Wir helfen Ihnen! Suchen Sie Rat? Wissen Sie nicht weiter? Wir sind für Sie da: +49 171 18 547 23 oder +49 151 144 211 26

Lahmheiten beim Pferd

Lahmheiten beim Pferd
THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

Lahmheiten beim Pferd

Arthrose, Spat, Hufrolle, Schale – Ursachen verstehen, Symptome früh erkennen, ganzheitlich begleiten

Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber wurde zunächst von unserer Gründerin Tierheilpraktikerin Nehls aus ihrer persönlichen Erfahrung mit ihren eigenen Tieren und als Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis in verschiedenen Kapiteln beschrieben und dann im Team mit unserer Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) und auf Basis der Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert und unserer Beraterinnen zusammengefasst und aktualisiert.
Tatjana SiebertGeprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin KnechtTierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig.
Grundlage sind über 26 Jahre tägliche Begleitung von Pferden mit Lahmheiten und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Kurz zusammengefasst
  • Lahmheit ist ein Symptom, keine Diagnose – sie kann akute oder chronische Ursachen haben und gehört immer tierärztlich abgeklärt.
  • Die häufigsten chronischen Ursachen sind arthrotische Erkrankungen: Arthrose (Oberbegriff), Spat am Sprunggelenk, Hufrollenentzündung (Podotrochlose) und Schale am Huf- oder Kronbein.
  • Diese Erkrankungen gelten als nicht heilbar – das Fortschreiten lässt sich aber durch passende Haltung, Bewegung, Fütterung und Hufbearbeitung deutlich verlangsamen.
  • Frühe Signale: Einlaufen nach Ruhe, Wendeschmerz, verkürzte Schritte, Stolpern, Bewegungsunlust. Wer sie ernst nimmt, gewinnt Handlungsspielraum.

Was bedeutet Lahmheit beim Pferd?

Direkte Antwort: Was ist Lahmheit beim Pferd? Lahmheit ist ein Bewegungsbild, das auf Schmerz in einer Gliedmaße hinweist. Das Pferd entlastet die betroffene Seite, weil jede Fußung wehtut. Lahmheit ist keine Diagnose, sondern ein Symptom. Dahinter können akute Verletzungen, Hufabszesse, Sehnenreizungen oder chronische degenerative Erkrankungen wie Arthrose, Spat, Hufrollenentzündung und Schale stehen. Jede neu auftretende Lahmheit gehört in tierärztliche Hand, um die Ursache zu finden und gezielt begleiten zu können.

Mein Pferd lahmt. Dieser Satz fällt am Telefon bei uns immer häufiger – und dahinter steht fast immer dasselbe: die Einschränkung der Funktionalität des Bewegungsapparates. Chronische degenerative Erkrankungen wie Hufrollenentzündung (Podotrochlose), Spat, Arthrose, Erkrankungen des Rückens und der Wirbelsäule, Hufrehe, Sehnenentzündungen und -schäden nehmen immer weiter zu.

Das verwundert uns umso mehr, weil die Erkenntnisse einer pferdegerechten Haltung nie so weit fortgeschritten waren wie heute. Früher war Ständerhaltung allgemein üblich, Boxenhaltung galt als Luxus. Heute gehen immer mehr Pferdehalter zum Offenstall über. Licht, Luft, Bewegung – die Bausteine einer gesunden Pferdehaltung sind allgemein bekannt. Und trotzdem: Vergleiche zwischen früher und heute zeigen, dass unsere Pferde heute oftmals bereits im Fohlen- und Jungpferdealter mit Erkrankungen zu kämpfen haben, die früher erst im Alter durch Verschleiß auftraten. Wir sehen das in der Beratung täglich.

Lahmheit selbst ist dabei keine Diagnose, sondern ein Signal. Die eigentliche Ursache kann ganz unterschiedlich sein: eine akute Verletzung, ein Hufabszess, eine Sehnenzerrung, eine Prellung – oder eine degenerative Gelenkerkrankung wie Arthrose oder Hufrollenentzündung. In unserer Praxis sehen wir besonders oft die chronischen Formen. Das sind die Fälle, die Pferdebesitzer über Jahre begleiten und vor die Frage stellen: Was kann ich tun, damit mein Pferd nicht schlechter wird?

Wir begleiten seit über 26 Jahren Pferde mit Lahmheiten und Bewegungsapparat-Problemen. Was wir dabei immer wieder erleben: Der Weg ist selten kurz und selten geradlinig. Aber er ist in sehr vielen Fällen möglich. Und oft sind es die für den Pferdebesitzer kleinen Veränderungen – eine andere Haltung, eine andere Fütterung, eine fachgerechte Hufbearbeitung –, die selbst Symptomatiken einer chronischen Lahmheit deutlich eindämmen. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die häufigsten Ursachen chronischer Lahmheiten und zeigt, wie eine ganzheitliche Begleitung aussehen kann. Für jedes der vier großen Themen – Arthrose, Spat, Hufrolle und Schale – haben wir zusätzlich einen eigenen, vertiefenden Ratgeber.

Die häufigsten Ursachen chronischer Lahmheit im Überblick

Direkte Antwort: Welche Erkrankungen verursachen chronische Lahmheit? Die häufigsten chronischen Lahmheitsursachen beim Pferd gehören zum Formenkreis der Arthrosen: Arthrose (allgemeiner Gelenkverschleiß), Spat (Arthrose am Sprunggelenk), Hufrollenentzündung oder Podotrochlose (degenerative Veränderung im Hufrollenbereich) und Schale (Knochenwucherungen an Kron-, Huf- oder Fesselbein). Alle vier gelten als nicht heilbar, lassen sich aber sehr unterschiedlich gut begleiten. Bei Reitpferden führt die Hufrollenentzündung die Statistik an, bei Sportpferden der Spat.

