Blasen- und Harnwegsgesundheit bei Katzen: Was Sie wissen sollten
Als Katzenhalter möchtest man sicherstellen, dass der Stubentiger gesund und glücklich ist.
Ein Bereich, der oft übersehen wird, ist die Blasen- und Harnwegsgesundheit. Doch genau wie bei uns Menschen können auch bei Katzen Probleme mit der Blase und den Harnwegen auftreten, die nicht nur unangenehm, sondern auch schwerwiegend sein können.
Erkrankungen des Harntrakts sind bei Katzen weit verbreitet und zählen zu den häufigsten Gründen für Tierarztbesuche.
In diesem Artikel tauchen wir tief in das Thema Blasen- und Harnwegsgesundheit ein und schauen uns an, welche Erkrankungen auftreten können, wie man sie erkennt und vor allem, wie Sie Ihrer Katze helfen können, ein gesundes Leben zu führen.
Wir haben gerade mit diesem Bereich umfangreiche Erfahrungen aus über 25 Jahre Tierheilkundezentrum Nehls, hier finden Sie sehr viel weiterführende Informationen zum Thema Nierenerkrankungen.
Wie funktionieren die Blase und die Harnwege bei Katzen?
Bevor wir in die Details der häufigsten Erkrankungen eintauchen, ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen. Die Harnwege einer Katze bestehen aus den Nieren, den Harnleitern, der Blase und der Harnröhre. Diese Organe arbeiten zusammen, um Urin zu produzieren, Abfallprodukte aus dem Blut zu filtern und den Urin aus dem Körper auszuscheiden.
Die Nieren filtern Blut, um Abfallstoffe und überschüssiges Wasser in Form von Urin zu entfernen.
Die Harnleiter transportieren den Urin von den Nieren zur Blase.
Die Blase speichert den Urin, bis die Katze ihn durch die Harnröhre ausscheidet.
Diese Systeme sind im Idealfall gut aufeinander abgestimmt, sodass deine Katze gesund bleibt. Doch wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät, kann dies zu ernsthaften Problemen führen.
Häufige Erkrankungen der Harnwege bei Katzen
Leider sind Katzen anfällig für eine Vielzahl von Erkrankungen im Bereich der Blase und der Harnwege. Einige der häufigsten Probleme sind:
Feline idiopathische Zystitis (FIC)
Die feline idiopathische Zystitis (FIC) ist eine entzündliche Erkrankung der Blase, deren genaue Ursache oft nicht klar ist. "Idiopathisch" bedeutet, dass die Ursache unbekannt ist. Dies ist eine der häufigsten Harnwegserkrankungen bei Katzen, vor allem bei jungen bis mittelalten Tieren.
Symptome sind:
- Häufiges Urinieren in kleinen Mengen
- Blut im Urin
- Schmerzen beim Urinieren
- Unsauberkeit (Urinieren außerhalb der Katzentoilette)
Stress scheint bei FIC eine große Rolle zu spielen. Katzen reagieren sehr sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung, und Stress kann Entzündungen in der Blase auslösen oder verschlimmern. Ein weiterer Faktor ist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, da Katzen von Natur aus wenig trinken und oft nicht genug Flüssigkeit zu sich nehmen, um die Blase ausreichend zu spülen.
Harnsteine (Urolithiasis)
Harnsteine, auch als Urolithen bekannt, können sich in den Nieren, der Blase oder der Harnröhre bilden. Diese Steine bestehen aus Mineralien und können je nach Zusammensetzung verschiedene Größen haben. Die häufigsten Formen von Harnsteinen bei Katzen sind Struvit- und Kalziumoxalat-Steine.
Struvit-Steine entstehen oft durch einen zu alkalischen Urin (pH-Wert zu hoch) und können durch eine falsche Ernährung begünstigt werden.
Kalziumoxalat-Steine bilden sich in einem sauren Urin (niedriger pH-Wert) und treten oft bei Katzen auf, die eine zu kalziumreiche Ernährung haben.
Harnsteine können die Harnwege blockieren und verhindern, dass der Urin aus der Blase abfließt. Dies ist besonders gefährlich bei Katern, da ihre Harnröhre enger ist als bei weiblichen Katzen. Eine Verstopfung der Harnröhre ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Hilfe.
Symptome von Harnsteinen oder Harnröhrenverstopfungen sind:
- Schmerzen beim Urinieren
- Häufiges Urinieren, aber nur kleine Mengen
- Blut im Urin
- Unfähigkeit zu urinieren (Notfall!)
- Lethargie und Appetitlosigkeit
Bakterielle Harnwegsinfektionen (HWI)
Bakterielle Harnwegsinfektionen sind bei Katzen weniger häufig als bei Hunden, treten aber insbesondere bei älteren Katzen oder Katzen mit anderen Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Nierenerkrankungen auf. Eine Harnwegsinfektion tritt auf, wenn Bakterien die Harnwege infizieren und zu Entzündungen führen.
