Zecken & Borreliose beim Hund
Was passiert beim Zeckenstich, wann beginnt das Risiko, und wie lässt sich der Hund schonend begleiten – außen und innen.
Alle Themen im Überblick
Borrelien leben im Darm der Zecke. Während des Saugakts wandern sie in die Speicheldrüsen und werden auf den Hund übertragen. Die Speichelsekretion mit pathogenen Erregern beginnt frühestens etwa zwei Stunden nach dem Ansaugen und erreicht ihren Höhepunkt nach 72 Stunden. Wer die Zecke innerhalb der ersten 24 Stunden entfernt, reduziert das Übertragungsrisiko deutlich. Im Durchschnitt sind in Deutschland etwa 20 Prozent der Zecken mit Borrelien infiziert – regional bis zu 30 Prozent.
- Zecken sind in Deutschland fast ganzjährig aktiv – klassische Sommer-Saison gibt es nicht mehr.
- Borrelien werden über den Speichel der Zecke übertragen, mit deutlichem Anstieg ab 24–72 Stunden Saugzeit.
- Borreliose beim Hund ist diagnostisch schwer zu fassen – viele seropositive Hunde zeigen nie Symptome, viele Symptome können auch andere Ursachen haben.
- Hauptsymptome bei klinisch erkrankten Hunden: wechselnde, unklare Lahmheiten, Fieberschauer, Mattigkeit, Lymphknotenschwellung.
- Die schulmedizinische Therapie der akuten Borreliose erfolgt mit Antibiotika – naturheilkundliche Begleitung kann das Immunsystem und die Gelenke unterstützen.
- Vorbeugung arbeitet auf zwei Ebenen: äußere pflanzliche Pflege und Hautmilieu von innen über die Fütterung.
Zeckenarten in Deutschland und was sie übertragen
In Deutschland sind drei Zeckenarten beim Hund besonders relevant. Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die mit Abstand häufigste Art und Hauptvektor für Borreliose und FSME. Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist vor allem in feuchten Niederungen und Auenwäldern verbreitet und gilt als Hauptvektor für Babesiose. Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist ursprünglich eine Südeuropa-Zecke, breitet sich aber durch Reisen und milde Winter zunehmend in Deutschland aus – sie kann Ehrlichiose, Anaplasmose und Babesiose übertragen.
Insbesondere nach milden Wintern sind im Frühsommer vermehrt Zecken bei Hunden anzutreffen. Was vor einigen Jahren noch wenig bekannt war, hat sich mittlerweile zur fast alltäglichen Sorge entwickelt: die Borreliose. Mit dem wachsenden Bewusstsein der Tierhalter über die gesundheitlichen Risiken von Zeckenstichen beim Menschen, insbesondere im Hinblick auf FSME und Borreliose, nimmt auch die Besorgnis über mögliche Gefahren für ihre Tiere zu.
Wo halten sich Zecken besonders gerne auf?
Zecken bevorzugen feuchte, halbschattige Lebensräume mit dichtem Bodenbewuchs. Hohe Gräser, Laubstreu, Waldränder, Flussniederungen und Auenwälder sind klassische Risikogebiete. In Flussniederungen sind Borrelien zudem endemisch – Häufungen bei Wirten wie Nagetieren, Igeln, Wildtieren und Vögeln sind dort die Regel. Vögel verbreiten die Erreger zusätzlich über weite Entfernungen.
Borreliose beim Hund – was wir wissen und was nicht
Borrelia burgdorferi heißt der Erreger der sogenannten Lyme-Borreliose. Er gehört zu den Spirochaeten und ist ein Bakterium. Benannt wurde er nach seinem Entdecker W. Burgdorfer, der zusammen mit dem Rheumatologen A. Steere Anfang der 1980er Jahre dieses Bakterium aus Zecken in der Umgebung der Gemeinde Lyme in Connecticut, USA, isolieren konnte. Hintergrund war ein gehäuftes Auftreten von Gelenkentzündungen, vor allem bei Kindern in diesem Gebiet.
Wie bei sehr vielen Erkrankungen unserer Haustiere wurden die überwiegenden Erkenntnisse zur Borreliose bei Tieren aus der Humanmedizin abgeleitet. Das ist wichtig zu wissen, weil sich daraus eine zentrale Schwierigkeit ergibt: Vieles, was wir über Borreliose beim Hund „wissen", ist eine Übertragung aus der Humanmedizin. Ob diese Übertragungen alle so stimmen, wird zunehmend kritisch diskutiert.
