Kissing Spines & Rückenprobleme beim Pferd
Ursachen, Symptome, Diagnostik & ganzheitliche Begleitung bei Rückenbeschwerden
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- Rückenprobleme beim Pferd sind selten angeboren – meist entstehen sie durch Trauma, Reiter- und Ausbildungsfehler, unpassende Sättel oder sekundär durch Gliedmaßenerkrankungen.
- „Kissing Spines" bezeichnet Berührungen oder Überlappungen der Dornfortsätze – meist zwischen 10. Brust- und 4. Lendenwirbel, häufig diagnostiziert zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr.
- Röntgenbefunde allein sind wenig aussagekräftig: Viele Pferde mit auffälligem Röntgenbild zeigen keine Beschwerden – umgekehrt gibt es Pferde mit deutlichen Symptomen ohne klare Röntgenbefunde.
- Haltung und Fütterung sind zentrale Stellschrauben. Tierärztliche Diagnostik ist unerlässlich – ergänzend können Bewegungs-, Fütterungs- und naturheilkundliche Begleitung beitragen.
Rückenbeschwerden gehören zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen beim Pferd. Angeborene Missbildungen der Wirbelsäule sind selten – in den meisten Fällen zeigen sich Rückenprobleme als Weichteilschäden an Bändern, Muskulatur und Haut sowie als Veränderungen an den Wirbeln selbst. Auch eine Subluxation des Kreuz-Darmbein-Gelenks sowie Läsionen des Kreuzbeins und der Kruppenmuskulatur werden dem Spektrum der Rückenbeschwerden zugeordnet.
Pathologische Veränderungen können einzeln oder in Kombination auftreten. Das macht das Krankheitsbild so vielschichtig – und die Diagnose anspruchsvoll. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über Ursachen, Symptome, Diagnostik und die naturheilkundliche Begleitung von Pferden mit Rückenproblemen und dem sogenannten „Kissing-Spines-Syndrom".
Was sind Kissing Spines?
Der Begriff „Kissing Spines" – sinngemäß „sich küssende Dornfortsätze" – beschreibt Berührungen oder Überlappungen einzelner oder mehrerer Dornfortsätze der Wirbelsäule. Normalerweise stehen die Dornfortsätze in gleichmäßigem Abstand zueinander. Verengen sich diese Abstände, berühren sich die Dornfortsätze oder überlappen sie sich, spricht man vom Kissing-Spines-Syndrom.
Häufig betroffen ist der Abschnitt zwischen dem 10. Brust- und dem 4. Lendenwirbel – also genau der Bereich mit der größten Beweglichkeit in alle Richtungen. Überlappungen können in Folge einer Spondylose (Verknöcherungsprozess) auftreten. Im Röntgenbild zeigen sich zusätzlich oft eine Randsklerosierung, Pseudoarthrosenbildung oder Insertionsexotosen.
Ursachen von Rückenbeschwerden beim Pferd
Die Ursachen sind vielfältig und überlagern sich häufig:
- Trauma: Stürze, Verrenkungen, Unfälle – akute mechanische Schäden.
- Reiter- und Ausbildungsfehler: Unphysiologisches Reiten, zu frühe Belastung, zu enge Ausbinder, Überforderung.
- Unpassender Sattel: Druckstellen, Satteldruck, falsche Lage – eine der häufigsten Ursachen überhaupt.
- Gliedmaßenerkrankungen: Chronische Lahmheiten führen zu Schonhaltungen, die den Rücken sekundär belasten.
- Genetische Disposition: Manche Rassen und Linien neigen stärker zu engen Dornfortsatz-Abständen.
- Bewegungsmangel: Fehlender oder unregelmäßiger Bewegungsrhythmus (Boxenhaltung mit punktueller Belastung) fördert Verspannungen und Degeneration.
Ohne Trauma entwickeln sich die Wirbelveränderungen meist schleichend über Monate und Jahre – die Pferde können dabei lange beschwerdefrei bleiben. Symptome treten oft erst auf, wenn sich die Veränderungen verfestigt haben. Am häufigsten sind Rückenprobleme zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr.
