Sommerekzem beim Pferd
Ursachen, Auslöser und ganzheitliche Begleitung – warum wir im Winter anfangen und das Immunsystem nicht anfeuern
Ihr Pferd scheuert sich jeden Abend am Zaun, die Mähne ist weg, und Decke, Sprays und Cremes haben Sie schon durch. Dahinter steckt eine allergische Reaktion der Haut auf die Stiche von Gnitzen (Culicoides), 1 bis 3 mm kleinen Stechmücken. Der Juckreiz treibt das Pferd zum Scheuern an Mähne, Schweif und Bauch, bis Haare fehlen, die Haut aufgeht und sich verdickt – in den warmen Monaten, Jahr für Jahr.[1]
Die THZ-Sicht: Das Immunsystem eines Ekzemers reagiert zu stark. Deshalb arbeiten wir an der Immunregulation und füttern nichts, was als immunstimulierend gilt. Aus unserer Erfahrung als THP entscheidet sich die Saison im Winter: bei Fütterung, Darm und Stoffwechsel. Das braucht Geduld, und wir gehen den Weg mit. Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt.
- Auslöser sind Stiche von Gnitzen, bei manchen Pferden auch von Kriebelmücken. Die Haut zeigt eine Überreaktion des Immunsystems.
- Decke, Aufstallen zur Dämmerung und Ventilator senken die Zahl der Stiche. Die Reaktionslage des Pferdes bleibt dieselbe.
- Sommerekzem ist kein unabänderliches Schicksal: Wir begleiten Ekzemerpferde, die seit Jahren ruhig durch die Saison gehen. Die Arbeit beginnt im Winter und braucht ein bis zwei Jahre.
Wenn der Tierarzt Sommerekzem festgestellt hat und Sie von innen begleiten wollen. Dann geht es um die Begleitung des Hautstoffwechsels, ganzjährig und parallel zur tierärztlichen Betreuung: Nehls Allergosan Kräuter, entstanden aus den Erfahrungen von Tierheilpraktikerin Nehls mit ihrer Haflinger-Stute Sina. Starten Sie mit 500 g und sehen Sie, ob Ihr Pferd die Mischung frisst. In den ersten sechs Wochen sind es 50 g täglich, danach 30 bis 40 g. Empfohlen sind mindestens drei Monate.
Wenn es jedes Jahr wiederkommt – trotz Decke und Kortison. Dann geht es an die Basis, und zwar vor der Saison. Der Einstieg ist das VetLine Starter-Set Pferd, ein fertiges 6-Wochen-Programm für ein mittleres Pferd. Welche Regeln wir dabei einhalten, steht weiter unten ↓.
Wenn Sie alles probiert haben und nicht wissen, wo Sie ansetzen sollen. Dann klären wir das im kostenlosen Erstgespräch – oder am Telefon unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt für einen Begleitplan – ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Offene, nässende Hautstellen gehören zuerst zum Tierarzt.
Was beim Sommerekzem passiert – und wo wir es anders sehen
Die Gnitze sticht, und das Immunsystem des Pferdes antwortet mit einer allergischen Reaktion. Der Juckreiz treibt das Pferd an Pfosten und Bäume. Durch das Scheuern entstehen kahle Stellen, Schürfwunden und mit den Jahren verdickte Haut.[1] Für uns ist Sommerekzem ein Signal des ganzen Organismus – und häufiger missverstanden als jede andere Pferdeerkrankung, die wir kennen.
Der häufigste Fehler aus unserer Sicht: Sommerekzem gilt als Hautproblem. Sie kaufen die Decke, cremen, sprühen, lassen im Juli Kortison spritzen – und stehen im nächsten Mai wieder am selben Punkt. Das liegt nicht an Ihnen. Kortison ist ein gutes Notfallmedikament, und die Decke hält Stiche ab. Wie Ihr Pferd auf den nächsten Stich reagiert, ändert beides kaum. Wer nur die Haut versorgt, erlebt Sommer für Sommer dieselbe Geschichte.
Ein Immunsystem, das überreagiert, braucht keinen zusätzlichen Anschub – er heizt die Reaktion nur weiter an. Kräuter, die als immunstimulierend gelten – Sonnenhut (Echinacea), Mistel, Taigawurzel, Schwarzkümmel –, füttern wir Ekzemerpferden deshalb nicht. Das ist unsere Position aus über 26 Jahren Praxis. Sie unterscheidet sich von vielem, was der Handel als „Immunbooster" für Ekzemer anbietet.
