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EMS beim Pferd – Equines Metabolisches Syndrom verstehen, erkennen und begleiten

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

EMS beim Pferd – Equines Metabolisches Syndrom

Stoffwechselstörung verstehen, erkennen und ganzheitlich begleiten

Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber wurde zunächst von unserer Gründerin Tierheilpraktikerin Nehls aus ihrer persönlichen Erfahrung mit ihren eigenen Tieren und als Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis in verschiedenen Kapiteln beschrieben und dann im Team mit unserer Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) und auf Basis der Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert und unserer Beraterinnen zusammengefasst und aktualisiert.
Tatjana SiebertGeprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin KnechtTierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig.
Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung von Pferden mit Stoffwechselstörungen, Insulinresistenz und Hufrehe. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Kurz zusammengefasst
  • EMS (Equines Metabolisches Syndrom) ist eine Stoffwechselstörung mit Insulindysregulation, typischen Fettdepots und erhöhter Hufrehe-Anfälligkeit – vor allem bei leichtfuttrigen Rassen.
  • EMS entwickelt sich schleichend über Monate oder Jahre. Erste Zeichen sind häufig ein harter Mähnenkamm (Cresty Neck), Fettdepots und wiederkehrende Fühligkeit.
  • Die Diagnose erfolgt tierärztlich über Insulinwert und oralen Glukosetoleranztest (OGT) – Laborwerte allein sind kein abschließendes Urteil, das Gesamtbild des Pferdes zählt.
  • Fütterungsanpassung, angepasste Bewegung und konsequente Ursachenarbeit sind die tragenden Säulen im Management – kein einmaliges Eingreifen, sondern ein dauerhafter Ansatz.

Was ist EMS beim Pferd – und warum wird es so häufig diagnostiziert?

Direkte Antwort: Was ist EMS beim Pferd? EMS (Equines Metabolisches Syndrom) ist eine Stoffwechselstörung bei Pferden, die durch Insulindysregulation, auffällige Fettdepots und erhöhte Hufrehe-Anfälligkeit gekennzeichnet ist. Betroffen sind vor allem leichtfuttrige Rassen wie Isländer, Haflinger, Tinker und Ponys. EMS ist nicht heilbar, aber durch konsequente Fütterungsanpassung und Bewegung sehr gut managebar. Ein einmalig erhöhter Insulinwert allein ist keine gesicherte Diagnose – der Wert schwankt stark je nach Fütterungszeitpunkt, Jahreszeit und Stresslevel des Pferdes.

Immer häufiger erhalten Pferdebesitzer die Diagnose Equines Metabolisches Syndrom. Oft fällt sie im Zusammenhang mit einem Hufrehe-Schub. Aus unserer Erfahrung im Tierheilkundezentrum Nehls ist das Thema deutlich vielschichtiger. Wir begleiten seit über 26 Jahren Pferde mit Stoffwechselstörungen – und was wir dabei sehen, ist: EMS ist kein klar abgegrenztes Krankheitsbild mit eindeutigen Auslösern, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Stoffwechselentgleisungen, die sich sehr unterschiedlich äußern können.

Ein voller Cresty Neck allein ist keine Diagnose. Und ein Laborwert, der einmalig außerhalb des Referenzbereichs liegt, auch nicht. Viele dieser Werte sind stark schwankend – abhängig von Fütterungszeitpunkt, Jahreszeit, Stress bei der Blutentnahme und individuellem Tagesrhythmus. Die Diagnose braucht immer das gesamte Pferd im Blick: seine Hufe, seine Fütterungsgeschichte, sein Gewicht, sein Verhalten, seine Haltungsbedingungen.

EMS Symptome beim Pferd – woran erkenne ich es?

EMS Symptome beim Pferd auf einen Blick
  • Cresty Neck: harter, verdickter Mähnenkamm – fühlt sich fest, fast knorpelartig an
  • Fettdepots: über den Augen, am Schweifansatz, an der Kruppe, hinter den Schultern
  • Wiederkehrende Hufrehe ohne klaren äußeren Auslöser
  • Abnehmschwäche: Pferd nimmt trotz Diät nicht oder kaum ab
  • Dauerhaft gesteigerter Appetit, Heißhunger auf der Weide
  • Lethargie und mangelnde Muskelentwicklung der Oberlinie
  • Bei Stuten: unregelmäßiger Zyklus oder Fruchtbarkeitsstörungen

Nicht alle Zeichen müssen gleichzeitig vorhanden sein. Auch normalgewichtige Pferde können EMS entwickeln.

