Cushing beim Pferd (ECS / PPID)
Wann ist es wirklich Cushing – und wann ist es Pseudo-Cushing? Eine ehrliche Einordnung aus über 26 Jahren Praxis
Cushing beim Pferd (ECS/PPID) ist eine Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse, bei der zu viel ACTH ausgeschüttet wird. Typische Zeichen: gelocktes Langfell das im Sommer nicht ausfällt, Muskelschwund der Oberlinie, übermäßiges Schwitzen, vermehrter Durst. Echtes Cushing betrifft meist Pferde ab 15 Jahren. In unserer Praxis sind über 80 % der Cushing-Diagnosen sogenannte Pseudo-Cushing-Fälle – also erhöhte ACTH-Werte ohne zugrunde liegendes Hypophysenadenom.
- Das Equine Cushing Syndrom (ECS) – heute auch PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) – ist eine fortschreitende Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse mit dauerhaft erhöhtem ACTH.
- Typische Zeichen eines echten ECS sind verzögerter Fellwechsel mit gelocktem Langfell, deutlicher Muskelschwund der Oberlinie, übermäßiges Schwitzen, vermehrter Durst und geschwächte Immunabwehr.
- Hufrehe kann im Zusammenhang mit Cushing auftreten – sie ist aber nach unserer Erfahrung kein zuverlässiges Alleinmerkmal für eine Cushing-Diagnose.
- Der ACTH-Wert wird durch viele Faktoren beeinflusst (Jahreszeit, Stress, Schmerz, Rasse, Alter, Selen, Labor) – ein einmalig erhöhter Wert ist kein Beweis für ein Hypophysenadenom.
- Wir unterscheiden bewusst zwischen echtem ECS und Pseudo-Cushing. Pseudo-Cushing ist durch gezielte Maßnahmen reversibel – die ACTH-Werte normalisieren sich oft ohne Pergolid.
Cushing beim Pferd – eine Diagnose, die Fragen aufwirft
Vor einigen Jahrzehnten las man in der Fachliteratur: Cushing beim Pferd ist eine seltene Erkrankung sehr alter Tiere. Heute bekommen unsere Kunden, deren Pferd einen akuten Hufreheschub erlitten hat, in rund acht von zehn Fällen die Diagnose ECS – ausschließlich aufgrund eines erhöhten ACTH-Wertes im Blut.
Von durchschnittlich 50 Pferdemenschen, die uns wegen einer Hufrehe kontaktieren, bekommen derzeit etwa 40 die Diagnose ECS – und fast alle davon erhalten sofort Pergolid (Prascend) verordnet. Neun erhalten die Diagnose EMS. Bei einem einzigen Pferd wird weder EMS noch ECS diagnostiziert.
Das beunruhigt uns, und zwar nicht wegen der Diagnose an sich – sondern wegen der Konsequenz, die daraus gezogen wird: Die Ursache der Hufrehe wird auf Cushing reduziert, ohne dass die Hufsituation, die Fütterung oder andere offensichtliche Faktoren genauer betrachtet werden. Und das Medikament Pergolid bzw. Prascend, das zur Behandlung von Parkinson beim Menschen entwickelt wurde, wird lebenslang verschrieben.
Wir sind der Meinung: Es gibt echte Cushing-Fälle. Aber sie sind, wie es in der Literatur vor nicht allzu langer Zeit noch korrekt beschrieben wurde, deutlich seltener als heute diagnostiziert. Und die ACTH-Messung allein ist dafür kein zuverlässiger Beweis.
Was ist Cushing beim Pferd überhaupt?
Das Equine Cushing Syndrom (ECS) – heute zunehmend als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) bezeichnet – ist eine fortschreitende Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse. Die gängige Theorie: Im mittleren Bereich der Hypophyse (Pars intermedia) degenerieren Nervenzellen, die normalerweise den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin hat die Aufgabe, die ACTH-Produktion in der Hypophyse zu bremsen. Fehlt es, arbeitet die Hypophyse unkontrolliert und schüttet dauerhaft zu viel ACTH aus.
Beim Menschen führt dieser Mechanismus zu dauerhaft erhöhtem Cortisol im Blut – dem eigentlichen Cushing-Syndrom. Beim Pferd ist das interessanterweise nicht der Fall: In Untersuchungen liegen die Cortisolwerte bei Pferden mit erhöhtem ACTH überwiegend im Normbereich oder sind sogar erniedrigt. Das heißt: Die ACTH-Achse ist erhöht, aber der erwartete Cortisol-Effekt tritt beim Pferd nicht so ein wie beim Menschen.
