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Hufrehe Symptome erkennen

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

Hufrehe-Symptome erkennen

Frühe Anzeichen, akute Symptome und chronische Hufrehe – über 26 Jahre Praxiserfahrung

Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber wurde zunächst von unserer Gründerin Tierheilpraktikerin Nehls aus ihrer persönlichen Erfahrung mit ihren eigenen Tieren und als Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis in verschiedenen Kapiteln beschrieben und dann im Team mit unserer Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) und auf Basis der Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert und unserer Beraterinnen zusammengefasst und aktualisiert.
Tatjana SiebertGeprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin KnechtTierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig.
Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung von Pferden in Phasen erhöhter Stoffwechselbelastung. Die beschriebenen Hinweise ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Kurz zusammengefasst
  • Im akuten Schub zeigen sich deutliche Lahmheit, Sägebockstellung und starker Wendeschmerz – das ist immer ein Notfall: sofort Tierarzt anrufen.
  • Chronische Hufrehe (ab 48–72 Stunden) kann Hufbeinrotation und bleibende Hufveränderungen verursachen – auch diese ist mit konsequenter Begleitung oft deutlich zu verbessern.
  • Pferde mit EMS, PPID oder Übergewicht zeigen Hufrehe-Symptome besonders schleichend – hier ist besondere Aufmerksamkeit gefragt.

Warum Hufrehe-Symptome so oft zu spät erkannt werden

In unserer täglichen Praxis im Tierheilkundezentrum Nehls zeigt sich immer wieder dasselbe Muster: Hufrehe scheitert selten daran, dass die Symptome grundsätzlich unklar wären. Sie scheitert daran, dass Menschen die frühen Anzeichen falsch einordnen.

Das Bild „Rehe = dickes Pony auf fetter Weide" ist so dominant, dass eine einseitige Lahmheit zunächst eher orthopädisch eingeordnet wird. Ein normalgewichtiges Pferd gilt als unverdächtig. Ein Pferd, das nur etwas vorsichtiger läuft oder ungern Hufe gibt, erscheint vielen noch nicht als Notfall. Genau hier liegt das Problem.

Hinzu kommt: Bei Pferden mit EMS oder PPID (Cushing) kündigt sich die Hufrehe oft über Wochen schleichend an, bevor es zur offensichtlichen Krise kommt. Wer lernt, die frühen, leisen Zeichen zu lesen, kann frühzeitig handeln und seinem Pferd viel Schmerz ersparen.

Die drei Stadien der Hufrehe – Symptome im Überblick

Stadium 1: Das Vorläuferstadium – die leisen Anzeichen

Das Vorläuferstadium der Hufrehe ist das schwierigste, weil die Veränderungen so unspektakulär sind, dass sie im Stallalltag leicht übersehen werden. Ponys zeigen sich dabei oft noch unauffälliger als Großpferde.

Frühe Hufrehe-Anzeichen – diese Zeichen werden oft übersehen
  • Verstärkte, pochende Pulsation an der Zehenarterie (seitlich am Fesselkopf tastbar)
  • Pferd gibt Hufe widerwilliger als sonst oder lehnt sich beim Aufheben an
  • Verkürzter, gebundener Schritt – besonders auf hartem Boden und in engen Wendungen
  • Nach langen Standphasen braucht das Pferd mehr Zeit, um „in Gang zu kommen"
  • Ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit oder leichte Gereiztheit
  • Unkooperativer beim Hufschmied als sonst

Kein einzelnes Zeichen beweist Hufrehe. Mehrere Zeichen zusammen – besonders bei bekanntem Risikofaktor – immer tierärztlich abklären lassen.

Wichtig: Die Hufzangenprobe ist im Vorläuferstadium oft nicht aussagekräftig. Viele Pferde mit beginnender Hufrehe reagieren auf Zangendruck kaum. Für die Früherkennung sind Gangbild, Hufwärme und Pulsation verlässlichere Hinweise.

Stadium 2: Der akute Reheschub – immer ein Notfall

Im akuten Schub ist die Diagnose meist nicht mehr schwer zu stellen. Jetzt zählt jede Stunde.

Akute Hufrehe – sofort handeln
  • Pferd auf weichen, tiefen Untergrund bringen (dick eingestreute Box, Sand, Späne)
  • Weidegang und Kraftfutter sofort stoppen
  • Raufutter in angepasster Menge weiter anbieten – keine Nahrungskarenz
  • Keine unnötigen Wege – jeder Schritt ist schmerzhaft

Typische Hufrehe-Symptome im akuten Stadium:

  • Deutliche Lahmheit, oft an beiden Vorderhufen gleichzeitig
  • Starker Wendeschmerz – das Pferd dreht sich nur noch ungern im Kreis
  • Vorderhufe heiß, Pulsation an der Zehenarterie klar spürbar und pochend
  • Klassische Sägebockstellung: Vorderbeine weit nach vorne gestreckt, Hinterbeine weit unter den Körper genommen
  • Pferd liegt deutlich häufiger als gewohnt oder will sich gar nicht aufraffen
  • Verweigerung des Hufgebens
  • Manche Pferde zeigen kolikähnliches Verhalten – Unruhe, Schwitzen, Wälzen

Stadium 3: Chronische Hufrehe – gibt es aus unserer Sicht - nur Wiederholungen

Chronische Hufrehe entsteht, wenn der akute Schub nicht rechtzeitig erkannt wird oder sich Schübe wiederholen. Sie kann sich bereits 48 bis 72 Stunden nach dem akuten Beginn entwickeln. 

  • Hufe häufig kalt, weil die Durchblutung nachlässt
  • Reheringe an der Hufwand – horizontale Rillen als Zeichen vergangener Schübe
  • Die weiße Linie an der Hufsohle verbreitert sich sichtbar
  • Die Zehenwand verläuft konkav statt gerade – typische „Reheknolle"
  • Im Röntgenbild: Hufbein rotiert oder abgesenkt
  • Im schwersten Fall: Hufbeindurchbruch durch die Sohle

Wir sind der Meinung, dass es eine Chronische Hufrehe im Sinne nicht mehr umkehrbar, nicht gibt. In unserer über 26-jährigen Arbeit sehen wir regelmäßig Röntgenbilder, bei denen sich eine Hufbeinrotation im Verlauf einer konsequenten ganzheitlichen Begleitung erheblich verbessert hat – manchmal bis zur vollständigen Normalisierung.

Hufrehe bei EMS und PPID – die heimtückischste Form

Pferde und Ponys mit EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID (Cushing-Syndrom) entwickeln Hufrehe auf einem grundlegend anderen Weg. Das macht ihre Symptome subtiler und den Verlauf schleichender.

  • Wiederkehrende Reheschübe ohne klaren äußeren Auslöser
  • Dauerhaft leichte Fühligkeit, die nie ganz verschwindet
  • Reaktion auf kleine Grasmengen, die andere Pferde problemlos vertragen
  • Fettdepots am Mähnenkamm (Cresty Neck), über den Augen, am Schweifansatz
  • Beim PPID-Pferd zusätzlich: verzögerter Fellwechsel, lockiges Langfell, Muskelschwund der Oberlinie

Ein chronisch erhöhter Insulinspiegel schädigt die feinen Gefäßstrukturen in der Huflederhaut und schwächt die Lamellenverbindung dauerhaft – auch wenn Fütterung und Management bereits gut sind. Unsere Erfahrung zeigt: Wer nur die Fütterung anpasst, ohne den Stoffwechsel grundlegend zu adressieren, wird immer wieder Schübe erleben.

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So tastest du die Pulsation – praktische Anleitung

Die Pulsation an der Zehenarterie ist eines der verlässlichsten frühen Hufrehe-Anzeichen. So tastest du sie richtig:

  1. Stelle dich seitlich neben das Pferd, halte die Fessel locker in einer Hand
  2. Lege Zeige- und Mittelfinger seitlich an den Fesselkopf, leicht unterhalb des Fesselgelenks
  3. Beim gesunden Pferd ist die Pulsation kaum oder gar nicht spürbar
  4. Eine deutliche, pochende Pulsation – wie ein kleiner Herzschlag unter den Fingern – ist ein Warnsignal
  5. Immer beide Vorderhufe miteinander und mit den Hinterhufen vergleichen

Tipp: Übe diese Untersuchung regelmäßig am gesunden Pferd. Nur wer weiß, wie sich „normal" anfühlt, erkennt die Abweichung rechtzeitig.

Welche Pferde sind besonders gefährdet?

  • Die weitläufige Meinung ist: Ponys und Robustpferderassen (Isländer, Tinker, Haflinger, Welsh Ponys, Shetlandponys) - wir sehen aber alle Rassen gleichverteilt
  • Übergewichtige Pferde
  • Pferde mit EMS oder PPID
  • Pferde nach abrupten Weidewechsel oder Futterumstellung
  • Pferde nach langer Bewegungspause
  • Stuten nach der Geburt – wenn die Nachgeburt nicht vollständig abgeht
  • Pferde nach Koliken oder Vergiftungen
  • Pferde nach Medikamentenbehandlung
  • Pferde mit dauerhaft einseitiger Belastung durch Lahmheit des Gegenbeins

Grundsätzlich kann aber jedes Pferd jeder Rasse und jeden Alters Hufrehe bekommen – auch normalgewichtige Warmblüter ohne Vorerkrankung.

Empfehlung von Tatjana Siebert, Tierheilpraktikerin

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Fütterung bei Hufrehe – ein eigenes Thema

Was ein Rehepferd fressen darf, wie viel Heu, ob Heu wässern sinnvoll ist, wie Weidemanagement funktioniert – und warum manche Pferde trotz strenger Diät immer wieder Schübe bekommen, das alles haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengefasst.

→ Fütterung bei Hufrehe – was wirklich hilft und was nicht

Wie wir im Tierheilkundezentrum Nehls bei Hufrehe begleiten

Unsere Begleitung setzt immer ergänzend zur tierärztlichen Behandlung an – nie anstelle von ihr. Im Zentrum steht die Frage: Was steckt hinter diesem Schub? Was hat das System dieses Pferdes anfällig gemacht?

Dafür nutzen wir die Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse: Sie hilft uns, individuelle Belastungsfelder und mögliche Zusammenhänge sichtbar zu machen – Leber, Stoffwechsel, Hormonsystem, Mineralstoffversorgung. Auf dieser Basis entsteht ein individuell abgestimmter Plan aus Kräutermischungen, Homöopathie und Fütterungsanpassung.

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Häufige Fragen zu Hufrehe-Symptomen

Woran erkenne ich Hufrehe beim Pferd?
Typische frühe Anzeichen sind warme Hufe, eine verstärkte pochende Pulsation an der Zehenarterie, ein gebundener oder verkürzter Schritt auf hartem Boden und Widerwilligkeit beim Hufgeben. Im akuten Schub kommen deutliche Lahmheit, Wendeschmerz und Sägebockstellung hinzu. Ein einzelnes Zeichen allein beweist noch keine Hufrehe – das Zusammenspiel mehrerer Zeichen ist entscheidend.
Welche frühen Anzeichen gibt es bei Hufrehe?
Noch vor der offensichtlichen Lahmheit zeigen viele Pferde subtile Veränderungen: erhöhte Hufwärme, eine leicht spürbare Pulsation, vorsichtiges Anlaufen nach Standphasen und gelegentliche Unlust beim Hufgeben. Diese frühen Hufrehe-Anzeichen werden im Stallalltag häufig übersehen oder fehlgedeutet.
Muss die Sägebockstellung vorhanden sein, damit es Hufrehe ist?
Nein. Die Sägebockstellung ist ein mögliches, aber keineswegs immer vorhandenes Zeichen. Viele Pferde zeigen vorher deutlich subtilere Veränderungen. Wer auf die Sägebockstellung wartet, handelt oft zu spät.
Kann Hufrehe auch nur an einem Huf auftreten?
Ja. Hufrehe beginnt nicht selten einseitig, meist an einem Vorderhuf. Typisch ist aber, dass sich das Bild auf beide Vorderhufe ausweitet, wenn nicht früh gehandelt wird. Eine einseitige Lahmheit schließt Hufrehe also nicht aus.
Was unterscheidet akute von chronischer Hufrehe?
Bei akuter Hufrehe sind Schmerz, Hufwärme und Pulsation stark ausgeprägt. Bei chronischer Hufrehe klingen diese Zeichen oft ab – während die Strukturschäden im Huf weiterwachsen. Weniger sichtbarer Schmerz bedeutet nicht automatisch Besserung.
Ist die Hufzangenprobe ein sicheres Diagnosezeichen?
Nicht allein und nicht im Vorläuferstadium. Im akuten Schub kann der Huf bereits so stark schmerzen, dass zusätzlicher Druck mit der Hufzange keine eindeutige Mehrreaktion auslöst. Für die Früherkennung sind Gangbild, Pulsation, Hufwärme und Entlastungsverhalten oft aussagekräftiger.
Wie zeigt sich die Hufrehe bei deinem Pferd?
Wähle die Situation, die am besten passt – und finde die passende Unterstützung.
✓ Erster oder akuter Schub

Warme Hufe, Pulsation, Lahmheit, Sägebockstellung – Pferd braucht jetzt sofortige Unterstützung.

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⚡ Chronisch / immer wieder Schübe

Wiederkehrende Reheschübe, dauerhafte Fühligkeit, Hufveränderungen, bekanntes EMS oder PPID.

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Immer wieder Hufrehe – trotz allem?

Wenn Schübe sich wiederholen, liegt die Ursache oft tiefer: Stoffwechsel, Leber, Hormonsystem. Die Haaranalyse kann sichtbar machen, was wirklich dahintersteckt – individuell ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team.

Zur Haaranalyse →
Persönliche Beratung
Tatjana Siebert
Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT) · Zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV)
Beantwortet eure Fragen zu Hufrehe-Symptomen, Fütterung und Haaranalyse.
und unser erfahrenes Team mit Josi, Julia, Sabrina & Vanessa.
Wir stehen für Sie/Euch da – per Beratung oder über die Haaranalyse.