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Strahlfäule

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Hufe & Hufgesundheit

Strahlfäule beim Pferd

Erkennen, behandeln, vorbeugen – und verstehen warum manche Pferde sie immer wieder bekommen.

Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber wurde zunächst von unserer Gründerin Tierheilpraktikerin Nehls aus ihrer persönlichen Erfahrung mit ihren eigenen Tieren und als Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis in verschiedenen Kapiteln beschrieben und dann im Team mit unserer Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) und auf Basis der Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert und unserer Beraterinnen zusammengefasst und aktualisiert.
Tatjana SiebertGeprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin KnechtTierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig.
Grundlage sind über 26 Jahre tägliche Begleitung von Pferden mit Strahlfäule, Hufgeschwüren und Hornqualitätsproblemen. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Kurz erklärt

Strahlfäule ist eine bakterielle Zersetzung des Hufstrahls durch anaerobe Bakterien – hauptsächlich Fusobacterium necrophorum. Sie entsteht bei Feuchtigkeit, mangelnder Hygiene und unzureichender Bewegung. Erste Hilfe: Huf täglich reinigen, faules Horn entfernen, Strahlfurchen trockenlegen und mit einem geeigneten Mittel behandeln. Kein Teer, kein Hufpflegefett auf betroffene Stellen – das verschlimmert es. Chronisch wiederkehrende Strahlfäule ist oft ein Zeichen für einen gestörten Stoffwechsel.

Die häufigste Huferkrankung – und warum sie wiederkehrt

Strahlfäule ist unangenehm, hartnäckig und weit verbreitet. In einer niederländischen Querschnittsstudie mit fast 1.000 Pferden litten 85 Prozent an mindestens einer Huferkrankung – Strahlfäule war mit 45 Prozent die häufigste. Besonders betroffen waren Pferde die in feuchten Boxen mit Stroheinstreu standen.

Die gute Nachricht: Strahlfäule ist behandelbar und weitgehend vermeidbar. Die schlechtere: Wer sie immer wieder bekommt, hat oft mehr als ein Hygieneproblem. Ein unausgeglichener Stoffwechsel – zu viel Eiweiß, zu viel Zucker, schlechte Mineralstoffversorgung – schwächt die Hornqualität und macht den Strahl dauerhaft anfällig. Das ist der Punkt den die meisten Ratgeber nicht ansprechen.

Studie: Holzhauer et al. (2017) – Preventive Veterinary Medicine Querschnittsstudie mit 942 Pferden in den Niederlanden: 85 % litten an mindestens einer Huferkrankung, Strahlfäule war mit 45 % die häufigste. Hauptrisikofaktor: feuchte Einstreu und Strohhaltung. (DOI: 10.1016/j.prevetmed.2017.02.013)

Der Strahl – was er ist und warum er so wichtig ist

Der Strahl ist das keilförmige, elastische Horngebilde an der Unterseite des Hufs. Er besteht aus weicherem Gewebe als die Hufwand und ist in drei Furchen unterteilt – eine mittlere und zwei seitliche. Diese Elastizität ist kein Zufallsprodukt: Der Strahl ist der natürliche Stoßdämpfer des Hufs.

Bei jedem Schritt dehnt sich der Strahl beim Aufsetzen aus und zieht sich beim Abheben wieder zusammen. Dieser Mechanismus pumpt aktiv Blut aus dem Huf zurück nach oben – man spricht deshalb von den Hufen als den „fünften Herzen" des Pferdes. Ein erkrankter Strahl arbeitet nicht mehr richtig: Die Durchblutung sinkt, das Horn regeneriert sich schlechter, der gesamte Bewegungsapparat wird belastet.

Wie Strahlfäule entsteht

Die verantwortlichen Bakterien – hauptsächlich Fusobacterium necrophorum – sind normale Bewohner des Pferdedarms. Sie werden täglich mit dem Kot ausgeschieden und sind deshalb in jedem Stall allgegenwärtig. Unter normalen Bedingungen ist das kein Problem: Frische Luft, regelmäßiges Auskratzen und ein gesundes Horn bilden eine wirksame Barriere.