Wie wird Borreliose übertragen?
Die Borrelien leben im Darm der Zecke. Während des Saugakts wandern sie in die Speicheldrüsen und werden mit dem Speichel auf den Hund übertragen. Diese Wanderung braucht Zeit – die Sekretion pathogener Erreger beginnt frühestens etwa zwei Stunden nach dem Ansaugen und erreicht ihren Höhepunkt nach rund 72 Stunden.
Daher lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung durch frühzeitiges Entfernen der Zecke deutlich mindern – ideal innerhalb der ersten 24 Stunden. Das gestaltet sich allerdings schwierig: Frisch angesetzte Zecken sind klein und schwer zu greifen, weil sie noch nicht vollgesogen sind.
Wie häufig sind Borrelien in deutschen Zecken?
In Deutschland sind durchschnittlich etwa zehn Prozent der Holzbock-Zecken mit Borrelien infiziert – regional sogar über 30 Prozent. Im Durchschnitt geht man von rund 20 Prozent aus. Alle drei Entwicklungsstadien der Zecke (Larve, Nymphe, adulte Zecke) können als Überträger fungieren.
Die drei Stadien der Borreliose – aus der Humanmedizin postuliert
- 1. Stadium: Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber, Muskelschmerzen. Häufig findet sich um die Bissstelle eine sogenannte Wanderröte (Erythema migrans).
- 2. Stadium: Neurologische, kardiale, gelenkbezogene oder ophthalmologische Symptome werden beobachtet.
- 3. Stadium: Chronische Arthritis, chronische Enzephalitis oder die sogenannte Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA), bei der die Haut sich pergamentartig verändert.
Diese drei Stadien wurden für den Menschen postuliert. Beim Hund verläuft die Erkrankung deutlich anders – und längst nicht jeder Hund mit nachweisbaren Borrelien zeigt überhaupt klinische Symptome.
Symptome beim Hund – und warum die Diagnose so schwierig ist
Bei Hunden stehen nach anfänglichen Symptomen wie Mattigkeit und Fieber vor allem Lahmheit, Schmerzen und Gelenkbeschwerden als Spätfolgen im Vordergrund. Einzelne oder wiederkehrende Fieberschbe, Lethargie, Futterverweigerung, Lahmheiten und Lymphknotenschwellungen sind die Regel. Auch Herzprobleme, neurologische Symptome wie Gesichtsnervenlähmungen, Nierenerkrankungen und tiefe Entzündungen der Augen sind beschrieben worden.
Bei wechselnden, unklaren Lahmheiten von Hunden und bei Gelenkentzündungen sollte die Borreliose in der Diagnostik einen festen Platz einnehmen – aber genauso wichtig: nicht alle dieser Symptome halten einer genaueren wissenschaftlichen Betrachtung stand.
Symptome, die auf eine Borreliose beim Hund hinweisen können
- Wechselnde, unklare Lahmheiten – oft an verschiedenen Gelenken im Wechsel
- Erhöhte Körpertemperatur (39,5–40 °C), oft mit Apathie
- Geschwollene oder schmerzhafte Gelenke (vor allem Ellenbogen-, Karpal- und Kniegelenke)
- Lymphknotenschwellungen, oft an mehreren Stellen
- Wiederkehrende Fieberschauer ohne erkennbare andere Ursache
- Plötzliche Futterverweigerung, Mattigkeit, Vermeidung von Bewegung
- Bei einigen Hunden: lokale Schwellung und Wärme an einem Gelenk
Bei Verdacht auf Borreliose ist eine sorgfältige tierärztliche Abklärung – inklusive Differentialdiagnose – immer der erste Schritt.
Warum die Borrelien-Diagnostik schwierig ist
Die Borrelien-Diagnostik ist ein schwieriges Gebiet. Wenn man den Durchseuchungsgrad der Zecken in Deutschland und die Häufigkeit, mit der Tiere jährlich von Zecken gestochen werden, betrachtet, versteht man, wie kompliziert die Diagnostik beim Hund ist.
Eine Studie aus den USA (Levy und Magnarelli 1992) zeigt das Problem deutlich: Von 50 Prozent seropositiver Hunde in einem endemischen Gebiet zeigten lediglich 5 Prozent klinische Symptome wie Lahmheit, Gelenkschwellung und Apathie. Hinzu kam: Innerhalb des Beobachtungszeitraumes von 20 Monaten entwickelten ebenso viele seronegative Hunde vergleichbare Symptome. Das heißt: Ein positiver Antikörper-Test allein beweist keine Erkrankung – und ein negativer Test schließt sie nicht aus.