Symptome von Rückenerkrankungen beim Pferd
Die Symptomatik ist ausgesprochen vielfältig. Im Einzelfall treten selten alle Zeichen gleichzeitig auf – oft sind es nur einige wenige, die dann aber charakteristisch sind:
- Verlust des Temperamentes, Leistungsminderung
- Sattel- und/oder Gurtzwang, Empfindlichkeit beim Putzen oder Abtasten
- Durchdrücken des Rückens beim Aufsitzen und Anreiten
- Steifheit, kurzer, gebundener, schwungloser Gang
- Abstehender, eingeklemmter oder schief getragener Schweif
- „Katzenbuckel", Taktfehler im Trab, fehlender Vorwärtsdrang
- Umspringen in den Kreuzgalopp, Widersetzlichkeit
- Steigen, panikartiges Wegrennen, Stöhnen bei bestimmten Lektionen
- Schwellungen im Rückenbereich, Rückenwegdrücken
- Probleme beim Aufsatteln und Aufsteigen
Diagnostik bei Rückenproblemen
Die Diagnose einer Rückenerkrankung basiert primär auf der klinischen Untersuchung. Bei der Adspektion werden Verformungen der Wirbelsäule sowie Asymmetrien und Schwellungen der Muskulatur beurteilt. Durch Palpation (Abtasten) können Druckschmerzreaktionen ausgelöst werden – Wegdrücken des Rückens, seitliches Ausweichen, In-die-Knie-Gehen.
Um sicherzugehen, dass es sich nicht um ein besonders hautsensibles Pferd handelt, sollte der Palpationsschmerz auch nach längerem Abtasten reproduzierbar sein. Pferde mit echten Rückenbeschwerden vermeiden bei der Palpation zusätzlich eine seitliche Biegung der Wirbelsäule.
Röntgen und weitere Bildgebung
Die röntgenologische Untersuchung der Brust- und Lendenwirbel ist wichtig, aber nicht allein ausschlaggebend. Am stehenden Pferd lassen sich nur bestimmte Abschnitte darstellen. Für einen Gesamtüberblick ist eine Röntgenuntersuchung in Narkose mit leistungsstarken Geräten und Rasterkassetten erforderlich.
Häufig wird das Röntgen mit einer Szintigraphie kombiniert. Vorteil: Veränderungen, die im Röntgenbild noch nicht sichtbar sind, werden erkennbar – und man kann beurteilen, welche röntgenologischen Befunde auch tatsächlich am akuten Entzündungsgeschehen beteiligt sind. Die Sonographie ergänzt die Diagnostik bei Muskel- und Bänderläsionen.
Eine weitere Möglichkeit ist die lokale Infiltrationsanästhesie zwischen und um die veränderten Dornfortsätze. Ein positiver Ausfall (Besserung nach Betäubung) sichert die Diagnose ab. Ein negativer Ausfall schließt Rückenprobleme allerdings nicht aus.
Blutbefunde und Muskelenzyme
Die Bestimmung der Muskelenzymwerte (CK, LDH) vor und nach Belastung kann Hinweise auf eine Muskelerkrankung geben. Bei chronischen Rückenbeschwerden sind die Werte allerdings häufig unauffällig.
Veterinärmedizinische Therapie
Die tierärztliche Therapie setzt primär auf die lokale oder systemische Gabe entzündungshemmender und muskelrelaxierender Medikamente. Ergänzend werden häufig Vitamin E, Selen und Magnesium eingesetzt. Dazu kommen physikalische Maßnahmen wie Wärmebehandlungen (Solarium, Fangopackungen), Physiotherapie, Massagen, Bewegungstherapie, Akupunktur, Ultraschall, Neuraltherapie oder Chiropraktik.
In sorgfältig ausgewählten Einzelfällen kann eine chirurgische Teilresektion veränderter Dornfortsätze erwogen werden. Grundvoraussetzung jeder Therapie – auch in der Schulmedizin – ist eine längere Ruhephase mit geregelter Bewegung, idealerweise auf der Weide.
