Strahlfäule beim Pferd
Erkennen, behandeln, vorbeugen – und verstehen warum manche Pferde sie immer wieder bekommen.
Strahlfäule ist eine bakterielle Zersetzung des Hufstrahls durch anaerobe Bakterien – hauptsächlich Fusobacterium necrophorum. Sie entsteht bei Feuchtigkeit, mangelnder Hygiene und unzureichender Bewegung. Erste Hilfe: Huf täglich reinigen, faules Horn entfernen, Strahlfurchen trockenlegen und mit einem geeigneten Mittel behandeln. Kein Teer, kein Hufpflegefett auf betroffene Stellen – das verschlimmert es. Chronisch wiederkehrende Strahlfäule ist oft ein Zeichen für einen gestörten Stoffwechsel.
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Die häufigste Huferkrankung – und warum sie wiederkehrt
Strahlfäule ist unangenehm, hartnäckig und weit verbreitet. In einer niederländischen Querschnittsstudie mit fast 1.000 Pferden litten 85 Prozent an mindestens einer Huferkrankung – Strahlfäule war mit 45 Prozent die häufigste. Besonders betroffen waren Pferde die in feuchten Boxen mit Stroheinstreu standen.
Die gute Nachricht: Strahlfäule ist behandelbar und weitgehend vermeidbar. Die schlechtere: Wer sie immer wieder bekommt, hat oft mehr als ein Hygieneproblem. Ein unausgeglichener Stoffwechsel – zu viel Eiweiß, zu viel Zucker, schlechte Mineralstoffversorgung – schwächt die Hornqualität und macht den Strahl dauerhaft anfällig. Das ist der Punkt den die meisten Ratgeber nicht ansprechen.
Der Strahl – was er ist und warum er so wichtig ist
Der Strahl ist das keilförmige, elastische Horngebilde an der Unterseite des Hufs. Er besteht aus weicherem Gewebe als die Hufwand und ist in drei Furchen unterteilt – eine mittlere und zwei seitliche. Diese Elastizität ist kein Zufallsprodukt: Der Strahl ist der natürliche Stoßdämpfer des Hufs.
Bei jedem Schritt dehnt sich der Strahl beim Aufsetzen aus und zieht sich beim Abheben wieder zusammen. Dieser Mechanismus pumpt aktiv Blut aus dem Huf zurück nach oben – man spricht deshalb von den Hufen als den „fünften Herzen" des Pferdes. Ein erkrankter Strahl arbeitet nicht mehr richtig: Die Durchblutung sinkt, das Horn regeneriert sich schlechter, der gesamte Bewegungsapparat wird belastet.
Wie Strahlfäule entsteht
Die verantwortlichen Bakterien – hauptsächlich Fusobacterium necrophorum – sind normale Bewohner des Pferdedarms. Sie werden täglich mit dem Kot ausgeschieden und sind deshalb in jedem Stall allgegenwärtig. Unter normalen Bedingungen ist das kein Problem: Frische Luft, regelmäßiges Auskratzen und ein gesundes Horn bilden eine wirksame Barriere.
Diese Barriere versagt, wenn:
- Feuchtigkeit das Strahlhorn dauerhaft aufweicht
- Ammoniak aus Harn und Kot das Horn vorschädigt
- Die Strahlfurchen mit Mist, Matsch oder Einstreu verstopft sind und kein Sauerstoff hineinkommt
- Mangelnde Bewegung die Durchblutung und Hornregeneration drosselt
- Die Hornqualität durch Fütterungsfehler oder Stoffwechselprobleme geschwächt ist
Die Bakterien brauchen eine sauerstoffarme Umgebung – sie sind anaerob. Genau das finden sie in verstopften, feuchten Strahlfurchen. Dort beginnen sie, das weiche Strahlhorn zu zersetzen.
