Borreliose beim Pferd – Symptome, Diagnose & Zeckenschutz
Warum ein positiver Test kein Urteil ist – und warum für uns die Zeckensaison im Frühjahr beginnt.
Ihr Pferd lahmt seit Wochen mal vorne, mal hinten, kein Schmied und kein Röntgenbild erklärt es – und jetzt steht das Wort Borreliose im Raum. Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die Zecken übertragen; beim Pferd verläuft sie oft unauffällig. Das Wichtigste vorweg: Ein positiver Bluttest heißt nicht, dass Ihr Pferd krank ist.
Die THZ-Sicht: Zecken früh finden, die Saison von innen und außen vorbereiten, nach einer Antibiose den Darm begleiten. Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt. Womit Sie anfangen ↓
- Positiv ist nicht gleich krank. Borrelien gehen nicht sofort über – wer nach jedem Weidegang kontrolliert, senkt das Risiko.
- Akute Lahmheit, Fieber, trübes Auge: Tierarzt rufen.
Ihr Pferd ist gesund, Sie wollen die Zeckensaison vorbereiten: Von innen Nehls Haut-Vet, getrocknete Hefe mit Bentonit: Einstieg 750 g, ein Pferd bekommt zweimal täglich zwei gehäufte Esslöffel, vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Von außen vor dem Weidegang Nehls Sina's Parasitweg-Spray, ein Pflegespray aus Essig, Knoblauch und Zitrone ohne ätherische Öle (500 ml) – kein Ersatz für die Zeckenkontrolle.
Die Antibiose läuft oder ist abgeschlossen: Sechs Wochen VetLine Entero Clean Duo Aktiv (Basic + Liquid) für den Darm, dauerhaft dazu VetLine Surf and Turf Basic Mineral (Einstieg 1 kg, Großpferd 40 g täglich; nicht bei Schilddrüsenproblemen). Turnierpferde: Duo Aktiv laut Produktseite 48 Stunden Karenz.
Verdacht, unklare Beschwerden, Sie wissen nicht, wo Sie ansetzen sollen: Das klären wir im kostenlosen Erstgespräch – oder am Telefon unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt für einen Begleitplan – ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Haut-Vet und die VetLine sind Ergänzungsfuttermittel, das Parasitweg-Spray ist ein Pflegeprodukt zur äußerlichen Anwendung. Sie ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Ein Verdacht, der zermürbt
Vielleicht ist Ihr Pferd einfach „nicht es selbst" – matt, lustlos, ein bisschen klamm. Vielleicht wechseln die Lahmheiten, und Sie fragen sich, ob Sie sich das einbilden. Tun Sie nicht. Borreliose gehört zu den unauffälligsten Krankheiten, mit denen Pferdehalter zu tun haben: Die Zeichen sind so vielfältig, dass jedes einzelne zunächst viele andere Ursachen haben kann.
Vieles über Borreliose stammt aus der Humanmedizin; wie stark der Erreger beim Pferd krank macht, ist unter Tierärzten bis heute umstritten. Was wir aus über 26 Jahren Praxis beitragen, ist Erfahrung: Wir sehen diese Pferde. Und wir sehen, wie viel unnötige Angst ein einzelner Laborwert macht.
Wie Zecken Borrelien übertragen
Zecken mögen es warm und feucht, mit milden Wintern sind sie vom Frühjahr bis weit in den Herbst aktiv. Ein Teil der Nymphen und erwachsenen Zecken trägt Borrelien, je nach Gegend bis zu knapp einem Drittel.[2] Aber nicht jeder Stich führt zu einer Infektion, und längst nicht jede Infektion zu einer Erkrankung.
Die Borrelien sitzen im Darm der Zecke und gehen erst nach Stunden über – zwischen Beginn der Blutmahlzeit und einer möglichen Infektion vergehen mindestens zwölf Stunden.[2] Eine Zecke, die Sie nach dem Ausritt finden und entfernen, hat oft noch nichts übertragen. Das ist einer der wirksamsten Hebel überhaupt. Er kostet nur ein paar Minuten.
Woran Sie Borreliose erkennen können – und woran nicht
Gut beschrieben sind beim Pferd vor allem drei Bilder: Borreliose mit Beteiligung des Nervensystems, Augenentzündungen (Uveitis) und knotige Hautveränderungen. Lahmheit und Steifheit werden oft berichtet, sind aber schlecht belegt.[1]
- Früh: Mattigkeit, leichtes Fieber, weniger Appetit – leicht als harmloser Infekt abgetan.
- Später: wechselnde Lahmheiten ohne mechanische Ursache, Gelenk- und Muskelschmerzen, Fieberschübe, Augenentzündungen, Hautveränderungen.
- Neurologisch: Koordinationsstörungen, Verhaltensänderungen, Muskelschwund – hier zählt jeder Tag beim Tierarzt.
Gerade die wandernde Lahmheit treibt Halter in den Wahnsinn: heute vorne links, in drei Tagen hinten rechts, dann eine Woche nichts. Dieses Hin und Her kennen wir aus vielen Gesprächen. Wichtig ist der Blick auf andere Ursachen – Cushing (PPID), Hufrehe und Gelenkerkrankungen zeigen teils ähnliche Bilder. Mehr dazu in unseren Ratgebern Cushing beim Pferd und Hufrehe.