Vielleicht reagieren Tiere völlig anders als Menschen, gegebenenfalls auch tierartspezifisch, auf den Erreger. Obwohl er sich nachweisen lässt, richtet er bei unseren Tieren möglicherweise kaum oder keinen Schaden an. Manche Symptome unserer Tiere passen vielleicht einfach nur zum Erkrankungsbild einer Borreliose – und in Wahrheit ist eine ganz andere Erkrankung ursächlich.
Verschiedene Borrelien-Typen – was es bedeutet
Seit einigen Jahren weiß man, dass von Borrelia burgdorferi mehrere unterschiedliche Genospezies existieren. Man spricht heute von B. burgdorferi sensu lato, das sich unter anderem in B. burgdorferi sensu stricto, Borrelia garinii sowie Borrelia afzelii aufteilt. In den USA wird hauptsächlich B. burgdorferi sensu stricto isoliert – in Europa alle drei Genospezies.
Da in den USA das häufigste Symptom der Lyme-Borreliose die Arthritis ist, geht man heute davon aus, dass B. burgdorferi sensu stricto einen Organtropismus für den Bewegungsapparat besitzt, Borrelia garinii eher disseminierte Formen verursacht beziehungsweise die Neuroborreliose hervorruft, und Borrelia afzelii eine Affinität zur Haut hat. Die unterschiedlichen Genospezies sind auch unterschiedlich in ihrer antigenen Struktur – was nicht nur Probleme in der Diagnostik, sondern auch in der Entwicklung von Impfstoffen verursacht.
Wie verläuft eine experimentell ausgelöste Borreliose beim Hund?
Bei Hunden, die unter kontrollierten Bedingungen mit Borrelien infiziert wurden, ergab sich folgendes klinisches Bild: Die Lahmheiten entwickelten sich zwischen zwei und fünf Monaten nach der Infektion über die Zecken. Dabei zeigten die Tiere zuerst leichte Lahmheiten, die innerhalb von drei Tagen zunahmen und nach etwa vier Tagen wieder verschwanden. Hauptsächlich waren davon die Ellenbogengelenke sowie die Karpal- und Kniegelenke betroffen.
Bei einigen Tieren konnte palpatorisch eine leichte Schwellung sowie eine lokale Temperaturerhöhung festgestellt werden. Die meisten der an Lahmheiten erkrankten Hunde zeigten eine erhöhte Körpertemperatur (39,5–40 °C) und waren apathisch. Gewichtsverluste konnten dabei nicht beobachtet werden. Nach der ersten Lahmheit entwickelten die meisten Tiere eine zweite, teilweise eine dritte Lahmheit im Abstand von zwei bis vier Wochen, oft an anderen Gelenken als beim ersten Mal.
Außer diesen Symptomen zeigten die Tiere innerhalb der Beobachtungsperiode von 17 Monaten keine anderen klinischen Anzeichen.
Therapie und Begleitung – Schulmedizin und Naturheilkunde im Zusammenspiel
Schulmedizinische Therapie
Die Therapie der akuten Borreliose besteht in der Tier- wie in der Humanmedizin aus einer ausreichend langen Antibiose mit geeigneten Antibiotika. Das ist der etablierte Weg und der Standard der Tiermedizin.
Bei allen Labormethoden zur Borreliose beim Hund gilt: Die Laborergebnisse sind Hilfsmittel zur Diagnosestellung – sie ersetzen keinesfalls eine sorgfältige klinische Untersuchung unter Abklärung der in Frage kommenden Differentialdiagnosen. Leider wird beim Hund der typische rote Kreis (die Wanderröte) durch das Fell oft übersehen, sodass viele Infektionen unentdeckt bleiben. Die späteren Auswirkungen einer Infektion, die über Jahre auch unentdeckt bleiben kann, können Schmerzen in den Gelenken, Steifigkeit und Lahmheit sowie Vermeidung von Bewegung sein.
Naturheilkundliche Begleitung
In der naturheilkundlichen Begleitung der Borreliose setzen wir auf Mittel, die das Immunsystem und die Gelenke unterstützen. Zur Analyse des Gesamtzustandes nutzen wir die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" und entwickeln auf dieser Basis eine individuelle Fütterungsempfehlung.
