im Detail bekannt sind". Ein Hersteller, der pauschal mit „FEI-konform" wirbt, kann diese Aussage ohne Chargen-Analytik nicht halten. Dieselbe Logik gilt für jeden Naturhersteller – auch für uns. Wir geben deshalb keine Doping-Freigaben, sondern eine möglichst genaue Karenzzeit-Orientierung auf Grundlage der publizierten Listen und Auswaschzeiten.

Naturbelassen heißt nicht automatisch unbedenklich

Ein verbreitetes Missverständnis: Was natürlich ist, könne im Turniersport ohne Bedenken eingesetzt werden. Diese Annahme ist sachlich nicht haltbar. Viele Substanzen, die heute in der modernen Tiermedizin als Arzneistoffe geführt werden, stammen ursprünglich aus Pflanzen – Salicylsäure aus der Weidenrinde, Atropin aus der Tollkirsche, Digitalis aus dem Fingerhut. Wenn eine Pflanze einen messbaren Einfluss auf den Organismus hat, kann sie auch in einer Wettkampfprobe nachweisbar sein.

Hinzu kommen zwei weitere Aspekte, die in der Praxis oft unterschätzt werden. Erstens: Die Empfindlichkeit moderner Nachweismethoden ist hoch. Substanzen können noch im Labor festgestellt werden, lange nachdem sie im Organismus messbare Spuren hinterlassen haben – ein Auswasch-Zeitraum muss deshalb am Nachweis bemessen werden, nicht an einer angenommenen Eigenschaft der Pflanze. Zweitens: Kontaminationen aus Heu, Stroh oder Weide (Mohnsamen, Steinklee, Theobromin-Reste aus Kakaoschalenkontakt) können unabhängig von der Fütterung zu positiven Befunden führen. Auch das ist ein Grund, vor wichtigen Wettkämpfen eine elektive Probe in Erwägung zu ziehen.

Wie wir Karenzzeiten einordnen – das THZ-Kategoriensystem

Um den Überblick zu erleichtern, verwenden wir vier Kategorien. Sie sind eine Orientierung, keine Garantie, und sie ersetzen den Blick in die aktuelle ADMR-Liste nicht.

  • Kategorie A: Für diese Rohstoffe ist keine Karenzzeit in den gängigen Listen dokumentiert. Sie gelten im Turniersport als unproblematisch.
  • Kategorie B: Standardkarenz von 48 Stunden vor Turnierstart. Das ist die in der Branche am häufigsten gewählte Linie und entspricht den meisten Wettbewerber-Angaben.
  • Kategorie C: Verlängerte Karenz von 5 bis 7 Tagen. Diese Rohstoffe enthalten Leitsubstanzen mit längeren Auswaschzeiten oder werden in den Listen ausdrücklich genannt.
  • Kategorie D: Diese Rohstoffe sind für den Turniereinsatz nicht vorgesehen. Sie haben in der Naturheilkunde ihren traditionellen Anwendungsbereich – aber außerhalb des Wettkampfgeschehens, in der trainingsfreien Phase.

Karenzzeiten-Orientierung pro Rohstoff (alphabetisch)

Die folgende Liste ist alphabetisch sortiert und folgt der oben beschriebenen Kategorisierung. Wichtig: Es handelt sich um eine recherchebasierte Orientierung auf Grundlage der publizierten ADMR-Einzelpflanzenlistungen, FEI-Detection-Times und veröffentlichter Auswaschzeiten der Leitsubstanzen. Sie ersetzt nicht die Chargen-Analytik im konkreten Einzelfall. Die Angabe in Klammern hinter der Pflanze nennt die jeweilige Leitsubstanz, an der sich die Karenzzeit-Einordnung orientiert.