Strahlfäule erkennen – Riechen, Sehen, Fühlen
Frühzeichen
- Fauliger Geruch beim Auskratzen – oft das erste und deutlichste Zeichen
- Dunkle, schmierige Masse in den Strahlfurchen – grau bis schwarz, weich
- Vertiefte, engere Strahlfurchen als gewohnt
- Weiches, bröckeliges Strahlhorn das sich leicht abheben lässt
Fortgeschrittene Stadien
- Ausbreitung auf seitliche Strahlfurchen und Ballen
- Schmerzempfindlichkeit beim Berühren des Strahls
- Lahmheit – das Pferd entlastet den betroffenen Huf
- Ringbildung an der Hufwand (Ballenhorn ist betroffen)
- Hohlräume und tiefe Risse im Strahl
Strahlfäule vs. Strahlkrebs – ein wichtiger Unterschied
Beide Erkrankungen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus und werden leicht verwechselt. Der Unterschied ist jedoch bedeutsam:
| Merkmal | Strahlfäule | Strahlkrebs (Hufkrebs) |
|---|---|---|
| Ursache | Bakterielle Zersetzung des Horngewebes (anaerobe Bakterien) | Fehlende Verhornung der Epithelzellen – keine klassische Krebserkrankung |
| Geruch | Stark faulig | Weniger ausgeprägt |
| Aussehen | Schwarze, schmierige Masse, zersetztes Horn | Käsiger, weißlicher Belag; blumenkohlartige Wucherungen der Lederhaut |
| Behandlung | Lokale Desinfektion, Hufpflege, Hygiene, Hufschmied | Tierärztlich, oft chirurgisch – keine Selbstbehandlung |
| Prognose | Gut – bei konsequenter Behandlung heilbar | Ernst – abhängig von Ausbreitung; kann auf gesamten Huf übergehen |
Strahlkrebs kann sich aus lang unbehandelter oder chronisch rezidivierender Strahlfäule entwickeln. Das ist ein weiterer Grund warum Strahlfäule ernst genommen werden muss – auch wenn sie „nur" stinkt und noch keine Lahmheit verursacht.
Strahlfäule behandeln – Schritt für Schritt
Schritt 1: Huf gründlich reinigen
Den Huf trocken auskratzen – alle losen, faulen Hornanteile sorgfältig entfernen. Bei fortgeschrittenem Befall freischneiden lassen (Hufschmied oder Hufpfleger). Ziel: Sauerstoffzutritt in die Strahlfurchen ermöglichen.
Schritt 2: Faules Horn entfernen
Weiche, zerfallende Hornanteile müssen weg – sie bieten den Bakterien weiteren Nährboden. Das übernimmt idealerweise der Hufschmied oder Hufpfleger. Nicht zu tief schneiden – bei Unsicherheit Fachmann hinzuziehen.
Schritt 3: Strahlpflegemittel auftragen
Nach dem Reinigen ein geeignetes Mittel in die Strahlfurchen einarbeiten. Wichtig: Das Mittel soll die Bakterien hemmen und gleichzeitig das Horn stabilisieren – nicht abdecken oder einschließen.
Nehls Huf Strahl-Pflege
Entwickelt für die tägliche Strahlpflege und bei Strahlfäule. Greift das Hufhorn nicht an, sondern wirkt auf schonende Art regulierend. Kann täglich in die Strahlfurchen einmassiert werden.
→ Nehls Huf Strahl-PflegeNehls Strahl Vet (Pulver)
Wenn die Strahlfurchen dauerhaft feucht und tief sind, reicht ein flüssiges Mittel alleine oft nicht. Das Pulver trocknet das feuchte Milieu ab und hemmt gleichzeitig das Bakterienwachstum. In unserer langjährigen Praxis besonders bei hartnäckigen Fällen bewährt.
→ Nehls Strahl Vet (Pulver)Schritt 4: Täglich kontrollieren
Jeden Tag: Hufe auskratzen, Strahl inspizieren, Strahlpflegemittel erneuern. Konsequenz ist hier entscheidend – einmal pro Woche reicht nicht. Bei aktivem Befall mindestens 2–3 Wochen täglich behandeln.
Schritt 5: Haltungsbedingungen optimieren
Ohne Änderung der Bedingungen kehrt die Strahlfäule zurück. Trockene, saubere Einstreu, regelmäßiges Ausmisten, saubere Paddocks – das ist die Basis. Details im Abschnitt Vorbeugung.
Die innere Seite der Strahlfäule – wenn Hygiene allein nicht reicht
Manche Pferde bekommen Strahlfäule trotz tadelloser Stallhygiene, regelmäßigem Hufschmied und täglicher Pflege. Diese Pferde stehen neben Stallkameraden die unter denselben Bedingungen leben – ohne Probleme. Warum?
Die Antwort liegt im Stoffwechsel. Schlechte Hornqualität entsteht nicht nur durch äußere Feuchtigkeit – sie entsteht auch von innen, durch:
- Mineralstoffimbalancen – zu wenig Zink, Kupfer, Biotin; falsches Verhältnis von Kalzium und Phosphor
- Eiweiß- oder Zuckerüberschuss in der Ration – begünstigt schlechte Hornqualität
- Übersäuerung – häufig unterschätzte Ursache für chronische Hufprobleme
- Entgiftungsprobleme in Leber und Nieren – schlechte Entgiftung zeigt sich oft als Hufproblem
- Genetik und Hufform – enge Strahlfurchen, Zwanghufe, schwaches Horngewebe als Disposition
Chronisch wiederkehrende Strahlfäule – das Pferd hat sie immer wieder, trotz aller Bemühungen – ist in der Regel ein Signal des Stoffwechsels. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" zeigt regelmäßig auf, welche Imbalancen im Hintergrund stehen. Oft sind es Mineralstoffimbalancen, Leberbelastung oder ein gestörter Entgiftungsstoffwechsel. Wer nur die Oberfläche behandelt, arbeitet immer nur am Symptom – nicht an der Ursache.
