Sommerekzem beim Pferd – Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft
Über 26 Jahre Praxiserfahrung mit Ekzemerpferden – ganzheitlich, individuell, ohne Schema F
Alle Sommerekzem-Themen im Überblick
Sommerekzem (auch Sweet Itch, Sommerräude) ist eine allergische Hautreaktion auf den Speichel stechender Insekten – vor allem der Gnitzen (Culicoides) und Kriebelmücken (Simuliidae). Das Immunsystem des betroffenen Pferdes reagiert überschießend auf die Proteine im Insektenspeichel. Das Ergebnis: intensiver Juckreiz, Scheuern, Haarausfall, offene Wunden besonders an Mähnenkamm, Schweifrübe und Bauchnaht. Die Erkrankung ist nicht das Ergebnis eines schwachen Immunsystems – sie entsteht durch eines, das zu stark reagiert. Deshalb ist Immunstimulation bei Sommerekzem kontraproduktiv. Ganzheitliche Begleitung setzt am Darm, an der Fütterung und am individuellen Organismus an – nicht am Symptom.
- Sommerekzem ist kein unabänderliches Schicksal. Viele unserer Begleitpferde kommen nach konsequenter ganzheitlicher Begleitung stabil und beschwerdefrei durch die Saison – manche über Jahre.
- Die Ursache liegt nicht in der Haut, sondern tiefer: im Darm, im Stoffwechsel, in der Fütterung. Die Haut ist nur das Ausscheidungsorgan, das sichtbar macht, was im Inneren aus dem Gleichgewicht ist.
- Das Immunsystem reagiert beim Sommerekzem ÜBER – es ist nicht schwach. Immunstimulierung ist deshalb falsch und verschlimmert die Erkrankung.
- Ganzheitliche Begleitung braucht Geduld: Erste Verbesserungen zeigen sich nach Wochen, echte Stabilisierung nach ein bis zwei Jahren. Wer das weiß, gibt nicht zu früh auf.
Was beim Sommerekzem wirklich passiert – und warum fast alle Ratgeber einen Fehler machen
Das Sommerekzem beim Pferd ist keine Krankheit, die man einfach behandelt und vergisst. Es ist ein Signal des gesamten Organismus – komplex, individuell, und häufig missverstandener als jede andere Pferdeerkrankung, die wir kennen.
Der häufigste Fehler: Das Sommerekzem wird als lokales Hautproblem behandelt. Cremes werden aufgetragen, Ekzemerdecken angeschafft, Kortison gespritzt. Das lindert Symptome – löst aber nichts. Wer nur die Haut behandelt und nicht den Organismus, wird Sommer für Sommer dieselbe Geschichte erleben.
Was wirklich passiert: Das Immunsystem des betroffenen Pferdes reagiert übermäßig auf bestimmte Proteine im Speichel stechender Insekten. Diese Überreaktion ist das Problem – nicht eine schwache Abwehr. Das bedeutet: Präparate, die das Immunsystem stärken oder stimulieren, wirken kontraproduktiv. Sie heizen die überschießende Reaktion weiter an.
Die Auslöser: Gnitzen und Kriebelmücken – und warum das für das Management entscheidend ist
Wer von „Mücken" spricht, wenn er Sommerekzem-Auslöser meint, vereinfacht zu stark. Zwei ganz unterschiedliche Insektenarten spielen eine Rolle – und sie haben entgegengesetzte Lebensräume.
Die Gnitzen (Culicoides)
Gnitzen sind winzige Beißmücken, kaum 2–3 mm groß und für das bloße Auge kaum erkennbar. Sie sind die wichtigsten Auslöser des Sommerekzems in Mitteleuropa. Ihre Entwicklung ist an feuchte Böden gebunden – schlammige Weideränder, verrottendes Pflanzenmaterial, Mistansammlungen, sumpfige Senken, Gewässernähe. Gnitzen sind schlechte Flieger und meiden Wind. Ihre Aktivitätszeiten: frühe Morgenstunden, Abenddämmerung, warmes windstilles Wetter, hohe Luftfeuchtigkeit.