Diese Barriere versagt, wenn:

  • Feuchtigkeit das Strahlhorn dauerhaft aufweicht
  • Ammoniak aus Harn und Kot das Horn vorschädigt
  • Die Strahlfurchen mit Mist, Matsch oder Einstreu verstopft sind und kein Sauerstoff hineinkommt
  • Mangelnde Bewegung die Durchblutung und Hornregeneration drosselt
  • Die Hornqualität durch Fütterungsfehler oder Stoffwechselprobleme geschwächt ist

Die Bakterien brauchen eine sauerstoffarme Umgebung – sie sind anaerob. Genau das finden sie in verstopften, feuchten Strahlfurchen. Dort beginnen sie, das weiche Strahlhorn zu zersetzen.

Strahlfäule erkennen – Riechen, Sehen, Fühlen

Frühzeichen

  • Fauliger Geruch beim Auskratzen – oft das erste und deutlichste Zeichen
  • Dunkle, schmierige Masse in den Strahlfurchen – grau bis schwarz, weich
  • Vertiefte, engere Strahlfurchen als gewohnt
  • Weiches, bröckeliges Strahlhorn das sich leicht abheben lässt

Fortgeschrittene Stadien

  • Ausbreitung auf seitliche Strahlfurchen und Ballen
  • Schmerzempfindlichkeit beim Berühren des Strahls
  • Lahmheit – das Pferd entlastet den betroffenen Huf
  • Ringbildung an der Hufwand (Ballenhorn ist betroffen)
  • Hohlräume und tiefe Risse im Strahl
Sofort zum Tierarzt / Hufschmied wenn: Lahmheit auftritt · Die Lederhaut freigelegt ist (roter, blutender Bereich sichtbar) · Die Erkrankung sich trotz konsequenter Pflege nicht bessert · Blumenkohlartige Wucherungen auftreten (Verdacht auf Strahlkrebs)

Strahlfäule vs. Strahlkrebs – ein wichtiger Unterschied

Beide Erkrankungen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus und werden leicht verwechselt. Der Unterschied ist jedoch bedeutsam:

Merkmal Strahlfäule Strahlkrebs (Hufkrebs)
Ursache Bakterielle Zersetzung des Horngewebes (anaerobe Bakterien) Fehlende Verhornung der Epithelzellen – keine klassische Krebserkrankung
Geruch Stark faulig Weniger ausgeprägt
Aussehen Schwarze, schmierige Masse, zersetztes Horn Käsiger, weißlicher Belag; blumenkohlartige Wucherungen der Lederhaut
Behandlung Lokale Desinfektion, Hufpflege, Hygiene, Hufschmied Tierärztlich, oft chirurgisch – keine Selbstbehandlung
Prognose Gut – bei konsequenter Behandlung heilbar Ernst – abhängig von Ausbreitung; kann auf gesamten Huf übergehen

Strahlkrebs kann sich aus lang unbehandelter oder chronisch rezidivierender Strahlfäule entwickeln. Das ist ein weiterer Grund warum Strahlfäule ernst genommen werden muss – auch wenn sie „nur" stinkt und noch keine Lahmheit verursacht.

Strahlfäule behandeln – Schritt für Schritt

Schritt 1: Huf gründlich reinigen

Den Huf trocken auskratzen – alle losen, faulen Hornanteile sorgfältig entfernen. Bei fortgeschrittenem Befall freischneiden lassen (Hufschmied oder Hufpfleger). Ziel: Sauerstoffzutritt in die Strahlfurchen ermöglichen.

Schritt 2: Faules Horn entfernen

Weiche, zerfallende Hornanteile müssen weg – sie bieten den Bakterien weiteren Nährboden. Das übernimmt idealerweise der Hufschmied oder Hufpfleger. Nicht zu tief schneiden – bei Unsicherheit Fachmann hinzuziehen.

Schritt 3: Strahlpflegemittel auftragen

Nach dem Reinigen ein geeignetes Mittel in die Strahlfurchen einarbeiten. Wichtig: Das Mittel soll die Bakterien hemmen und gleichzeitig das Horn stabilisieren – nicht abdecken oder einschließen.