EMS zeigt sich nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über einen langen Zeitraum. Gerade in der Anfangsphase werden die Zeichen leicht übersehen oder falsch eingeordnet. Das auffälligste Zeichen ist die veränderte Fettverteilung: Anders als bei normalem Übergewicht, das sich gleichmäßig verteilt, zeigt EMS charakteristische Fettdepots an spezifischen Stellen.

Wichtig: Nicht alle EMS-Pferde sind offensichtlich übergewichtig. Manche wirken scheinbar normalgewichtig, zeigen aber diese charakteristischen Fettdepots. Auch schlanke Pferde können eine Insulindysregulation entwickeln – besonders wenn genetische Veranlagung und ungünstige Fütterung zusammenkommen.

Welche Pferde sind besonders gefährdet?

Grundsätzlich kann jedes Pferd EMS entwickeln. Bestimmte Rassen sind jedoch deutlich häufiger betroffen:

  • Ponyrassen: Shetlandponys, Welsh Ponys, Deutsches Reitpony, Connemara
  • Robustpferderassen: Haflinger, Fjordpferd, Tinker, Isländer, Noriker
  • Weitere: Araber, Morgan Horse, Paso Peruano und PRE – für diese Rassen wird ebenfalls eine genetische Veranlagung diskutiert

Individuelle Risikofaktoren: Übergewicht, Bewegungsmangel, chronischer Stress, unregelmäßige Fütterungszeiten, qualitativ schlechtes Heu mit hohem Zuckergehalt, genetische Vorbelastung.

Wie wird EMS beim Pferd diagnostiziert?

EMS Diagnose – was der Test aussagt und was nicht
  • Das Pferd muss mindestens 6 Stunden nüchtern sein – auch keine Leckerlis in den Stunden davor
  • Stress bei der Blutentnahme erhöht den Insulinwert künstlich
  • Definitive Referenzwerte existieren bis heute nicht – viele sind Schätzwerte aus Studien
  • Jahreszeit beeinflusst den Wert: Im Herbst sind Insulinwerte bei vielen Pferden physiologisch höher
  • Ein Pferd kann normale Laborwerte und typische EMS-Zeichen zeigen – und umgekehrt

Die Diagnose EMS basiert auf einer Kombination aus Anamnese, klinischer Untersuchung und Laborwerten. Der bevorzugte Standardtest ist der orale Glukosetoleranztest (OGT). Das Pferd muss dabei mindestens 6 Stunden nüchtern sein. Nach der Blutabnahme der Nüchternwerte für Blutzucker und Insulin erhält das Pferd eine kontrollierte Menge Glukose – zwei Stunden später wird erneut Blut abgenommen. Ein anhaltend erhöhter Insulinspiegel nach diesem Test ist ein Hinweis auf EMS.

Was wir in unserer Praxis immer wieder betonen: Laborwerte sind ein Baustein, kein Urteil. Die Einordnung braucht immer das Gesamtbild – Fettverteilung, Fütterungsgeschichte, Bewegung, Hufsituation, Verhalten.

EMS und Hufrehe – was hängt wirklich zusammen?

EMS und Hufrehe – der Zusammenhang kurz erklärt Ein chronisch erhöhter Insulinspiegel kann die Durchblutung der Huflederhaut beeinträchtigen und die Lamellenverbindung schwächen – das erhöht die Hufrehe-Anfälligkeit. Nicht jedes EMS-Pferd bekommt jedoch Hufrehe, und nicht jede Hufrehe hat EMS als Ursache. Wir sehen viele Pferde mit auffälligen Insulinwerten, die nie einen Reheschub hatten – weil Haltung, Fütterung und Hufpflege gut abgestimmt waren. Hufrehe bei EMS ist kein Schicksal.

Die Verbindung zwischen EMS und Hufrehe ist real – aber sie ist nicht so linear wie oft dargestellt. Wer seinem Pferd wirklich helfen möchte, muss nicht nur den Insulinwert im Blick haben, sondern das gesamte System betrachten. Huffehlstellungen, chronische Entzündungen, Stressbelastungen oder schlechte Heuqualität spielen oft eine genauso große Rolle.