Arthrose – der Oberbegriff

Als Arthrose bezeichnet man einen fortschreitenden Gelenkverschleiß. Sie tritt bei fast allen Pferden im höheren Alter auf – es gibt kaum ein Pferd, bei welchem im höheren Alter keine Arthrose diagnostizierbar ist. Entscheidend für die Lebensqualität ist allein der Grad der Arthrose. Leichte Veränderungen bleiben oft unbemerkt, schwere Arthrose schränkt die Bewegungsfreude erheblich ein. In unserer Praxis sehen wir besonders häufig Fessel-, Sprung-, Karpal- und Hufgelenk-Arthrosen – also genau die Gelenke, die das meiste Gewicht tragen.

→ Vertiefend: Arthrose beim Pferd – Symptome, Ursachen, Begleitung

Spat – Arthrose am Sprunggelenk

Spat ist eine Sammelbezeichnung für entzündliche und chronische Veränderungen am Sprunggelenk – damit eine spezielle Form der Arthrose. Die Entstehung wird durch Fehlstellungen der Hinterbeine (kuhhessig, bodenweit), Fehler in der Hufbearbeitung und eine zu energie- und proteinreiche Fütterung in der Aufzucht gefördert. Besonders häufig sind Sport- und ältere Pferde betroffen. Bei Trabern gilt Spat fast als Berufskrankheit. Was wir in der Beratung immer wieder erleben: Das Pferd läuft nach längerer Ruhe steif an, bessert sich aber mit zunehmender Bewegung – ein Muster, das viele Halter zu lange als „Altersmarotte" abtun.

→ Vertiefend: Spat beim Pferd – erkennen und begleiten

Hufrollenentzündung (Podotrochlose)

Die Hufrollenentzündung – fachlich Podotrochlose – ist eine entzündliche, degenerative Veränderung im Bereich der Hufrolle, die aus Strahlbein, tiefer Beugesehne und Hufrollenschleimbeutel besteht. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen chronischer Lahmheit bei Reitpferden und betrifft fast ausschließlich die Vorderbeine, meist beidseitig. Ein fast ausnahmsloses Symptom: vermehrtes Stolpern. In unserer Beratungspraxis ist die Hufrollenentzündung einer der Fälle, bei denen Halter oft schon jahrelange Tierarzt-Odysseen hinter sich haben, bevor sie sich mit der Naturheilkunde beschäftigen.

→ Vertiefend: Hufrollenentzündung beim Pferd – ganzheitliche Begleitung

Schale – Knochenwucherung am Huf

Schale ist eine Reizung der Knochenhaut, die zur Bildung von neuem Knochengewebe führt. Diese Wucherungen findet man bei sehr vielen Pferden – meist am Kronbein, Hufbein oder Fesselbein, häufiger an den Vorderbeinen. Man unterscheidet die gelenknahe Schale (außerhalb des Gelenks) von der Gelenkschale, die deutlich schwieriger zu begleiten ist. Was in unseren Haaranalyse-Auswertungen immer wieder auffällt: Nicht jede Schale ist schmerzhaft – viele Pferde mit deutlichem Röntgenbefund laufen völlig unauffällig. Die Diagnose „Schale" ist also nicht automatisch ein Grund zur Panik.

→ Vertiefend: Schale beim Pferd – Ursachen und Begleitung

Weitere Ursachen

Neben diesen vier großen Krankheitsbildern gibt es weitere Ursachen für Lahmheiten: Kissing Spines (Veränderungen an den Dornfortsätzen der Wirbelsäule), Sehnen- und Bänderschäden, Hufprobleme wie Hufgeschwüre oder Strahlfäule, Muskelverspannungen durch schlecht sitzende Sättel sowie akute Verletzungen. Bei unklaren oder plötzlichen Lahmheiten ist immer eine tierärztliche Abklärung der erste Schritt.

Unterschied Hufrolle vs. Hufrehe – wichtige Abgrenzung

Merkmal Hufrollenentzündung Hufrehe
Stellung in Ruhe Vorderhufe abwechselnd nach vorn Beide Vorderhufe gleichzeitig nach vorn
Pulsation Zehenarterien Normal (außer im akuten Schub) Deutlich spürbar erhöht
Huftemperatur Normal Warm bis heiß
Typischer Verlauf Schleichend über Monate/Jahre Oft akut und dramatisch
Stolpern Nahezu ausnahmsloses Symptom Nicht typisch

Ursachen: Warum entstehen Lahmheiten beim Pferd?

Direkte Antwort: Woher kommen Lahmheiten beim Pferd? Lahmheiten entstehen fast nie aus einer einzigen Ursache. Sie sind meist ein Zusammenspiel aus genetischer Disposition (Fehlstellungen), Haltungsbedingungen, Aufzuchtfehlern, Überlastung, falscher Hufbearbeitung und unausgewogener Fütterung. Besonders unterschätzt: die Aufzucht. Eine zu mastige Fohlenfütterung kann Jahre später zu Spat oder anderen Gelenkproblemen führen. Die gute Nachricht: Haltung, Bewegung, Fütterung und Hufbearbeitung lassen sich aktiv gestalten.

Erkrankungen des Bewegungsapparates entstehen fast nie aus einer einzigen Ursache. Aus unserer Erfahrung aus hunderten Haaranalyse-Auswertungen sind sie meist das Ergebnis eines Zusammenspiels: genetische Disposition, Haltungsbedingungen, Fehler in der Aufzucht, Überlastung, falsche Hufbearbeitung, unausgewogene Fütterung. Und in sehr vielen Fällen ist es nicht der eine große Auslöser, sondern das Zusammentreffen von mehreren kleinen Faktoren, die sich über Jahre aufsummieren.