Die Auslöser: Gnitzen und Kriebelmücken
Gnitzen (Culicoides)
Gnitzen brüten in Schlamm und feuchtem Boden an Bächen, Teichen und Sumpfstellen. Am aktivsten sind sie vor und während der Abenddämmerung, am Pferd sitzen sie an Mähne, Schweif und Bauch. Und sie sind schlechte Flieger – deshalb hilft Luftbewegung.[1]
Daraus ergeben sich die Maßnahmen, die auch die Tiermedizin nennt: in den warmen Monaten von 16 bis 7 Uhr aufstallen, Ventilator im Stall, feinmaschige Netze vor Türen und Fenstern, Ekzemerdecke mit Halsteil.[1] Das ist viel Aufwand, wir wissen das. Fangen Sie mit dem an, was an Ihrem Stall machbar ist.
Kriebelmücken (Simuliidae)
Kriebelmücken sind 1 bis 6 mm lang und legen ihre Eier in schnell fließendes Wasser. Sie stechen überwiegend bei Tageslicht, mit Schwerpunkten am Morgen und am Abend. Der Rat „Weide weg vom Bach" trägt bei ihnen nur begrenzt, denn Kriebelmücken fliegen 12 bis 18 km weit. Ein Unterstand für die Hauptflugzeiten bringt mehr.[2]
Warum manche Pferde Sommerekzem entwickeln und andere nie
Am besten untersucht ist das Islandpferd. Auf Island gibt es keine Gnitzen, die Krankheit ist dort unbekannt. Eine Untersuchung an 330 exportierten Islandpferden in Deutschland, Dänemark und Schweden fand bei 34,5 % Sommerekzem; unter den Pferden, die länger als zwei Jahre im Ausland standen, waren es 49,5 %. Die ersten Zeichen kamen im Mittel gut zwei Jahre nach dem Export. Einen Einfluss des Vaters fanden die Autoren nicht. Ihr Schluss: Diese Pferde sind den Gnitzen in jungen Jahren nie begegnet.[3]
Was wir aus über 26 Jahren Praxis sehen, geht über das Islandpferd hinaus. Neben den Isländern trifft es vor allem Haflinger, Tinker, Fjordpferde und Shetlandponys – Rassen, die für karges Futter gebaut sind. Bei ihnen kommt häufig mehreres zusammen:
- Zu viel Eiweiß. Fette Weide, Kraftfutter und Silage bei einem Pferd, das für magere Flächen gemacht ist.
- Ein Darm aus dem Takt. Nach Futterwechseln, Medikamenten oder verschimmeltem Heu.
- Leber und Nieren unter Last. Die Haut zeigt, was innen nicht mehr rund läuft.
- Stress. Stallwechsel, Verlust des Weidepartners, Überforderung.
Immer wieder sehen wir Pferde, die jahrzehntelang auf kargen Weiden gesund waren – und krank werden, sobald ihre Halter sie gut versorgen wollen. Das zeigt, wie fein das Gleichgewicht ist, auf das diese Tiere ausgelegt sind. Sommerekzem ist in vielen Fällen ein Zeichen, dass der Organismus mit Wohlstand überfordert wurde.
Aus dieser Erfahrung ist Ende der 1990er Jahre unser Sommerekzem-Konzept entstanden.
Sommerekzem erkennen – und wann der Tierarzt kommen muss
Es beginnt selten mit einer Wunde, und wer die frühen Zeichen kennt, kann früh handeln. Zuerst kommt Unruhe am Abend: Schweifschlagen, Kopfschütteln, das erste Scheuern am Zaunpfahl. Dann folgen kleine Knötchen am Mähnenkamm oder an der Schweifrübe, Schuppen, abgebrochenes Langhaar. Im Vollbild fehlen Mähne und Schweifhaare, die Haut ist offen und verkrustet. Sie kennen Ihr Pferd am besten: Wird es abends unruhiger als sonst, nehmen Sie das ernst. Die drei Stadien und die Verwechslungen mit Haarlingen, Milben oder Räude beschreibt unser Ratgeber Sommerekzem-Symptome erkennen.