Hufrehe beim Pferd – vollständiger Ratgeber mit Notfallhilfe

EMS und Cushing – was ist der Unterschied?

EMS und Cushing (ECS/PPID) werden häufig verwechselt oder gleichgesetzt. Dabei sind es zwei verschiedene Erkrankungen, die jedoch ähnliche Symptome zeigen können und sich manchmal gegenseitig begünstigen.

Merkmal EMS Cushing (ECS/PPID)
Alter Jedes Alter, auch jung Meist über 15 Jahre
Ursache Insulindysregulation, Übergewicht Tumor der Hirnanhangdrüse, übermäßige Cortisol-Produktion
Fell Normaler Fellwechsel Verzögerter Fellwechsel, lockiges Langfell typisch
Gewicht Oft Übergewicht, typische Fettdepots Kann dünn werden trotz gutem Appetit
Diagnose OGT, Insulinwert ACTH-Wert im Blut
Medikamente Keine zentralen Medikamente – Fütterung und Bewegung stehen im Vordergrund Pergolid (Prascend) als Standardmedikament
Hufrehe-Anfälligkeit Erhöht durch Insulindysregulation Erhöht durch Cortisol, das Insulinresistenz fördern kann

Beide Erkrankungen können gleichzeitig auftreten, vor allem bei älteren, übergewichtigen Pferden. Ein wichtiger Praxis-Hinweis: Kortison sollte bei EMS-Pferden nicht gegeben werden – es verstärkt die Insulinresistenz und kann einen Hufrehe-Schub auslösen oder verschlimmern.

EMS Pferd richtig füttern – die wichtigsten Grundsätze

EMS Fütterung: die wichtigsten Grundregeln
  • Heu als Basis: ca. 1,5 kg je 100 kg Sollgewicht bei Abnehmbedarf
  • Heu wässern (15–30 Min.) reduziert wasserlösliche Kohlenhydrate um 20–30%
  • Keine langen Fresspausen: Heunetz verhindert Stress durch Hunger
  • Heuanalyse: Zuckergehalt unter 10% NSC anstreben (LUFA-Test)
  • Kein Getreide, keine Melasse, keine zuckerhaltigen Leckerlis
  • Weide kontrollieren: kein Frühjahrsweidegang ohne Management
  • Keine Radikaldiät – Hyperlipämie-Risiko besonders bei Ponys
  • Mineralfutter ohne Zusatzzucker zur Versorgung sicherstellen

Die Fütterung ist bei EMS die wichtigste Stellschraube. Das Ziel: den Insulinspiegel stabilisieren, ohne das Pferd in eine Mangelversorgung zu treiben. Qualitativ hochwertiges, strukturreiches Heu ist die Basis. Lange Fresspausen sind für EMS-Pferde schädlich – das Pferd sollte immer Zugang zu Raufutter haben, notfalls über engmaschige Heunetze.

Die Rolle der Leber – ein oft unterschätzter Faktor

Was in vielen EMS-Ratgebern zu kurz kommt: die Leber. Sie ist das zentrale Organ des Zuckerstoffwechsels. Bei EMS-Pferden ist die Leber oft chronisch überlastet – durch hochkalorisches Futter, synthetische Zusatzstoffe in Ergänzungsfuttermitteln und Mykotoxine in schlechtem Heu. Das erklärt, warum viele EMS-Pferde trotz strenger Diät nicht wirklich besser werden: Wenn die Leber nicht entlastet wird, dreht sich das Rad immer weiter.

Bewegung bei EMS – wie viel, welche Art?

Regelmäßige Bewegung ist bei EMS keine Option, sondern eine notwendige Grundlage. Bewegung verbessert die Insulinempfindlichkeit der Zellen und fördert die Durchblutung. Es geht nicht um intensive Trainingseinheiten, sondern um kontinuierliche, moderate Bewegung: tägliche ruhige Schrittarbeit von 30–45 Minuten, Führarbeit auf verschiedenen Böden, oder ein Offenstall mit langen Wegen zwischen Futter und Wasser. Wenn gleichzeitig Hufrehe besteht: Bewegung erst nach tierärztlicher Freigabe aufbauen.