Das wirft eine wichtige Frage auf – die bisher in der Fachliteratur offen geblieben ist: Wenn Cortisol nicht dauerhaft erhöht ist, warum spricht man dann beim Pferd noch von einem „Cushing-Syndrom", das per Definition auf einem Cortisol-Überschuss beruht?
Aus unserer Sicht zeigt das: Das, was heute beim Pferd als ECS diagnostiziert wird, ist in vielen Fällen nicht das klassische Cushing-Syndrom im medizinischen Sinne – sondern ein Symptomkomplex, dem verschiedene Ursachen zugrunde liegen können.
Die typischen Zeichen eines echten Cushing-Syndroms
Diese Zeichen sehen wir bei Pferden, bei denen wir ein echtes ECS für wahrscheinlich halten – also nicht bei der Mehrzahl der uns vorgestellten „Cushing-Pferde", sondern bei dem kleinen Anteil älterer Pferde mit klarem Symptombild:
- Verzögerter oder ausbleibender Fellwechsel – das Fell wird im Sommer nicht abgeworfen oder nur sehr unvollständig. Das typische, deutlich gelockte Langfell ist ein klares Zeichen.
- Deutlicher Muskelschwund der Oberlinie – das Pferd verliert Muskelmasse entlang Rücken und Kruppe, entwickelt einen Senkrücken und Hängebauch.
- Übermäßiges Schwitzen – auch bei Ruhe und kühlen Temperaturen.
- Stark vermehrtes Trinken und Urinieren
- Geschwächtes Immunsystem – häufige Infektionen, schlechte Wundheilung, parasitenempfindlich.
- Apathie und Leistungsabfall
- Fruchtbarkeitsstörungen bei Stuten
Was wir in unserer täglichen Praxis aber kaum sehen: Pferde mit diesen Zeichen. Die meisten Pferde, die uns mit einer Cushing-Diagnose vorgestellt werden, haben ausschließlich Hufrehe – und sonst kein einziges der oben genannten Zeichen.
Der ACTH-Wert – was er kann und was er nicht kann
ACTH ist ein Stresshormon – kein Cushing-spezifisches Hormon. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch ein Hypophysenadenom. Mindestens 9 Faktoren erhöhen ACTH ohne jede Erkrankung:
- Herbst (Aug–Okt): physiologisch erhöht bei allen Pferden
- Tageszeit: morgens bis zu 3× höher als abends
- Stress bei der Blutentnahme
- Chronischer Schmerz (Hufrehe, Magengeschwüre, Arthrose)
- Rasse: Shetlandponys im Herbst bis 479 pg/ml — Grenzwert für Cushing-Diagnose: 47 pg/ml
- Stärkereiche Fütterung erhöht Basiswert
- Alter: ältere Pferde haben strukturell höhere Werte
- Laborunterschiede: gleiche Probe, verschiedene Labore: bis 20 pg/ml Abweichung
- Selenüberversorgung: lagert sich in der Hypophyse an und erhöht ACTH
Das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) ist ein Stresshormon, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird. Es regt die Nebennierenrinde zur Cortisol-Produktion an – und steht damit am Beginn der sogenannten Stressachse des Körpers.
Die Logik hinter der Cushing-Diagnose ist folgende: Bei einem echten Hypophysenadenom ist der Rückkopplungsmechanismus gestört. Normalerweise senkt steigendes Cortisol die ACTH-Produktion wieder ab. Funktioniert das nicht mehr, bleibt ACTH dauerhaft hoch. Eine einmalige Blutmessung zeigt aber nur eine Momentaufnahme – und kann deshalb nicht beurteilen, ob dieser Mechanismus wirklich dauerhaft gestört ist.
Hinzu kommt: ACTH ist eines der am stärksten schwankenden Hormone überhaupt. Es steigt bei jedem der folgenden Faktoren an – ohne jede Erkrankung der Hypophyse:
- Jahreszeit: Im Herbst (August bis Oktober) steigt ACTH bei allen Pferden physiologisch an. Der Normwert liegt dann bei bis zu 47 pg/ml – von November bis Juli bei 29 pg/ml. In einer Messreihe an gesunden Pferden wurden im Juli Werte von 25 bis 140 pg/ml gemessen – und bei gesunden Ponys 34 bis 479 pg/ml. Werte über 47 pg/ml führen zur Cushing-Diagnose.
