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Cushing beim Pferd (ECS/PPID) – Diagnose, ACTH-Wert und was wir wirklich wissen

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

PPID beim Pferd (Equines Cushing-Syndrom)

Wann ist es wirklich PPID – und wann sagt der Blutwert nur, dass Ihr Pferd Stress hatte? Eine Einordnung aus über 26 Jahren Praxis

Direkte Antwort: Was ist PPID beim Pferd?

PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) ist eine Funktionsstörung des mittleren Teils der Hirnanhangsdrüse. Sie ist dasselbe Krankheitsbild, das früher Equines Cushing-Syndrom hieß. Gemessen wird sie meist über das Hormon ACTH im Blut.

Die THZ-Sicht: Bei der Mehrzahl der Pferde, die uns mit einer Cushing-Diagnose vorgestellt werden, halten wir einen Pseudo-Cushing für wahrscheinlicher – also einen erhöhten ACTH-Wert ohne zugrunde liegende Erkrankung der Hirnanhangsdrüse. Der Unterschied ist nicht akademisch. Er entscheidet, ob ein Pferd lebenslang ein Medikament bekommt oder ob jemand nach der Ursache sucht.

Wenn Sie hier gelandet sind, weil Ihr Pferd nach einem Reheschub die Diagnose bekommen hat: Diesen Weg kennen wir. Er ist der häufigste, auf dem Halter bei uns anrufen.

Kurz zusammengefasst
  • PPID entsteht, wenn im Hypothalamus die Nervenzellen absterben, die den mittleren Teil der Hirnanhangsdrüse bremsen. Fällt diese Bremse weg, wächst dieser Bereich und schüttet dauerhaft zu viel ACTH aus.
  • Die deutlichsten Zeichen sind ein gestörter Fellwechsel mit lockigem Langfell, Muskelabbau der Oberlinie, starkes Schwitzen und vermehrter Durst.
  • ACTH ist zu einem großen Teil ein Stresshormon. Jahreszeit, Schmerz, Stallwechsel, Herdenunruhe und schon der Anblick des Tierarztautos beeinflussen den Wert.
  • Ein einmalig erhöhter ACTH-Wert ist deshalb kein Beweis. Vor einer Medikation gehört mehrmals nachgetestet – über Wochen und Monate, nicht am selben Nachmittag.
  • Was wir aus 26 Jahren Praxis sehen: Kaum ein Rehepferd kommt mit einer guten Hufsituation zu uns. Der Blick auf die Hufe klärt oft mehr als der Laborzettel.
Womit begleiten? Erst die Frage, dann das Mittel

Am Telefon kommt fast immer zuerst: „Was kann ich denn geben?" Unsere Gegenfrage ist eine andere: Zeigt Ihr Pferd das Bild – oder zeigt der Zettel nur eine Zahl? Davon hängt ab, wo wir ansetzen.

Wenn das Bild klar ist – Langfell, Muskelabbau, Schwitzen. Dann geht es um die Begleitung des Hormonstoffwechsels: Nehls Cush-Kräuter Pferd, parallel zur tierärztlichen Betreuung.

Wenn nur der ACTH-Wert erhöht ist und sonst nichts passt. Dann ist die Frage nicht das Hormon, sondern was den Wert nach oben treibt. Hier arbeiten wir an Fütterung, Hufsituation und Stoffwechsel – und schauen uns die Darm-Leber-Niere-Achse an, bevor wir irgendetwas anderes empfehlen.

Wenn es jedes Jahr wiederkommt. Dann geht es an die Basis. Wie das bei uns über die VetLine aufgebaut ist, steht weiter unten.

Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei akutem Reheschub gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.

Warum so viele Pferde diese Diagnose bekommen

Vor einigen Jahrzehnten stand in der Fachliteratur, Cushing sei eine seltene Erkrankung sehr alter Pferde. Heute bekommen unsere Kunden, deren Pferd einen akuten Hufreheschub erlitten hat, in rund acht von zehn Fällen die Diagnose ECS – ausschließlich aufgrund eines erhöhten ACTH-Wertes.