Die Hauptursache liegt oft bereits im Gebäude – also in der Frage, ob eine genetische Disposition für Fehlstellungen vorhanden ist. Die wenigsten Pferde bringen einen fehlerlosen Körperbau mit. Darauf aufbauend entscheidet dann das weitere Leben, wie stark sich Probleme im Bewegungsapparat ausbilden.

Stürze, Festliegen in der Box, Rangeleien auf der Koppel oder Weideunfälle können ebenso zu Erkrankungen führen wie reiterliche Überlastung, unpassende Sättel oder zu hohes Reitergewicht. Auch zu frühes Anreiten junger Pferde ist ein häufiger Auslöser späterer Probleme. Was wir immer wieder in der Beratung sehen – und was unterschätzt wird: Massives Übergewicht belastet Gelenke, Sehnen und Hufe dauerhaft. Jedes Kilogramm zu viel zahlt sich später zurück. Nicht als Drohung gemeint, sondern als nüchterne Beobachtung aus zwei Jahrzehnten Begleitung.

Die Faktoren, die wir beeinflussen können
  • Haltung: pferdegerecht mit viel freier Bewegung
  • Arbeitseinsatz: angemessen zu Alter, Gebäude und Trainingsstand
  • Fütterung: ausgewogen, mineralstoffoptimiert, bedarfsgerecht
  • Hufbearbeitung: fachgerecht und regelmäßig
  • Gewicht: keine Überfütterung, gesunder Ernährungszustand

Warum mehr statt weniger: die stille Veränderung der letzten 20 Jahre

Die Erkenntnisse zur optimalen Pferdefütterung haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark gewandelt. Früher galt die Fütterung von Hafer, Heu, Stroh und Gras als ideale Pferdenahrung – heute wird Heu durch Silage und Stroh durch Alternativeinstreu ersetzt. Unsere Weiden sind künstlich gedüngt, die Unkrautbekämpfung erfolgt durch Pestizide. Getreide wird durch Düngemittel vermehrt, teilweise genmanipuliert. Heu mit seinem hohen Rohfasergehalt wird durch die rohfaserärmere, proteinreichere Silage ersetzt.

Bei Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen sieht es ähnlich aus: Früher ging man davon aus, dass in der täglichen Ration alles enthalten ist. Heute wird für jedes Alter, jede Rasse und jede Disposition ein spezielles Futter hergestellt – hochdosiert, synthetisch, „zur Sicherheit" noch ein Zusatz oben drauf. Was wir aus hunderten Haaranalyse-Auswertungen sehen: Die Pferde zeigen nicht weniger Mangelerscheinungen, sondern andere. Oft Leber- und Nierenbelastungen, weil die Entgiftungsorgane die Überdosierungen verarbeiten müssen. Man möchte das Beste für sein Pferd – und erreicht, leider, oft das Gegenteil dessen.

Seit einigen Jahren ist ein Umdenken zu beobachten: Bedarfswerte werden gesenkt, der Trend back to the roots ist im Kommen. Natürlich beobachtete Ernährung, Kräuter statt hochdosierter Einzelmineralien, Heu statt Silage. Aus unserer Beratung heraus können wir das nur bestätigen. Eine weitgehend naturgemäße Pferdeernährung wirkt auf den Bewegungsapparat, aber auch auf Leber, Nieren und den psychischen Zustand deutlich stabiler als eine hochtechnisierte Fütterung.

Die Haltungs-Realität: trotz Offenstall nicht genug Bewegung

Selbst bei Offenstallhaltung sehen wir in der Beratung immer wieder, dass Pferden im Winter nur ein kleines Paddock zur Bewegung zur Verfügung steht. Weiträumige Bewegungsmöglichkeiten sind – gerade in Ballungsgebieten – kaum noch gegeben. Zusätzlich problematisch: Der Wechsel zwischen „keiner bis kaum Bewegung" und „Arbeit unter dem Reiter" ist oft gravierend. Als Aufwärmphase werden, statt einer halben Stunde, oft nur fünf Minuten angesetzt. Nach der Arbeit zurück in die Box – also keinerlei Bewegungsmöglichkeit mehr. All das summiert sich.

Der Grundstein wird in der Aufzucht gelegt

Viele Probleme des Bewegungsapparates – gerade Spat und Hufrollenentzündung – entstehen nicht erst im Alter, sondern werden schon in der Aufzucht grundgelegt. Das ist ein Punkt, den wir in unseren Beratungen immer wieder ansprechen, weil er oft übersehen wird: Der heute übliche Fohlenstarter führt zu schnellem Wachstum und schneller Gewichtszunahme – was naturgemäß bedeutend langsamer vonstatten gehen würde. Bereits hier erhält der Bewegungsapparat erste, oft bleibende Schäden. Hochdosierte synthetische Vitamine und Mineralien kommen dazu – die, so neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, oft überdosiert und vom Pferdedarm nicht optimal verwertet werden. Wer ein sechsjähriges Pferd mit plötzlichem Spat vor sich hat, muss leider oft in der Aufzucht suchen, nicht im aktuellen Futter.

Calcium-Phosphor-Verhältnis Unerlässlich für die uneingeschränkte Funktionalität des Bewegungsapparates ist ein optimales Calcium-Phosphor-Verhältnis von 1,5–2,0 : 1 zugunsten Calcium. Das zu erreichen, ist wegen der zunehmenden Denaturierung des Futters und der heutigen Bodenbewirtschaftung wahrlich schwierig. Gutes Pferdeheu verfügt in der Regel über ein Verhältnis von 1,5 : 1 oder höher. Früher war das Verhältnis infolge der geringeren Intensität der Grünlandbewirtschaftung günstiger, weil sich dadurch mehr Kräuter im Aufwuchs fanden. Synthetische Mineralfuttermittel können die Balance stören. Wir empfehlen natürliche, ausgewogene Mineralquellen – besprechen Sie die Fütterung gern individuell mit uns.

