PSSM und MIM beim Pferd
Das Effizienz-Prinzip der Natur: warum weniger mehr ist – ein neuer Blick auf Stoffwechselblockaden
PSSM1 ist eine eindeutig nachweisbare Mutation im GYS1-Gen, durch die der Muskel zu viel Speicherzucker einlagert. MIM (Muskel-Integritäts-Myopathie), früher PSSM2 genannt, steht für Muskelprobleme beim Pferd: Steifheit, Muskelabbau, nachlassende Leistung, im schweren Fall kreuzverschlagähnliche Episoden. Die Gentests, mit denen diese Diagnose heute oft gestellt wird, sind wissenschaftlich nicht validiert – gesunde Pferde tragen die Varianten in Untersuchungen ähnlich häufig wie erkrankte.
Aus unserer Praxiserfahrung zeigt das Gen eine Veranlagung. Ob daraus ein Problem wird, entscheidet nicht das Gen, sondern das Stoffwechselmilieu – und das hängt stark an der Fütterung. Das Tierheilkundezentrum Nehls begleitet diese Pferde seit über 26 Jahren ergänzend zur tierärztlichen Behandlung. Mit weniger Zusätzen.
- Die Gentests für MIM/PSSM2 sind nicht wissenschaftlich validiert. Anerkannt ist die Muskelbiopsie – die Diagnose stellt Ihr Tierarzt.
- PSSM1 ist genetisch geklärt und per Gentest sicher nachweisbar. Die Mutation hat sich verbreitet, weil sie früher bei harter Arbeit und karger Kost ein Vorteil war.
- Die MIM-Varianten sind alt: Forscher fanden sie in Pferden, die vor 400 bis 5.500 Jahren lebten, eine davon sogar im Przewalski-Pferd.
- Wir sehen diese Pferde als „Low Input – High Performance“-Typen: über Generationen darauf gezüchtet, aus karger Nahrung viel Kraft zu holen.
- Der häufigste Fehler aus unserer Sicht: immer mehr zufüttern – Eiweiß, Vitamin E, Mineralien. Kurzfristig wird es oft besser. Auf Dauer selten.
- Unser Weg in drei Schritten: weglassen, was stört – Darm und Entgiftung entlasten – gezielt und natürlich versorgen.
- Plötzlich steif, zitternd, schwitzend oder dunkler Urin: Bewegung sofort stoppen, Tierarzt rufen.
Wenn die Diagnose oder der Gentest da ist und Sie strukturiert anfangen wollen. Dann beginnen wir mit dem Fundament: dem VetLine PSSM 2 / MIM Starter-Set aus Surf and Turf Basic Mineral, Entero Clean Liquid und Entero Clean Basic – ausgelegt auf sechs Wochen beim mittleren Pferd. Surf and Turf läuft danach dauerhaft weiter. Warum wir so anfangen, steht weiter unten ↓.
Wenn Ihr Pferd einen empfindlichen Magen hat. Dann nehmen wir für die Darmkur Entero Clean Powder statt Liquid – wie immer zusammen mit Entero Clean Basic, dazu Surf and Turf Basic Mineral als Mineralbasis.
Wenn Ihr Pferd seit Jahren belastet ist und die Darmphase hinter Ihnen liegt. Dann geht es an Leber und Zellstoffwechsel, mit dem Metabo Rapid Duo Aktiv – Metabo Rapid und Entero Clean Basic in einem Set. Mehr dazu in Schritt 2 ↓.
Wenn Sie schon viel ausprobiert haben und nicht wissen, wo Sie ansetzen sollen. Dann klären wir das im kostenlosen Erstgespräch oder telefonisch unter 05642 988 8826. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse“ als Ausgangspunkt für einen Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei einer akuten Muskelepisode gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.
Was hinter MIM und PSSM2 steckt – und was der Gentest nicht kann
Drei Begriffe, viel Verwirrung. PSSM1 ist genetisch geklärt – dazu gleich mehr ↓. PSSM2 war lange der Sammelname für Pferde mit ähnlichen Beschwerden und auffälliger Muskelbiopsie, aber ohne die PSSM1-Mutation. MIM ist der Name, unter dem ein kommerzielles Labor seit einigen Jahren Gentests auf mehrere Genvarianten anbietet – und genau hier beginnt das Problem.