Die Kriebelmücken (Simuliidae)
Kriebelmücken sind deutlich flugstärker als Gnitzen und benötigen einen völlig anderen Lebensraum: fließendes Wasser. Sie legen ihre Eier an schnell fließenden Bächen und Gräben ab, die Larven entwickeln sich unter ständigem Wasserfluss. Pferde in Bach- und Flussnähe, auf Weiden entlang von Wasserläufen oder in Auenlandschaften sind besonders betroffen. Kriebelmücken sind auch bei leichtem Wind aktiv – und tagsüber.
Warum manche Pferde Sommerekzem entwickeln – und andere nie
Jedes Pferd wird von Gnitzen gestochen. Aber nicht jedes Pferd entwickelt Sommerekzem. Die Antwort liegt nicht im Stich selbst, sondern in der Reaktionslage des individuellen Organismus.
Was wir im Tierheilkundezentrum Nehls nach über 26 Jahren Praxisarbeit immer wieder sehen: Pferde erkranken am Sommerekzem besonders dann, wenn ein oder mehrere dieser Faktoren zusammenwirken:
- Genetische Veranlagung: Besonders Islandpferde, Haflinger, Tinker, Fjordpferde und andere Extensivrassen. Bei importierten Isländern entsteht Sommerekzem oft im ersten Jahr nach dem Import – weil das Immunsystem Gnitzen aus der Heimat nicht kennt.
- Proteinüberschuss in der Fütterung: Pferde, die jahrzehntelang karg lebten und dann zu viel „gutes" Futter bekommen, erkranken besonders häufig. Überschüssiges Protein, das der Darm nicht abbauen kann, kippt die Darmflora und triggert die allergische Reaktion.
- Gestörte Darmflora: Über 80% der Immunzellen sitzen im Darm. Ein gestörtes Darmmilieu bedeutet eine gestörte Immunregulation – und die Haut muss ausscheiden, was der Darm nicht mehr verarbeiten kann.
- Überlastete Entgiftungsorgane: Leber und Nieren können ihre Entgiftungsaufgabe nicht mehr vollständig erfüllen. Die Haut springt ein – sichtbar als Juckreiz, Entzündung, Scheuern.
- Hormonelle Imbalancen: Nicht selten sind hormonelle Störungen am Sommerekzem beteiligt – oft unerkannt.
- Stress und Umweltbelastungen: Psychische Belastung, Stallwechsel, Überforderung – alles, was den Kortisolspiegel dauerhaft erhöht, senkt die Toleranz des Immunsystems.
Sommerekzem Symptome erkennen – von den ersten Zeichen bis zum Vollbild
Die Erkrankung beginnt selten dramatisch. Wer die frühen Zeichen kennt, kann früh handeln – und dem Pferd ein Sommer voller Qualen ersparen.
Frühe Zeichen
- Unruhe, vermehrtes Kopfschütteln, Schweifschwingen in den Abendstunden
- Erstes leises Scheuern an Pfosten, Zaunpfählen, Bäumen
- Kleine Papeln (stecknadelkopfgroße Erhebungen) unter der Haut an Mähnenkamm oder Schweifrübe
- Schuppen oder leichte Rötung im Mähnenbereich
- Pferd gibt Bürste bei der Pflege ungern her, empfindlich am Rücken oder Bauch
Ausgeprägte Symptome
- Intensiver Juckreiz – das Leitsymptom. Das Pferd scheuert exzessiv, oft bis zur Verletzung.
- Haarverlust an Mähnenkamm, Schweifrübe, Widerrist, Kruppe, Bauchnaht
- Offene, wunde, krustenartige Hautstellen durch exzessives Scheuern
- Verdickte, faltige Haut an chronisch gereizten Stellen – der typisch „wellige" Mähnenkamm
- Sekundärinfektionen durch Bakterien, die in die geschädigten Hautstellen eindringen
Wichtig: Die Symptome sind in ihrer Verteilung aufschlussreich. Gnitzen bevorzugen Stellen mit aufrecht stehenden Haaren (Mähnenkamm, Schweifrübe, Widerrist), Kriebelmücken fliegen eher Bauchnaht und Unterbauch an. Eine Kombination beider Insektenarten kann den gesamten Körper betreffen.
Was bei Sommerekzem wirklich hilft – der Nehls-Ansatz
Es gibt kein Schema F beim Sommerekzem. Das ist keine Ausrede – es ist die ehrlichste Aussage, die man über diese Erkrankung machen kann. Jedes Pferd bringt eine andere Geschichte, eine andere Darmflora, eine andere genetische Ausgangslage, eine andere Fütterungsbiografie mit.