Wie erkenne ich Lahmheiten früh?

Direkte Antwort: Woran erkenne ich eine beginnende Lahmheit? Die frühen Anzeichen sind oft subtil: Das Pferd ist weniger arbeitswillig, braucht länger zum „Einlaufen" nach Ruhephasen, stolpert häufiger, zeigt Wendeschmerz oder kommt nach einer Nacht in der Box sichtlich steif heraus. Typisch für arthrotische Erkrankungen: Der Gang wird nach einigen Minuten wieder flüssiger – genau dieses Muster ist der klassische Hinweis auf eine beginnende Arthrose. Bei feuchtem, kaltem Wetter sind die Symptome oft stärker ausgeprägt.

Die frühen Anzeichen sind oft unspezifisch. Das Pferd ist weniger arbeitswillig, braucht länger zum „Einlaufen", stolpert häufiger, zeigt Wendeschmerz oder kommt nach einer Ruhephase sichtlich steif aus der Box. Was wir in der Beratung immer wieder erleben: Viele Pferdehalter deuten diese Signale zunächst als Alter, als Laune oder als Trainingsmangel – dabei sind sie häufig die ersten Hinweise auf beginnende degenerative Prozesse. Wenn die Halter schließlich bei uns anrufen, sind die Veränderungen oft schon Monate oder Jahre alt.

Typisch für alle arthrotischen Erkrankungen ist das „Einlaufen": Zu Beginn der Bewegung geht das Pferd steif und eckig, nach einigen Metern wird der Gang flüssiger. Bei feuchtem, kaltem Wetter sind die Symptome oft stärker als an warmen, trockenen Tagen. Dieser Wetterbezug wird in unserer Praxis von Haltern immer wieder bestätigt – viele merken sogar an ihrem Pferd, dass das Wetter umschlägt, bevor es am Himmel sichtbar wird.

Frühe Warnsignale bei Lahmheiten
  • Einlaufen nötig: Pferd geht nach Ruhe steif, wird erst nach einigen Minuten geschmeidig
  • Schrittverkürzung: besonders hinten auffällig bei Spat
  • Wendeschmerz: enge Wendungen sind unangenehm, Pferd weicht aus
  • Stolpern: fast ausnahmsloses Symptom bei Hufrollenentzündung
  • Bewegungsunlust: Pferd bewegt sich freiwillig weniger, steht viel herum
  • Verspannter Rücken: durch Schonhaltung kommt es zu Folgeproblemen
  • Stellungsveränderung in Ruhe: ein Bein vorgestreckt (Hufrolle) oder entlastet (Spat)

Auch wenn die Symptome „nach Einlaufen" verschwinden, bedeutet das nicht, dass alles in Ordnung ist. Im Gegenteil: Genau dieses Muster ist der klassische Hinweis auf eine beginnende arthrotische Veränderung, die röntgenologisch oft erst später sichtbar wird. Frühe Abklärung durch den Tierarzt ist entscheidend.

Diagnostik beim Tierarzt

Direkte Antwort: Wie wird eine Lahmheit diagnostiziert? Die Diagnose beginnt mit einer gründlichen klinischen Untersuchung im Schritt und Trab, auf hartem und weichem Boden. Beugeproben (z.B. Spatprobe) grenzen Gelenke ein, Leitungsanästhesien lokalisieren den Schmerz. Bildgebung liefert dann die Struktur: Röntgen für Knochen, Ultraschall für Weichteile, MRT bei unklarem Hufrollenbefund, Szintigraphie bei unklarer Lahmheit. Wichtig: Röntgenbefund und klinisches Bild müssen nicht übereinstimmen.

Der Weg zur Diagnose beginnt mit einer gründlichen Untersuchung: Der Tierarzt betrachtet das Pferd in Ruhe, dann im Schritt und Trab, häufig auf hartem und weichem Boden. Beugeproben (insbesondere die Spatprobe am Hinterbein) geben Hinweise auf betroffene Gelenke. Leitungsanästhesien helfen, den Ort des Schmerzes einzugrenzen.

Bildgebende Verfahren – Röntgen, Ultraschall, bei Bedarf auch MRT oder Szintigraphie – machen strukturelle Veränderungen sichtbar. Wichtig zu wissen: Arthrose wird auf dem Röntgenbild oft erst erkennbar, wenn bereits deutliche Schäden vorliegen. Für die degenerativen Weichteilveränderungen (etwa an der tiefen Beugesehne bei Hufrolle) ist ein MRT aussagekräftiger.

Die vier Säulen der Begleitung

Direkte Antwort: Was hilft dauerhaft bei chronischen Lahmheiten? Vier Säulen tragen jede langfristige Begleitung chronischer Lahmheiten: Haltung (stetige freie Bewegung im Offenstall oder mit Paddock, keine reine Boxenhaltung), Bewegung (kontinuierlich, moderat, nie überlastend), Fütterung (ausgewogen, mineralstoffoptimiert, nicht zu proteinreich) und Hufbearbeitung (fachgerecht, regelmäßig, bei Hufrolle und Spat oft spezialisierter Beschlag). Einzelmaßnahmen wie Kräuter, Spritzen oder Schmerzmittel sind Bausteine – der Erfolg entscheidet sich am Gesamtkonzept.

Erkrankungen des Bewegungsapparates sind Langzeitthemen. Alle schmerzlindernden Einzelmaßnahmen – egal ob Schmerzmittel, Kortison-Spritzen oder Kräutermischungen – sind nur Bausteine. Der Erfolg entscheidet sich auf einer anderen Ebene: beim Gesamtkonzept. Wir sprechen von vier Säulen.