- Tageszeit: Morgens ist ACTH am höchsten, abends deutlich niedriger – circadiane Schwankung.
- Stress bei der Blutentnahme: Manche Pferde steigern ihren ACTH-Wert allein schon durch den Anblick des Tierarztautos.
- Chronische Schmerzen: Hufrehe, Magengeschwüre, Arthrose, Verspannungen – all das treibt ACTH hoch.
- Hunger und Fütterungszeiten: Hungerstress und stärkereiche Fütterung erhöhen die ACTH-Basiskonzentration.
- Rasse: Shetlandponys und Welshponys zeigen von Juli bis November strukturell höhere Werte als andere Rassen – Araber von Mai bis November. Rassenspezifische Referenzwerte werden in der Praxis kaum angewandt.
- Alter: Ältere Pferde haben generell höhere ACTH-Basiswerte, ohne krank zu sein.
- Selen: Eine Überversorgung mit Selen – besonders durch anorganisches Natriumselenit, das in vielen Mineralfuttermitteln enthalten ist – reichert sich in Drüsengewebe wie der Hypophyse an und kann den ACTH-Wert erhöhen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.
- Laborunterschiede: Dieselbe Blutprobe, verschiedene Labore: Werte können um 20 pg/ml oder mehr abweichen. Zudem muss die Probe sofort zentrifugiert, eingefroren und gekühlt transportiert werden – eine Anforderung, die am Stallplatz kaum zuverlässig eingehalten werden kann.
Daraus ergibt sich eine Erkenntnis, die kaum ausgesprochen wird: Eigentlich ist es fast ein Wunder, wenn ein Pferd mit einem Normalwert getestet wird. Bei so gut wie jeder Blutentnahme unter realen Stallbedingungen liegt der ACTH-Wert laut Labor „zu hoch". Das ist strukturell unvermeidbar – und führt zwangsläufig zu einer Überdiagnose.
Was bedeutet „Pseudo-Cushing"?
Der Begriff Pseudo-Cushing beschreibt Fälle, in denen erhöhte ACTH-Werte und Cushing-ähnliche Symptome vorliegen, ohne dass ein echtes Hypophysenadenom zugrunde liegt. Die Ursachen können chronischer Stress, Schmerz, Fütterungsdefizite, Stoffwechselentgleisung oder – wie oben beschrieben – eine Selenüberversorgung sein.
Pseudo-Cushing ist – im Gegensatz zum echten ECS – durch gezielte Maßnahmen reversibel. Wir sehen in unserer Praxis regelmäßig Pferde, deren ACTH-Wert sich durch Fütterungsoptimierung, Kräuterunterstützung und Entlastung der Leberbelastung vollständig normalisiert hat – ohne Pergolid.
Das bedeutet nicht, dass man ein echtes Cushing-Syndrom ignorieren soll. Es bedeutet, dass die Frage „Ist das wirklich ein Hypophysenadenom – oder ist das ein Pseudo-Cushing?" gestellt und ernsthaft untersucht werden sollte, bevor ein nicht nebenwirkungsfreies Medikament lebenslang verschrieben wird.
Das Medikament Pergolid / Prascend – nüchtern betrachtet
- Ursprünglich für Parkinson-Behandlung beim Menschen entwickelt
- Mögliche Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, Magengeschwüre, Durchfall, Koliken, Lethargie, Ataxie
- In den USA wegen erhöhtem Herzklappen-Risiko vom Markt zurückgezogen (beim Pferd nicht systematisch untersucht)
- US-Studie: Pferde hatten trotz Prascend nicht grundsätzlich niedrigere ACTH-Werte – in einem Fall stiegen die Werte im Herbst trotz Medikation auf das Zehnfache
- Nach unserer Beobachtung: verhindert Prascend neue Hufrehe-Schübe nicht zuverlässig
- Sinnvoll bei: echtem ECS mit starker Symptomatik (Langfell, Muskelschwund, massive Schweißneigung)
- Kritisch zu hinterfragen bei: Diagnose allein aufgrund erhöhtem ACTH nach Hufrehe-Schub
Pergolid (Handelsname: Prascend ad us. vet.) ist ein Dopaminagonist, der ursprünglich für die Behandlung der Parkinson-Krankheit beim Menschen entwickelt wurde. Beim Pferd hemmt er die ACTH-Ausschüttung aus der Hypophyse und kann so den Hormonspiegel senken.