Von durchschnittlich 50 Pferdemenschen, die uns wegen einer Hufrehe kontaktieren, bekommen derzeit etwa 40 die Diagnose ECS, und fast alle davon erhalten sofort Pergolid verordnet. Neun erhalten die Diagnose EMS. Bei einem einzigen Pferd wird weder das eine noch das andere diagnostiziert.

Wir sehen das anders, als der Reflex es vorgibt. Es gibt echte PPID-Fälle, und sie gehören tierärztlich betreut. Uns beunruhigt die Konsequenz: Die Ursache der Hufrehe wird auf die Diagnose reduziert, während Hufsituation und Fütterung ungeprüft bleiben.

Bei akutem Hufreheschub – sofort in die Tierarztpraxis
  • Trippeln, Wenden im Zeitlupentempo, Sägebock-Haltung mit vorgestreckten Vorderbeinen
  • Das Pferd will sich nicht bewegen oder legt sich hin und steht nicht mehr auf
  • Deutlich pulsierende Mittelfußarterie, heiße Hufe
  • Starkes Schwitzen und Zittern vor Schmerz

Hufrehe ist ein Notfall. Jede Stunde zählt für die spätere Prognose. Fütterung, Kräuter und Haaranalyse haben ihren Platz – aber danach, nicht stattdessen.

Was bei PPID im Kopf des Pferdes passiert

Im Gehirn steuert eine bestimmte Gruppe von Nervenzellen – dopaminerge Neuronen im Hypothalamus – den mittleren Teil der Hirnanhangsdrüse wie eine Bremse. Sterben diese Nervenbahnen im Lauf der Zeit ab, fällt die Bremse weg. Der betroffene Bereich der Hirnanhangsdrüse, die Pars intermedia, beginnt zu wachsen und schüttet unkontrolliert Hormone aus, darunter ACTH.

Dass PPID ein reines Altersleiden sei, stimmt so nicht. Der Schwerpunkt liegt bei älteren Pferden, jüngere sind aber nicht ausgeschlossen – auch bei ihnen kann dieser Prozess durch verschiedene Faktoren in Gang kommen.

Ein Unterschied zum Menschen, der oft untergeht: Beim Menschen führt dieser Mechanismus zu dauerhaft erhöhtem Cortisol – dem eigentlichen Cushing-Syndrom. Beim Pferd ist das nicht der Fall. In Untersuchungen liegen die Cortisolwerte bei Pferden mit erhöhtem ACTH überwiegend im Normbereich oder sind sogar erniedrigt. Genau deshalb hat sich fachlich der Begriff PPID durchgesetzt: Er beschreibt, was tatsächlich gestört ist, statt eine Cortisol-Erkrankung zu benennen, die beim Pferd so nicht vorliegt.

Die Zeichen eines echten PPID

Diese Zeichen sehen wir bei Pferden, bei denen wir ein echtes PPID für wahrscheinlich halten:

  • Gestörter Fellwechsel – das Fell wird im Sommer nicht oder nur unvollständig abgeworfen. Halter beschreiben das lange, lockige Fell oft als „Teddyfell". Das ist das deutlichste einzelne Zeichen.
  • Muskelabbau der Oberlinie – Verlust entlang Rücken und Kruppe, Senkrücken, Hängebauch.
  • Übermäßiges Schwitzen – auch in Ruhe und bei kühlen Temperaturen.
  • Stark vermehrtes Trinken und Urinieren
  • Geschwächte Immunabwehr – häufige Infektionen, schlechte Wundheilung, Parasitenempfindlichkeit.
  • Apathie, Leistungsabfall, Fruchtbarkeitsstörungen bei Stuten
  • Erhöhte Anfälligkeit für Hufrehe – sie gehört zum Bild, ist aber nach unserer Erfahrung allein kein tragfähiges Diagnosemerkmal.

Was wir in unserer täglichen Praxis dagegen kaum sehen: Pferde mit genau diesen Zeichen. Die meisten Pferde, die uns mit einer Cushing-Diagnose vorgestellt werden, haben ausschließlich Hufrehe – und sonst nichts aus dieser Liste.