Säule 1: Haltung

Das Pferd mit Bewegungsapparat-Problemen braucht stetige freie Bewegung. Aus unserer Erfahrung ist das der wichtigste Einzelfaktor – wichtiger als jede Kräutermischung, wichtiger als jede Spritze. Kontraindiziert ist die Unterbringung in einer normalen Box, auch wenn tagsüber Auslauf besteht. Jede Stunde ohne Bewegung führt zu Versteifung. Geeignete Haltungsformen sind eine Großraumbox (mindestens 8 × 4 Meter), eine Box mit direkt angeschlossenem Paddock oder – ideal – die Offenstallhaltung. Eine kleine, eingespielte Herde ist dabei wichtig: Rangeleien und Drangsalieren sind Gift für ein Pferd, das sich ohnehin nicht schnell ausweichen kann. In unseren Beratungen sehen wir regelmäßig, dass ein Stallwechsel allein schon spürbare Verbesserungen bringt – bevor irgendwelche Ergänzungsfuttermittel ins Spiel kommen.

Säule 2: Bewegung

Der Satz „wer rastet, der rostet" trifft auf Pferde mit arthrotischen Veränderungen besonders zu. Je nach Schwere der Erkrankung sind Spazierritte im Schritt mit kurzen Trab- und Galopppassagen erlaubt – solange das Pferd freiwillig mitmacht. Auch längere Spaziergänge an der Hand sind eine wertvolle Alternative. Tabu sind Longieren (enge Wendungen), Springen und jede Form von Hochleistung. Pferde überlasten sich selbst im Freilauf in der Regel nicht – sie regulieren ihre Belastung intuitiv.

Säule 3: Fütterung

Die Fütterung ist bei Bewegungsapparat-Problemen Schlüsselstelle und häufig unterschätzt. Aus hunderten Haaranalyse-Auswertungen sehen wir immer wieder: Wenn Mineralstoff-Imbalancen bestehen, reagiert der Bewegungsapparat als erstes. Die Fütterung sollte natürlich, ausgewogen und dem Grundumsatz des Pferdes angepasst sein. Besonders wichtig ist ein optimaler Mineralstoff- und Spurenelementhaushalt mit ausgewogenem Calcium-Phosphor-Verhältnis. Überschüsse und Mängel verschlechtern das Krankheitsbild gleichermaßen. Der Hauptbestandteil sollte qualitatives Heu und gutes Futterstroh zur freien Aufnahme sein, Kraftfutter eher sparsam. Synthetische Mineralfuttermittel sind in unserer Erfahrung weniger stabil als natürliche – der Pferdedarm kann hochdosierte Einzelmineralien oft nicht optimal verstoffwechseln.

Säule 4: Hufbearbeitung

Essentiell ist bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates eine korrekte Hufsituation – das ist in unserer 26-jährigen Begleitung einer der wichtigsten Einzelsätze. Die heutige Lehrmeinung verhindert eine korrekte Hufsituation leider häufig, statt sie herzustellen. Bei Spat, Hufrollenentzündung und Schale ist die richtige Bearbeitung oft der Faktor, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Ein Hufschmied oder Hufbearbeiter, der mit dem spezifischen Krankheitsbild vertraut ist, sollte eng mit Tierarzt und Halter zusammenarbeiten. Ob Eisen, Kunststoff oder barhuf die bessere Wahl ist, hängt vom einzelnen Pferd ab – pauschale Antworten gibt es nicht. In der Beratung verweisen wir Halter konsequent an gute Hufbearbeiter, wenn wir merken, dass die Hufsituation die eigentliche Baustelle ist.

Unsere Produktempfehlung

Nehls Gelenk-Stark

Hochkonzentriertes Glucosamin (59,5 Prozent reines Glucosamin bzw. 75,4 Prozent Glucosaminsulfat) zur Unterstützung von Knorpel und Gelenkschmiere. Basis-Baustein bei allen arthrotischen Erkrankungen – in Kombination mit Nehls Lauf-Fit unsere Standard-Empfehlung für den Bewegungsapparat.

→ Nehls Gelenk-Stark ansehen

Aktuelle schulmedizinische Ansätze

Direkte Antwort: Welche schulmedizinischen Behandlungen gibt es? Klassisch werden im akuten Schub Entzündungshemmer und Schmerzmittel gegeben; Gelenkinjektionen mit Kortison oder Hyaluronsäure bringen oft spürbare Linderung. Neuere Verfahren wie Polyacrylamid-Hydrogel (PAAG), IRAP/ORTHOKIN aus Eigenblut, Stammzelltherapie und PRP zeigen in Studien beachtliche Ergebnisse. Bei Podotrochlose kommt Tildren/Osphos (Clodronsäure) zum Einsatz. All diese Verfahren sind wertvolle Bausteine – sie ersetzen aber nicht Haltung, Fütterung und Hufbearbeitung.

Auch wenn arthrotische Erkrankungen nicht heilbar sind, hat die tiermedizinische Forschung in den letzten Jahren spannende Fortschritte gemacht. Aus Fairness gegenüber den Pferdebesitzern, die sich bei uns melden und zwischen schulmedizinischer und naturheilkundlicher Begleitung abwägen, möchten wir einen sachlichen Überblick geben. In unserer Beratung erleben wir regelmäßig, dass die beste Lösung selten in der reinen Entscheidung „entweder oder" liegt, sondern in einer durchdachten Kombination beider Wege.

Klassische tierärztliche Optionen

Bei akuten Schüben werden Entzündungshemmer und Schmerzmittel eingesetzt. Gelenkinjektionen mit Kortikosteroiden (Kortison) oder Hyaluronsäure sind weit verbreitet und bringen bei geringgradigen Veränderungen oft spürbare Besserung. Häufige Kortison-Gaben haben jedoch Nebenwirkungen und sollten nicht als Dauerlösung gesehen werden.