- offene, nässende oder blutende Hautstellen
- Juckreiz, bei dem sich Ihr Pferd selbst verletzt
- Eiter, Geruch oder Schwellung an den wunden Stellen
- Juckreiz zum ersten Mal – auch, um Parasiten auszuschließen
Was wir tun: die vier Säulen unserer Begleitung
Ein Schema F gibt es beim Sommerekzem nicht. Das ist keine Ausrede – es ist die ehrlichste Aussage, die wir über diese Erkrankung machen können. Jedes Pferd bringt eine andere Fütterungsgeschichte, einen anderen Standort und andere Vorbelastungen mit. Vier Säulen tragen trotzdem bei jedem.
1. Fütterung – das ganze Jahr
Wir nehmen zuerst das Eiweiß aus der Ration: kein Kraftfutter auf Getreidebasis, keine Silage, keine fette Hochleistungsweide. Die Basis ist strukturreiches Heu von extensiv bewirtschafteten Wiesen, dazu Mineralien ohne synthetische Zusätze. Das gilt im Januar genauso wie im Juli. Wir wissen, dass sich karges Füttern hart anfühlt, wenn das Pferd am Zaun steht und wartet. Für diese Pferde ist es Fürsorge. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Fütterung bei Sommerekzem.
2. Darm und Stoffwechsel – die Basis
Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Deshalb beginnen wir dort, und zwar im Winter. Der Darm braucht Monate; im Mai ist es dafür zu spät. Es dauert.
Für die Basis nutzen wir die VetLine von Tierärztin Katrin Knecht. Drei Regeln halten wir dabei ein:
- VetLine Surf and Turf Basic Mineral Pferd läuft immer, als Dauerbasis – 30 g täglich für ein mittleres Pferd.
- Entero Clean Liquid oder Entero Clean Powder geben wir immer zusammen mit Entero Clean Basic, sechs Wochen lang. Liquid und Basic gibt es fertig als VetLine Entero Clean Duo Aktiv.
- Metabo Rapid geben wir nie ohne Entero Clean Basic: als VetLine Metabo Rapid Duo Aktiv.
Das VetLine Starter-Set Pferd fasst Surf and Turf, Entero Clean Liquid und Entero Clean Basic zu einem 6-Wochen-Programm zusammen. Für Turnierpferde gilt laut Produktseite eine Karenz von 48 Stunden.
3. Schutz von außen – nötig, aber nie allein
Decke, Aufstallen zur Dämmerung, Ventilator, Netze: Alles, was Stiche verhindert, nimmt Druck von der Haut. Wer nur von außen schützt, fängt allerdings jedes Frühjahr von vorn an. Kontrollieren Sie die Decke täglich auf Scheuerstellen. Für die Pflege gereizter, geschlossener Haut haben wir ein Öl ohne ätherische Zusätze.
Nehls Allergosan Öl
Pflegeöl zur äußerlichen Anwendung aus Sonnenblumen-, Avocado-, Oliven-, Schwarzkümmel- und Nachtkerzenöl. Es enthält bewusst keine Repellent-Komponente und ist kein Insektenschutz.
Wann dieses? Wenn die Haut gereizt, aber geschlossen ist: bei deutlicher Reizung einmal täglich dünn einreiben, sonst alle zwei bis drei Tage. Nicht auf offene Wunden, nicht am Auge, nicht für Katzen. Äußerliches Pflegeprodukt für Pferde, Ponys, Esel und Hunde – nicht zum Füttern.
→ Nehls Allergosan Öl ansehen4. Individuelle Begleitung
Kräuter allein, Homöopathie allein oder ein einzelnes Ergänzungsfuttermittel tragen aus unserer Erfahrung nicht weit. Wir kombinieren, und zwar für dieses eine Pferd. Wie das im Einzelnen aussieht, beschreibt der Ratgeber Sommerekzem naturheilkundlich begleiten.
Nehls Allergosan Kräuter
Getrocknete Kräutermischung aus Birkenblättern, Mariendistelfrüchten, Löwenzahn- und Brennnesselblättern, Weidenrinde und Hagebutte, ohne synthetische Zusätze. Sie enthält keine der Pflanzen, die als immunstimulierend gelten.