Vorbeugung – auf zwei Ebenen
1. Äußerliche pflanzliche Pflege
Naturbelassene Pflegemittel verändern den Körpergeruch und das Hautmilieu des Hundes – das macht ihn für Zecken weniger attraktiv. Sie wirken über Duft und Hautmilieu, nicht durch Vergiftung. Das heißt: konsequente Anwendung vor jedem Außenaufenthalt – und engmaschige Kontrolle nach jedem Spaziergang.
2. Innere Unterstützung des Hautmilieus
Eine gezielte Fütterungsbegleitung verändert das Hautmilieu von innen. Wir beobachten in unserer Praxis seit vielen Jahren: Hunde, die mit Haut-Vet über das Futter begleitet werden, sind aus Sicht der Halter deutlich weniger von Zecken betroffen. Das Konzept dahinter: Genauso wie bestimmte Gerüche Parasiten anziehen können, können andere Gerüche abschreckend wirken – und der Körpergeruch eines Hundes lässt sich über die Fütterung beeinflussen.
3. Konsequente Kontrolle und Routine
Auch das beste Pflegekonzept ersetzt nicht die manuelle Kontrolle nach jedem Spaziergang. Besonders aufmerksam absuchen: Kopf, Halsbereich, Innenschenkel, Achseln, zwischen den Zehen, am Ohrenrand. Eine entdeckte Zecke gehört sofort entfernt – ideal mit einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken, ohne Öl, ohne Nagellack, ohne Verdrehen.
Erfahrungsbericht: Rüde Loui hat keine Probleme mehr mit Zecken & Co.
„Seit Welpenalter hatte mein Rüde Loui immer extrem Probleme mit Zecken, Milben und Co. Auf Zeckenbisse reagierte er sogar allergisch. Tierärztliche Präparate, Präparate aus dem Tierhandel und Internet, Kräutermischungen unterschiedlicher Hersteller – nichts brachte Erfolg, nichts verschaffte bei Loui eine Verbesserung oder Erleichterung. Dann wurde ich auf das THZ und die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" aufmerksam. Der Ansatz einer ganzheitlichen Betrachtung und Unterstützung gefiel mir sehr. Ich bekam einen individuell abgestimmten Plan für Loui – Ziel: Förderung eines gesunden Hautmilieus sowie Begleitung von Abwehr und Immunsystem. Und siehe da, wir hatten die erste Sommersaison ohne Probleme, lediglich eine einzige Zecke hatte Loui. Unglaublich – sonst habe ich täglich bis zu drei Zecken entfernt. Es ist auch unfassbar, was das mit dem Hund macht. Loui kam mir diesen Sommer viel entspannter vor und war nicht so oft genervt. Ich bin total begeistert und werde definitiv so weitermachen."
Leonora über ihren Rüden Loui
Vereinzelte Zecken nach dem Spaziergang, Hund verträgt Stiche normal. Ziel: vorbeugende, naturbasierte Begleitung in der Saison.
→ Parasiten-Set äußerlichTäglich mehrere Zecken, allergische Reaktionen auf Stiche, wiederkehrende Probleme trotz Präparaten – ganzheitlicher Ansatz innen+außen mit Haaranalyse.
→ Set innen+außenUnsere Produkte zur naturbasierten Zeckenbegleitung
Äußerliches Pflegemittel auf Basis von Essig, Knoblauch und Zitrone. Vor jedem Außenaufenthalt entlang der Rückenlinie auftragen.
→ Zum ProduktAllergenfreies, nicht fettendes Spray für den ganzen Körper. Zum Einsprühen vor dem Spaziergang.
→ Zum ProduktNaturbelassene Kräutermischung für den Hautstoffwechsel von innen – verändert das Hautmilieu über Wochen.
→ Zum ProduktHäufige Fragen zu Zecken und Borreliose beim Hund
Wiederkehrende Zeckenprobleme oder unklare Lahmheiten?
Wenn dein Hund trotz aller Pflege immer wieder stärker von Zecken betroffen ist als andere – oder wechselnde Lahmheiten zeigt, deren Ursache unklar bleibt – liegt die Antwort oft tiefer: Hautmilieu, Darmflora, Stoffwechsel, Immunbalance. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht sichtbar, was im individuellen Organismus aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →Weiterführende Ratgeber im Hund-Parasiten-Cluster