„Schaue ich mir die Bilder der Hufsituation an, klärt sich meist sehr schnell die angeblich ‚ungeklärte Genese' der Hufrehe. Man müsste nur einmal den Blick auf die Hufe richten, um die Ursache des Reheschubes klar zu erkennen. Ich habe noch kein Rehepferd mit einer guten Hufsituation kennengelernt!" Tierheilpraktikerin Nehls, Gründerin THZ Tierheilkundezentrum

Der ACTH-Wert – was er kann und was er nicht kann

Das Adrenocorticotrope Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet und regt die Nebennierenrinde zur Cortisol-Produktion an. Es steht damit am Beginn der Stressachse. Genau das macht es als alleinigen Diagnosewert so heikel: ACTH ist zu einem großen Teil ein Stresshormon und schwankt entsprechend stark.

Neun Faktoren, die ACTH erhöhen – ohne jede Erkrankung der Hirnanhangsdrüse
  • Jahreszeit: Von August bis Oktober steigt ACTH bei allen Pferden physiologisch an. Normwert dann bis 47 pg/ml, von November bis Juli 29 pg/ml.
  • Rasse: Bei gesunden Ponys wurden im Sommer Werte von 34 bis 479 pg/ml gemessen – der Grenzwert für die Diagnose liegt bei 47 pg/ml. Rassenspezifische Referenzwerte werden in der Praxis kaum angewandt.
  • Tageszeit: morgens deutlich höher als abends.
  • Aufregung bei der Blutentnahme: Manchen Pferden reicht das Tierarztauto auf dem Hof.
  • Haltungswechsel und Herdenunruhe: ein kürzlicher Stallwechsel, neue Herdenmitglieder, veränderte Abläufe.
  • Schmerz: ein akuter Reheschub, Verletzungen, Magengeschwüre, Arthrose, Verspannungen.
  • Fütterung: Hungerstress und stärkereiche Rationen erhöhen den Basiswert.
  • Alter: ältere Pferde haben strukturell höhere Werte, ohne krank zu sein.
  • Selen und Labor: Eine Überversorgung mit anorganischem Natriumselenit reichert sich in Drüsengewebe an. Und dieselbe Probe kann in verschiedenen Laboren um bis zu 20 pg/ml abweichen – die Probe muss sofort zentrifugiert, eingefroren und gekühlt transportiert werden, was am Stallplatz kaum zuverlässig gelingt.

Rechnen Sie das einmal zusammen: Es ist fast ein Wunder, wenn ein Pferd unter realen Stallbedingungen mit einem Normalwert getestet wird. Diese Überdiagnose ist nicht die Schuld einzelner Tierärzte – sie ist strukturell angelegt, wenn eine Momentaufnahme eines Stresshormons zur alleinigen Diagnosegrundlage wird.

Was wir Haltern vor einer Medikation raten

Ein erhöhter ACTH-Wert ist ein Anlass zum Weiterschauen, kein Urteil. Bevor über eine dauerhafte Medikation entschieden wird, gehört Folgendes dazu:

  • Mehrmals nachtesten – über Wochen und Monate hinweg, nicht einmal und dann entschieden. Ein einzelner Wert trägt diese Entscheidung nicht.
  • Zeitpunkt bewusst wählen – nicht im Herbst, nicht direkt nach einem Reheschub, nicht mitten in einer Stallumstellung.
  • Den Befund nie isoliert lesen – zusammen mit den übrigen Blutwerten und vor allem mit dem klinischen Bild. Zeigt dieses Pferd tatsächlich Teddyfell, Muskelabbau und Schwitzneigung? Oder nur eine Zahl?
  • Hufsituation und Fütterung ansehen – bei jedem Pferd, das über die Rehe zur Diagnose gekommen ist.