Ganzheitliche Begleitung bei Rückenproblemen
In der naturheilkundlichen Begleitung legen wir im Tierheilkundezentrum großen Wert auf die drei Grundvoraussetzungen: Haltung, Fütterung und Bewegung. Ohne diese Basis wirken weder schulmedizinische noch naturheilkundliche Maßnahmen optimal.
Haltung – freie Bewegung ist zentral
Rückenpferde brauchen ständige, freie Bewegungsmöglichkeit. Ideal ist eine Box mit angeschlossenem Paddock oder Auslauf, eine Offenstallhaltung in kleiner, verträglicher Herde oder die 24-Stunden-Weidehaltung. Der häufig praktizierte Wechsel zwischen nächtlicher Standbox und tagsüber Auslauf ist kontraproduktiv – er unterbricht den Bewegungsrhythmus und fördert Verspannungen.
Wichtig bei Offenstall- oder Herdenhaltung: Das erkrankte Pferd darf nicht gemobbt oder von rangniedrigeren Positionen verdrängt werden. Und: Nässe und Zugluft verschlimmern Rückenbeschwerden regelmäßig. Ein trockener, windgeschützter Rückzugsort ist Pflicht.
Fütterung – keine Standardempfehlung, aber klare Prinzipien
Die Fütterung muss dem Futterzustand und der individuellen Situation angepasst werden – eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Wichtige Kriterien:
- Normaler Futterzustand – weder zu mager noch zu mastig
- Ausgewogenes Energie-zu-Protein-Verhältnis
- Optimales Mineralstoffverhältnis (insbesondere Calcium zu Phosphor)
- Keine Überschüsse bei Mineralstoffen und Spurenelementen
Ein gezielter Blick auf die Muskulatur und deren Stoffwechsel gehört ebenfalls dazu.
Bewegungskonzept
Betroffene Pferde sollten zunächst nicht gearbeitet, aber ausreichend frei bewegt werden. Ergänzend ist ein individueller Bewegungsplan sinnvoll, der die Rückenmuskulatur entspannt, stärkt und gezielt aufbaut. Lokale Maßnahmen wie Akupunktur, Pressur, Wärme- oder Kälteanwendungen und Massagen können ergänzend eingesetzt werden. Vor Wiederaufnahme der Arbeit gehört eine gründliche Überprüfung von Sattel, Satteldecke, Gurt und Zäumung zur Selbstverständlichkeit.
Nehls Vet-Komplex Nr. 2 – homöopathische Begleitung
Das Komplexmittel wurde für die fütterungsbezogene Begleitung von Pferden mit Beschwerden des Bewegungsapparates zusammengestellt. Bei Pferden mit Rückenbeschwerden setzen wir es ergänzend zu einem individuellen Begleitkonzept ein – immer in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt und abgestimmt auf das einzelne Pferd.
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Unsere naturbelassene Kräutermischung zur fütterungsbezogenen Begleitung des Muskulatur-Stoffwechsels. Gerade bei Pferden mit Rückenbeschwerden und Muskelverspannungen hat sich ihr Einsatz in unserer Praxis bewährt.
→ Nehls Muskel-Stark ansehenHäufige Fragen zu Kissing Spines & Rückenproblemen
Leichte Rückenempfindlichkeit, gelegentliche Taktfehler, Sattelzwang – Muskulatur soll stoffwechselseitig begleitet werden.
→ Nehls Muskel-StarkDiagnostizierte Kissing Spines, starke Empfindlichkeit, Leistungsabfall – homöopathische Begleitung zusätzlich zur Haltungs- und Bewegungsoptimierung.
→ Nehls Vet-Komplex Nr. 2Was steckt hinter den Rückenbeschwerden Ihres Pferdes?
Muskelstoffwechsel, Mineralstoffhaushalt, Organbelastungen – die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht sichtbar, welche Faktoren im Hintergrund wirken. Grundlage für eine individuelle Begleitung, die zum Pferd passt. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →Weiterführende Ratgeber – Bewegungsapparat