Studie: Hyaluronsäure bei Pferde-Arthrose Eine in PMC (NCBI) zitierte Studie zeigt: Die intraartikuläre Anwendung von Hyaluronsäure reduziert die Freisetzung von Entzündungsmediatoren und hemmt den Abbau von Knorpelproteoglykanen – sie kann damit sowohl bei akuten Gelenkentzündungen als auch bei chronischer Arthrose eine Option sein. Quelle: PMC6883190

Neuere Verfahren

Polyacrylamid-Hydrogel (PAAG): Eine dänische Forschergruppe um Aziz Tnibar von der Universität Kopenhagen untersuchte 43 Pferde nach Injektion von 2 ml PAAG direkt ins Gelenk. Nach einem Monat zeigten 59 Prozent keine Lahmheit mehr, nach sechs Monaten 79 Prozent, nach 24 Monaten 82,5 Prozent. Eine deutsche Folgestudie der Tierklinik Lüsche gemeinsam mit der FU Berlin bestätigte die Wirkung bei Hufgelenk-Arthrose.

ORTHOKIN / IRAP: Aus Eigenblut gewonnenes Serum mit erhöhter Konzentration an Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist und Wachstumsfaktoren. Drei bis fünf Behandlungen im Abstand von 8–14 Tagen, direkt ins Gelenk injiziert.

Stammzelltherapie: Gewonnen aus Knochenmark oder Fettgewebe, können Stammzellen laut Angaben des Tierspitals der Universität Zürich die Qualität des Regenerationsprozesses verbessern.

Platelet-Rich Plasma (PRP): Eine Studie der Universität Buenos Aires (2020) an 23 Arthrose-Patienten zeigte nach PRP-Injektion einen spürbaren Rückgang der Entzündungen und eine Abnahme von Schmerzen und Lahmheit.

Neue experimentelle Ansätze: 2023 ließen schwedische Forscher aufhorchen: In einer randomisierten, dreifach verblindeten Studie gelang es mit einer Kombination aus Lokalanästhetikum, Sildenafil und Glukose, bei 20 lahmen Trabrennpferden mit radiologischen Veränderungen im Karpalgelenk die Lahmheit vollständig aufzulösen.

Unsere Einordnung Diese schulmedizinischen Verfahren sind wertvolle Möglichkeiten – besonders bei akuten Entzündungsschüben, bei Sportpferden oder bei definierten Gelenkverletzungen. Sie ersetzen aber nicht die Basis: Haltung, Bewegung, Fütterung und Hufbearbeitung. Eine naturheilkundliche Begleitung ist keine Konkurrenz zur Schulmedizin, sondern eine Ergänzung – überall dort, wo dauerhafte Unterstützung über Jahre nötig ist.

Naturheilkundliche Begleitung – die bewährten Kräuter

Direkte Antwort: Welche Kräuter helfen bei Gelenkproblemen? Die wissenschaftlich am besten untersuchten Kräuter für den Bewegungsapparat sind Teufelskralle (entzündungshemmend und knorpelschützend), Ingwer (schmerzlindernd, durchblutungsfördernd), Weidenrinde (natürliches Salicin, sanft entzündungshemmend) und Hagebutte (knorpelschützend durch Galaktolipide). Hinzu kommt Glucosamin als Grundbaustein der Gelenkschmiere. Wichtig: Einzelkräuter allein wirken schwächer als abgestimmte Kombinationen. Teufelskralle und Ingwer sind bei Turnierpferden dopingrelevant (96 Stunden Karenz).

In der naturheilkundlichen Begleitung von Bewegungsapparat-Problemen haben sich bestimmte Heilpflanzen über viele Jahre bewährt – teils mit beachtlichen Studienbelegen. Wichtig ist: Einzelkräuter allein haben sich ebenso wenig bewährt wie das wahllose Zusammenmischen. Es geht um die abgestimmte Kombination.

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Die wissenschaftlich am besten untersuchte Heilpflanze für den Bewegungsapparat. Ihr Hauptwirkstoff Harpagosid hemmt das Enzym COX-2, das eine entscheidende Rolle in der Entzündungskaskade spielt. Anders als klassische nichtsteroidale Entzündungshemmer wirkt Teufelskralle eher auf COX-2 als auf COX-1, was die Magenschleimhaut weniger belastet.

Studienlage Teufelskralle Tierversuche zeigen, dass die Genexpression von TIMP-2 (einem Hemmstoff für knorpelabbauende Proteine) erhöht wird – der Knorpelabbau wird damit gebremst. Eine 6-monatige Anwendung zeigte eine knorpelprotektive Eigenschaft. Die Wirkung tritt beim Pferd erst nach 2–3 Wochen ein, das Wirkmaximum nach 3 Wochen bis 3 Monaten.
Wichtig zu Teufelskralle und Ingwer Teufelskralle ist kein Akutmittel und sollte nicht länger als 3–6 Monate am Stück gegeben werden. Nicht geeignet für tragende Stuten und für Pferde mit Magengeschwüren, Cushing oder Hufrehe. Bei Turnierpferden: FN-Doping-Karenzzeit von 96 Stunden beachten. Das gilt auch für Ingwer – er ist ebenfalls dopingrelevant.

Ingwer, Weidenrinde, Hagebutte

Ingwer enthält Gingerole und Shogaole, die den Stoffwechsel anregen und die Durchblutung fördern. Er wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Sollte aber nicht allein eingesetzt werden, weil die zugrundeliegende Erkrankung sonst unbemerkt weiter voranschreiten kann.