Wann dieses? Wenn die Diagnose steht und Sie den Hautstoffwechsel Ihres Pferdes ganzjährig begleiten wollen – am besten mit Beginn im Winter, mindestens drei Monate am Stück. Für Turnierpferde gilt laut Produktseite eine Karenz von sieben Tagen. Ergänzungsfuttermittel für Pferde, Ponys und Esel.
→ Nehls Allergosan Kräuter ansehenWie lange dauert die Begleitung?
Diese Frage kommt in jedem Erstgespräch. Wir verstehen sie gut: Nach mehreren Sommern mit einem scheuernden Pferd ist die Geduld aufgebraucht. Unsere ehrliche Antwort: Es dauert. Erste Veränderungen – ruhigere Abende, weniger Scheuern – sehen wir bei konsequenter Fütterung nach einigen Wochen. Viele unserer Begleitpferde kommen nach ein bis zwei Jahren stabiler Begleitung beschwerdefrei durch die Saison – und bleiben es. Zusagen können wir das für kein einzelnes Pferd.
Die häufigsten Abbrüche erleben wir im ersten Sommer ohne Kortison: Er wirkt oft schlechter als der davor. Wer das vorher weiß, hält durch. Und Sie können uns in dieser Zeit jederzeit anrufen. Ob und wann Sie Kortison absetzen, entscheidet Ihr Tierarzt.
Wenn Sie vor der nächsten Saison stehen und nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Rufen Sie uns an unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr, oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.
Häufige Fragen zum Sommerekzem beim Pferd
Was Halterinnen berichten
Wir erzählen hier zwei Fälle, die wir gut kennen. Die vollständigen Berichte stehen bei den Sommerekzem-Erfahrungsberichten.
„Poko trat im Jahre 2017 in unser Familienleben ein. Vierjährig kam er auf unseren Einstellerhof – und bereits im ersten Sommer fing er an, sich die Mähne abzuscheuern und ständig zu jucken. […] Nach nur vier Wochen stellte sich die erste Linderung ein. Die Haare fingen an zu wachsen, Poko konnte aufatmen. Es kam der erste Sommer nach vier Jahren, den er wieder ohne quälenden Juckreiz und voller Lebensqualität genießen konnte. Zum ersten Mal konnte seine Mähne den Winter über wachsen, die Bauchdecke zugehen, die Schweifrübe regenerieren."
Gabriele Bette · Friese/Knappstrupperwallach Poko · Auszug
„Winesse leidet seit mehreren Jahren unter extremem Juckreiz durch Sommerekzem. Cremes, Sprays, Hausmittel, Lotionen – nichts half wirklich. Auch eine Desensibilisierung durch den Tierarzt brachte nicht den erhofften Erfolg. Im schlimmsten Sommer konnte ich sie nicht einmal mehr putzen – die Bürsten reizten ihre Haut so stark, dass sie sich nur noch wälzen wollte. […] Ich bin einfach nur begeistert und kann das ganzheitliche Begleitkonzept sehr empfehlen."
Maren Fahnster · Hannoveraner-Stute Winesse · Auszug
Erfahrungen einzelner Pferde sind individuell und nicht übertragbar.
Die Geschichten der beiden eigenen Pferde unserer Gründerin – Sina und der Kleine Mann, mit Bildern – stehen im Ratgeber Sommerekzem naturheilkundlich begleiten.
Jedes Jahr wieder – trotz Decke, Kortison und Futterumstellung?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Wenn das Sommerekzem jede Saison zurückkommt, suchen wir bei Fütterung, Darm und Stoffwechsel. Unser Ausgangspunkt ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse": Tatjana Siebert und unser Team werten sie aus, besprechen das Ergebnis persönlich mit Ihnen und leiten daraus den Begleitplan für die ersten drei Monate ab. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- Šlapeta J (2022): Biting Midges of Animals. Merck Veterinary Manual.
- Šlapeta J (2022): Black Flies of Animals. Merck Veterinary Manual.
- Björnsdóttir S, Sigvaldadóttir J, Broström H, Langvad B, Sigurðsson Á (2006): Summer eczema in exported Icelandic horses: influence of environmental and genetic factors. Acta Veterinaria Scandinavica 48, Artikel 3.