Die Arbeitsgruppe um Prof. Stephanie Valberg an der Michigan State University hat diese Varianten bei Warmblütern und Arabern mit per Biopsie gesicherter Muskelerkrankung und bei gesunden Vergleichspferden untersucht (Equine Veterinary Journal, 2021). Ergebnis: kein signifikanter Zusammenhang zwischen Variante und Erkrankung. In einer Folgestudie an Quarter Horses (2023) trugen 61 Prozent der erkrankten und 57 Prozent der gesunden Pferde mindestens eine der Varianten. Und: Alle Varianten fanden sich bereits in Pferden, die vor 400 bis 5.500 Jahren gelebt haben.
Für uns heißt das: Ein positiver Gentest ist kein Urteil. Die Varianten können eine Veranlagung beschreiben – zum Problem werden sie erst, wenn weitere Faktoren dazukommen.
PSSM1: die geklärte Form – und ein Beleg für das Effizienz-Prinzip
Bei PSSM1 ist die Ursache eindeutig: eine Mutation im GYS1-Gen, das den Bauplan für ein Enzym der Glykogenbildung trägt. Das Enzym arbeitet zu fleißig, der Muskel lagert mehr Speicherzucker ein, als er verwerten kann. Die Mutation wird dominant vererbt – ein Elternteil mit der Mutation reicht. Pferde mit zwei Kopien zeigen meist deutlichere Beschwerden. Der Gentest aus Blut oder Mähnenhaar ist hier zuverlässig.
Gefunden wurde die Mutation in über 30 Rassen, besonders häufig bei Kaltblütern wie Percheron, Belgier, Rheinisch-Deutschem und Süddeutschem Kaltblut, bei Quarter Horses und verwandten Rassen, beim Haflinger und in einzelnen Warmblutlinien. Je nach Rasse tragen zwischen 0,5 und gut 60 Prozent der untersuchten Pferde die Mutation. Bei Vollblütern, Arabern, Isländern, Fjordpferden und Welsh Ponys wurde sie in Untersuchungen nicht gefunden.
Spannend ist, warum sich eine Mutation mit solchen Folgen so weit verbreiten konnte. Eine Genetik-Studie an belgischen Kaltblütern (Journal of Heredity, 2014) fand deutliche Spuren gezielter Zuchtauslese: Unter den früheren Bedingungen – täglich stundenlange schwere Arbeit bei kargem Futter – war der zusätzliche Energiespeicher im Muskel offenbar ein Vorteil. Heute bekommen dieselben Pferde reichlich Futter und arbeiten wenig. Genau das meinen wir mit dem Effizienz-Prinzip. Für PSSM1 hat die Genomforschung diesen Zusammenhang bereits nachgezeichnet.
Im Alltag gilt bei PSSM1, was Tierärzte und wir gleichermaßen sehen: wenig Stärke und Zucker, tägliche Bewegung, viel Auslauf, lange Stehzeiten in der Box vermeiden. Braucht das Pferd mehr Energie, als das Heu liefert, empfehlen Tierärzte Fett als Energiequelle – das stimmen Sie mit Ihrem Tierarzt ab. Unsere Grundregel gilt hier genauso: weglassen, was den Stoffwechsel blockiert.
Das Effizienz-Prinzip: ein Ferrari, der Schweröl tanken muss
Was uns seit Jahren auffällt: Unter den Linien, die heute als Träger dieser Varianten gelten, finden sich viele erfolgreiche Sportpferde und begehrte Hengste. Das waren keine kranken Tiere. Das waren Leistungsträger.
Ihre Vorfahren wurden über Jahrhunderte darauf gezüchtet, aus karger, natürlicher Nahrung maximale Kraft zu schöpfen – jedes Pferd, das für Feldarbeit und Lasten wenig brauchte, war wertvoll. Low Input, High Performance.
Heute bekommt derselbe hocheffiziente Stoffwechsel vollmineralisiertes Kraftfutter, synthetische Vitamine und isolierte Proteine. Er läuft heiß – wie das Getriebe eines Ferraris, das mit Schweröl betrieben wird. Was wir als Krankheit sehen, ist aus unserer Sicht oft ein Stoffwechselstau bei einem Pferd, das für das Gegenteil gebaut ist.
Warum „immer mehr“ auf Dauer scheitert
Der typische Verlauf, den wir in der Beratung hören: Diagnose, dann Aminosäuren, hochdosiertes Vitamin E, ein neues Mineralfutter. Ein paar Wochen wird es besser. Dann kommt der Rückschlag – und das nächste Präparat. Viele Empfehlungen im Netz raten sogar zur doppelten bis sechsfachen Eiweißmenge, zu Selen- und Vitamin-E-Zulagen und organisch gebundenen Spurenelementen. Wir sehen das anders.
