Obst, Gemüse und Saaten für Pferde, Ponys und Esel
Was in den Trog darf, wie viel davon gut ist – und warum Äpfel und Möhren keine Mineralbasis ersetzen.
Ihr Pferd brummelt schon, wenn die Möhrentüte raschelt, und im Stall hat jeder eine andere Liste, was erlaubt ist und was nicht. Gut geeignet sind Äpfel, Birnen, Karotten, Pastinaken, Fenchel und Zucchini, dazu gekochter Leinsamen und Sonnenblumenkerne – in kleinen Mengen und klein geschnitten. Tabu sind Avocado, Steinobstkerne, Zwiebeln, rohe Kartoffeln und Tomaten, ebenso Nüsse. Pferde mit EMS, Hufrehe oder Cushing bekommen Obst und süßes Gemüse nur nach Absprache.
Die THZ-Sicht: Obst und Gemüse sind Abwechslung und Belohnung. Die Basis sind Heu und eine verlässliche Mineralversorgung. Was wir als Basis füttern ↓
- Der häufigste Irrtum aus unserer Sicht: Gemüse sei die zuckerarme Alternative für Rehepferde. Karotten, Kürbis und Rote Bete schmecken süß, weil sie Zucker enthalten.
- Leinsamen nie roh geschrotet füttern, immer gekocht. Steinobst immer entkernen.
Lage: Ihr Pferd ist gesund, Sie wollen eine verlässliche Grundversorgung. Als tägliche Mineralbasis füttern wir VetLine Surf and Turf Basic Mineral, ein Mineral-Ergänzungsfuttermittel, dauerhaft; Einstieg 1 kg, 40 g täglich. Ohne Hefezellwände gibt es die Sensitive-Variante. Nicht bei Schilddrüsenproblemen. Dazu passt Nehls Vitamin Power: getrocknete Hagebutten, Apfeltrester, Rote Bete und Karotten, 30–50 g täglich, für die Dauerfütterung gedacht. Die 500-g-Dose reicht 10 bis 16 Tage.
Lage: Ihr Pferd hat EMS, Hufrehe oder Cushing. Dann zählt jede Möhre mit, und auch Vitamin Power enthält Apfeltrester und Karotten. Sprechen Sie Ergänzungen mit Ihrem Tierarzt ab. Wie wir die Fütterung dann aufbauen, steht im Ratgeber Hufrehe beim Pferd; für Ihr Pferd klären wir das im kostenlosen Erstgespräch.
Lage: Ihr Pferd reagiert auf Futter, und Sie wissen nicht, worauf. Rufen Sie uns an – im kostenlosen Erstgespräch oder unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt für einen Begleitplan – ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Pferde leben seit Jahrtausenden an unserer Seite – als Freunde, Begleiter und Seelenwesen. Ihr ganzer Verdauungstrakt ist auf strukturreiches Raufutter ausgelegt, das sie über viele Stunden am Tag in kleinen Portionen fressen. Gras und Heu bilden die Basis. Alles andere in diesem Ratgeber ist Ergänzung, und genau so sollte es im Trog auch aussehen.
Obst für Pferde – Belohnung mit Maß
Obst schmeckt süß, riecht intensiv und eignet sich als Motivation beim Training oder als Belohnung nach dem Reiten. Gut geeignet sind:
- Äpfel – der Klassiker, in Schnitze geschnitten
- Birnen – reif und weich, ebenfalls geschnitten
- Wassermelone – im Sommer beliebt, ohne Schale und Kerne
- Banane – in kleinen Mengen, energiereich und sehr süß
- Hagebutte – frisch oder getrocknet, fruchtig-herb
- Erdbeeren – nur reif
- Pflaumen – nur entkernt, in kleinen Mengen
- Mango, Ananas, Papaya – sparsam, als Ausnahme
Ungeeignet sind Zitrusfrüchte, unreife Früchte und alle übermäßig zuckerhaltigen Exoten. Steinobst immer entkernen: Die Kerne enthalten wie roher Leinsamen Stoffe, aus denen Blausäure entstehen kann. Ganz tabu ist Avocado. Frucht und vor allem Blätter sind für Pferde giftig; beschrieben sind Koliken, Schwellungen an Kopf und Zunge und Schäden am Herzmuskel[2].
Ein Apfel am Tag schadet einem gesunden Pferd nicht. Ein Eimer Fallobst von der Wiese schon – gärendes Obst in großer Menge belastet den Darm, und ganze Äpfel können im Schlund stecken bleiben. Deshalb schneiden wir bei uns alles in Stücke, auch wenn es mühsam ist.