Symptome sind ähnlich wie bei anderen Harnwegserkrankungen:
- Häufiges Urinieren
- Blut im Urin
- Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Urinieren
- Urinieren außerhalb der Katzentoilette
Bei älteren Katzen und Katzen mit chronischen Erkrankungen ist es wichtig, bei ersten Anzeichen einer Harnwegsinfektion sofort den Tierarzt aufzusuchen.
Chronische Nierenerkrankung (CNE)
Die chronische Nierenerkrankung ist vor allem bei älteren Katzen ein häufiges Problem. Die Nieren verlieren allmählich ihre Fähigkeit, Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern, was zu einem Anstieg von Toxinen im Körper führt. Dies belastet das gesamte Harnsystem und kann zu Blasenproblemen führen.
Symptome sind:
- Vermehrtes Trinken und Urinieren
- Gewichtsverlust
- Erbrechen
- Lethargie
Die richtige Ernährung macht den Unterschied
Eine ausgewogene Ernährung ist ein Schlüsselfaktor für die Harnwegsgesundheit. Bei Katzen, die zu Harnsteinen neigen, kann eine spezielle Diät helfen, die Zusammensetzung des Urins zu regulieren und das Risiko von Steinbildung zu verringern. Es gibt spezielle Gesundheitsfutter, die dafür sorgen, dass der Urin einen optimalen pH-Wert hat und die Wahrscheinlichkeit der Steinbildung gesenkt wird.
Bei Struvitsteinen helfen Futter, die den Urin saurer machen und das Risiko der Steinbildung zu senken.
Kalziumoxalat-Steine hingegen bilden sich eher bei einem zu sauren Urin. In diesem Fall muss die Ernährung so angepasst werden, dass der Urin-pH-Wert nicht zu stark sinkt.
Trockenfutter allein kann das Risiko für Harnsteine erhöhen, da es weniger Wasser enthält. Ein Wechsel auf Nassfutter oder eine eventuell auch Mischung aus Nass- und Trockenfutter können hier Abhilfe schaffen.
Die ausgewogene Zusammensetzung des Futters und der Futterergänzungsmittel
Katzen sind obligate Karnivoren, was bedeutet, dass sie hauptsächlich tierisches Protein benötigen. Ein übermäßiger Anteil von Kohlenhydraten oder pflanzlichen Proteinen im Futter kann zu Stoffwechselproblemen und einer Veränderung des Urin-pH-Werts führen, was das Risiko von Harnsteinen erhöht.
Achte darauf, dass das Futter deiner Katze **hochwertiges tierisches Eiweiß** enthält. Ein hoher Fleischanteil sorgt dafür, dass die Katze alle notwendigen Nährstoffe aufnimmt, ohne ihren Harntrakt unnötig zu belasten. Achte auch darauf, dass das Futter **keine übermäßigen Mengen an Kalzium, Magnesium oder Phosphor** enthält, da diese Mineralien zur Bildung von Harnsteinen beitragen können.
Wie kann man die Harnwegsgesundheit der Katze unterstützen?
Da Harnsteine, Harnwegsinfektionen und Blasenprobleme häufig durch Ernährungsfehler verschlimmert werden, ist es besonders wichtig, auf die Fütterung deiner Katze zu achten. Hier sind einige nützliche Tipps, um die Blasengesundheit deiner Katze durch eine optimale Ernährung zu unterstützen
Hier sind einige Tipps:
Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
Katzen trinken von Natur aus wenig, besonders wenn sie hauptsächlich Trockenfutter fressen. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist jedoch entscheidend für die Gesundheit der Harnwege. Wenn die Blase regelmäßig mit Urin durchgespült wird, wird das Risiko von Harnsteinen und Infektionen verringert.
Nicht nur das Futter, sondern auch das Wasser selbst ist ein wichtiger Faktor für die Blasengesundheit.
Wasser ist der Schlüssel zur Blasengesundheit!
Katzen stammen ursprünglich von Wüstentieren ab und haben oft einen geringen Dursttrieb. Sie trinken also von Natur aus wenig, was zu konzentriertem Urin führen kann – eine der Hauptursachen für Harnsteine und Blasenentzündungen. Um die Flüssigkeitszufuhr zu fördern, solltest du Nassfutter als Hauptbestandteil der Ernährung wählen.
Frisches Wasser: Viele Katzen trinken nur sehr ungern aus einem herkömmlichen Napf. Ein Katzenbrunnen kann hier wahre Wunder wirken. Fließendes Wasser animiert Katzen zum Trinken, da es ihrem natürlichen Instinkt entspricht. Es gibt verschiedene Brunnenmodelle, die das Wasser ständig in Bewegung halten und somit für frisches, sauberes Wasser sorgen.
Hier ein paar weitere Tipps, um die Wasseraufnahme ihrer Katze zu fördern:
- Stellen Sie mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Orten in deiner Wohnung auf, um es der Katze leichter zu machen, jederzeit zu trinken.