Was „Pseudo-Cushing" bedeutet

Definition

Pseudo-Cushing beschreibt erhöhte ACTH-Werte und ähnliche Zeichen ohne zugrunde liegende Erkrankung der Hirnanhangsdrüse. Mögliche Ursachen sind chronischer Stress, Schmerz, Fütterungsdefizite, Selenüberversorgung oder eine Stoffwechselentgleisung. Anders als beim echten PPID ist das beeinflussbar: Wir sehen in unserer Praxis regelmäßig Pferde, deren Werte sich durch Fütterungsoptimierung, Kräuterbegleitung und Entlastung der Leber normalisieren, ohne Pergolid.

Das heißt nicht, dass man ein echtes PPID ignorieren soll. Es heißt, dass die Frage gestellt gehört, bevor ein nicht nebenwirkungsfreies Medikament lebenslang verordnet wird.

Bevor Sie über ein Absetzen nachdenken

Absetzen ist keine Entscheidung, die Sie allein treffen sollten

Viele Halter rufen bei uns an, weil sie das Medikament loswerden möchten. Wir verstehen das. Trotzdem gilt: Ein verschreibungspflichtiges Präparat wird nicht eigenmächtig abgesetzt. Wenn Ihr Pferd das klinische Bild tatsächlich zeigt – Teddyfell, Muskelabbau, Schwitzneigung –, kann Pergolid das richtige Mittel sein, und ein Absetzen kann ihm schaden.

Der richtige Weg führt über Ihren Tierarzt: mehrfaches Nachtesten zu unbelasteten Zeitpunkten, ein ehrlicher Blick auf das klinische Bild, und dann eine gemeinsame Entscheidung. Wir begleiten diesen Weg fütterungsseitig – wir ersetzen ihn nicht.

Pergolid ist ein Dopaminagonist, ursprünglich für die Parkinson-Behandlung beim Menschen entwickelt. Sein pharmakokinetisches Verhalten beim Pferd ist in der Literatur nicht vollständig untersucht. Laut Fachinformation sind als mögliche Nebenwirkungen unter anderem Appetitlosigkeit, vorübergehende Anorexie, Lethargie, leichte zentralnervöse Störungen, Magengeschwüre, Durchfall und Koliken beschrieben.

Auch der Umgang ist nicht beiläufig: Der Hersteller verlangt in der Anwendungsinformation Handschuhe für Schwangere und Stillende, Abwaschen bei Hautkontakt, sofortiges Ausspülen bei Augenkontakt und ärztlichen Rat bei Reizungen der Atemwege.

Hier beziehen wir Position. Bei echtem, deutlich ausgeprägtem PPID kann Pergolid sinnvoll sein. Dagegen sagen wir nichts. Unser Einwand richtet sich nicht gegen das Medikament, sondern gegen die Grundlage, auf der es oft verordnet wird: eine einzige Messung eines Stresshormons nach einem Reheschub. Wenn diese Grundlage nicht trägt, gehört sie überprüft – bevor entschieden wird, nicht danach.

Hufrehe und PPID – wie sich der Kreis schließt

Es klingt verdreht, stimmt aber: In vielen Fällen führt die Hufrehe zur Diagnose, nicht umgekehrt. Hufrehe verursacht starke Schmerzen. Schmerz erhöht ACTH. Der erhöhte Wert führt zur Diagnose. Auf dem Papier logisch, in der Realität eine Falle.

Eine Untersuchung ging der Frage nach, ob Schmerz durch Hufrehe, Kolik oder orthopädische Erkrankungen den ACTH-Wert statistisch signifikant erhöht. Bei gering- bis mittelgradigen Schmerzen zeigte sich kein signifikanter Effekt. Schmerz allein erklärt also nicht jeden erhöhten Wert – aber bei starkem, chronischem Schmerz spielt er eine Rolle.

Das erklärt auch, warum die Werte unter Medikation zwar sinken können, die Rehe aber wiederkommt. Fütterungsfehler, schlechte Hufbearbeitung, Stoffwechselentgleisung oder EMS werden von einem Dopaminagonisten nicht berührt. Die wichtigste Frage nach einem Reheschub lautet deshalb nicht „Wann fangen wir mit den Tabletten an?", sondern „Was hat den Schub ausgelöst?"