Was wir aus 26 Jahren Praxis sehen: Mehr Eiweiß, mehr antioxidative Vitamine und mehr isolierte Mineralstoffe bringen Darm, Leber und Zellstoffwechsel zusätzlich unter Druck. Die Besserung hält selten. Und die Folgen der Überlastung zeigen sich woanders – bis hin zur Hufrehe, die wir inzwischen auch bei Sportpferden sehen, die früher kaum betroffen waren.
Eines ist uns wichtig: Hat Ihr Tierarzt einen echten Mangel festgestellt, gehört der ausgeglichen. Darüber diskutieren wir nicht. Unsere Kritik gilt der Dauergabe hochdosierter Isolate ohne Befund.
- Zeichen, oft 10 bis 20 Minuten nach Beginn leichter Arbeit: plötzliche Steifheit, Pferd will nicht vorwärts, Zittern, Schwitzen, harte Muskulatur an Kruppe oder Rücken, dunkler, rotbrauner Urin
- Bewegung sofort beenden – das Pferd nicht „warmlaufen“ lassen
- Tierarzt rufen, bis dahin ruhig stehen lassen, Wasser anbieten, bei Kälte eindecken
- Fütterungsbegleitung kommt danach, nie statt der tierärztlichen Versorgung
Unser Weg: erst weglassen, dann natürlich versorgen
Ein Pferd mit diesem Stoffwechsel braucht kein Mehr an Zusätzen. Der erste und wichtigste Schritt ist der dauerhafte Verzicht auf das, was sein hocheffizientes System blockiert: synthetische Vitamine, isolierte Mineralstoffe und weitere Zutaten, die Darm, Entgiftungsorgane und Zellstoffwechsel stören.
So prüfen Sie Ihr Futter in fünf Minuten: Nehmen Sie jeden Sack und jeden Eimer aus der Futterkammer und lesen Sie auf dem Etikett den Block „Zusatzstoffe je kg“. Stehen dort Einträge wie „all-rac-alpha-Tocopherylacetat“, „Zinkoxid“, „Kupfer(II)-sulfat“ oder „Natriumselenit“, sind synthetische oder isolierte Verbindungen enthalten. Oft stecken sie in mehreren Produkten gleichzeitig – im Mineralfutter, im Müsli, im Leckerli.
Die tägliche Mineralbasis stellen wir aus natürlichen Quellen zusammen: Surf and Turf Basic Mineral mit Algenkalk, Seealgen, Moor, Traubenkernmehl, Bierhefe und Hagebutten. Soll auf Hefezellwände verzichtet werden, gibt es die Sensitive-Variante.
Schritt 1: Die Baustelle reinigen – Darm und Toxine
Ein hocheffizienter Stoffwechsel verträgt keinen Müll. Die Leber verarbeitet Belastungsstoffe aus Futter, Umwelt und eigenem Stoffwechsel und gibt einen Teil davon über die Galle in den Darm ab. Von dort wird ein Teil wieder aufgenommen – und landet erneut in der Leber. Genau an dieser Stelle setzen wir mit Entero Clean Basic an: Hefezellwände, Moor, Löwenzahn, Bohnenkraut und Bentonit. Basic bindet im Darm, was dort anfällt – damit es mit dem Kot hinausgeht und nicht erneut aufgenommen wird. Basic ist zur Dauerfütterung geeignet. Was wir aus 26 Jahren Praxis sehen: Bei Pferden, die bereits Muskelsymptome zeigen, lohnt sich die Dauergabe meistens.
Genauso wichtig ist die Darm-Logistik. Im Dünndarm nimmt das Pferd Nahrungsbestandteile direkt auf. Im Dickdarm bildet das Mikrobiom aus der Pflanzenfaser flüchtige Fettsäuren – die wichtigste Energiequelle des Pferdes. Aus Bausteinen, die der Dickdarm liefert, bildet die Leber einen Großteil der nicht-essentiellen Aminosäuren selbst. Stockt der Darm, fehlt am Ende Baumaterial im Muskel.