Was man NICHT verwenden sollte Holzteer und Hufpflegefette auf betroffene Stellen sind kontraproduktiv. Sie bilden eine luftdichte Schicht – und schaffen damit genau das anaerobe Milieu in dem sich Strahlfäule-Bakterien am wohlsten fühlen. Erst wenn der Strahl wieder gesund ist, kann der Huf regulär gepflegt werden.
Aus unserer Praxis – seit über 26 Jahren bewährt

Nehls Huf Strahl-Pflege

Entwickelt für die tägliche Strahlpflege und bei Strahlfäule. Greift das Hufhorn nicht an, sondern wirkt auf schonende Art regulierend. Kann täglich in die Strahlfurchen einmassiert werden.

→ Nehls Huf Strahl-Pflege
Bei sehr feuchtem Strahlmilieu

Nehls Strahl Vet (Pulver)

Wenn die Strahlfurchen dauerhaft feucht und tief sind, reicht ein flüssiges Mittel alleine oft nicht. Das Pulver trocknet das feuchte Milieu ab und hemmt gleichzeitig das Bakterienwachstum. In unserer langjährigen Praxis besonders bei hartnäckigen Fällen bewährt.

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Schritt 4: Täglich kontrollieren

Jeden Tag: Hufe auskratzen, Strahl inspizieren, Strahlpflegemittel erneuern. Konsequenz ist hier entscheidend – einmal pro Woche reicht nicht. Bei aktivem Befall mindestens 2–3 Wochen täglich behandeln.

Schritt 5: Haltungsbedingungen optimieren

Ohne Änderung der Bedingungen kehrt die Strahlfäule zurück. Trockene, saubere Einstreu, regelmäßiges Ausmisten, saubere Paddocks – das ist die Basis. Details im Abschnitt Vorbeugung.

Die innere Seite der Strahlfäule – wenn Hygiene allein nicht reicht

Manche Pferde bekommen Strahlfäule trotz tadelloser Stallhygiene, regelmäßigem Hufschmied und täglicher Pflege. Diese Pferde stehen neben Stallkameraden die unter denselben Bedingungen leben – ohne Probleme. Warum?

Die Antwort liegt im Stoffwechsel. Schlechte Hornqualität entsteht nicht nur durch äußere Feuchtigkeit – sie entsteht auch von innen, durch:

  • Mineralstoffimbalancen – zu wenig Zink, Kupfer, Biotin; falsches Verhältnis von Kalzium und Phosphor
  • Eiweiß- oder Zuckerüberschuss in der Ration – begünstigt schlechte Hornqualität
  • Übersäuerung – häufig unterschätzte Ursache für chronische Hufprobleme
  • Entgiftungsprobleme in Leber und Nieren – schlechte Entgiftung zeigt sich oft als Hufproblem
  • Genetik und Hufform – enge Strahlfurchen, Zwanghufe, schwaches Horngewebe als Disposition
THZ-Erfahrung aus 26 Jahren Praxis

Chronisch wiederkehrende Strahlfäule – das Pferd hat sie immer wieder, trotz aller Bemühungen – ist in der Regel ein Signal des Stoffwechsels. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" zeigt regelmäßig auf, welche Imbalancen im Hintergrund stehen. Oft sind es Mineralstoffimbalancen, Leberbelastung oder ein gestörter Entgiftungsstoffwechsel. Wer nur die Oberfläche behandelt, arbeitet immer nur am Symptom – nicht an der Ursache.

Das unterscheidet unseren Ansatz von einer reinen Hygienelösung: Wir schauen, warum dieses Pferd immer wieder betroffen ist – und gehen der Ursache nach.

Aus unserer Praxis – innere Hufgesundheit begleiten

Nehls Hufkräuter Spezial & Nehls Hufelexier

Entwickelt für die innerliche Begleitung der Hufgesundheit – Mineralstoffversorgung, Hornqualität und Stoffwechsel. Bewährt bei Pferden die chronisch zu Hufproblemen neigen.

→ Nehls Hufkräuter Spezial  |  → Nehls Hufelexier

Unsere Erfahrung zeigt: Das Hufelexier unterstützt die Hornregeneration – neues Horn muss in guter Qualität nachwachsen. Lokale Behandlung allein reicht nicht.