Warum wir immer den Stoffwechsel dahinter anschauen

Das überrascht Halter im ersten Moment, weil PPID als reines Hormonthema gilt. Wenn wir aber nachfragen, kommt fast immer etwas: Kotwasser, mäkeliges Fressen, stumpfes Fell, schlechte Hufqualität, ein Pferd, das den Fellwechsel jedes Jahr schlechter schafft. Die Halter erwähnen es nicht von selbst, weil sie den Zusammenhang nicht vermuten.

Das Nehls-Argument: Wir sehen es seit 26 Jahren – Pferde mit auffälligen Hormonwerten haben fast immer parallel eine belastete Stoffwechsel-Achse. Wenn Darm, Leber oder Niere aus dem Takt sind, ist das die Ursache von sehr vielem, was sich später als Hormon- oder Rehethema zeigt. Wer nur den ACTH-Wert behandelt, fängt bei jedem Schub wieder von vorn an.

Es dauert. Punkt. Ein Stoffwechsel, der über Jahre unter Last stand, ordnet sich nicht in drei Wochen. Wer das vorher weiß, hört nicht nach der ersten Dose auf.

Aus unserer Praxis – die Begleitung des Hormonstoffwechsels

Nehls Cush-Kräuter Pferd

Naturbelassene Kräutermischung zur Begleitung von Pferden mit Hormonstörungen, Stoffwechselbelastung und entsprechender Symptomatik. Auf Basis langjähriger Praxiserfahrung zusammengestellt, ohne synthetische Zusätze.

Wann dieses? Wenn das Bild zum Pferd passt – Teddyfell, Muskelabbau, Schwitzneigung – und Sie die tierärztliche Betreuung naturheilkundlich begleiten wollen. → Nehls Cush-Kräuter ansehen

Aus unserer Praxis – die Basis darunter (VetLine Pferd)

Wenn Hormonwerte, Rehegeschichte und Fellwechsel seit Jahren ein Muster bilden, reicht ein einzelnes Kräuterprodukt nicht. Dann arbeiten wir an der Basis – und dabei gelten bei uns feste Regeln:

Wann dieses? Wenn der auffällige Wert kein einmaliges Ereignis ist, sondern ein Muster – und Sie an der Ursache ansetzen wollen statt an der Zahl.

Ergänzungsfuttermittel. Kein Heilmittel. Ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Medikation.

PPID und EMS – die Unterschiede

Beide können Hufrehe auslösen, beide können erhöhte ACTH-Werte zeigen, beide können gleichzeitig vorliegen. Trotzdem sind es verschiedene Bilder:

  • EMS (Equines Metabolisches Syndrom): betrifft vor allem übergewichtige Pferde mit Insulinresistenz und typischen Fettdepots an Mähnenkamm, Schweifansatz und Kruppe. Im Vordergrund stehen Gewichtsreduktion, zucker- und stärkearme Fütterung, mehr Bewegung.
  • PPID: eine Fehlfunktion der Hirnanhangsdrüse mit Schwerpunkt bei älteren Pferden. Im Vordergrund stehen Hormonbegleitung, Stoffwechselentlastung und tierärztliche Kontrolle.