Rohstoff Leitsubstanz Kategorie Karenz / Hinweis
Anis-Samen Anethol B 48 Stunden Karenz nach ADMR
Artischocke Cynarin B 48 Stunden Karenz
Baldrian Valerensäure D FEI Controlled Medication; im Turniersport in der Regel nicht einsetzbar
Bierhefe Hefezellbestandteile A Keine dokumentierte Karenzzeit
Birkenblatt Flavonoide B 48 Stunden Karenz
Brennnessel-Blatt Histamin, Mineralien B 48 Stunden Karenz nach ADMR
Echinacea / Sonnenhut Echinacosid B 48 Stunden Karenz
Eukalyptus Cineol B 48 Stunden Karenz
Fenchel Anethol B 48 Stunden Karenz
Goldrute Saponine B 48 Stunden Karenz
Hagebutte Vitamin C, Galaktolipid A Keine dokumentierte Karenzzeit
Hopfen D USEF-gelistet im Zusammenhang mit „calming"-Anwendungen; nicht für den Turniereinsatz vorgesehen
Huminsäuren A Keine dokumentierte Karenzzeit
Ingwer Gingerole C 7 Tage Karenz; Gingerole bis zu 7 Tage nachweisbar – häufig genannte 48 h sind in der Praxis zu kurz
Johanniskraut Hypericin C 7 Tage Karenz; zusätzlich Vorsicht wegen Photosensibilisierung
Kamille-Blüte α-Bisabolol C 3 bis 5 Tage; USEF-gelistet, FEI prüft regelmäßig
Knoblauch Allicin B 48 Stunden Karenz
Korianderpresskuchen ätherische Öle gering A Keine dokumentierte Karenzzeit
Kümmel ätherische Öle B 48 Stunden Karenz
Lavendel Linalool C 5 Tage Karenz; USEF-gelistet
Leinöl Omega-3-Fettsäuren A Keine dokumentierte Karenzzeit
Löwenzahn Bitterstoffe A Keine dokumentierte Karenzzeit
Mädesüß Salicylsäure C 7 Tage Karenz; Salicylsäure ist FEI Controlled Medication
Mariendistel-Samen Silymarin A Keine dokumentierte Karenzzeit
Melisse Citronellal C 5 Tage Karenz; USEF-gelistet, ADMR-erwähnt; „calming"-Anwendungen generell verboten
Mohnsamen Morphin, Codein D Kontaminationsrisiko in Heu und Stroh
Mönchspfeffer Agnusid C 7 Tage Karenz; Agnusid wird mit Bezug zum Hormonsystem geführt
Passionsblume Harman-Alkaloide D FEI- und USEF-gelistet; nicht für den Turniereinsatz vorgesehen
Petersilie-Kraut ätherische Öle B 48 Stunden Karenz
Pfefferminze-Blatt Menthol B 48 Stunden Karenz
Salbei Thujon, Kampfer B 48 Stunden Karenz
Schachtelhalm Kieselsäure A Keine dokumentierte Karenzzeit
Schafgarbe Bitterstoffe, ätherische Öle B 48 Stunden Karenz
Schwarzkümmel-Samen Thymochinon B 48 Stunden Karenz
Seealgen Jod, Mineralien A Keine dokumentierte Karenzzeit; Jod-Obergrenzen beachten
Spitzwegerich Iridoide B 48 Stunden Karenz
Steinklee Cumarin D Cumarin steht auf der FEI Prohibited List
Süßholzwurzel Glycyrrhizin C 5 bis 7 Tage Karenz; Bezug zur Cortisol-Achse in den Listen
Teufelskralle Harpagosid D Seit 2016 auf der FEI-Liste; nicht für den Turniereinsatz; bei Bedarf nur außerhalb der Saison oder mit langem Vorlauf (eine Woche+)
Thymian Thymol B 48 Stunden Karenz; in dopingrelevanten Listen geführt
Weidenrinde Salicin → Salicylsäure C 7 Tage Karenz, wie Mädesüß
Weihrauch Boswelliasäuren B 48 Stunden Karenz
Wermut Thujon D Nicht für den Turniereinsatz vorgesehen
Zeolith mineralisch A Keine dokumentierte Karenzzeit
Wichtig: „Calming" und „stimulating" sind im FEI-Regelwerk generell verboten

Die FEI weist in ihren Originaldokumenten ausdrücklich darauf hin, dass jede Substanz – auch pflanzlicher Herkunft –, die im Wettkampf beruhigend („calming"/tranquilisierend) oder anregend („stimulating") auf das Pferd einwirken soll, verboten ist. Das gilt auch dann, wenn die einzelne Pflanze formal nicht explizit in einer Liste steht. Mischungen, die mit entsprechenden Anwendungs-Aussagen am Markt sind, gehören damit nicht in den Turniereinsatz – unabhängig von ihrer pflanzlichen Zusammensetzung.