Wichtig zu wissen:
- Das pharmakokinetische Verhalten von Pergolid beim Pferd ist in der Literatur noch nicht vollständig untersucht.
- Mögliche Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit, vorübergehende Anorexie, Lethargie, leichte zentralnervöse Störungen (Niedergeschlagenheit, leichte Ataxie), Magengeschwüre, Durchfall, Koliken.
- In der Humanmedizin wurde Pergolid wegen eines nachgewiesenen erhöhten Risikos für Herzklappenveränderungen in den USA freiwillig vom Markt zurückgezogen. In Europa verblieb es unter strengeren Auflagen. Ob diese Herzklappenwirkung auch beim Pferd relevant ist, wurde nach unserem Kenntnisstand bisher nicht systematisch untersucht.
- In einer amerikanischen Untersuchungsreihe hatten Pferde trotz laufender Prascend-Behandlung bei Kontrollmessungen nicht grundsätzlich niedrigere ACTH-Werte – in einem Fall stiegen die Werte im Herbst trotz Medikation auf das Zehnfache des Ausgangswertes.
- Pergolid hat nach unserer täglichen Praxis keinen verlässlichen Einfluss auf das Auftreten neuer Hufrehe-Schübe. Die ACTH-Werte können sinken – aber Reheschübe können trotzdem wiederkehren.
Das bedeutet: Pergolid kann bei echtem, schwerem ECS mit deutlichen Symptomen ein sinnvolles Medikament sein. Es ist aber kein harmloses Mittel, das bei jedem erhöhten ACTH-Wert reflexartig verschrieben werden sollte.
Unsere Empfehlung: Bevor Ihr Pferd lebenslang auf Pergolid eingestellt wird, lohnt sich eine zweite Messung zu einem anderen Zeitpunkt (nicht im Herbst, nicht unter Stress, morgens), ein genauer Blick auf Hufsituation und Fütterung, und die Frage: Zeigt dieses Pferd eigentlich die klassischen Cushing-Zeichen – oder nur Hufrehe?
Warum Hufrehe und Cushing oft verwechselt werden
Es klingt paradox – aber es stimmt: In vielen Fällen führt die Hufrehe zur Diagnose Cushing, nicht umgekehrt. Denn Hufrehe verursacht starke Schmerzen, Schmerz erhöht ACTH, erhöhter ACTH-Wert führt zur Diagnose ECS. Der Kreis schließt sich – auf dem Papier logisch, in der Realität aber eine diagnostische Falle.
Das erklärt auch, warum Pergolid in solchen Fällen zwar den ACTH-Wert senken kann – die Hufrehe aber trotzdem wiederkehrt. Die eigentliche Ursache – Fütterungsfehler, schlechte Hufsituation, Stoffwechselentgleisung, EMS – wird durch das Medikament nicht berührt.
Eine Studie untersuchte explizit, ob Schmerz (durch Hufrehe, Kolik oder orthopädische Erkrankungen) den ACTH-Wert statistisch signifikant erhöht. Bei gering- bis mittelgradigen Schmerzen zeigte sich kein signifikanter Effekt auf den Basiswert. Das bedeutet: Schmerz allein erklärt nicht jeden erhöhten Wert. Aber er ist ein Faktor – und bei starkem chronischem Schmerz spielt er definitiv eine Rolle. Entscheidend ist, den Befund niemals isoliert zu betrachten.
Echtes Cushing – und was wir dann tun
Es gibt selbstverständlich echte Cushing-Fälle. Wir zweifeln nicht daran, dass ein Hypophysenadenom existiert – wir zweifeln daran, dass es so häufig ist wie heute diagnostiziert. Ein echtes ECS erkennt man an den typischen, unverkennbaren Zeichen: deutlich gelocktes Langfell das im Sommer nicht abgeworfen wird, klarer Muskelabbau der Oberlinie, Senkrücken, Hängebauch, massive Schwitzneigung und dauerhaft geschwächte Immunabwehr.