Das unterscheidet unseren Ansatz von einer reinen Hygienelösung: Wir schauen, warum dieses Pferd immer wieder betroffen ist – und gehen der Ursache nach.
Nehls Hufkräuter Spezial & Nehls Hufelexier
Entwickelt für die innerliche Begleitung der Hufgesundheit – Mineralstoffversorgung, Hornqualität und Stoffwechsel. Bewährt bei Pferden die chronisch zu Hufproblemen neigen.
→ Nehls Hufkräuter Spezial | → Nehls HufelexierUnsere Erfahrung zeigt: Das Hufelexier unterstützt die Hornregeneration – neues Horn muss in guter Qualität nachwachsen. Lokale Behandlung allein reicht nicht.
Strahlfäule vorbeugen – die 8 wichtigsten Maßnahmen
- Täglich Hufe auskratzen – Schmutz und Feuchtigkeit aus den Strahlfurchen entfernen; Sauerstoffzutritt sichern. Das ist die wichtigste Einzelmaßnahme.
- Zweimal täglich ausmisten – nasse Einstreu ist der Hauptrisikofaktor. Ammoniak aus Harn schädigt das Horn vor.
- Trockene Einstreu – entstaubte Späne oder Strohpellets binden Feuchtigkeit besser als Stroh; Stroh bei Strahlproblemen wenn möglich ersetzen.
- Paddock-Hygiene – matschige Paddocks regelmäßig abäppeln; Aufenthalt bei extremem Matsch begrenzen oder Saubermatten im Auslauf.
- Ausreichend Bewegung – fördert Durchblutung, Hornregeneration und den natürlichen Hufmechanismus. Stehendes Pferd = schlecht durchbluteter Huf.
- Regelmäßiger Hufschmied – Strahlfurchen müssen offen und gut zugänglich sein; Taschen und Überstände am Strahl entfernen.
- Kein Teer und kein Pflegefett auf dem Strahl – solange Strahlfäule vorhanden oder Risiko besteht; nur auf den gesunden Huf.
- Fütterung prüfen – ausgewogene Mineralstoffversorgung, kein Eiweißüberschuss, zuckerarme Ration bei Pferden die häufig betroffen sind.
Fütterung für gesunde Hufe
Gesundes Hufhorn braucht die richtigen Bausteine. Besonders relevant für die Hufgesundheit:
- Biotin – fördert die Bildung von neuem Hufhorn; bei Hornproblemen oft der erste Gedanke, aber nur ein Teil des Bildes
- Zink und Kupfer – essentiell für Hornstruktur und -qualität; Imbalancen durch zu viel Eisen im Heu häufig
- Methionin und Schwefel – als Aminosäuren Bausteine des Keratins (Hufhorn)
- Kalzium/Phosphor-Verhältnis – muss stimmen; schlechtes Verhältnis verschlechtert Hornqualität
- Kein Eiweißüberschuss – zu viel Rohprotein belastet Leber/Nieren und schwächt die Entgiftung – was sich in schlechter Hornqualität zeigt
- Kein Zuckerüberschuss – Grasrehe und schlechte Hornqualität hängen zusammen
Erfahrungsbericht: Friesenwallach Black Jack
„Wir hatten immer im Hinterkopf, dass Strahlfäule bei Pferden NUR aufgrund mangelnder Hygiene und Matsch entsteht. Dass so viel mehr dahinterstecken kann – Wahnsinn. Seit Ewigkeiten hatte Black Jack Probleme mit Strahlfäule und wir haben es nie konsequent in den Griff bekommen.
Dass auch der Vitalstoffhaushalt und der Stoffwechsel dahinterstecken können, das ist uns nie in den Sinn gekommen.
Seit der dritten Begleitwoche ist Black Jack konsequent frei von der lästigen Strahlfäule. Die Hufqualität wirkt stabiler, sein Fell glänzt und er wirkt im Gesamten viel zufriedener."
Immer wieder Strahlfäule trotz guter Pflege?
Wenn die Strahlfäule jedes Jahr zurückkommt, lohnt es sich den Stoffwechsel Ihres Pferdes genauer anzuschauen. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht individuelle Imbalancen sichtbar und zeigt, was im Hintergrund steckt.
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →Häufige Fragen zur Strahlfäule beim Pferd
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