Strahlfäule vorbeugen – die 8 wichtigsten Maßnahmen

  1. Täglich Hufe auskratzen – Schmutz und Feuchtigkeit aus den Strahlfurchen entfernen; Sauerstoffzutritt sichern. Das ist die wichtigste Einzelmaßnahme.
  2. Zweimal täglich ausmisten – nasse Einstreu ist der Hauptrisikofaktor. Ammoniak aus Harn schädigt das Horn vor.
  3. Trockene Einstreu – entstaubte Späne oder Strohpellets binden Feuchtigkeit besser als Stroh; Stroh bei Strahlproblemen wenn möglich ersetzen.
  4. Paddock-Hygiene – matschige Paddocks regelmäßig abäppeln; Aufenthalt bei extremem Matsch begrenzen oder Saubermatten im Auslauf.
  5. Ausreichend Bewegung – fördert Durchblutung, Hornregeneration und den natürlichen Hufmechanismus. Stehendes Pferd = schlecht durchbluteter Huf.
  6. Regelmäßiger Hufschmied – Strahlfurchen müssen offen und gut zugänglich sein; Taschen und Überstände am Strahl entfernen.
  7. Kein Teer und kein Pflegefett auf dem Strahl – solange Strahlfäule vorhanden oder Risiko besteht; nur auf den gesunden Huf.
  8. Fütterung prüfen – ausgewogene Mineralstoffversorgung, kein Eiweißüberschuss, zuckerarme Ration bei Pferden die häufig betroffen sind.
Besonders im Frühjahr und Herbst aufpassen Nässe, Matsch und wechselnde Temperaturen erhöhen das Strahlfäule-Risiko besonders im Frühjahr und Herbst. Nach dem Winter oft geschwächte Hornqualität – idealer Zeitpunkt um die innerliche Hufunterstützung aufzufrischen.

Fütterung für gesunde Hufe

Gesundes Hufhorn braucht die richtigen Bausteine. Besonders relevant für die Hufgesundheit:

  • Biotin – fördert die Bildung von neuem Hufhorn; bei Hornproblemen oft der erste Gedanke, aber nur ein Teil des Bildes
  • Zink und Kupfer – essentiell für Hornstruktur und -qualität; Imbalancen durch zu viel Eisen im Heu häufig
  • Methionin und Schwefel – als Aminosäuren Bausteine des Keratins (Hufhorn)
  • Kalzium/Phosphor-Verhältnis – muss stimmen; schlechtes Verhältnis verschlechtert Hornqualität
  • Kein Eiweißüberschuss – zu viel Rohprotein belastet Leber/Nieren und schwächt die Entgiftung – was sich in schlechter Hornqualität zeigt
  • Kein Zuckerüberschuss – Grasrehe und schlechte Hornqualität hängen zusammen

Erfahrungsbericht: Friesenwallach Black Jack

JB
Jaqui & Tobi mit Friesenwallach Black Jack
Chronische Strahlfäule · zuvor „nie konsequent in den Griff bekommen"

„Wir hatten immer im Hinterkopf, dass Strahlfäule bei Pferden NUR aufgrund mangelnder Hygiene und Matsch entsteht. Dass so viel mehr dahinterstecken kann – Wahnsinn. Seit Ewigkeiten hatte Black Jack Probleme mit Strahlfäule und wir haben es nie konsequent in den Griff bekommen.

Dass auch der Vitalstoffhaushalt und der Stoffwechsel dahinterstecken können, das ist uns nie in den Sinn gekommen.

Seit der dritten Begleitwoche ist Black Jack konsequent frei von der lästigen Strahlfäule. Die Hufqualität wirkt stabiler, sein Fell glänzt und er wirkt im Gesamten viel zufriedener."

Immer wieder Strahlfäule trotz guter Pflege?

Wenn die Strahlfäule jedes Jahr zurückkommt, lohnt es sich den Stoffwechsel Ihres Pferdes genauer anzuschauen. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht individuelle Imbalancen sichtbar und zeigt, was im Hintergrund steckt.

Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →

Häufige Fragen zur Strahlfäule beim Pferd

Was ist Strahlfäule beim Pferd?
Strahlfäule ist eine bakterielle Erkrankung des Hufstrahls, bei der anaerobe Bakterien – hauptsächlich Fusobacterium necrophorum – das weiche Strahlhorn zersetzen. Sie entsteht bei dauerhafter Feuchtigkeit, mangelnder Hygiene und unzureichender Bewegung. Typisch sind ein fauliger Geruch und eine schwarze, schmierige Masse in den Strahlfurchen.
Wie erkenne ich Strahlfäule beim Pferd?
Das deutlichste Zeichen ist ein penetranter, fauliger Geruch beim Hufauskratzen. Dazu kommen eine dunkle bis schwarze, schmierige Masse in den Strahlfurchen, weiches oder bröckeliges Strahlhorn und vertiefte Furchen. Im fortgeschrittenen Stadium zeigt das Pferd Schmerzempfindlichkeit und beginnt zu lahmen.
Was hilft am besten gegen Strahlfäule?
Täglich Huf auskratzen und faules Horn entfernen – Sauerstoffzutritt ist entscheidend, da die Bakterien anaerob (sauerstoffleidend) sind. Geeignetes Strahlpflegemittel auftragen. Kein Teer, kein Pflegefett auf betroffene Stellen – das verschließt die Bakterien ein. Haltungsbedingungen verbessern: trockene Einstreu, regelmäßiges Ausmisten, Bewegung. Bei Lahmheit oder freiliegender Lederhaut sofort Tierarzt und Hufschmied.
Kann Strahlfäule von alleine heilen?
Leichte Strahlfäule kann sich bei optimalen Bedingungen – trockener Stand, viel Bewegung, tägliche Hufpflege – zurückbilden. In den meisten Fällen ist aber eine aktive Behandlung notwendig. Unbehandelt breitet sich die Erkrankung aus und kann zu Lahmheit, Huflederhautentzündung und im schlimmsten Fall Strahlkrebs führen.
Warum bekommt mein Pferd immer wieder Strahlfäule?
Chronisch wiederkehrende Strahlfäule trotz guter Hygiene ist fast immer ein Zeichen eines gestörten Stoffwechsels: Mineralstoffimbalancen, Eiweißüberschuss, Leberbelastung oder schlechte Entgiftung schwächen die Hornqualität von innen. Wir empfehlen in diesen Fällen eine ganzheitliche Betrachtung – zum Beispiel über die Haaranalyse – um den Hintergrund sichtbar zu machen.
Was ist der Unterschied zwischen Strahlfäule und Strahlkrebs?
Bei der Strahlfäule zersetzen Bakterien das Horngewebe – behandelbar mit Desinfektion und Pflege. Beim Strahlkrebs (Hufkrebs) verhornen die Epithelzellen der Lederhaut nicht mehr – es entstehen blumenkohlartige Wucherungen. Strahlkrebs ist kein Tumor im klassischen Sinne, aber ernst zu nehmen und muss tierärztlich behandelt werden. Die Erkrankungen ähneln sich optisch, sind aber unterschiedlichen Ursprungs.
Darf ich Hufteer bei Strahlfäule verwenden?
Nein. Teer bildet eine luftdichte Schicht – und Strahlfäule-Bakterien brauchen keinen Sauerstoff. Unter Teer haben sie optimale Bedingungen und können sich ungestört vermehren. Gleiches gilt für Hufpflegefette und -öle auf betroffenen Stellen. Erst wenn der Strahl wieder gesund ist, kann regulär gepflegt werden.
Wie oft sollte man bei Strahlfäule den Tierarzt oder Hufschmied hinzuziehen?
Bei leichten Fällen reicht regelmäßige Hufschmiedbesuche (alle 6–8 Wochen) plus eigenständige tägliche Pflege. Bei fortgeschrittener Strahlfäule mit Lahmheit, freiliegender Lederhaut oder Verdacht auf Strahlkrebs sofort Tierarzt und Hufschmied. Auch bei chronisch wiederkehrender Strahlfäule empfiehlt sich eine veterinärmedizinische Beurteilung der Grundursache.
Persönliche Beratung
Tatjana Siebert
Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT) · Zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV)
Beantwortet eure Fragen zu Strahlfäule, Hufgesundheit, Fütterung und Haaranalyse.
Katrin Knecht
Tierärztin · über 20 Jahre Naturheilkunde
Bei komplexen oder schwierigen Fällen bringt Katrin Knecht die veterinärmedizinische Perspektive zur Diagnostik und Differenzierung von Strahlfäule und Strahlkrebs ein.
und unser erfahrenes Team mit Sina, Sabrina, Lara, Julia & Vanessa.
Fragen zur Hufgesundheit Ihres Pferdes? Wir beraten Sie gern: +49 5642 988-8826