Für diese Pferde empfehlen wir eine enge tierärztliche Begleitung. Ob Pergolid eingesetzt wird, ist eine individuelle Entscheidung, die von der Ausprägung der Symptome und dem Zustand des Pferdes abhängt.
Was wir ergänzend zu jeder Therapieentscheidung anbieten: eine ganzheitliche Unterstützung des Hormonstoffwechsels mit Kräutern und Homöopathie, eine individuelle Fütterungsberatung und – als zentrales Werkzeug – die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse", die uns hilft, energetische Belastungen und systemische Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Unsere Erfahrung ist klar: Pferde, die ausschließlich Hufrehe haben und deren „Cushing-Diagnose" sich auf einen erhöhten ACTH-Wert stützt, sprechen sehr gut auf Fütterungsoptimierung, Kräutertherapie und Haaranalyse an – oft ohne Pergolid, und mit deutlich stabilerem Verlauf als unter alleiniger Medikation.
Nehls Cush-Kräuter Pferd
Naturbelassene Kräutermischung zur Begleitung von Pferden mit Hormonstörungen, Stoffwechselbelastung und Cushing-Symptomatik. Auf Basis langjähriger Praxiserfahrung zusammengestellt – ohne synthetische Zusätze. Wird von vielen Kunden als Teil der ganzheitlichen Begleitung eingesetzt.
→ Nehls Cush-Kräuter ansehenCushing und EMS – die Unterschiede
Beide Stoffwechselerkrankungen können Hufrehe auslösen, beide können erhöhte ACTH-Werte zeigen, beide können sogar gleichzeitig vorliegen. Trotzdem sind es verschiedene Krankheitsbilder mit unterschiedlichen Ursachen und Therapiekonsequenzen:
- EMS (Equines Metabolisches Syndrom): Betrifft vor allem jüngere, übergewichtige Pferde mit Insulinresistenz und typischen Fettdepots an Mähnenkamm, Schweifansatz und Kruppe. Die Therapie zielt auf Gewichtsreduktion, zucker- und stärkearme Fütterung und mehr Bewegung.
- Cushing (ECS / PPID): Betrifft meist ältere Pferde ab 15 Jahren durch eine Fehlfunktion der Hirnanhangdrüse. Die Therapie zielt auf Hormonregulation, Stoffwechselentlastung und individuelle Begleitung.
→ Mehr zu EMS beim Pferd – Symptome, Diagnose und ganzheitliche Begleitung
Wenn Cushing und Hufrehe zusammenkommen
Wenn die Diagnose Cushing nach einem Hufreheschub gestellt wird, ist die wichtigste Frage nicht „Wie schnell beginnen wir mit Prascend?" – sondern „Was hat den Hufreheschub wirklich ausgelöst?" Hufsituation, Fütterung, Mineralstoffversorgung, Hufpflege und Bewegung sind die zentralen Stellschrauben. Pergolid kann diese Faktoren nicht ersetzen.
Für die Begleitung nach einem Reheschub haben wir eigene, umfangreiche Ratgeber zusammengefasst:
→ Hufrehe beim Pferd – vollständiger Ratgeber mit Notfallhilfe
→ Fütterung bei Hufrehe – was wirklich hilft und was nicht
→ Chronische Hufrehe – Langzeitbegleitung
Häufige Fragen zu Cushing beim Pferd
Erfahrungen aus unserer Praxis
Echtes Cushing-Syndrom – vor und nach Futter- und Kräuterempfehlung nach „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse":
6 Monate später:
Aurelio – stabil mit 24 Jahren
Aurelio, ein Warmblut-Wallach, bekam 2020 die Diagnose Cushing. Trotz Tabletten verschlechterte sich sein Zustand stetig, gute Wochen wechselten mit massiven Rückfällen. Im Dezember 2021 stand die Einschläferung im Raum. Seine Besitzerin wollte ihm noch eine Chance geben und wandte sich an das Tierheilkundezentrum Nehls.
Heute, mit 24 Jahren, ist Aurelio stabil – laut seiner Besitzerin „verdammt gut" aussehend, mit stabilen Blutwerten, über die selbst die behandelnden Tierärzte staunen.