Für das Darmmilieu füttern wir kurweise über sechs Wochen Entero Clean Liquid – oder bei empfindlichem Magen Entero Clean Powder. Beide Varianten immer zusammen mit Basic. Als fertiges Set: das Entero Clean Duo Aktiv mit Liquid und Basic.
Schritt 2: Das System wieder ans Laufen bringen – Leber und Zellstoffwechsel
Hohe Eiweißmengen und synthetische Zusatzstoffe belasten Leber und Zellstoffwechsel dauerhaft. Aus unserer Sicht fährt der Körper dann wichtige Stoffwechselfunktionen herunter, um die Entgiftung zu schaffen. Der Muskel spürt das zuerst.
Damit ein Muskel arbeitet, müssen die Kraftwerke der Zelle (Mitochondrien) laufen, die Bausteine (Aminosäuren) da sein und die Arbeiter (Enzyme und Co-Faktoren) ungestört arbeiten können. Dazu gehören auch kleine Mengen Sauerstoffradikale, die der Körper als Signal für Energiestoffwechsel und Zellerneuerung nutzt. Beim Menschen ist in Studien beschrieben, dass hochdosierte antioxidative Vitamine genau diese Signale abfangen und Trainingseffekte ausbremsen können. Für das Pferd fehlen vergleichbare Studien – der Signalweg ist bei Säugetieren aber derselbe, und unsere Praxisbeobachtung passt dazu.
Zur Entlastung setzen wir Metabo Rapid ein – eine Zusammenstellung aus der traditionellen Pflanzenkunde, die die natürlichen Entgiftungsprozesse von Leber und Nieren unterstützen kann. Die Regel, bei der wir keinen Spielraum lassen: Metabo Rapid immer zusammen mit Entero Clean Basic. Metabo bringt im Stoffwechsel etwas in Bewegung, Basic bindet im Darm, was dabei anfällt. Beides zusammen gibt es als Metabo Rapid Duo Aktiv.
Schritt 3: Präzisions-Versorgung – punktgenau und natürlich
Wir füttern gezielt das, was dem Organismus erlaubt, wieder so zu arbeiten, wie er gebaut ist: Bausteine für den Aufbau und alles, was der Körper braucht, um sie selbst zu bilden und weiterzuverarbeiten.
Deshalb interessieren uns weniger einzelne Laborwerte als ein breites Spektrum von Mikronährstoffen aus Algen, Kräutern und weiteren Naturstoffen, die im Verbund vorliegen. Calcium aus Algenkalk etwa kommt zusammen mit Magnesium, Spurenelementen und Alginaten – reines Calciumcarbonat bringt nur Calcium mit. Welche Ergänzung Ihr Pferd über die Basis hinaus braucht, legen wir im individuellen Begleitplan fest.
Der Stoffwechsel arbeitet wie eine Fabrik. Aminosäuren sind die Steine. Enzyme sind die Arbeiter. Und jeder Arbeiter braucht einen Zündschlüssel – Mikronährstoffe als Co-Faktoren.
- Synthetik-Blockade: Isolierte Mineralstoffe kommen hochdosiert und ohne ihre natürlichen Begleitstoffe. Zu viel von einem Element kann die Aufnahme eines anderen verdrängen – Zink und Kupfer sind das bekannteste Paar. Die falschen Schlüssel stecken im Schloss, die richtigen kommen nicht hinein.
- Antioxidantien-Bremse: Hochdosierte synthetische Antioxidantien fangen auch die Signale ab, mit denen die Zelle ihre Kraftwerke hochfährt.
- Darm-Nebenwirkung: Anorganische Zink- und Kupferverbindungen können das Mikrobiom im Dickdarm beeinträchtigen – und damit die Energiequelle des Pferdes.
Mehr Steine auf die Baustelle zu kippen, hilft nicht, solange die Arbeiter nicht arbeiten können. Punkt.
Wo wir bei Ihrem Pferd anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – telefonisch unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.
Häufige Fragen zu PSSM und MIM beim Pferd
Gentest positiv, alles probiert – und Ihr Pferd bleibt steif?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter.“ Wir nehmen das nicht persönlich. Wenn Aminosäuren, Vitamin E und das dritte Mineralfutter nichts dauerhaft verändert haben, suchen wir gemeinsam, wo der Stoffwechsel Ihres Pferdes blockiert ist. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse“ ist dabei unser Ausgangspunkt – ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Lieber zuerst reden? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo wir bei Ihrem Pferd anfangen – telefonisch unter 05642 988 8826.
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