Was unser Ansatz im Tierheilkundezentrum Nehls ist: Nicht die Haut behandeln, sondern den Organismus dahinter. Nicht Symptome unterdrücken, sondern Ursachen finden. Nicht eine Saison überbrücken, sondern das System langfristig stabilisieren.
Die vier tragenden Säulen unserer Sommerekzem-Begleitung
Säule 1: Fütterung – die wichtigste Stellschraube
Die Fütterung ist die Grundvoraussetzung jeder konsequenten Sommerekzem-Begleitung. Ohne Anpassung der Fütterung werden keine nachhaltigen Verbesserungen möglich sein – egal welche anderen Maßnahmen ergriffen werden.
- Protein reduzieren: Kein überschüssiges Protein. Kein energiereiches Kraftfutter, keine üppigen Hochleistungsweiden. Die meisten Ekzemerpferde brauchen eine restriktive, karge Fütterung – ganzjährig, nicht nur im Sommer.
- Kein Getreide, keine synthetischen Zusätze: Getreidestärke belastet die Darmflora, synthetische Zusatzstoffe belasten die Leber.
- Qualitatives Raufutter als Basis: Heu aus extensiv bewirtschafteten Wiesen, strukturreich, proteinarm. Kein Silage.
- Natürliche Mineralstoffversorgung: Kräuter liefern Mineralien in optimal verfügbarer Form – ohne synthetische Träger, ohne Überdosierungsrisiko.
- Ganzjährig – nicht nur in der Ekzemsaison: Die Darmflora braucht Monate, um sich zu stabilisieren. Wer erst im März anfängt, ist zu spät.
Säule 2: Darm und Stoffwechsel – der eigentliche Schlüssel
Über 80% der Immunzellen sitzen im Darm. Diese Tatsache ist der Schlüssel zum Verständnis des Sommerekzems. Wenn die Darmflora gestört ist, wenn die Symbiose der Darmbakterien kippt, kann der Darm Allergene nicht mehr vollständig abbauen und ausscheiden. Die Haut springt ein – als letztes Ausscheidungsorgan. Der Juckreiz ist nicht das Problem, er ist die sichtbare Folge.
Was den Darm destabilisiert: Proteinüberschuss, Getreide, synthetische Futterzusätze, Medikamente (besonders Antibiotika und Kortison), Stress, mangelnde Bewegung, Pilze und Mykotoxine im Heu.
Was den Darm stabilisiert: Rohfaserreiches, naturbelassenes Futter, Kräuter mit prebiotischen Eigenschaften, ausreichend Bewegung, stressarme Haltung.
Säule 3: Lokaler Schutz – sinnvoll, aber nicht genug allein
Ekzemerdecken, insektenschützende Öle und Sprays, angepasste Weidezeiten – all das hat seinen Platz. Aber es ist die dritte Säule, nicht die erste. Wer nur äußerlich schützt und den Organismus nicht stabilisiert, kämpft jedes Jahr neu gegen die Symptome.
- Ekzemerdecke: Schützt die Körperoberfläche vor Stichen, reduziert den allergischen Reiz – aber ersetzt keine Ursachenarbeit. Wichtig: Qualität, Passform, tägliche Kontrolle auf Reibungsstellen.
- Weidemanagement: Gnitzen meiden Wind – windoffene Weiden sind günstiger. Hauptflugzeiten meiden: Abenddämmerung, frühe Morgenstunden, warme windstille Abende. Tagsüber zwischen 9 und 16 Uhr ist die Belastung oft am geringsten.
- Lokale Pflege: Gereizte, wunde Hautstellen pflegen, Krusten vorsichtig lösen, Sekundärinfektionen verhindern. Naturbelassene Öle ohne synthetische Träger sind besser als Cremes mit PEG-Verbindungen.
- Ergänzende Kräuter von innen: Bestimmte Pflanzen- und Kräuterkombinationen können ergänzend zur äußeren Anwendung eingesetzt werden.
Säule 4: Individuelle naturheilkundliche Begleitung
Weder Homöopathie allein, noch Kräuter allein, noch ein bestimmtes Ergänzungsfuttermittel allein können beim Sommerekzem als alleiniger Ansatz ausreichen. Was aus unserer Erfahrung hilft, ist immer die Kombination – und immer die individuell auf das jeweilige Pferd abgestimmte Kombination.