Weidenrinde enthält Salicin – die natürliche Vorstufe der Acetylsalicylsäure. Traditionell bei Gelenkbeschwerden eingesetzt, wirkt sanft entzündungshemmend.

Hagebutte enthält Galaktolipide, denen in wissenschaftlichen Untersuchungen eine schützende Wirkung auf Knorpelgewebe zugeschrieben wird.

Glucosamin – Baustein des Knorpels

Glucosamin ist ein natürlicher Aminozucker und zentraler Baustein des Gelenkknorpels und der Gelenkschmiere (Synovia). Er sorgt für eine stabile, zähe Konsistenz der Gelenkflüssigkeit, die wie ein Puffer zwischen den Knorpelflächen wirkt und gleichzeitig den Knorpel mit Nährstoffen versorgt.

Oft wird die neuseeländische Grünlippmuschel (Perna canaliculus) genannt. Sie enthält Glykosaminoglykane in natürlicher Form, allerdings nur in relativ geringer Konzentration – etwa 2 Prozent. Eine Doppelblindstudie an 30 Pferden an der LMU München (Dörrzapf 2001) zeigte bei 73 Prozent der mit Grünlippmuschel behandelten Pferde deutlich gebesserte Symptome.

Unser Ansatz geht einen Schritt weiter: Anstatt Glucosamin aus Muschelfleisch mit geringer Konzentration zu gewinnen, nutzen wir hochkonzentriertes Glucosamin aus Chitin – gewonnen aus den Panzern von Krabben und Shrimps. Das erlaubt eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit und eine gezielte Versorgung.

Ganzheitliche Begleitung bei Lahmheiten

In unserer täglichen Praxis erleben wir immer wieder, dass die Betrachtung des gesamten Pferdes entscheidend ist. Keine Checkliste, kein Röntgenbild und kein Standardprotokoll kann ersetzen, was ein aufmerksamer Blick auf das individuelle Tier liefert. Gerade bei chronischen Lahmheiten sehen wir oft, dass nicht das auffällige Gelenk die eigentliche Baustelle ist, sondern das Gesamtbild aus Fütterung, Haltung, Mineralstoffversorgung und Hufsituation.

Mit der Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse machen wir energetische Zusammenhänge sichtbar: Welche Bereiche im Organismus sind aus der Balance? Wo zeigt sich die eigentliche Belastung – im Bewegungsapparat, im Stoffwechsel, in der Mineralstoffversorgung? Auf dieser Basis entstehen individuelle Konzepte mit naturbelassenen Kräutern und ausgewogener Mineralstoffversorgung. Wir stellen keine Diagnosen im schulmedizinischen Sinn und ersetzen nicht die tierärztliche Abklärung – wir ergänzen sie um die Perspektive, die oft fehlt: das Pferd als Ganzes.

Ein Fallbeispiel aus unserer Praxis: der Westfalenwallach

Was wir in der Beratung oft sehen, lässt sich an einem Fall gut erklären, den wir im Tierheilkundezentrum begleitet haben: Ein Westfalenwallach mit Sehnenschaden vorn beidseitig. Die Entzündung der Sehnen mit Beteiligung beider Gleichbeine und Fesselgelenke bestand seit über einem Jahr und war chronisch geworden. Der klassische Weg mit Ruhigstellung, Entzündungshemmern und orthopädischem Rundeisenbeschlag hatte nicht gebracht, was man sich erhofft hatte.

Der Weg, den wir mit dem Halter gemeinsam gingen: Umstellung auf eine optimale Haltung und Fütterung, dazu eine kompetente Hufkorrektur im Austausch zum orthopädischen Rundeisenbeschlag, ergänzt um lokale Anwendungen sowie homöopathische und phytotherapeutische Mittel. Nach nur drei Monaten war keinerlei Einschränkung der Funktionalität des Bewegungsapparates makroskopisch sichtbar – der Wallach erfreute sich bester Gesundheit.

Warum wir diesen Fall hier aufführen: Er illustriert einen Grundsatz aus unserer täglichen Praxis. Oft sind es die für uns eher kleinen Dinge, welche eine Wiederherstellung des Gesundheitszustandes und die uneingeschränkte Funktionalität des Bewegungsapparates bewirken. Die Hufsituation, die Fütterung, die Haltung – angegangen in der richtigen Kombination, nicht als Einzelmaßnahmen.

Drei weitere Stimmen aus unserer Beratung

AF
Andrea mit Andalusier-Stute Farida (20)
Hufrollensyndrom Stufe 4 links, Stufe 3 rechts

„Farida hatte Stufe 4 links, Stufe 3 rechts, dazu Hufgelenksentzündung. Starke Schmerzmittel wechselten sich mit Kortison-Gaben ab. Ein erneuter Schub brachte sie an einen Tiefpunkt. Mein Tierarzt war offen dafür, dass ich Farida homöopathisch begleiten möchte. Nach einigen Wochen mit Haaranalyse, Kräutern und Globuli ging es ihr spürbar besser. Heute wird sie wieder 1–2 Mal pro Woche eine Stunde im Schritt geritten."

EH
Evelyn mit Tinker Harry (14)
Arthrose · Winter besonders schmerzhaft

„Im September habe ich eine Haaranalyse durchführen lassen und einen individuell abgestimmten Fütterungsvorschlag erhalten. Die Produkte bekommt Harry nun seit Mitte September, und ich bin positiv überrascht. Natürlich gibt es mal einen schlechten Tag, aber mittlerweile marschiert Harry so, als wäre nie etwas gewesen."