Gemüse für Pferde – nicht automatisch die gesündere Wahl
In der früheren Fassung dieses Ratgebers stand, Gemüse passe gut zu Stoffwechselthemen wie EMS oder Hufrehe. Das sehen wir heute anders. Karotten, Pastinaken, Kürbis und Rote Bete schmecken süß – und was süß schmeckt, enthält Zucker. Für ein gesundes Pferd ist das kein Problem. Für ein Rehepferd kann eine Tüte Möhren am Tag der Grund sein, warum die Diät nicht greift, obwohl Sie alles andere richtig machen.
Gut geeignet für gesunde Pferde sind:
- Karotten – gewaschen, längs geschnitten
- Pastinake – mild und süßlich
- Sellerie – würzig-frisch, Stangen in Stücke
- Kürbis – nur Speisekürbis; bitter schmeckende Kürbisse und Zierkürbisse gehören nicht in den Trog
- Zucchini – mild; bittere Exemplare aussortieren
- Rote Bete – erdig-süß, in kleinen Mengen
- Fenchel – anisartig-frisch
Nicht in den Trog gehören Nachtschattengewächse wie rohe Kartoffeln und Tomaten. Zwiebeln ebenfalls nicht – Vergiftungen bei Pferden sind in der Tiermedizin beschrieben. Kohl gärt im Darm und bläht; uns ist kein guter Grund bekannt, ihn zu füttern.
Saaten und Kerne für Pferde – kleine Menge, viel Energie
Saaten sind fett- und energiereich und werden gern im Fellwechsel gefüttert. Hier geht es um Esslöffel, nicht um Schüsseln:
- Leinsamen – immer gekocht, nie roh geschrotet
- Schwarzkümmelsamen – würzig-scharf; bei Pferden mit Sommerekzem lassen wir ihn weg
- Chiasamen – quellen stark, nur eingeweicht
- Flohsamenschalen – quellen noch stärker, nur eingeweicht und mit freiem Zugang zu Wasser
- Sonnenblumenkerne – fettreich, nussig
- Hanfsamen – nussig, fettreich
- Kürbiskerne – nussig, fettreich
Beim Leinsamen ist die Zubereitung entscheidend. Er enthält cyanogene Glykoside; beim Schroten und Kauen setzen samen-eigene Enzyme daraus Blausäure frei. Hitze inaktiviert diese Enzyme, und die Blausäure entweicht – Kochen senkt das Risiko deutlich[1]. Wir kochen Leinsamen deshalb auf und lassen ihn ausquellen, auch wenn der Topf danach schwer sauber wird. Nüsse sind für Pferde nicht geeignet, da sie zu fetthaltig und schwer verdaulich sind.
Warum Obst und Gemüse keine Mineralbasis ersetzen
Was wir aus über 26 Jahren Praxis sehen: Pferde bekommen liebevoll ausgesuchte Äpfel, Möhren und Saaten – und trotzdem fehlt die Grundversorgung. Obst und Gemüse liefern Abwechslung, Geschmack und Freude am Fressen. Eine verlässliche Mineralversorgung liefern sie nicht, und die Heuqualität schwankt von Schnitt zu Schnitt. Das ist kein Vorwurf. Es ist einfach nicht ihre Aufgabe.
Deshalb läuft bei uns VetLine Surf and Turf Basic Mineral als tägliche Basis mit, ein Mineral-Ergänzungsfuttermittel aus der VetLine von Tierärztin Katrin Knecht. Wer Obst und Gemüse nicht täglich schnippeln will, findet in Nehls Vitamin Power genau das, was oben auf unseren Listen steht: Hagebutte, Apfeltrester, Rote Bete und Karotte, getrocknet und haltbar – trocken, eingeweicht oder aus der Hand.
Darüber hinaus setzen wir Nehls Kräutermischungen ein. In ihnen verbinden sich Pflanzen, die in der traditionellen Pflanzenkunde seit Langem ihren Platz haben, abgestimmt auf Temperament und Bedürfnisse des Pferdes. Ob für Leber, Nieren, Haut, Lymphe oder Bronchien: Die passende Mischung kann die natürlichen Prozesse begleiten. Denn natürliche Fütterung ist nicht nur gesund – sie ist gelebte Fürsorge.
Wo wir bei Ihrem Pferd anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – am Telefon unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.
Häufige Fragen zu Obst, Gemüse und Saaten für Pferde
Ihr Pferd reagiert auf Futter – und keiner weiß, worauf?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Unser Ausgangspunkt ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse", seit 2021 rund 3.300-mal gemacht; Tatjana Siebert und unser Team besprechen das Ergebnis persönlich mit Ihnen und leiten daraus einen Begleitplan für die Fütterung ab. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- Bundesinstitut für Risikobewertung (2026): Blausäure und Cadmium in Leinsamen. Mitteilung Nr. 034/2026.
- Hayes C (2024): Avocado Toxicosis in Animals. MSD Veterinary Manual.