Diese Liste ist nicht abschließend

Die hier aufgeführten Rohstoffe decken die in der Tierheilkunde am häufigsten verwendeten Pflanzen ab. Sie ist eine Orientierung – die maßgebliche und tagesaktuelle Quelle bleibt die ADMR der FN. Bei Pflanzen, die hier nicht gelistet sind, gilt im Zweifel: die ADMR-Liste konsultieren oder mit dem Tierarzt vor Turnierstart Rücksprache halten.

Praktische Empfehlungen für den Turnieralltag

Wer regelmäßig auf Turnieren startet und gleichzeitig naturheilkundlich füttert, kommt mit einigen einfachen Routinen weit:

  • Karenzzeit vor jedem Turnier einplanen. Faustregel: Bei Standardmischungen 48 Stunden, bei längeren Karenzen oben in der Tabelle 7 Tage vor dem ersten Start die Fütterung umstellen.
  • Mischungen mit „calming"-Bezug pauschal aus der Turnierphase nehmen. Jede Mischung, deren Anwendungsbeschreibung auf eine beruhigende oder anregende Einwirkung im Wettkampf abzielt, ist im Turniereinsatz nicht vorgesehen – unabhängig davon, ob die einzelne Pflanze formal auf einer Liste steht.
  • Heu und Stroh kennen. Bei Kontaminationsrisiko (Mohn in Wildkräuterheu, Steinklee in Klee-Heu) lieber eine zweite Quelle oder eine Heuanalyse einsetzen.
  • Bei wichtigen Wettkämpfen elektive Probe. Die FEI bietet ein elektives Testing an, das Klarheit über die Auswaschsituation des Pferdes schafft.
  • Listen aktuell halten. ADMR und EPSL werden jährlich überarbeitet. Vor jeder Saison einmal die jeweils aktuelle Fassung zur Kenntnis nehmen.

Unsere Haltung zum Thema

Im Tierheilkundezentrum Nehls geben wir keine pauschalen Freigaben für den Turniersport. Das tun – ehrlich gesagt – auch die meisten anderen seriösen Anbieter nicht, auch wenn die Marketing-Sprache manchmal anderes vermuten lässt. Wer ein Naturprodukt verarbeitet, kann ohne Chargen-Analytik keine garantierte Doping-Freiheit zusichern. Was wir liefern können, ist eine möglichst saubere Orientierung: für jeden eingesetzten Rohstoff eine fundierte Karenzzeit-Einschätzung, eine konsequente Trennung zwischen Rohstoffen für den Trainingsalltag und solchen, die in die wettkampfferne Phase gehören, und eine ehrliche Kommunikation darüber, wo die Verantwortung liegt.

Wer mehrere Rohstoffe in einer Mischung kombiniert, sollte sich an der jeweils längsten dokumentierten Karenzzeit orientieren – das sogenannte Worst-Case-Prinzip. Eine Mischung mit Mädesüß und Brennnessel folgt damit nicht der 48-Stunden-Regel für Brennnessel, sondern der 7-Tage-Empfehlung für Mädesüß.

Individuelle Begleitung für das Sportpferd

Wenn Sie ein Sportpferd naturheilkundlich begleiten möchten und gleichzeitig in der Turniersaison stehen, lohnt sich ein individueller Blick. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht individuelle Belastungsfelder sichtbar und ist – verbunden mit dem persönlichen Beratungsgespräch – die Grundlage für einen Fütterungs-Begleitplan, der zur Saisonplanung passt. Ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →

Häufige Fragen zu ADMR, FEI und Karenzzeiten

Was ist der Unterschied zwischen ADMR und FEI?
Die ADMR (Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln) der FN gilt für nationale Turniere in Deutschland. Sie ist in vielen Punkten strenger als die FEI-Liste und nennt auch Pflanzen wie Brennnessel oder Anissamen mit Karenzzeit. Die FEI-EPSL gilt für internationale Starts und unterscheidet zwischen „Banned Substances" und „Controlled Medication". Für die allermeisten Turnierreiter in Deutschland ist die ADMR die maßgebliche Liste.
Sind THZ-Kräuter „FEI-konform"?
Diese Aussage könnten wir nur dann verbindlich treffen, wenn wir jede Charge im FN-Hochschullabor oder einem FEI-autorisierten Labor analytisch prüfen ließen. Das tut – branchenweit – kein Naturhersteller flächendeckend. Was wir liefern, ist eine fundierte Karenzzeit-Orientierung pro Rohstoff auf Grundlage der publizierten Listen und Auswaschzeiten. Die FEI selbst weist darauf hin, dass sie pflanzliche Produkte nicht testet und nicht freigibt – Werbeaussagen wie „FEI-konform" auf Naturprodukten sind aus dieser Perspektive kritisch zu sehen.
Welche Karenzzeit gilt bei Mischungen mit mehreren Pflanzen?
Bei Kombinationen mehrerer Rohstoffe orientieren Sie sich an der jeweils längsten dokumentierten Karenzzeit der enthaltenen Pflanzen – das sogenannte Worst-Case-Prinzip. Eine Mischung, die Mädesüß enthält, folgt also nicht der 48-Stunden-Regel der anderen Bestandteile, sondern der 7-Tage-Empfehlung für Mädesüß.
Warum dürfen manche Pflanzen gar nicht für Turnierpferde verwendet werden?
Bei einigen Pflanzen – Teufelskralle, Baldrian, Passionsblume, Hopfen – sind Inhaltsstoffe ausdrücklich auf der FEI-EPSL gelistet. Bei anderen, etwa Wermut oder Steinklee, ist die enthaltene Leitsubstanz (Thujon, Cumarin) selbst verboten. Diese Pflanzen haben in der Naturheilkunde ihren traditionellen Anwendungsbereich – aber außerhalb des Wettkampfs, in der trainingsfreien Phase. Für die wettkampfaktive Zeit empfehlen wir, sie nicht einzusetzen.
Was ist eine elektive Probe?
Die FEI bietet ein freiwilliges Testverfahren an, bei dem Halter ihr Pferd im Vorfeld eines wichtigen Wettkampfs analytisch prüfen lassen können. Das schafft im Zweifelsfall Klarheit, ob die eingehaltene Karenzzeit wirklich ausreichend war. Gerade vor internationalen Starts ist das eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Informationen dazu finden sich auf den Seiten der FEI.
Können Heu oder Stroh ein Doping-Risiko sein?
Ja. In Wildkräuterheu kann Mohn enthalten sein – Mohnsamen führen zu Morphin- und Codein-Spuren in der Probe. In Klee-Heu mit Steinklee-Anteil entsteht Cumarin, das auf der FEI-Liste steht. Auch Theobromin aus Kakao-Kontaminationen taucht regelmäßig auf. Bei Verdacht hilft eine zweite Heuquelle oder eine Heuanalyse.
Wo finde ich die aktuelle ADMR-Liste?
Die jeweils aktuelle Liste findet sich auf der Website der Deutschen Reiterlichen Vereinigung unter pferd-aktuell.de im Bereich Turniersport. Die FEI-EPSL ist auf inside.fei.org/fei/cleansport/ad-h/prohibited-list abrufbar; zusätzlich gibt es eine durchsuchbare Datenbank.
Wer trägt am Ende die Verantwortung?
Sowohl ADMR als auch FEI sind hier eindeutig: Die Verantwortung für die Wettkampfsicherheit liegt beim Halter beziehungsweise beim verantwortlichen „Person Responsible" (PR). Hersteller-Angaben sind eine Orientierungshilfe, ersetzen aber nicht die eigene Sorgfalt – einschließlich der Rücksprache mit dem betreuenden Tierarzt vor wichtigen Starts.
Persönliche Beratung
Unser Beratungsteam mit Lara, Sabrina, Sina, Vanessa (angehende THP) und Tatjana (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT & zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere Paracelsus/TÜV) beantworten Ihre/Eure Fragen zu Turniersport-Karenzzeiten, Fütterung und Langzeitbegleitung und zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse".
Wir sind für Sie da, als Beraterteam rund um Ihr Tier und die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse".