Kurze Zusammenfassung: Cushing beim Pferd
Direkte Antwort: Was ist Cushing beim Pferd?
Cushing beim Pferd (ECS/PPID) ist eine Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse, bei der zu viel ACTH ausgeschüttet wird. Typische Zeichen: gelocktes Langfell das im Sommer nicht ausfällt, Muskelschwund der Oberlinie, übermäßiges Schwitzen, vermehrter Durst. Echtes Cushing betrifft meist Pferde ab 15 Jahren. In unserer Praxis sind über 80 % der Cushing-Diagnosen sogenannte Pseudo-Cushing-Fälle – also erhöhte ACTH-Werte ohne zugrunde liegendes Hypophysenadenom.
Das Equine Cushing Syndrom (ECS), heute auch als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) bezeichnet, ist eine Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und gilt als häufigste Hormonerkrankung bei älteren Pferden.
Typische Zeichen eines echten Cushing-Syndroms sind ein verzögerter oder ausbleibender Fellwechsel mit langem, lockigem Fell, deutlicher Muskelschwund der Oberlinie, Senkrücken, Hängebauch, übermäßiges Schwitzen, vermehrtes Trinken und Urinieren sowie eine geschwächte Immunabwehr mit häufigen Infektionen.
Hufrehe kann im Zusammenhang mit Cushing auftreten – sie ist jedoch nach unserer Erfahrung und aus wissenschaftlicher Sicht kein zuverlässiges Alleinmerkmal für die Diagnose, weil erhöhte ACTH-Werte viele andere Ursachen haben können.
Die Diagnose erfolgt über eine Blutuntersuchung (ACTH-Wert), deren Aussagekraft jedoch von Jahreszeit, Rasse, Tageszeit, Stress und Schmerz abhängt und deshalb immer im Gesamtbild des Pferdes beurteilt werden sollte. Ein einmalig erhöhter ACTH-Wert allein ist kein Beweis für ein Hypophysenadenom.
Ein echtes Cushing-Syndrom ist nicht heilbar, aber sehr gut begleitbar. Wir sehen bei Pferden mit wirklichem ECS gute Ergebnisse durch ganzheitliche Begleitung – und bei Pferden mit einem sogenannten Pseudo-Cushing (erhöhte ACTH-Werte ohne zugrunde liegendes Adenom) sogar eine vollständige Normalisierung der Werte durch Fütterungsoptimierung und Kräutertherapie.
Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber wurde von Tierärztin Katrin Knecht und Claudia Nehls gemeinsam mit dem Team des Tierheilkundezentrums Nehls erstellt und basiert auf über 26 Jahren täglicher Praxisbegleitung von Pferden mit Hormonstörungen, erhöhten ACTH-Werten und Cushing-Diagnosen. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Häufige Fragen zu Cushing beim Pferd
Welche Symptome hat ein Pferd mit echtem Cushing?
Die typischen Zeichen sind ein verzögerter oder ausbleibender Fellwechsel mit deutlich gelocktem Fell, das im Sommer nicht abgeworfen wird, klarer Muskelschwund der Oberlinie, Senkrücken, Hängebauch, starkes Schwitzen auch in Ruhe, erhöhter Durst und vermehrtes Urinieren sowie eine geschwächte Immunabwehr mit häufigen Infektionen. Hufrehe kann auftreten, ist aber nach unserer Einschätzung kein zuverlässiges Alleinmerkmal für die Diagnose.
Was bedeutet es, wenn mein Pferd einen erhöhten ACTH-Wert hat?
Ein erhöhter ACTH-Wert kann auf ECS hinweisen – aber er ist kein Beweis dafür. ACTH ist ein Stresshormon, das durch Jahreszeit, Rasse, Tageszeit, Stress, Schmerz, Fütterung und Laborunterschiede stark beeinflusst wird. Gesunde Ponys können im Herbst Werte bis 479 pg/ml erreichen – während der Grenzwert für eine Cushing-Diagnose bei 47 pg/ml liegt. Ein einmaliger Wert sollte deshalb nie als alleinige Diagnosegrundlage dienen.
Muss mein Pferd nach einer Cushing-Diagnose sofort Prascend bekommen?
Das hängt davon ab, ob das Pferd wirklich klassische Cushing-Zeichen zeigt. Wenn die Diagnose ausschließlich auf einem erhöhten ACTH-Wert nach einem Hufrehe-Schub basiert, empfehlen wir eine zweite Messung zu einem anderen Zeitpunkt, eine genaue Betrachtung der Hufsituation und Fütterung – und die ehrliche Frage, ob ein echtes Hypophysenadenom vorliegt oder ein Pseudo-Cushing.
Was ist Pseudo-Cushing beim Pferd – und wie unterscheidet es sich von echtem Cushing?
Pseudo-Cushing beschreibt Fälle, in denen erhöhte ACTH-Werte und Cushing-ähnliche Symptome vorliegen, ohne dass ein echtes Hypophysenadenom zugrunde liegt. Mögliche Ursachen sind chronischer Stress, Schmerzen, Fütterungsdefizite, Stoffwechselentgleisung oder Selenüberversorgung. Im Gegensatz zum echten ECS ist Pseudo-Cushing durch gezielte Maßnahmen reversibel. Wir sehen regelmäßig Pferde, deren Werte sich durch Fütterungsoptimierung und Kräuterbegleitung vollständig normalisieren – ohne Pergolid.
Kann Cushing beim Pferd natürlich behandelt werden?
Ein echtes Hypophysenadenom ist nicht heilbar. Mit Kräutern, Homöopathie und Fütterungsoptimierung lässt sich der Hormonstoffwechsel aber gut unterstützen – oft so, dass die Lebensqualität deutlich steigt und Folgeerkrankungen seltener werden. Bei Pseudo-Cushing sehen wir durch diese Maßnahmen regelmäßig eine vollständige Normalisierung. Bei echtem schwerem ECS empfehlen wir eine Kombination aus tierärztlicher Behandlung und ganzheitlicher Begleitung.
Was ist der Unterschied zwischen Cushing und EMS beim Pferd?
EMS betrifft vor allem jüngere, übergewichtige Pferde mit Insulinresistenz und typischen Fettdepots an Mähnenkamm, Schweifansatz und Kruppe. Cushing betrifft meist ältere Pferde ab 15 Jahren durch eine Fehlfunktion der Hirnanhangdrüse. Beide können Hufrehe verursachen und beide können ACTH-Werte erhöhen – beide können sogar gleichzeitig vorliegen. Die Unterscheidung ist für die Therapie wichtig, weil die Maßnahmen unterschiedlich sind.
Was sind die Nebenwirkungen von Prascend beim Pferd?
Prascend (Wirkstoff Pergolid) ist ein Dopaminagonist, der ursprünglich für die Parkinson-Behandlung beim Menschen entwickelt wurde. Mögliche Nebenwirkungen beim Pferd sind Appetitlosigkeit, vorübergehende Anorexie, Lethargie, leichte zentralnervöse Störungen, Magengeschwüre, Durchfall und Koliken. In der Humanmedizin wurde Pergolid in den USA wegen eines erhöhten Risikos für Herzklappenveränderungen vom Markt zurückgezogen. Ob dieser Effekt auch beim Pferd relevant ist, wurde nach unserem Kenntnisstand bisher nicht systematisch untersucht.
Wie lange kann ein Pferd mit Cushing leben?
Mit guter Begleitung – ob medikamentös, ganzheitlich oder kombiniert – können Pferde mit Cushing viele weitere gute Jahre haben. Entscheidend ist, Folgeerkrankungen wie Hufrehe und Infektionen konsequent zu begleiten und Fütterung sowie Haltung anzupassen. Unsere Erfahrungsberichte zeigen, dass selbst Pferde mit schwerer Diagnose und jahrelangem Leidensweg zu einem stabilen, lebensfreudigen Zustand zurückfinden können – wenn die Ursachen wirklich angegangen werden.
Cushing beim Pferd – eine Diagnose, die Fragen aufwirft
Vor einigen Jahrzehnten las man in der Fachliteratur: Cushing beim Pferd ist eine seltene Erkrankung sehr alter Tiere. Heute bekommen unsere Kunden, deren Pferd einen akuten Hufreheschub erlitten hat, in rund acht von zehn Fällen die Diagnose ECS – ausschließlich aufgrund eines erhöhten ACTH-Wertes im Blut.
Von durchschnittlich 50 Pferdemenschen, die uns wegen einer Hufrehe kontaktieren, bekommen derzeit etwa 40 die Diagnose ECS – und fast alle davon erhalten sofort Pergolid (Prascend) verordnet. Neun erhalten die Diagnose EMS. Bei einem einzigen Pferd wird weder EMS noch ECS diagnostiziert.
Das beunruhigt uns, und zwar nicht wegen der Diagnose an sich – sondern wegen der Konsequenz, die daraus gezogen wird: Die Ursache der Hufrehe wird auf Cushing reduziert, ohne dass die Hufsituation, die Fütterung oder andere offensichtliche Faktoren genauer betrachtet werden. Und das Medikament Pergolid bzw. Prascend, das zur Behandlung von Parkinson beim Menschen entwickelt wurde, wird lebenslang verschrieben.
Wir sind der Meinung: Es gibt echte Cushing-Fälle. Aber sie sind, wie es in der Literatur vor nicht allzu langer Zeit noch korrekt beschrieben wurde, deutlich seltener als heute diagnostiziert. Und die ACTH-Messung allein ist dafür kein zuverlässiger Beweis.
Was ist Cushing beim Pferd überhaupt?
Das Equine Cushing Syndrom (ECS) – heute zunehmend als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) bezeichnet – ist eine fortschreitende Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse. Die gängige Theorie: Im mittleren Bereich der Hypophyse (Pars intermedia) degenerieren Nervenzellen, die normalerweise den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin hat die Aufgabe, die ACTH-Produktion in der Hypophyse zu bremsen. Fehlt es, arbeitet die Hypophyse unkontrolliert und schüttet dauerhaft zu viel ACTH aus.
Beim Menschen führt dieser Mechanismus zu dauerhaft erhöhtem Cortisol im Blut – dem eigentlichen Cushing-Syndrom. Beim Pferd ist das interessanterweise nicht der Fall: In Untersuchungen liegen die Cortisolwerte bei Pferden mit erhöhtem ACTH überwiegend im Normbereich oder sind sogar erniedrigt. Das heißt: Die ACTH-Achse ist erhöht, aber der erwartete Cortisol-Effekt tritt beim Pferd nicht so ein wie beim Menschen.
Das wirft eine wichtige Frage auf – die bisher in der Fachliteratur offen geblieben ist: Wenn Cortisol nicht dauerhaft erhöht ist, warum spricht man dann beim Pferd noch von einem "Cushing-Syndrom", das per Definition auf einem Cortisol-Überschuss beruht?
Aus unserer Sicht zeigt das: Das, was heute beim Pferd als ECS diagnostiziert wird, ist in vielen Fällen nicht das klassische Cushing-Syndrom im medizinischen Sinne – sondern ein Symptomkomplex, dem verschiedene Ursachen zugrunde liegen können.
Die typischen Zeichen eines echten Cushing-Syndroms
Diese Zeichen sehen wir bei Pferden, bei denen wir ein echtes ECS für wahrscheinlich halten – also nicht bei der Mehrzahl der uns vorgestellten "Cushing-Pferde", sondern bei dem kleinen Anteil älterer Pferde mit klarem Symptombild:
- Verzögerter oder ausbleibender Fellwechsel – das Fell wird im Sommer nicht abgeworfen oder nur sehr unvollständig. Das typische, deutlich gelockte Langfell ist ein klares Zeichen.
- Deutlicher Muskelschwund der Oberlinie – das Pferd verliert Muskelmasse entlang Rücken und Kruppe, entwickelt einen Senkrücken und Hängebauch
- Übermäßiges Schwitzen – auch bei Ruhe und kühlen Temperaturen
- Stark vermehrtes Trinken und Urinieren
- Geschwächtes Immunsystem – häufige Infektionen, schlechte Wundheilung, parasitenempfindlich
- Apathie und Leistungsabfall
- Fruchtbarkeitsstörungen bei Stuten
Was wir in unserer täglichen Praxis aber kaum sehen: Pferde mit diesen Zeichen. Die meisten Pferde, die uns mit einer Cushing-Diagnose vorgestellt werden, haben ausschließlich Hufrehe – und sonst kein einziges der oben genannten Zeichen.
Claudia Nehls dazu: „Schaue ich mir die Bilder der Hufsituation an, klärt sich meist sehr schnell die angeblich 'ungeklärte Genese' der Hufrehe. Man müsste nur einmal den Blick auf die Hufe richten, um die Ursache des Reheschubes klar zu erkennen. Ich habe noch kein Rehepferd mit einer guten Hufsituation kennengelernt!"
Der ACTH-Wert – was er kann und was er nicht kann
Was der ACTH-Wert beim Pferd wirklich aussagt
ACTH ist ein Stresshormon – kein Cushing-spezifisches Hormon. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch ein Hypophysenadenom. Mindestens 9 Faktoren erhöhen ACTH ohne jede Erkrankung:
- Herbst (Aug–Okt): physiologisch erhöht bei allen Pferden
- Tageszeit: morgens bis zu 3× höher als abends
- Stress bei der Blutentnahme
- Chronischer Schmerz (Hufrehe, Magengeschwüre, Arthrose)
- Rasse: Shetlandponys im Herbst bis 479 pg/ml — Grenzwert für Cushing-Diagnose: 47 pg/ml
- Stärkereiche Fütterung erhöht Basiswert
- Alter: ältere Pferde haben strukturell höhere Werte
- Laborunterschiede: gleiche Probe, verschiedene Labore: bis 20 pg/ml Abweichung
- Selenüberversorgung: lagert sich in der Hypophyse an und erhöht ACTH
Das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) ist ein Stresshormon, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird. Es regt die Nebennierenrinde zur Cortisol-Produktion an – und steht damit am Beginn der sogenannten Stressachse des Körpers.
Die Logik hinter der Cushing-Diagnose ist folgende: Bei einem echten Hypophysenadenom ist der Rückkopplungsmechanismus gestört. Normalerweise senkt steigendes Cortisol die ACTH-Produktion wieder ab. Funktioniert das nicht mehr, bleibt ACTH dauerhaft hoch. Eine einmalige Blutmessung zeigt aber nur eine Momentaufnahme – und kann deshalb nicht beurteilen, ob dieser Mechanismus wirklich dauerhaft gestört ist.
Hinzu kommt: ACTH ist eines der am stärksten schwankenden Hormone überhaupt. Es steigt bei jedem der folgenden Faktoren an – ohne jede Erkrankung der Hypophyse:
- Jahreszeit: Im Herbst (August bis Oktober) steigt ACTH bei allen Pferden physiologisch an. Der Normwert liegt dann bei bis zu 47 pg/ml – von November bis Juli bei 29 pg/ml. In einer Messreihe an gesunden Pferden wurden im Juli Werte von 25 bis 140 pg/ml bei Pferden gemessen – und bei gesunden Ponys 34 bis 479 pg/ml. Werte über 47 pg/ml führen zur Cushing-Diagnose.
- Tageszeit: Morgens ist ACTH am höchsten, abends deutlich niedriger – circadiane Schwankung
- Stress bei der Blutentnahme: Manche Pferde steigern ihren ACTH-Wert allein schon durch den Anblick des Tierarztautos
- Chronische Schmerzen: Hufrehe, Magengeschwüre, Arthrose, Verspannungen – all das treibt ACTH hoch
- Hunger und Fütterungszeiten: Hungerstress und stärkereiche Fütterung erhöhen die ACTH-Basiskonzentration
- Rasse: Shetlandponys und Welshponys zeigen von Juli bis November strukturell höhere Werte als andere Rassen – Araber von Mai bis November. Rassenspezifische Referenzwerte werden in der Praxis kaum angewandt.
- Alter: Ältere Pferde haben generell höhere ACTH-Basiswerte, ohne krank zu sein
- Selen: Eine Überversorgung mit Selen – besonders durch anorganisches Natriumselenit, das in vielen Mineralfuttermitteln enthalten ist – reichert sich in Drüsengewebe wie der Hypophyse an und kann den ACTH-Wert erhöhen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt
- Laborunterschiede: Dieselbe Blutprobe, verschiedene Labore: Werte können um 20 pg/ml oder mehr abweichen. Zudem muss die Probe sofort zentrifugiert, eingefroren und gekühlt transportiert werden – eine Anforderung, die am Stallplatz kaum zuverlässig eingehalten werden kann
Ergibt sich daraus eine Erkenntnis, die kaum ausgesprochen wird: Eigentlich ist es fast ein Wunder, wenn ein Pferd mit einem Normalwert getestet wird. Bei so gut wie jeder Blutentnahme unter realen Stallanforderungen liegt der ACTH-Wert laut Labor "zu hoch". Das ist strukturell unvermeidbar – und führt zwangsläufig zu einer Überdiagnose.
Was bedeutet "Pseudo-Cushing"?
Definition: Pseudo-Cushing beim Pferd
Pseudo-Cushing beim Pferd beschreibt erhöhte ACTH-Werte und Cushing-ähnliche Symptome ohne zugrunde liegendes Hypophysenadenom. Ursachen sind chronischer Stress, Schmerz, Fütterungsdefizite, Selenüberversorgung oder Stoffwechselentgleisung. Im Gegensatz zu echtem ECS ist Pseudo-Cushing durch Fütterungsoptimierung, Kräutertherapie und Stressreduktion reversibel – die ACTH-Werte normalisieren sich ohne Pergolid.
Der Begriff Pseudo-Cushing beschreibt Fälle, in denen erhöhte ACTH-Werte und Cushing-ähnliche Symptome vorliegen, ohne dass ein echtes Hypophysenadenom zugrunde liegt. Die Ursachen können chronischer Stress, Schmerz, Fütterungsdefizite, Stoffwechselentgleisung oder – wie oben beschrieben – eine Selenüberversorgung sein.
Pseudo-Cushing ist – im Gegensatz zum echten ECS – durch gezielte Maßnahmen reversibel. Wir sehen in unserer Praxis regelmäßig Pferde, deren ACTH-Wert sich durch Fütterungsoptimierung, Kräuterunterstützung und Entlastung der Leberbelastung vollständig normalisiert hat – ohne Pergolid.
Das bedeutet nicht, dass man ein echtes Cushing-Syndrom ignorieren soll. Es bedeutet, dass die Frage "Ist das wirklich ein Hypophysenadenom – oder ist das ein Pseudo-Cushing?" gestellt und ernsthaft untersucht werden sollte, bevor ein nicht nebenwirkungsfreies Medikament lebenslang verschrieben wird.
Das Medikament Pergolid / Prascend – nüchtern betrachtet
Prascend (Pergolid) beim Pferd – was bekannt ist
- Ursprünglich für Parkinson-Behandlung beim Menschen entwickelt
- Mögliche Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, Magengeschwüre, Durchfall, Koliken, Lethargie, Ataxie
- In den USA wegen erhöhtem Herzklappen-Risiko vom Markt zurückgezogen (beim Pferd nicht systematisch untersucht)
- US-Studie: Pferde hatten trotz Prascend nicht grundsätzlich niedrigere ACTH-Werte – in einem Fall stiegen die Werte im Herbst trotz Medikation auf das Zehnfache
- Nach unserer Beobachtung: verhindert Prascend neue Hufrehe-Schübe nicht zuverlässig
- Sinnvoll bei: echtem ECS mit starker Symptomatik (Langfell, Muskelschwund, massive Schweißneigung)
- Kritisch zu hinterfragen bei: Diagnose allein aufgrund erhöhtem ACTH nach Hufrehe-Schub
Pergolid (Handelsname: Prascend ad us. vet.) ist ein Dopaminagonist, der ursprünglich für die Behandlung der Parkinson-Krankheit beim Menschen entwickelt wurde. Beim Pferd hemmt er die ACTH-Ausschüttung aus der Hypophyse und kann so den Hormonspiegel senken.
Wichtig zu wissen:
- Das pharmakokinetische Verhalten von Pergolid beim Pferd ist in der Literatur noch nicht vollständig untersucht
- Mögliche Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, vorübergehende Anorexie, Lethargie, leichte zentralnervöse Störungen (Niedergeschlagenheit, leichte Ataxie), Magengeschwüre, Durchfall, Koliken
- In der Humanmedizin wurde Pergolid wegen eines nachgewiesenen erhöhten Risikos für Herzklappenveränderungen in den USA freiwillig vom Markt zurückgezogen. In Europa verblieb es unter strengeren Auflagen. Ob diese Herzklappenwirkung auch beim Pferd relevant ist, wurde nach unserem Kenntnisstand bisher nicht systematisch untersucht.
- In einer amerikanischen Untersuchungsreihe hatten Pferde trotz laufender Prascend-Behandlung bei Kontrollmessungen nicht grundsätzlich niedrigere ACTH-Werte – in einem Fall stiegen die Werte im Herbst trotz Medikation auf das Zehnfache des Ausgangswertes
- Pergolid hat nach unserer täglichen Praxis keinen verlässlichen Einfluss auf das Auftreten neuer Hufrehe-Schübe. Die ACTH-Werte können sinken – aber Reheschübe können trotzdem wiederkehren.
Das bedeutet: Pergolid kann bei echtem, schwerem ECS mit deutlichen Symptomen ein sinnvolles Medikament sein. Es ist aber kein harmloses Mittel, das bei jedem erhöhten ACTH-Wert reflexartig verschrieben werden sollte.
Unsere Empfehlung: Bevor Ihr Pferd lebenslang auf Pergolid eingestellt wird, lohnt sich eine zweite Messung zu einem anderen Zeitpunkt (nicht im Herbst, nicht unter Stress, morgens), ein genauer Blick auf Hufsituation und Fütterung, und die Frage: Zeigt dieses Pferd eigentlich die klassischen Cushing-Zeichen – oder nur Hufrehe?
Warum Hufrehe und Cushing oft verwechselt werden
Es klingt paradox – aber es stimmt: In vielen Fällen führt die Hufrehe zur Diagnose Cushing, nicht umgekehrt. Denn Hufrehe verursacht starke Schmerzen, Schmerz erhöht ACTH, erhöhter ACTH-Wert führt zur Diagnose ECS. Der Kreis schließt sich – auf dem Papier logisch, in der Realität aber eine diagnostische Falle.
Das erklärt auch, warum Pergolid in solchen Fällen zwar den ACTH-Wert senken kann – die Hufrehe aber trotzdem wiederkehrt. Die eigentliche Ursache – Fütterungsfehler, schlechte Hufsituation, Stoffwechselentgleisung, EMS – wird durch das Medikament nicht berührt.
Eine Studie untersuchte explizit, ob Schmerz (durch Hufrehe, Kolik oder orthopädische Erkrankungen) den ACTH-Wert statistisch signifikant erhöht. Bei gering- bis mittelgradigen Schmerzen zeigte sich kein signifikanter Effekt auf den Basiswert. Das bedeutet: Schmerz allein erklärt nicht jeden erhöhten Wert. Aber er ist ein Faktor – und bei starkem chronischem Schmerz spielt er definitiv eine Rolle. Entscheidend ist, den Befund niemals isoliert zu betrachten.
Echtes Cushing – und was wir dann tun
Das Tierheilkundezentrum Nehls begleitet Pferde mit Cushing-Diagnose seit über 26 Jahren ganzheitlich. Unsere Erfahrung: Bei Pferden mit echtem ECS und ausgeprägter Symptomatik kann eine Kombination aus tierärztlicher Behandlung und naturheilkundlicher Begleitung die Lebensqualität erheblich verbessern. Bei Pseudo-Cushing – also erhöhten ACTH-Werten ohne Adenom – normalisieren sich die Werte regelmäßig durch Fütterungsoptimierung, Kräutertherapie und Bioresonanz-Haaranalyse ohne Pergolid.
Es gibt selbstverständlich echte Cushing-Fälle. Wir zweifeln nicht daran, dass ein Hypophysenadenom existiert – wir zweifeln daran, dass es so häufig ist wie heute diagnostiziert. Ein echtes ECS erkennt man an den typischen, unverkennbaren Zeichen: deutlich gelocktes Langfell das im Sommer nicht abgeworfen wird, klarer Muskelabbau der Oberlinie, Senkrücken, Hängebauch, massive Schwitzneigung und dauerhaft geschwächte Immunabwehr.
Für diese Pferde empfehlen wir eine enge tierärztliche Begleitung. Ob Pergolid eingesetzt wird, ist eine individuelle Entscheidung, die von der Ausprägung der Symptome und dem Zustand des Pferdes abhängt.
Was wir ergänzend zu jeder Therapieentscheidung anbieten: eine ganzheitliche Unterstützung des Hormonstoffwechsels mit Kräutern und Homöopathie, eine individuelle Fütterungsberatung und – als zentrales Werkzeug – die Bioresonanz-Haaranalyse, die uns hilft, energetische Belastungen und systemische Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Unsere Erfahrung ist klar: Pferde, die ausschließlich Hufrehe haben und deren "Cushing-Diagnose" sich auf einen erhöhten ACTH-Wert stützt, sprechen sehr gut auf Fütterungsoptimierung, Kräutertherapie und Haaranalyse an – oft ohne Pergolid, und mit deutlich stabilerem Verlauf als unter alleiniger Medikation.
→ Nehls Cush-Kräuter – unsere Kräutermischung zur Begleitung von Pferden mit Hormonstörungen und Cushing-Symptomatik
→ Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse – individuelle Einordnung der energetischen Zusammenhänge
Weiterführende Ratgeber
Erfahrungen aus unserer Praxis
Echtes Cushing Syndrom vor der unserer Futter- und Kräuterempfehlung nach Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse


6 Monate später:

Aurelio – Cushing, Prascend und der Weg zur Stabilität
Aurelio, ein Warmblut-Wallach, bekam 2020 die Diagnose Cushing. Trotz Tabletten verschlechterte sich sein Zustand stetig, gute Wochen wechselten mit massiven Rückfällen. Im Dezember 2021 stand die Einschläferung im Raum. Sein Besitzerin wollte ihm noch eine Chance geben und wandte sich an das Tierheilkundezentrum Nehls.
Heute, mit 24 Jahren, ist Aurelio stabil – laut seiner Besitzerin "verdammt gut" aussehend, mit stabilen Blutwerten, über die selbst die behandelnden Tierärzte staunen. „Ich bin einfach total glücklich und unendlich dankbar", schreibt Linda, seine Besitzerin.
Minou – Cushing-Diagnose, keine Prascend-Tabletten, Werte fast normal
Minou erhielt die Diagnose Cushing, kurz darauf entwickelte sich eine Huflederhautentzündung. Ihre Besitzerin Petra entschied sich gegen Prascend und für die Nehls-Therapie. Nach einem halben Jahr Kräuter, Globuli und Elixiere: „Es geht ihr so gut wie schon ewig nicht mehr." Die Cushingwerte hatten sich fast normalisiert – eine Entwicklung, für die das Labor keine schulmedizinische Erklärung fand.
Und dann gibt es noch Hexe – deren Geschichte über viele Monate am unteren Rand des Erträglichen verlief, mit Hufbeinsenkung, Sohlendurchbruch und immer wiederkehrenden Zweifeln. Sie schaffte es – und am Ende schrieb Claudia Nehls: „Ich denke nicht, dass sie ein echtes Equines Cushing Syndrom hatte – denn die typischen Merkmale fehlten bei ihr völlig."
Erfahrungsbericht: Cushing Erkrankung bei Wallach Aurelio...
Liebe Frau Nehls, das Jahr neigt sich dem Ende und ich wollte Ihnen und Ihrem Team Danke sagen! Dank Ihrer Bioresonanz-Haaranalyse für Pferde, Ihrer Hilfe und Unterstützung habe ich meinen Aurelio noch bei mir. Hier wurde 2020 die Diagnose Cushing gestellt.
Trotz Tabletten ging es mit seinem Zustand immer weiter bergab bzw. man hat ihn nie richtig stabilisiert bekommen. Es gab auch mal gute Wochen, welche dann aber von einem massiven Tief wieder "vernichtet" wurden. Im Dezember 2021 war Aurelio richtig schlecht zurecht. Das Thema Einschläferung stand tatsächlich im Raum, eine Chance wollte ich Aurelio allerdings noch geben. So begann der gemeinsame Weg mit dem Tierheilkundezentrum Nehls.
Was soll ich sagen? Mein mittlerweile 24-jähriger Aurelio ist stabil, sieht verdammt gut aus und kommt dank der angepassten Fütterung und Unterstützung bestens mit der Diagnose Cushing zurecht. Seine Blutwerte sind stabil – da staunen auch die Tierärzte. Ich bin einfach total glücklich und unendlich dankbar!!!
Vielen lieben Dank & schöne Weihnachten und alles Gute für 2023, Linda & Aurelio
Erfahrungsbericht: Man könnte einmal mutmaßen, wie es Hexe ergangen wäre, wenn nicht so viel gemacht worden wäre und hierbei nicht so viel schief gegangen wäre (Stichworte: Hufbeschlag, Cushing, Phenylbutazon etc.)...
Krankheitsverlauf Cushing mit Reheschub von August bis September. Alles fing im letzten August an. Meine Tochter und unsere Reitbeteiligung haben am Sonntag einen ganz normalen 2 Stunden Ausritt gemacht, am Montagabend ist Hexe etwas klamm aus der Box gekommen.
Wir dachten sie hätte evtl. einen Muskelkater oder sie hat wieder etwas Probleme mit ihren Nieren. Sie hat sich dann schnell wieder eingelaufen und war munter wie immer. Dienstag dann das gleiche Spiel... 11.08. Hexe geht heute noch klammer als gestern. Wir rufen lieber Dr. H. an, er soll sie sich anschauen. Er kommt auch und meint, sie hätte einen Muskelkater und spritzt sie. 13.08. Hexe geht's immer schlechter, sie mag nicht mehr laufen. Keine heißen Hufe, keine Pulsation an den Hufen, also wieder Dr. H. anrufen.
Wir lassen zusätzlich Blut und Urin abnehmen, vielleicht hat sie wieder Probleme mit den Nieren, weitere 2 Spritzen sind fällig. 16.08. Jetzt kommt auch noch erhöhte Temperatur dazu, außerdem ist Milch eingeschossen, wir rufen wieder Dr. H. an, dieses Mal kommt Dr. J., okay vielleicht findet der raus, was Hexe fehlt. Inzwischen geht sie nur noch das Notwendigste. Sie bekommt wieder 2 Spritzen!
Auf unsere Frage, was es sein könnte: Achselzucken. 17.08. Morgens und abends sollen wir Hexe abmelken, es tut ihr sichtlich gut, wenn die Milch rauskommt. Wir fangen in einem sauberen Behälter einen Teil auf, wir wollen sie untersuchen lassen. Evtl. findet man dort irgendwas.. 18.08. Es geht ihr immer schlechter, Dr. J. kommt wieder und gibt ihr eine Spritze.
Wir sollen trotz allem versuchen mit ihr ein paar Schritte zu gehen 19.08. Wieder sind Spritzen fällig und es wird nicht besser 20.08. Es wird einfach nicht besser, wir rätseln immer noch, was es noch sein könnte, sie bekommt wieder ein paar Spritzen, wieder Equipalazone Beutel. 21.08. Wir haben einen Termin mit Frau Dr. W. vereinbart, sie als führende Homöopathin weiß vielleicht noch einen Rat.
Sie kommt, untersucht Hexe sehr lange, sehr genau und meint, sie hätte irgendeine Infektion und beginnende Hufrehe.
Wir sollen die Box von Hexe mit Spänen einstreuen, davon die eine Hälfte unter Wasser setzten, damit sie selber entscheiden kann, ob sie im kühlen, feuchten Einstreu stehen will oder im trockenen, täglich 2-3 mal die Beine mit kaltem Wasser abspritzen.
Dann bekommt Hexe eine Akupunktur und wir eine saftige Rechnung. Wir überlegen das erste Mal, ob es nicht besser wäre, Hexe von ihren Leiden zu erlösen. 23.08. Unser Schmied war da, wir haben die alten Eisen runter gemacht, er kann an den Hufen nichts von einer Hufrehe erkennen, sie steht auch auf allen vier Beinen, nur ihr Gang ist sehr steif. Vorsorglich lassen wir ihr einen Rehebeschlag machen. 27.08. Frau Dr. W. kommt wieder, sie meint, es schaut doch schon besser aus (wir können nichts feststellen, ganz im Gegenteil) und setzt wieder ihre Akupunkturnadeln.
Sie nimmt auch noch Blut und möchte daheim einiges austesten. Sie will morgen anrufen, dann kann sie mir schon mehr sagen. 28.08. Ich fahre zu Frau Dr. W. und hole eine ganze Ladung an Medikamenten. Da ein paar Tröpfchen, da ein paar Globuli, da eine kleine Spritze. Wir machen alles, Hauptsache Hexe ist damit geholfen: nur leider sehen wir überhaupt keine Besserung!
03.09. Frau Dr. W. war wieder da, sie sagt es schaut alles schon viel besser aus, Hexe ist auf dem Weg der Besserung. Wir sehen diesbezüglich nichts, nach wie vor steht sie den ganzen Tag in ihrer Box, sie humpelt nur den Weg vom Heu zum Wasser, sie mag auch nicht mehr vom Tränkebecken trinken, lieber aus der großen Tonne.
Ich spreche Frau Dr. W gezielt darauf an, wie viel Chance sie Hexe noch gibt, sie sagt, die wird wieder, schauen Sie doch nur, wie sich ihr Gesundheitszustand in den letzten vier Wochen geändert hat (warum sehen wir das nicht ???). 24.09. Wir haben gewissenhaft alle Medikamente gegeben, die wir bekommen haben, nur von einer für uns sichtbaren Besserung bemerken wir nichts. Frau Doktor dagegen ist sehr mit Hexe zufrieden, wieder werden die Akupunkturnadeln gesetzt, Hexe mag die ganze Piekserei nicht mehr, sie wird richtig unleidig und wir halten wieder Kriegsrat, ob es für Hexe nicht besser wäre, sie zu erlösen ...
25.09. Eine Freundin empfiehlt uns das Tierheilkundezentrum. Sie ist völlig überzeugt, weil man ihren Pferden dort so gut geholfen hat. Ich nehme per Mail Kontakt auf, schildere unser Problem. Ich bekommen Fütterungsratschläge und eine Empfehlung für Kräuter. 30.09. Die Kräuter sind da, wir legen los und haben wieder etwas Hoffnung. 08.10. Der Schmied war wieder da, an den Hufen kann er nichts feststellen, trotzdem bewegt sich Hexe nur noch, wenn man sie dazu zwingt. 10.10. Hexe liegt nur noch in der Box, sie steht auch nicht zum Misten auf, trotz allem ist sie von den Augen her munter, die Ohren sind gespitzt, sie blubbert, wenn sie ihr Heu bekommt.
Wir beschließen, sie noch röntgen zu lassen, wenn dabei nichts rauskommt, dann darf sie über den Regenbogen galoppieren ... 11.10. Wir nehmen Kontakt mit Dr. L auf, er hat ein mobiles Röntgengerät, leider hat er erst in 2 Wochen Zeit. Was sollen wir tun? Können wir Hexe zumuten, solange noch zu leiden? 13.10. Hexe steht wieder, entlastet zwar abwechselnd einen Fuß, mal vorne, mal hinten, die Nüstern sind gekräuselt - ein Zeichen, dass sie Schmerzen hat. Sie frisst aber gut, ist auch an ihrer Umwelt interessiert, sie mag sich nur nicht bewegen. Wir zwingen sie auch nicht mehr... 25.10. Dr. L kommt mit seiner Helferin, geht in den Stall, schaut Hexe nur an und sagt: Cushing, Ihre Stute hat Cushing. Das kann aber wohl nicht der Grund für ihre Lahmheit sein ... Wir schieben, tragen Hexe aus dem Stall zum Röntgen, er schaut sich das Pferd sehr genau an, Hufe nicht heiß, Sehnen in Ordnung. Er nimmt noch Blut ab zum testen auf Cushing.
Er sagt, morgen ruft er an, wenn die Bilder entwickelt sind, dann sprechen wir weiter. Er hat am selben Abend noch angerufen, Hufbeinsenkung auf beiden vorderen Beinen, es sieht nicht gut aus ... 26.10. Dr. L kommt, spritzt für den Cushingtest ein Mittel, am Abend noch mal Blutentnahme. 27.10. Dr. L ist wieder da, gibt Hexe schmerzstillendes Medikament 28.10. Wir machen bei Hexe einen Aderlass - 10 Liter lässt Dr. L ihr raus. Das Laborergebnis ist auch endlich da, es ist Cushing!
Wir lassen uns sofort das Rezept für die Pergolidetabletten ausstellen, wir wollen so schnell wie möglich mit der Tablettengabe beginnen, jeder Tag ist kostbar, wir haben sowieso schon sehr viel Zeit verloren. Wir versuchen im Internet soviel wie möglich über Cushing zu erfahren, nehmen Kontakt mit anderen Pferdebesitzern auf.
Es gibt erstaunlich viele Pferde, die daran erkranken, die aber auch sehr gute Chancen haben, ein langes Leben zu haben, wenn sie regelmäßig, sprich täglich, die Pergolidetabletten bekommen. 29.10. Dr. L kommt und spritzt Hexe wieder, wir fragen, wie viel Chancen sie denn noch hat, wir möchten sie nicht leiden lassen, es tut uns weh, zu sehen, wie sie sich quält aus dem Stall zu gehen, wenn der Tierarzt kommt. Er sagt, solange sie um ihr Leben kämpft, hat sie eine Chance.
30.10. Tierarzt und Schmied sind da. Wir haben Teppiche besorgt, Hexe kann auf dem harten Untergrund nicht mehr stehen, sie bekommt eine Leitungsanästhesie, wir können sie sonst nicht mehr beschlagen, sie kann auf keinem vorderen Fuß mehr stehen. Wir sind schockiert, was wir zu sehen bekommen, als die Eisen ab sind. Die weiße Linie ist ca. 1,5 cm breit, es kommt Blutwasser und Eiter raus.
Wir schauen uns alle betroffen an, wir fragen Dr. L., ob wir es Hexe zumuten sollen, sie am Leben zulassen, ob es für sie nicht eine Erlösung wäre, sie einzuschläfern. Und wieder sagt er, sie kämpft doch um ihr Leben, wenn sie aufgibt, dann ist es Zeit für den letzten Schritt. Sie bekommt Hufverbände, die wir täglich erneuern sollen und mit Jod spülen. Wir wissen zwar noch nicht, wie wir das bewerkstelligen sollen, denn sie kann ja nicht auf einem Bein stehen, aber irgendwie schaffen wir das schon.
01.11. Wir lassen Hexe scheren, sie schwitzt soviel. Sie ist den ganzen Tag in der Box, also braucht sie noch keine Decke. Ich rufe wieder im Tierheilkundezentrum an und schildere was inzwischen alles passiert ist, ich bekomme sofort Antwort, ich setze ihre Empfehlungen umgehend um – die Hoffnung stirbt zuletzt heißt es immer! 03.11. Dr. L. kommt heute, möchte beim Hufverbandwechsel dabei sein. Eine Tortur für uns alle, am meisten wohl für Hexe. Aber sie ist brav, versucht solange wie möglich auf einem Bein zu stehen, die Sohlen schauen gut aus, es kommt nur noch Blutwasser, kein Eiter mehr. Wir dürfen die Gabe vom Equipalazone erhöhen 06.11. Wieder ist Dr. L. da, raspelt tiefe Rillen in die Hufe, nimmt die Spitze bis auf die weiße Linie weg, damit der Druck auf die Zehe nicht so schmerzhaft ist 10.11. Hexe möchte fressen, kann aber ihr Heu nicht mehr kauen, knödelt alles. Wir rufen Dr. L., er kommt auch sehr schnell, Narkose für Hexe, Zähne nachschauen.
Sie hat sich einen Backenzahn gespalten. Wir wissen zwar nicht wie, aber es ist so. Dr. L. macht sein Möglichstes, raspelt den Zahn ab. Wir hoffen, sie kann wieder fressen 11.11. Hexe frisst wieder, zwar sehr vorsichtig, aber es geht wieder. Die täglichen Hufverbände werden zur Routine für uns. Dr. L. kommt nur noch einmal in der Woche zum Hufverbandwechsel und schauen, wie alles aussieht 17.12. Jeep: Hexe ist heute allein bis vor die Stalltüre gehumpelt, wir freuen uns, Hoffnung keimt in uns, dass sie es schafft.
21.01. Rabenschwarzer Freitag für uns alle. Tierarzt und Schmied sind da, Hexe braucht Eisenwechsel. Wir müssen ihr keine Narkose mehr geben, sie kann für kurze Zeit auf einem Vorderbein stehen, Tochter hebt auf - 3 Leute stützen Hexe. Linker Huf schaut nicht schlecht aus, die breite weiße Linie ist noch da, es kommt aber kein Sekret mehr, die Sohle ist trocken. Dann kommt der rechte Huf.
Beim Sohlenausschneiden sieht man an zwei Stellen das Hufbein, es subbt. Betretenes Schweigen macht sich breit. Was sollen wir tun? Tierarzt und Schmied beraten sich, Hexe soll die Eisen verkehrt aufgenagelt bekommen, dazu einen Steg und eine Sohle eingelegt. Darüber kommt wieder ein Hufverband, jeden 2-ten Tag wechseln. Die beiden Herren wundert es, wie schnell die Hufe bei Hexe nachwachsen. Wir sagen dazu nichts und freuen uns, das die Hufkräuter so anschlagen 30.01. Hexe mag jetzt fast jeden Tag vor den Stall gehen, bisserl Luft schnappen und den anderen Pferden zuschauen. Wir freuen uns darüber und loben sie natürlich. Dr. L. kommt nur noch selten, immer, wenn er am Stall vorbei fährt, schaut er kurz rein und macht uns Mut 14.02. Michaela und Helene sind mit anderen Pferden ausgeritten, ich beschäftige mich mit Hexe, sie schiebt mich auf die Seite und humpelt raus.
Als sie merkt, dass die anderen nicht da sind, humpelt sie Richtung Tor, sie will raus. Also lasse ich sie raus, sie geht noch bis zum Maibaum, da wartet sie auf die anderen. Es gibt eine große Begrüßung und dann geht's im Schneckentempo wieder zurück zum Stall. Wir haben für eine Strecke von insgesamt 100 Meter gute 45 Minuten gebraucht. Wir sind unendlich stolz auf Hexe und sie ist unendlich müde Täglich geht es mit dem Laufen bei Hexe besser, täglich müssen wir den Hufverband wechseln, weil sie ihn durchgelaufen hat. 07.03. Schmied und Tierarzt sind wieder da. Eisenwechsel steht wieder an. Sie wundern sich wieder, das soviel Horn nachgewachsen ist. Die Löcher auf der rechten Seite sind wieder fast zu, die Sohle ist verhältnismäßig hart, die Lamellenbreite hat sich verschmälert.
Wir erzählen auch, das Hexe wieder spazieren gehen mag, beide Herren begrüßen es und sagen, wir dürfen soviel mit ihr tun, wie sie es will. Die Eisen kommen wieder verkehrt herum drauf, also die geschlossene Seite zum Strahl, die Zehe schwebend vorne offen. Auf den Hufverband können wir verzichten, der Schnee würde gut tun und den Huf säubern. Wir gehen täglich mit Hexe spazieren, sie wird immer frecher, ihr Gang immer klarer, sie fängt zu steigen an, wenn ihr was nicht passt, wir telefonieren mit Dr. L. und fragen, ob wir Hexe als Handpferd kurze Strecken mitnehmen dürfen, zu Fuß ist sie nur noch schwer zu händeln, vom Pferd aus leichter (denken wir).
Die ersten Male geht auch alles gut, dann fängt sie auch als Handpferd zu buckeln und steigen an. Als meine Tochter sie rügen will, haut sie gewaltig aus und trifft meine Tochter am Oberschenkel. Jetzt wissen wir, das sie wieder gesund wird ... 29.04. Hexe braucht wieder einen Beschlag: Schmied und Dr. L. sind wieder da. Sie sind sehr zufrieden mit den Hufen. Die Sohle ist komplett zugewachsen, es kommt gesundes Horn nach, nach wie vor wundern sie sich, wie schnell bei Hexe das Horn wächst. Dr. L. schreibt Hexe vom Standpunkt Tierarzt gesund, wir dürfen soviel mit ihr tun, wie sie möchte.
16.05. Helene reitet seit August letzten Jahres das erste Mal wieder auf Hexe in der Bahn. Scherzhaft sagen wir zu Helene, wir sind froh, dass sie Ohren hat, sonst würde sie ringsum lachen. Es ist schön, Hexe wieder als Reitpferd zu sehen 25.06. Unser Schmied ist wieder da, er ist mit dem Hufwachstum mehr als zufrieden. Die weiße Linie wird immer schmäler. Hexe geht's von Tag zu Tag besser, nach wie vor bekommt sie die Hufkur, die wollen wir ihr solange geben, bis die Hufe normal (?) sind. 02.08. Nächster Termin beim Schmied steht an.
Alles schaut gut aus, die Linie wird zunehmend schmäler, Hexe bekommt runde Eisen mit Steg verpasst. Sie läuft gut damit, außerdem ist sie sehr frech geworden, wir müssen wieder durchgreifen, sonst tanzt sie uns auf der Nase rum. Hexe freut sich täglich auf ihr Paddock gehen zu dürfen, gibt es doch dort immer ein paar Heucobs, außerdem kann sie schnell im Vorbeigehen ein Maul Gras fressen.
Es geht ihr gut, sie ist gut auf die Pergolidetabletten eingestellt, wir haben die ¾ Tablette auf zwei Portionen gelegt, so verträgt sie sie besser. Die Hufkur haben wir reduziert, die Reitzeit auf eine Stunde gesteigert 23.09. Schmiedtermin für Hexe: Es schaut sehr, sehr gut aus, sie wird Seitens des Schmiedes auch für Gesund erklärt. Wir dürfen mit ihr wieder lange Ausritte unternehmen, auch einen Wanderritt, nur mit dem Springen sollen wir noch etwas warten.
Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie glücklich wir sind. Wir haben unserem Pferd die Chance gegeben, weiterzuleben, weil sie leben wollte. Sie war in dem ganzen Krankheitsverlauf immer aufmerksam und wach und hat gekämpft - gekämpft um ihr Leben! Wir haben so manches mal gedacht, wir geben auf, aber dann waren da immer unser Schmied (Franz vielen, vielen Dank) und unser Tierarzt mit seiner sehr netten Assistentin die uns Mut gemacht haben.
Wir wissen, dass wir immer ein Problempferd haben werden, dass wir immer mit der Fütterung, der Weidehaltung und der Bewegung aufpassen müssen, trotzdem bereuen wir nichts. Nicht zu vergessen ist auch das Nehls-Hufelexier!!! Wir sind der festen Überzeugung, ohne dieses Mittel hätte es Hexe nicht so schnell geschafft, man konnte zuschauen, wie das Hufhorn nachgewachsen ist, wie es immer härter wurde. Wir können guten Gewissens das Hufelexier weiter empfehlen. Wir sagen Allen Danke - Danke für alles was Ihr für Hexe getan habt!
"Ich denke nicht, dass sie ein "echtes" Equines Cushing Syndrom hatte, denn die typischen Merkmale fehlen bei Hexe völlig!" - Claudia Nehls
Erfahrungsbericht: Frau Stäb und Minou zum Thema Cushing bei Pferden
Hallo liebes Team, zuerst mal vielen lieben Dank!!!! Ich bin überglücklich, dass ich die Seite entdeckt habe, bevor ich meinem Pferd die Prascend Tabletten, wegen der Cushing Diagnose, gegeben habe.
Trotz aller „das kann ja mit Kräutern nix werden“ , „das ist eine organische Erkrankung und hat nichts mit Ernährung zu tun“ , „du musst die Tabletten geben, sonst bekommt dein Pferd Hufrehe“ und auch den deutlichen Befunden (nach der Cushing Diagnose kam die Huflederhautentzündung), wollte ich einfach nicht wieder mit Chemie-Keulen um mich werfen (durch das „Asthma“ bekam sie ja ständig Cortison, Bronchienerweiterer, Antibiotika, usw.) und zog die empfohlene Nehls-Therapie durch.
Zugegeben ist es etwas kostspieliger als Prascend, aber nur weil es eine ganzheitliche Behandlung ist und nicht nur das Cushing behandelt wird. In unserem Fall kam da ja noch EMS, Allergien, ein Lungenschaden, Atemwegsbeschwerden, Hufrehe-Disposition und, und, und hinzu.
Ich gebe Minou nun seit gut einem halben Jahr Ihre Kräuter, Globuli und Elixiere und es geht ihr so gut wie schon ewig nicht mehr! Sie atmet im Ruhezustand ganz normal, unter Belastung sind ihre Nüstern noch recht geweitet, aber an Belastung war ja vorher nicht mal ansatzweise zu denken, eher an Erlösung!
Ihre Cushingwerte sind nahezu normal, so dass unser Tierarzt, wie auch das Labor eine Erklärung suchten, wie das denn sein könne, so ganz ohne Medizin.
Die Erklärung war dann, dass bei der Blutentnahme evtl. so viele rote Blutkörperchen platzten, dass der Wert in echt vielleicht doch höher sei. Aber dass es toll ist, da waren sich alle einig! Und auch der Blutzucker und die Blutfettwerte sind wieder in Ordnung!!! Ich habe Ihnen beide Blutwerte (von August 16 und April 17) beigefügt.

Ich bin überglücklich, dass wir trotz aller Zweifler den richtigen Weg gegangen sind und die Erfolge so toll sind. Auch möchte ich allen Menschen, die genau wie ich einfach spüren, dass es da noch eine andere, viel sanftere und natürliche Möglichkeit gibt, Mut machen diesen Weg zu gehen, auch wenn es noch so viele Kritiker gibt!
Es lohnt sich und was gibt es schöneres, als seinen geliebten Vierbeiner „rundum“ zufrieden und mit wiedergewonnener Lebensfreude zu sehen? Daher nochmal mein herzliches Dankeschön. Um Minous Gesundheitszustand erhalten zu können, habe ich Ihnen nochmals ein paar Haare und den Anamnesefragebogen beigefügt, damit wir schauen können, was und wie viel Minou auf Dauer bekommen soll.
Ganz liebe Grüße an Euch aus der Pfalz, P. Stäb und Minou.