Mehr zu EMS beim Pferd – Symptome, Diagnose und ganzheitliche Begleitung

Häufige Fragen zu PPID und Cushing beim Pferd

Was bedeutet es, wenn mein Pferd einen erhöhten ACTH-Wert hat?
Ein erhöhter Wert kann auf PPID hinweisen, ist aber kein Beweis. ACTH ist zu einem großen Teil ein Stresshormon und wird durch Jahreszeit, Rasse, Tageszeit, Aufregung, Schmerz, Stallwechsel, Fütterung und Laborbedingungen stark beeinflusst. Gesunde Ponys können im Sommer Werte bis 479 pg/ml erreichen, während der Diagnosegrenzwert bei 47 pg/ml liegt. Vor einer Medikation sollte über Wochen und Monate mehrfach nachgetestet werden.
Ist PPID eine reine Alterserkrankung?
Nein. Der Schwerpunkt liegt bei älteren Pferden, aber jüngere sind nicht ausgeschlossen. Der zugrunde liegende Prozess – das Absterben der bremsenden Nervenzellen im Hypothalamus – kann auch früher in Gang kommen. Das Alter allein ist deshalb weder ein Ausschluss- noch ein Beweisgrund.
Muss mein Pferd nach der Diagnose sofort Prascend bekommen?
Das hängt davon ab, ob das Pferd wirklich das klinische Bild zeigt. Wenn die Diagnose ausschließlich auf einem erhöhten ACTH-Wert nach einem Hufreheschub beruht, empfehlen wir mehrfaches Nachtesten zu unbelasteten Zeitpunkten, eine genaue Betrachtung von Hufsituation und Fütterung – und die ehrliche Frage, ob ein echtes PPID vorliegt oder ein Pseudo-Cushing. Die Entscheidung trifft Ihr Tierarzt, aber Sie dürfen sie hinterfragen.
Was ist Pseudo-Cushing – und wie unterscheidet es sich von echtem PPID?
Pseudo-Cushing beschreibt erhöhte ACTH-Werte und ähnliche Zeichen ohne zugrunde liegende Erkrankung der Hirnanhangsdrüse. Mögliche Ursachen sind chronischer Stress, Schmerz, Fütterungsdefizite, Stoffwechselentgleisung oder Selenüberversorgung. Anders als beim echten PPID ist das beeinflussbar. Wir sehen regelmäßig Pferde, deren Werte sich durch Fütterungsoptimierung und Kräuterbegleitung normalisieren, ohne Pergolid.
Was sind die Nebenwirkungen von Prascend beim Pferd?
Der Wirkstoff Pergolid wurde ursprünglich für die Parkinson-Behandlung beim Menschen entwickelt. Laut Fachinformation sind beim Pferd unter anderem Appetitlosigkeit, vorübergehende Anorexie, Lethargie, leichte zentralnervöse Störungen, Magengeschwüre, Durchfall und Koliken als mögliche Nebenwirkungen beschrieben. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Pferd das Präparat schlecht verträgt, besprechen Sie das mit Ihrem Tierarzt – nicht eigenmächtig absetzen.
Wie lange kann ein Pferd mit PPID leben?
Mit guter Begleitung – medikamentös, ganzheitlich oder kombiniert – können Pferde viele weitere gute Jahre haben. Entscheidend ist, Folgeerscheinungen wie Hufrehe und Infektanfälligkeit konsequent zu begleiten und Fütterung sowie Haltung anzupassen. Unsere Erfahrungsberichte zeigen, dass auch Pferde mit langem Vorlauf zu einem stabilen Zustand zurückfinden können, wenn die Ursachen angegangen werden.

Erfahrungen aus unserer Praxis

Wichtig zu wissen

Erfahrungen einzelner Pferde sind individuell und nicht übertragbar. Was bei einem Pferd passt, passt beim nächsten nicht – genau deshalb arbeiten wir individuell. Bei einer PPID-Diagnose und bei jedem Reheverdacht gilt: tierärztlich abklären lassen.

Einige der folgenden Halter haben sich gemeinsam mit ihrem Tierarzt gegen eine Medikation entschieden oder eine bestehende beendet. Das ist ihre Entscheidung für ihr Pferd – keine Empfehlung an Sie. Ein verschreibungspflichtiges Präparat gehört nie eigenmächtig abgesetzt.

Vor und nach Futter- und Kräuterempfehlung im Anschluss an eine „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse":

Pferd mit Cushing-Diagnose vor der Begleitung – lockiges Langfell Pferd mit Cushing-Diagnose vor der Begleitung – Muskelschwund der Oberlinie

6 Monate später:

Dasselbe Pferd nach sechs Monaten Begleitung durch das THZ
Diagnose Cushing · Fütterung umgestellt · Stabilisierung in tierärztlicher Begleitung

Aurelio – stabil mit 24 Jahren

Aurelio, ein Warmblut-Wallach, bekam 2020 die Diagnose. Trotz Tabletten wechselten gute Wochen mit massiven Rückfällen. Im Dezember 2021 stand die Einschläferung im Raum. Seine Besitzerin wandte sich an uns.

