Hufrehe beim Pferd: Symptome, Notfallhilfe und systemische Ursachenarbeit
Ratgeber aus unserer täglichen Praxis nahe Paderborn
Kurzantwort: Was ist Hufrehe und was tun Sie sofort?
Hufrehe beim Pferd ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut (Lamellen), die das Hufbein in der Hornkapsel stabilisiert, und sie gehört immer zu den Situationen, in denen Sie nicht „erst einmal abwarten“, sondern sofort handeln sollten.
Typische Hufrehe-Symptome sind fühliger Gang auf hartem Boden, deutlicher Wendeschmerz, warme Hufe, verstärkte Pulsation an den Zehenarterien, eine entlastende Körperhaltung (klassische Sägebock-Stellung) sowie vermehrtes Hinlegen oder das sichtbare „Nicht laufen wollen“.
Notfallhilfe bis zum Tierarzt: Pferd sofort auf weichen Untergrund stellen (dick eingestreute Box/Späne/Sand), Weidegang und Kraftfutter stoppen, Stress und Wege vermeiden, Raufutter in geeigneter Qualität und angepasst anbieten, und umgehend tierärztlich abklären lassen.
Fachliche Einordnung & Erfahrung (EEAT)
Dieser Ratgeber wurde im Tierheilkundezentrum Nehls in Zusammenarbeit mit unserer approbierten Tierärztin, unserem erfahrenen Team mit Tierheilpraktikerin erstellt und basiert auf langjähriger Praxisbegleitung von Pferden und Ponys mit akuten und chronischen Hufrehe-Verläufen sowie mit Themen rund um Stoffwechsel, Fütterung, Gewicht und Hufsituation. Die hier dargestellten Zusammenhänge ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Therapie, sondern dienen der strukturierten Einordnung und der sinnvollen Ursachenarbeit im Alltag.
Häufige Fragen zu Hufrehe (FAQ)
Ist Hufrehe immer ein Notfall?
Ja – sobald ein Pferd fühlig geht, beim Wenden deutlich schmerzt oder auffallend warme Hufe und Pulsation zeigt, sollte Hufrehe immer mitgedacht und umgehend tierärztlich abgeklärt werden. Bildgebung, klinische Untersuchung und Verlaufskontrollen entscheiden über das weitere Vorgehen; Fütterung und Management begleiten, ersetzen aber nicht.
Welche Symptome deuten früh auf Hufrehe hin?
Frühe Zeichen können eine verstärkte Pulsation an den Zehenarterien, warme bis heiße Hufe, vorsichtiges Abfußen, vermehrtes Umschichten des Gewichts oder eine auffällige Bewegungsunlust sein, und nicht selten beginnt das Geschehen zunächst einseitig. Hufrehe ist nicht nur ein Thema „dicker Ponys“, sondern kann auch normalgewichtige Pferde betreffen.
Was hilft in den ersten Stunden?
Weicher, tiefer Untergrund, Weide und Kraftfutter sofort stoppen, unnötige Wege vermeiden und rasch tierärztliche Hilfe organisieren. Ob und wie gekühlt wird, welche Medikation sinnvoll ist und welche Hufmaßnahmen erforderlich sind, gehört in die tierärztliche Entscheidung und in die Zusammenarbeit mit dem Hufprofi.
Kann systemische Fütterung unterstützen?
Fütterung ist ein Baustein neben Hufpflege, Bewegung und medizinischer Versorgung, und sie wirkt vor allem dann, wenn sie strukturiert, langfristig und passend zur Stoffwechsellage umgesetzt wird. Heuqualität, Zucker-/Stärkeanteile, Umstellungen und Gewichtsentwicklung sind dabei zentrale Stellschrauben.
Warum Hufrehe uns im Tierheilkundezentrum Nehls so beschäftigt
Hufrehe gehört zu den Erkrankungen, die Pferdemenschen zu Recht sehr ernst nehmen, weil sie den Bewegungsapparat stark belasten kann und im schlimmsten Fall bleibende Schäden hinterlässt, während wir gleichzeitig im Tierheilkundezentrum Nehls jeden Tag erleben, dass hinter Hufrehe oft deutlich mehr steckt als „zu viel Gras“ oder „zu dickes Pony“, gerade hier in NRW, wo robuste Warmblüter und Ponys, viele Tinker und Isländer und sehr unterschiedliche Haltungsbedingungen zusammenkommen und die Bandbreite an Auslösern entsprechend groß ist.
Wichtig ist uns ein klarer Satz gleich zu Beginn: Zeigt ein Pferd typische Anzeichen von Hufrehe, ist das immer ein Notfall, die tierärztliche Abklärung gehört an erste Stelle, und unsere ganzheitliche Begleitung versteht sich als Ergänzung, nicht als Ersatz für die veterinärmedizinische Diagnostik und Therapie.
In diesem Ratgeber fassen wir unser Wissen aus über zwei Jahrzehnten Praxis zusammen: Wie Sie Hufrehe erkennen, welche Zusammenhänge aus Fütterung, Haltung, Hufsituation und Stoffwechsel eine Rolle spielen können und warum die Ursachenarbeit so entscheidend ist, um Ihr Pferd langfristig zu schützen.
Was ist Hufrehe eigentlich?
Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, genauer gesagt betrifft sie die Verbindungsschicht zwischen der äußeren Hornkapsel und dem inneren Knochen, dem Hufbein, und diese Verbindungsschicht nennt man Hufbeinträger, weil sie aus unzähligen feinen Lamellen besteht, die wie ein sehr dichter Klettverschluss ineinandergreifen und das Hufbein in der Hornkapsel aufhängen.
Im Verlauf einer Hufrehe entzünden sich diese Lamellen, gleichzeitig kommt es zu Durchblutungsstörungen in der Huflederhaut, Flüssigkeit tritt aus den Gefäßen aus, es entstehen Ödeme und in schweren Fällen sogar Blutungen, und weil der Huf durch die Hornkapsel nicht nach außen ausweichen kann, baut sich ein massiver Druck im Inneren auf, der die Durchblutung weiter verschlechtert, wodurch im Extremfall Gewebe absterben kann und dann Hufbeinrotation, Hufbeinsenkung oder im schlimmsten Fall das Ausschuhen drohen.
Glücklicherweise kommt es nicht bei jedem Hufreheschub zu solch drastischen Verläufen, denn die Bandbreite reicht von einer akuten Entzündung bis hin zu chronischen Veränderungen, die sich über Jahre entwickelt haben, doch was alle Formen verbindet, ist die Tatsache, dass Hufrehe nie eine Bagatelle ist.
Hufrehe erkennen – typische Symptome im Alltag
Viele Pferdebesitzer spüren oft „im Bauch“, dass etwas nicht stimmt, bevor sie es benennen können, und Hufrehe zeigt sich meist sehr deutlich, wird aber gerade am Anfang manchmal falsch eingeordnet.
Typische Symptome sind ein klammer, fühliger Gang, besonders auf hartem Boden, Wendungsschmerz, Unlust, sich zu bewegen, häufiges Hinlegen, ein sichtbarer Schmerzausdruck in den Augen und das bekannte „Nicht laufen wollen“, viele Pferde verweigern das Hufegeben oder tun dies nur widerwillig, und in ausgeprägten Fällen nimmt das Pferd die typische Sägebock-Stellung ein, bei der die Vorderbeine nach vorne gestellt werden, während die Hinterbeine weiter unter den Körper genommen werden, um die Vorderhufe zu entlasten.
Häufig wird Hufrehe gerade bei normalgewichtigen oder eher schlanken Pferden zunächst übersehen, weil das Bild „Rehe = zu dickes Pony auf fetter Weide“ im Kopf so dominant ist, und auch die klassische Zangenprobe liefert nicht immer Klarheit, denn viele Pferde mit akuter Hufrehe reagieren auf Zangendruck kaum, obwohl sie deutlich fühlig laufen.
Nicht selten beginnt Hufrehe einseitig, meist an einem Vorderhuf, und erst später weitet sich das Bild auf beide Vorderhufe aus, weshalb eine einseitige Lahmheit in der Praxis manchmal als Gelenkthema oder Hufgelenksentzündung fehlgedeutet wird, während genau hier ein sehr genauer Blick oft lohnend ist.
Frühe Warnsignale und erste Schritte im Akutfall
Oft gibt es kleine Vorzeichen, bevor die Hufrehe „explodiert“, und dazu gehören eine deutlich verstärkte Pulsation an den Zehenarterien, warme bis heiße Hufe, vermehrtes Umschichten der Gewichtsverteilung, vorsichtiges Abfußen, insbesondere auf härterem Untergrund, Unruhe oder im Gegenteil ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit.
Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte Hufrehe immer mitdenken, vor allem, wenn gleichzeitig andere Faktoren wie Futterwechsel, Weidewechsel, stark veränderte Witterung, Hufkorrektur oder Stressphasen vorliegen.
Im Akutfall sind einige Maßnahmen parallel zur tierärztlichen Abklärung sinnvoll: Das Pferd sollte auf einen möglichst weichen, tiefen Untergrund gebracht werden, zum Beispiel in eine dick eingestreute Box oder auf Sand beziehungsweise Späne, Weidegang wird sofort beendet, kraftfutterreiche Komponenten werden nicht weiter gefüttert, Raufutter wird in angepasster Menge und geeigneter Qualität zur Verfügung gestellt, und nach tierärztlicher Rücksprache kann eine äußere Kühlung der Hufe hilfreich sein, um den akuten Druck etwas zu entlasten, wobei entscheidend ist, dass das Pferd nicht zu zusätzlichen, vermeidbaren Belastungen gezwungen wird.
Gerade in dieser Phase ist die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt und erfahrenen Hufpfleger vor Ort unerlässlich, und unsere Sichtweise und Begleitung setzt im Anschluss an, nicht anstelle von Diagnostik und Erstversorgung.
Fütterung bei Hufrehe – Heuqualität und Futterumstellung
In nahezu jeder Hufreheberatung spielt Fütterung eine Rolle, nicht weil sie immer die einzige Ursache ist, sondern weil sie ein großer Hebel im Alltag ist, denn ein Überangebot an leicht verdaulichen Kohlenhydraten wie Getreidestärke, Zucker oder stark fruktanreichem Gras kann die Darmflora massiv irritieren.
→ Unser Nehls Pferdefutter wurde für solche Übergangsphasen entwickelt – stärkearm, strukturreich, systemisch durchdacht.
Genauso problematisch ist allerdings ein Fütterungsregime, das vor lauter Angst vor Hufrehe jede Lebensfreude aus dem Napf nimmt, denn wir sehen viele Pferde, die seit Jahren kein Gras, kein Obst, keine Möhren und kaum Abwechslung mehr bekommen, streng getreidefrei, teilweise mit stark gewässertem Heu gefüttert werden – und trotzdem immer wieder an Hufrehe erkranken.
Wichtige Themen sind für uns deshalb die Qualität des Heus, der Zeitpunkt und die Art der Futterumstellung, die Menge und Zusammensetzung von Kraftfutter, die Wahl eines geeigneten Mineralfutters und die Frage, ob Fresspausen und Raufuttergabe zur Verdauungsphysiologie des Pferdes passen.
Futterumstellungen sollten grundsätzlich langsam erfolgen, und ein Zeitraum von sieben bis vierzehn Tagen für den Wechselschritt von einem Heu zum anderen oder von Weide auf Heu ist eine gute Richtschnur.
Die Rolle der Hufsituation – kleiner Unterschied, große Wirkung
Bei der Behandlung der Hufrehe steht zunächst immer die rasche tierärztliche Versorgung im Vordergrund – unabhängig davon, wodurch der Schub ausgelöst wurde. Erst wenn die akute Situation stabilisiert ist, können weiterführende Maßnahmen, einschließlich Optimierungen der Hufsituation, sinnvoll und verantwortungsvoll umgesetzt werden.
Eine naturheilkundliche, ursachenorientierte Begleitung ist dabei ein ergänzender Bestandteil eines Gesamtkonzeptes sein. In unserer praktischen Arbeit erleben wir immer wieder, dass eine strukturierte, ganzheitliche Betrachtung positive Entwicklungen unterstützen kann. Die zahlreichen dokumentierten Erfahrungsberichte zeigen, dass viele Pferde von einem konsequent systemischen Vorgehen profitieren.
Ob eine Hufrehe mechanisch oder innerlich ausgelöst wurde, beeinflusst die individuelle Schwerpunktsetzung der Maßnahmen. In beiden Fällen ist jedoch ein strukturiertes, ursachenbezogenes Vorgehen sinnvoll, um die Rahmenbedingungen für Stabilisierung und Belastbarkeit zu verbessern.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Eindämmung der entzündlichen Prozesse im Rahmen der tierärztlichen Therapie, die Förderung einer möglichst guten Durchblutungssituation sowie die Unterstützung der körpereigenen Regulationsmechanismen. Gelingt es, die Entzündung zu kontrollieren, die Durchblutungssituation zu verbessern und belastende Faktoren konsequent zu reduzieren, kann sich dies auch positiv auf die Schmerzsymptomatik auswirken.
Wird darüber hinaus die zugrunde liegende Ursache systematisch bearbeitet und – sofern erforderlich – die Hufsituation fachgerecht optimiert, verbessert dies die Chancen auf eine langfristige Stabilisierung deutlich.
Der Vorteil einer ganzheitlichen Betrachtungsweise liegt nicht im kurzfristigen Überdecken von Symptomen, sondern in der konsequenten Arbeit an den auslösenden und begünstigenden Faktoren. Nur ein strukturiertes, ursachenorientiertes Vorgehen kann sich langfristig bewähren, weil es darauf abzielt, das Pferd dauerhaft in eine stabile gesundheitliche Situation zu führen.
→ Nehls Huf-Kombi Set beobachten wir seit Jahren als pflanzenbasierte Ergänzung zur Fütterung in solchen Belastungssituationen.
→ Nehls Hufkräuter Spezial (getrocknete Kräuter) ist unsere Basisversorgung für einen gesunden Huf.
→ Nehls Hufkräuter Spezial (flüssig) ist unsere flüssige Basisversorgung für einen gesunden Huf.
Eines der Themen, die wir immer wieder als entscheidenden Baustein erleben, ist die Hufsituation, denn viele Hufrehekandidaten haben bereits vor dem Schub Hufe, die funktionell nicht optimal aufgestellt sind, und zu lange Zehen, ungleiche Trachten, fehlender tragfähiger Tragrand oder eine Sohlen-Situation, die das Pferd bei jedem Schritt belastet, können über die Zeit sehr viel ausrichten.
Nicht selten erleben wir Hufrehe nach einer Korrektur, bei der gut gemeint, aber nicht passend für das individuelle Pferd gearbeitet wurde, und entscheidend ist, dass nicht ein Schema, sondern das Pferd und sein Gangbild den Ausschlag geben.
Unsere Arbeit im Tierheilkundezentrum Nehls – mehr als nur Energetik
Ein zentrales Werkzeug in unserer Begleitung ist die "Nehls Bioresonanz-Haaranalyse", und sie ist deutlich mehr als eine rein energetische Auswertung, weil Grundlage immer der von der Tierhalterin oder dem Tierhalter sorgfältig ausgefüllte Anamnesebogen ist, der bei uns intern ausführlich besprochen wird – im Team, mit der Erfahrung aus vielen Fällen im Hinterkopf.
Auf dieser Basis erfolgt die energetische Analyse der eingesendeten Haarproben, die uns hilft, individuelle Belastungsfelder, Disharmonien und mögliche Zusammenhänge sichtbar zu machen, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind, wobei uns wichtig ist: Wir stellen keine Diagnosen im schulmedizinischen Sinn und ersetzen nicht die tierärztliche Abklärung.
Hufrehe vorbeugen – Verantwortung im Alltag
Vorbeugung ist bei Hufrehe kein starres Regelwerk, sondern ein bewusstes, wachsendes Hinschauen im Alltag, und dazu gehört eine pferdegerechte Fütterung, regelmäßige Kontrollen von Hufsituation und Gangbild, Bewegung, die den Namen verdient, und ein Weidemanagement, das sich an Gras, Witterung und Pferd orientiert.
→ Entdecken Sie unser komplettes Hufrehe-Pferde-Sortiment für systemische Fütterungskonzepte.
Erfahrungen aus der Praxis – wenn Geschichten Mut machen
Besonders eindrucksvoll war für uns die Entwicklung der Islandstute Vordis…





Fachliche Einordnung
Aus tierärztlicher Perspektive steht bei Hufrehe nicht ein einzelnes Symptom im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel mehrerer Systeme, denn Stoffwechsel, Verdauung, Bewegung oder Hufsituation wirken nie isoliert, und entscheidend ist die Regulation im Gesamtorganismus.
Die hier beschriebenen Zusammenhänge ersetzen keine individuelle Diagnostik, zeigen jedoch, wie eine bewusst gestaltete Fütterung systemisch gedacht werden kann.
Tierärztlich konzeptionell begleitet. Systemisch eingeordnet.