„Das Jahr neigt sich dem Ende und ich wollte Ihnen und Ihrem Team Danke sagen. Dank Ihrer Bioresonanz-Haaranalyse, Ihrer Hilfe und Unterstützung habe ich meinen Aurelio noch bei mir. Mein mittlerweile 24-jähriger Aurelio ist stabil, sieht verdammt gut aus und kommt dank der angepassten Fütterung und Unterstützung bestens mit der Diagnose Cushing zurecht. Seine Blutwerte sind stabil – da staunen auch die Tierärzte. Ich bin einfach total glücklich und unendlich dankbar."
Minou – Kräuter, Globuli, Elixiere – Werte fast normal
Minou erhielt die Diagnose Cushing, kurz darauf entwickelte sich eine Huflederhautentzündung. Ihre Besitzerin Petra entschied sich gegen Prascend und für die Nehls-Therapie. Nach einem halben Jahr Kräuter, Globuli und Elixiere: „Es geht ihr so gut wie schon ewig nicht mehr." Die Cushing-Werte hatten sich fast normalisiert – eine Entwicklung, für die das Labor keine schulmedizinische Erklärung fand.
„Ich bin überglücklich, dass ich die Seite entdeckt habe, bevor ich meinem Pferd die Prascend-Tabletten wegen der Cushing-Diagnose gegeben habe. Trotz aller ‚das kann ja mit Kräutern nix werden', ‚das ist eine organische Erkrankung und hat nichts mit Ernährung zu tun', ‚du musst die Tabletten geben, sonst bekommt dein Pferd Hufrehe' – ich wollte einfach nicht wieder mit Chemie-Keulen um mich werfen und zog die empfohlene Nehls-Therapie durch.
Ich gebe Minou nun seit gut einem halben Jahr Ihre Kräuter, Globuli und Elixiere, und es geht ihr so gut wie schon ewig nicht mehr. Sie atmet im Ruhezustand ganz normal. Ihre Cushing-Werte sind nahezu normal, sodass unser Tierarzt wie auch das Labor eine Erklärung suchten, wie das denn sein könne, so ganz ohne Medizin. Auch der Blutzucker und die Blutfettwerte sind wieder in Ordnung."
Hexe – ein langer Weg zurück ins Leben
Hexes Geschichte ist eine der eindrücklichsten in unserer Praxisbegleitung. Sie verlief über viele Monate am unteren Rand des Erträglichen – mit Hufbeinsenkung, Sohlendurchbruch und immer wiederkehrenden Zweifeln, ob der Weg richtig sei. Sie schaffte es. Und am Ende sagte Claudia Nehls dazu:
„Ich denke nicht, dass sie ein echtes Equines Cushing Syndrom hatte – denn die typischen Merkmale fehlten bei ihr völlig."
Aus dem Verlaufstagebuch der Besitzerin (gekürzt): Wochen mit Spritzen, Akupunktur, Cortison, Phenylbutazon, ohne Besserung. Dann: Kontakt mit dem Tierheilkundezentrum Nehls, Umstellung der Fütterung, Hufkur mit Nehls-Hufelexier. Im Frühjahr stand Hexe wieder, nach 6 Monaten ging sie wieder als Handpferd, im Mai wurde sie wieder geritten. Cushing-Werte: erhöht. Klassische Cushing-Zeichen: keine.
„Wir wissen, dass wir immer ein Problempferd haben werden, dass wir immer mit der Fütterung, der Weidehaltung und der Bewegung aufpassen müssen – trotzdem bereuen wir nichts. Nicht zu vergessen ist auch das Nehls-Hufelexier. Wir sind der festen Überzeugung, ohne dieses Mittel hätte es Hexe nicht so schnell geschafft."
Cushing-Diagnose – aber ist es wirklich Cushing?
Wenn die Diagnose ausschließlich auf einem erhöhten ACTH-Wert beruht, sich aber sonst kein klassisches Cushing-Bild zeigt – dann lohnt sich der zweite Blick. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht sichtbar, was im Stoffwechsel, in der Leber, im Mineralstoffhaushalt und im Hormonsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Individuell ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team.
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →Weiterführende Ratgeber
- → EMS beim Pferd – Equines Metabolisches Syndrom verstehen
- → Hufrehe beim Pferd – vollständiger Ratgeber mit Notfallhilfe
- → Hufrehe-Symptome erkennen – alle Stadien im Überblick
- → Fütterung bei Hufrehe – was wirklich hilft und was nicht
- → Chronische Hufrehe – Langzeitbegleitung
- → Erfahrungsberichte: Hufrehe und Stoffwechsel erfolgreich begleitet