- akute Lahmheit, Fieber über 39 °C oder deutliche Mattigkeit
- trübes, tränendes oder lichtscheues Auge
- Stolpern, unsicherer Gang, Verhaltensänderung
Diagnose – positiv heißt nicht krank
Hier ist der Punkt, der so vielen Haltern den Schrecken nimmt: Viele Pferde tragen Antikörper gegen Borrelien im Blut und bleiben ihr Leben lang gesund. Ein positiver Test beweist nur, dass das Pferd irgendwann Kontakt mit dem Erreger hatte. Wer mit einem positiven Befund in der Hand dasteht und denkt „jetzt ist alles aus", darf erst einmal durchatmen.
Der Tierarzt kombiniert deshalb das klinische Bild, die Zeckenexposition und Bluttests, die zwischen frischem und älterem Kontakt unterscheiden können. Einen direkten Erregernachweis gibt es aus Gewebe oder Gelenk-, Augen- und Rückenmarksflüssigkeit – aufwendig und selten gemacht.[1] Sinnvoll ist oft, den Test zu wiederholen und die Entwicklung der Werte anzusehen, statt sich auf eine Momentaufnahme zu verlassen.
Antibiose – und was danach kommt
Steht die Diagnose, ist die tierärztliche Versorgung meist eine längere Antibiotikagabe, häufig aus der Gruppe der Tetrazykline. Das stellen wir nicht infrage. Bei einer aktiven Borreliose ist das der richtige Weg.
Zwei Punkte sehen wir in der Praxis trotzdem immer wieder. Erstens: Auch nach korrekter Behandlung kommen Beschwerden manchmal wieder. Von Haltern hören wir regelmäßig denselben Satz: „Die Antibiose ist durch – aber so richtig gut ist er immer noch nicht." Das ist kein Einbilden. Zweitens: Eine lange Antibiotikagabe belastet die Darmflora, und der Darm ist beim Pferd die Schaltzentrale für so vieles. Genau hier setzen wir an – mit der Darmphase der VetLine und einer naturbelassenen Mineralbasis, immer neben dem Tierarzt, nie statt seiner.
Vorbeugen – innen, außen und mit den Händen
Nicht jedes infizierte Pferd erkrankt. Wie gut ein Pferd mit dem Erreger zurechtkommt, hängt aus unserer Sicht stark an seiner Reaktionslage: viel Bewegung, wenig Stress, eine naturbelassene Fütterung ohne synthetische Zusätze. Doch auch die beste Reaktionslage verhindert den Stich nicht. Jede Zecke, die gar nicht erst zubeißt, zählt.
Von innen
Über die Saison füttern wir Nehls Haut-Vet – getrocknete Hefe mit Bentonit, vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Ein gesundes, dichtes Fell ist gleichzeitig eine Barriere, an der Zecken schwerer Halt finden.
Von außen
Das Parasitweg-Spray sprühen Sie vor dem Weidegang sparsam aufs Fell, ein- bis zweimal täglich – es verändert, wie das Pferd für Plagegeister riecht. Wer ein Öl bevorzugt, nimmt das Nehls Allergosan Insekt-Öl mit Zitrone und Eukalyptus, einmal täglich dünn entlang der Rückenlinie (Turnier: 48 Stunden Karenz). Für gescheuerte, feuchte Stellen gibt es den Nehls Pflegepuder mit Tonmineralen und Harnstoff. Chemische Spot-ons setzen wir beim Pferd nicht als Erstes ein – das sehen wir anders als viele Ställe.
Mit den Händen: Zeckenkontrolle
- Nach jedem Weidegang und Ausritt abtasten – Brust, Bauchlinie, Schenkelinnenseiten, Ganaschen, Mähnenkamm.
- Zecke mit feiner Zange nah an der Haut greifen und gerade herausziehen.
- Kein Öl, Klebstoff oder Alkohol auf die Zecke.
- Einstichstelle beobachten – bei Schwellung oder Fieber den Tierarzt informieren.
Hunde rund um den Stall bringen ebenfalls Zecken mit. Für sie gibt es den Nehls Zecken Mix, ein Pflegeprodukt mit Essig, Knoblauch und Zitrone für die Rückenlinie, nur für Hunde. Katzen bekommen weder Parasitweg-Spray, Insekt-Öl noch Zecken Mix: Knoblauch, Teebaumöl und konzentrierte ätherische Öle sind für Katzen giftig.
Sitzen Sie gerade mit einem positiven Befund da und wissen nicht weiter, rufen Sie an: 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr, oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch. Lieber einmal zu viel gefragt als eine Saison lang gegrübelt.
Häufige Fragen zur Borreliose beim Pferd
Positiver Befund, unklare Lahmheit – und keiner kann Ihnen sagen, wie es weitergeht?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Unser Ausgangspunkt ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse", seit 2021 rund 3.300-mal gemacht; Tatjana Siebert und unser Team besprechen das Ergebnis persönlich mit Ihnen und leiten daraus einen Begleitplan neben der tierärztlichen Versorgung ab. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- Divers TJ, Gardner RB et al. (2018): Borrelia burgdorferi Infection and Lyme Disease in North American Horses: A Consensus Statement. ACVIM-Konsensus, Journal of Veterinary Internal Medicine.
- Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Pulz M, Olbrich S (2007): Risiko Zeckenstich – Borreliose. Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit.