PH
Perchta mit Wallach „Cossy"
Diffuse Lahmheit · 2 Jahre Leidensweg · Gnadenhof-Notfall

„Seit gut zwei Jahren litt unser Notfallpferd Cossy unter einer diffusen Lahmheit rechtes Vorderbein. Osteopathen, Akupunktur, Tierarzt, Umstellung vom Vollbeschlag auf barhuf – nichts half. Wir hatten ihn aufgegeben. Vor gut drei Monaten haben wir die Kräutermischungen und Globulis des Tierheilkundezentrums ausprobiert – der letzte Versuch. Heute galoppiert er über unsere Wiesen."

→ Ausführliche Erfahrungsberichte: Farida (Hufrolle) · Herr Koslowski (Gnadenhof) · Harry (Arthrose) · Jasper (Haflinger-Arthrose)

Häufige Fragen zu Lahmheiten beim Pferd

Ist eine Lahmheit immer gleich Arthrose?
Nein. Lahmheit ist ein Symptom, keine Diagnose. Dahinter können akute Verletzungen, Hufabszesse, Muskelprobleme, Sehnenreizungen oder arthrotische Erkrankungen stehen. Eine tierärztliche Abklärung ist der erste Schritt – erst danach lässt sich gezielt begleiten.
Gelten Arthrose, Spat, Hufrolle und Schale wirklich als nicht heilbar?
Ja, das ist der tierärztliche Konsens. Bereits entstandene Strukturveränderungen sind irreversibel. Aber: Das Fortschreiten lässt sich durch eine konsequente Begleitung deutlich verlangsamen – und in günstigen Fällen über Jahre stabilisieren. Viele Pferde leben mit arthrotischen Veränderungen noch lange weitgehend schmerzfrei.
Mein Pferd läuft sich morgens immer erst ein. Ist das schon Arthrose?
Das „Einlaufen" ist ein klassisches frühes Zeichen für arthrotische Veränderungen – aber nicht automatisch eine Diagnose. Bei jungen Pferden kann auch einfach Bewegungsmangel die Ursache sein. Bei älteren Pferden oder bei zunehmender Häufigkeit sollte man es aber ernst nehmen und tierärztlich abklären lassen.
Darf ich mein lahmes Pferd noch reiten?
Das hängt von der Ursache und dem Grad der Lahmheit ab. Bei leichter bis mittlerer Arthrose: Langsame, stetige Bewegung im Schritt ist meist sinnvoll – sie hält die Gelenkschmiere in Bewegung. Longieren, Springen, Hochleistung sind tabu. Bei deutlicher Lahmheit oder akutem Schub: Pause und tierärztliche Abklärung.
Wie lange dauert es, bis eine naturheilkundliche Begleitung wirkt?
Die ersten Verbesserungen zeigen sich meist nach 2–4 Wochen. Teufelskralle entfaltet ihre volle Wirkung nach 3 Wochen bis 3 Monaten. Glucosamin wird erst nach einigen Wochen konsequenter Fütterung in den Gelenken eingelagert. Die Begleitung ist immer ein Langzeitprojekt – Geduld und Konsequenz sind entscheidend.
Welche Haltung ist bei Lahmheits-Pferden ideal?
Offenstallhaltung ist der Goldstandard – stetige freie Bewegung wirkt wie ein natürliches Schmiermittel für die Gelenke. Alternativ: Großraumbox oder Box mit direkt angeschlossenem Paddock. Normale Boxenhaltung führt zu Versteifung. Wichtig: kleine, ruhige, eingespielte Herde.
Brauche ich die tierärztlichen Gelenkinjektionen wie Kortison oder Hyaluronsäure?
Diese Verfahren haben ihren Platz – besonders bei akuten Entzündungsschüben oder geringgradigen Veränderungen. Kortison wirkt stark entzündungshemmend, bringt aber bei häufigem Einsatz Nebenwirkungen. Neuere Verfahren wie PAAG, IRAP oder Stammzellen zeigen in Studien beeindruckende Ergebnisse. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung zur naturheilkundlichen Basis – ersetzen aber nicht Haltung, Fütterung und Hufbearbeitung.
Wann ist der Zeitpunkt für die Erlösung gekommen?
Wenn ein Pferd unter dauerhaft massiven Schmerzen leidet, sich nur unter erheblichen Anstrengungen bewegt und keine Lebensqualität mehr hat, ist die Erlösung aus tierschutzrelevanter Sicht der richtige Weg. Das ist eine sehr individuelle Entscheidung in enger Abstimmung mit dem Tierarzt.

Unsere Produkte für den Bewegungsapparat

Nehls Gelenk-Stark

Hochkonzentriertes Glucosamin (59,5 %) zur Unterstützung von Knorpel und Gelenkschmiere – Basis-Baustein bei allen arthrotischen Erkrankungen.

→ Zum Produkt
Nehls Lauf-Fit

Kräutermischung aus Ginkgo, Weidenrinde und Ingwer – ganzheitliche Begleitung des Bewegungsapparates. Ideal in Kombination mit Gelenk-Stark.

→ Zum Produkt
Nehls Gelenkwohl

Kräutermischung mit Weidenrinde, Ginkgo, Ingwer, Brennnessel und Mädesüß – erweiterte Unterstützung bei Arthrose und Schale.

→ Zum Produkt

Individueller Weg bei Lahmheiten

Jede Lahmheit ist anders. Die Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse macht individuelle Schwächen, Belastungen und Zusammenhänge sichtbar – Grundlage für eine Begleitung, die wirklich zu diesem einen Pferd passt.

Zur Haaranalyse →
Persönliche Beratung
Tatjana Siebert
Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT) · Zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV)
Beantwortet eure Fragen zu Lahmheiten, Fütterung, Bewegungsapparat und Haaranalyse.
und unser erfahrenes Team mit Sina, Sabrina, Lara, Julia, Vanessa & Josie.
Wir stehen für Sie/Euch da – per Beratung oder über die Haaranalyse.