In unserem Begleitkonzept arbeiten wir mit der Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse, um die individuellen Belastungsfelder sichtbar zu machen: Welche Leber- oder Nierenbelastung liegt vor? Welche Darmflora-Störungen? Welche hormonellen Imbalancen? Auf dieser Grundlage entsteht ein individuell abgestimmter Begleitplan aus Kräutermischungen, Homöopathie und Fütterungsempfehlung – der zur Geschichte genau dieses Pferdes passt.
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→ Nehls Allergosan-Kräuter Pferd ansehenWie lange dauert die Begleitung – und wie viel Geduld braucht man wirklich?
Das ist die Frage, die wir in jedem Erstgespräch beantworten. Und die ehrliche Antwort lautet: Es dauert.
Erste Verbesserungen – weniger Juckreiz, ruhigeres Verhalten, langsam nachwachsende Mähne – zeigen sich bei konsequenter Begleitung meist nach einigen Wochen. Ein deutlicher Rückgang der Belastung nach drei bis sechs Monaten. Viele unserer Begleitpferde kommen nach ein bis zwei Jahren stabiler Begleitung beschwerdefrei durch die Saison – und bleiben es.
Spontane Verbesserungen gibt es – sie sind aber Ausnahmen. Was wir regelmäßig sehen: Pferde, die nach Jahren von Kortison und jährlich wiederkehrenden Schüben durch konsequente ganzheitliche Begleitung stabil werden. Nicht weil wir Wunder vollbringen, sondern weil wir die Ursache anpacken.
Was zum Aufgeben führt: Wenn nach der ersten Ekzemsaison ohne Kortison alles wieder schlechter wirkt. Das ist normal. Der Körper hat keine Unterdrückung mehr – und zeigt erst einmal alles, was er bisher hinter der Kortison-Wirkung versteckt hat. Wer das weiß, hält durch.
„Nach nur vier Wochen stellte sich die erste Linderung ein. Die Haare fingen an zu wachsen, mein Poko konnte aufatmen. Es kam der erste Sommer nach vier Jahren, den er wieder ohne quälenden Juckreiz genießen konnte. Zum ersten Mal konnte seine Mähne den Winter über wachsen, die Bauchdecke zugehen und die Schweifrübe regenerieren."
Gabriele Bette über Friese/Knappstrupperwallach Poko – nach vier Jahren Sommerekzem
„In nur einem Jahr – ohne Decke, ohne Kortison, nur mit den Kräutern und der Homöopathie – war mein Kleiner Mann so stabil, dass er beschwerdefrei durch den Sommer kam. Eigentlich nicht zu glauben, aber wahr."
THZ-Kundin über ihren Kleinen Mann, dokumentiert mit Vor- und Nachher-Bildern
Was andere Pferdemenschen erleben – Erfahrung aus der Praxis
„Im Sommer 2025 habe ich bei meiner Araberstute Na'ima eine Bioresonanz-Haaranalyse machen lassen. Der Auslöser war ein Sommerekzem mit starkem Juckreiz an Mähne und Schweif. Nach rund vier Monaten war der Juckreiz deutlich zurückgegangen, Mähne und Schweifhaare waren erhalten geblieben. Sie hat sich im Sommer zum ersten Mal in ihrem Leben nicht blutig gekratzt – das war für mich das aussagekräftigste Ergebnis."
Catherine beschreibt die Haaranalyse klar: kein Allheilmittel, kein Ersatz für den Tierarzt – sondern eine zusätzliche Perspektive, die hilft, genauer hinzuschauen. Die Begleitung über den gesamten Zeitraum, mit fester Ansprechperson auch für Rückfragen, war für sie entscheidend.
Häufige Fragen zum Sommerekzem beim Pferd
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Wenn das Sommerekzem jede Saison zurückkommt, liegt die eigentliche Ursache noch ungelöst: im Darm, in der Leber, im Hormonsystem oder in der Mineralstoffversorgung. Die Haaranalyse macht sichtbar, was individuell aus dem Gleichgewicht geraten ist – Grundlage für einen Begleitplan, der wirklich zu diesem Pferd passt.
Zur Haaranalyse →Weiterführende Ratgeber im Sommerekzem-Cluster
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