„Dank Ihrer Bioresonanz-Haaranalyse, Ihrer Hilfe und Unterstützung habe ich meinen Aurelio noch bei mir. Mein mittlerweile 24-jähriger Aurelio ist stabil, sieht verdammt gut aus und kommt dank der angepassten Fütterung bestens zurecht. Seine Blutwerte sind stabil – da staunen auch die Tierärzte."

Linda & Aurelio
Diagnose Cushing · Fütterung, Kräuter und Hufkur · Werte normalisiert

Minou – Kräuter, Globuli, Elixiere

Minou erhielt die Diagnose, kurz darauf entwickelte sich eine Huflederhautentzündung. Ihre Besitzerin entschied sich gegen Prascend.

„Trotz aller ‚das kann ja mit Kräutern nix werden' und ‚du musst die Tabletten geben, sonst bekommt dein Pferd Hufrehe' – ich wollte nicht wieder mit Chemie-Keulen um mich werfen. Ich gebe Minou nun seit gut einem halben Jahr Ihre Kräuter, Globuli und Elixiere, und es geht ihr so gut wie schon ewig nicht mehr. Ihre Cushing-Werte sind nahezu normal, sodass unser Tierarzt wie auch das Labor eine Erklärung suchten, wie das denn sein könne. Auch Blutzucker und Blutfettwerte sind wieder in Ordnung."

Minou nach sechs Monaten Begleitung durch das THZ
P. Stäb & Minou, Pfalz
Diagnose mit Reheschub · Hufbeinsenkung · Erholung trotz schwerer Anfangslage

Hexe – ein langer Weg zurück

Hexes Verlauf ging über viele Monate: Hufbeinsenkung, Sohlendurchbruch, Wochen mit Spritzen, Akupunktur, Cortison und Phenylbutazon ohne Besserung. Dann Umstellung der Fütterung und Hufkur. Im Frühjahr stand Hexe wieder, nach sechs Monaten ging sie als Handpferd, im Mai wurde sie geritten. Cushing-Werte: erhöht. Klassische Zeichen: keine. Tierheilpraktikerin Nehls dazu: „Ich denke nicht, dass sie ein echtes Equines Cushing Syndrom hatte – denn die typischen Merkmale fehlten bei ihr völlig."

„Wir wissen, dass wir immer mit der Fütterung, der Weidehaltung und der Bewegung aufpassen müssen – trotzdem bereuen wir nichts."

Hexes Familie

Diagnose Cushing – aber ist es wirklich Cushing?

Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Wenn die Diagnose ausschließlich auf einem erhöhten ACTH-Wert beruht, sich aber sonst kein klares Bild zeigt, lohnt sich der zweite Blick. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht sichtbar, was im Stoffwechsel, in der Leber und im Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit – und die Grundlage für einen Begleitplan, der zu genau diesem Pferd passt. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →
Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber wurde zunächst von unserer Gründerin, Tierheilpraktikerin Nehls, aus ihrer eigenen Praxis heraus verfasst und anschließend im Team überarbeitet – fachlich aktualisiert von unserer Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig), ergänzt um die Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert und unseres Beratungsteams.

Zur Person:
Tatjana SiebertGeprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin KnechtTierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig. Wissenschaftliche Mitarbeit an den THZ-Rezepturen, internes Fachkonsil.
Grundlage sind über 26 Jahre tägliche Praxisbegleitung von Pferden mit Hormonstörungen, erhöhten ACTH-Werten und Cushing-Diagnosen.
Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Wenn Sie reden wollen
Unser Beratungsteam mit Josi, Julia, Sabrina, Vanessa und Tatjana (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT & zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere Paracelsus/TÜV) ist da, wenn Sie nach der Diagnose nicht wissen, wie es weitergeht. Wir sagen ehrlich, wann wir begleiten können und wann es der Tierarzt sein muss.
Auch wenn Sie skeptisch sind zur Naturheilkunde oder zur Bioresonanz – rufen Sie an. Wir nehmen das nicht persönlich, im Gegenteil. Skeptische Halter sind oft die, die später unsere besten Geschichten erzählen.