- Verwenden breite, flache Näpfe, da manche Katzen empfindlich auf das Berühren der Schnurrhaare mit dem Rand des Napfes reagieren.
Aromatisieren Sie das Wasser gelegentlich mit einem Tropfen Thunfischsaft (Thunfisch in Wasser wirkt Wunder) oder Brühe (ohne Zwiebeln und Salz), um es für die Katze interessanter zu machen.
Nassfutter enthält bis zu 80% Feuchtigkeit, während Trockenfutter nur etwa 10% Wasser liefert. Das bedeutet, dass eine Katze, die Nassfutter frisst, deutlich mehr Flüssigkeit über das Futter aufnimmt, was hilft, die Blase regelmäßig durchzuspülen.
- Wenn deine Katze bislang vor allem Trockenfutter gewohnt ist, kannst du schrittweise Nassfutter einführen oder das Trockenfutter mit etwas Wasser anfeuchten, um den Übergang zu erleichtern.
Regelmäßige, kleine Mahlzeiten statt großer Portionen
Viele Katzenhalter neigen dazu, ihrer Katze eine große Mahlzeit pro Tag zu geben. Aus Sicht der Harnwegsgesundheit ist es jedoch besser, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt anzubieten. Das hilft nicht nur dabei, den Blutzucker- und Insulinspiegel konstant zu halten, sondern fördert auch eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme und sorgt dafür, dass die Blase gleichmäßiger durchgespült wird.
Kleine, häufigere Mahlzeiten verhindern zudem, dass der Urin zu lange in der Blase bleibt, wo er sich konzentrieren und Kristalle bilden kann.
Übergewicht vermeiden
Übergewicht bei Katzen ist ein häufiges Problem und trägt zur Entstehung von Harnwegserkrankungen bei. Übergewichtige Katzen neigen dazu, weniger aktiv zu sein, was die Durchblutung und den Stoffwechsel verlangsamt. Dies kann zu einer schlechteren Blasenfunktion führen und das Risiko von Harnwegsproblemen wie Harnsteinen erhöhen.
Um Übergewicht zu vermeiden:
- Füttern Sie Ihre Katze mit kontrollierten Portionen basierend auf ihrem Idealgewicht und ihrer Aktivität.
- Wählen Sie fett- und kalorienreduziertes Futter, wenn die Katze bereits übergewichtig ist oder zu Gewichtszunahme neigt.
- Sorgen Sie für ausreichend Bewegung durch Spieleinheiten und Interaktion, um den Stoffwechsel anzuregen und die allgemeine Gesundheit zu fördern.
Stressreduktion
Wie bei der FIC bereits erwähnt, kann Stress eine wichtige Rolle bei Harnwegserkrankungen spielen. Katzen sind sehr sensible Tiere, und Stress kann zu gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich Blasenentzündungen. Um den Stresspegel deiner Katze niedrig zu halten:
- Sorgen Sie für eine ruhige und stabile Umgebung.
- Bieten Sie Rückzugsorte an, an denen sich deine Katze sicher fühlt.
- Vermeiden Sie abrupte Veränderungen in ihrem Alltag.
- Nutzen Sie eventuell Pheromonprodukte, die helfen können, Stress zu reduzieren.
Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen
Regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind unerlässlich, um die Gesundheit deiner Katze im Blick zu behalten. Besonders wenn ihre Katze bereits Nieren- oder Blasenprobleme hatte, ist eine engmaschige Kontrolle wichtig. Urintests und Blutuntersuchungen können frühzeitig Anzeichen von Problemen erkennen und ermöglichen es, rechtzeitig zu handeln.
Achten Sie auf die Blasengesundheit Ihrer Katze
Mit der richtigen Ernährung, einer Auswahl unserer Futterergänzungsmittel und der frühzeitigen Reaktion können Sie viele Probleme vermeiden oder gut in den Griff bekommen. Wir stehen Ihnen mit unserer Erfahrung zur Seite.
Therapie
In der Regel sind wir leider zu häufig das letzte therapeutische Glied in der Kette. Wir werden dann konsultiert, wenn die veterinärmedizinische Therapie keinen Erfolg mehr verspricht und der Tierarzt nicht selten zur Erlösung rät, nachdem sämtliche Notfallmedikationen nicht langfristig griffen und das Tier einfach nicht wieder stabil wird. Die Gründe hierfür sind vielfältig, auch Stress bei der Medikamentengabe, Stress dauernder Tierarztbesuche können Gründe sein.
Pflanzenheilkunde und Homöopathie und nicht zuletzt die ganzheitliche Betrachtung, welche auch die Fütterung mit einschließt, bietet ein breites Feld an Therapiemöglichkeiten für an den Blasen- und Harnwegs erkrankter Katzen und ist sicher eine reelle Chance wert.
Eine optimierte und blasen und nierenschonende Katzenfütterung kann das Ableitsystem entlasten und ist somit ein wichtiger Bestandteil der Regulation im Wege einer ganzheitlichen Leber & Nieren Therapie.