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Ganzheitliche Begleitung bei EMS

In unserer täglichen Praxis erleben wir immer wieder, dass die Betrachtung des gesamten Pferdes entscheidend ist. Keine Checkliste, kein Laborwert und kein Standardprotokoll kann ersetzen, was ein aufmerksamer, erfahrener Blick auf das individuelle Tier liefert.

Mit der Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse machen wir energetische Zusammenhänge sichtbar: Welche Bereiche im Organismus sind aus der Balance? Wo zeigt sich die eigentliche Belastung – in der Leber, im Hormonsystem, in der Darmdurchblutung? Auf dieser Basis entstehen individuelle Konzepte mit naturbelassenen Kräutern und ausgewogener Mineralstoffversorgung.

Wir stellen keine Diagnosen im schulmedizinischen Sinn und ersetzen nicht die tierärztliche Abklärung – wir ergänzen sie um die Perspektive, die oft fehlt: das Pferd als Ganzes.

Häufige Fragen zu EMS beim Pferd

Was ist EMS beim Pferd?
EMS (Equines Metabolisches Syndrom) ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Regulation des Insulins gestört ist. Sie ist vor allem bei leichtfuttrigen Rassen verbreitet und geht mit charakteristischen Fettdepots, Abnehmschwäche und erhöhter Hufrehe-Anfälligkeit einher. EMS entwickelt sich schleichend – oft über Monate, bevor es sichtbar wird.
Ist EMS beim Pferd heilbar?
EMS ist keine heilbare Erkrankung im klassischen Sinn, aber sehr gut managebar. Pferde mit EMS können bei konsequenter Fütterungs- und Haltungsanpassung ein weitgehend normales Leben führen. Das setzt voraus, dass die Maßnahmen dauerhaft und konsequent umgesetzt werden.
Was darf ein EMS-Pferd essen?
Qualitativ hochwertiges, strukturreiches Heu mit niedrigem Zuckergehalt bildet die Basis. Kein Getreide, keine melassehaltigen Produkte, keine zuckerhaltigen Leckerlis. Frisches Gras nur kontrolliert und zu günstigen Zeiten. Ein hochwertiges Mineralfutter ohne Zusatzzucker ist wichtig, um die Versorgung sicherzustellen.
Was ist der Unterschied zwischen EMS und Cushing beim Pferd?
EMS betrifft vor allem jüngere, übergewichtige Pferde mit Insulindysregulation und typischen Fettdepots. Cushing (PPID) betrifft meist ältere Pferde und entsteht durch einen Tumor der Hirnanhangdrüse. Beide können Hufrehe begünstigen, unterscheiden sich aber in Diagnose und Vorgehen erheblich. Beide können gleichzeitig vorliegen.
Wie wird EMS beim Pferd diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt tierärztlich über den oralen Glukosetoleranztest (OGT) und den Nüchtern-Insulinwert. Das Pferd muss mindestens 6 Stunden nüchtern sein. Wichtig: Laborwerte allein sind kein verlässliches Urteil – Stress, Jahreszeit und Fütterungszeitpunkt beeinflussen die Werte erheblich. Die Diagnose braucht immer das Gesamtbild.
Kann EMS auch schlanke Pferde betreffen?
Ja. Nicht alle EMS-Pferde sind offensichtlich übergewichtig. Manche zeigen nur die typischen Fettdepots an Mähnenkamm, Schweifansatz oder über den Augen, wirken ansonsten normalgewichtig. Auch schlanke Pferde können eine Insulindysregulation entwickeln – besonders bei genetischer Veranlagung und ungünstiger Fütterung.

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EMS – was steckt wirklich dahinter?

EMS ist selten ein Ein-Faktor-Problem. Leber, Hormonsystem, Mineralstoffversorgung, Darm – die Haaranalyse macht sichtbar, wo das individuelle Ungleichgewicht liegt. Ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team.

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Persönliche Beratung
Tatjana Siebert
Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT) · Zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV)
Beantwortet eure Fragen zu EMS, Fütterung, Stoffwechsel und Haaranalyse.
und unser erfahrenes Team mit Josi, Julia, Sabrina & Vanessa.
Wir stehen für Sie/Euch da – per Beratung oder über die Haaranalyse.