Mittelmeerkrankheiten beim Hund
Was Tierschutzhunde aus dem Süden mitbringen können – und warum sich diese Krankheiten zunehmend auch bei uns ausbreiten.
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Mittelmeerkrankheiten sind eine Gruppe von Infektionserkrankungen, die durch Sandmücken, Mücken oder bestimmte Zeckenarten übertragen werden. Die wichtigsten sechs sind Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Anaplasmose, Hepatozoonose und Dirofilariose. Gefährdet sind vor allem Hunde, die aus Spanien, Italien, Griechenland, Rumänien oder anderen Südländern adoptiert wurden – aber zunehmend auch Hunde, die nur dorthin in den Urlaub gereist sind. Viele dieser Krankheiten verlaufen jahrelang symptomlos und brechen erst unter Stress aus.
- Adoptionen aus südländischen Tierheimen (Spanien, Rumänien, Griechenland, Italien) sind in Deutschland Alltag geworden – jeder Hund aus diesen Regionen sollte nach Ankunft auf Mittelmeerkrankheiten getestet werden.
- Die sechs wichtigsten Mittelmeerkrankheiten: Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Anaplasmose, Hepatozoonose, Dirofilariose.
- Manche dieser Erkrankungen können sich auch in Deutschland weiter ausbreiten – durch eingeführte Hunde, die hier über Zecken oder Mücken neue Wirte infizieren.
- Viele Verläufe sind jahrelang symptomlos – klassischer Auslöser eines Krankheitsausbruchs ist Stress: Umzug, Operation, neue Familie, Trauer.
- Diese Krankheiten gehören in tierärztliche Hände – die Schulmedizin ist hier der richtige Weg. Naturheilkundliche Begleitung kann Leber, Nieren und Allgemeinzustand unterstützen.
Tierschutzhunde aus dem Süden – ein Trend mit Verantwortung
Wer sich heute dazu entscheidet, einem Tier aus dem Mittelmeerraum ein neues Zuhause zu schenken, trifft eine bewegende Entscheidung. Immer häufiger begegnen uns in der Beratung Menschen, die ihren Hund aus Spanien, Griechenland, Italien oder Rumänien adoptiert haben – liebevoll „Sonnenhunde", „Seelenhunde" oder einfach „ihre Rettung" genannt. Es ist tatsächlich bewegend, diesen oft vom Leben gezeichneten Wesen zum ersten Mal in die Augen zu schauen und zu spüren: hier beginnt ein neues Kapitel, für beide.
Doch mit dieser Liebe kommt Verantwortung. Unsere Schützlinge aus dem Süden tragen nicht selten mehr als nur emotionales Gepäck mit sich. Häufig kommen sie nicht nur mit tiefer Dankbarkeit, sondern auch mit unsichtbaren Begleitern – den sogenannten Mittelmeerkrankheiten.
Die Länder des Mittelmeerraums sind geprägt von Sonne, Meer – und leider auch von einem traurigen Überangebot an heimatlosen Hunden. In überfüllten Tierheimen oder auf der Straße kämpfen sie oft um ihr tägliches Überleben. Stress, Mangelernährung, Parasitenbefall und fehlende tierärztliche Versorgung hinterlassen ihre Spuren – nicht nur äußerlich, sondern tief im System dieser sensiblen Tiere. Was viele nicht wissen: In diesen Regionen sind Krankheiten verbreitet, die wir in unseren Breitengraden bis vor wenigen Jahren kaum oder gar nicht kannten.
Warum sich Mittelmeerkrankheiten zunehmend auch bei uns ausbreiten
Mittelmeerkrankheiten sind längst nicht mehr ausschließlich ein Südeuropa-Thema. Mehrere Entwicklungen sorgen dafür, dass diese Erreger zunehmend auch in Deutschland eine Rolle spielen:
- Adoptierte Hunde aus dem Ausland bringen die Erreger nach Deutschland mit – oft jahrelang symptomlos. Ein infizierter Hund kann andere Hunde über gemeinsame Wirte (Zecken, Mücken) potentiell anstecken.
- Reisen mit dem eigenen Hund in den Mittelmeerraum nehmen zu – Mallorca, Italien, Südfrankreich, Kroatien sind Hauptreiseziele.
- Klimawandel sorgt dafür, dass bestimmte Zeckenarten und Sandmücken sich zunehmend nach Norden ausbreiten. Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) etwa überlebt heute auch in deutschen Hundezwingern und Häusern, ist Vektor mehrerer Mittelmeerkrankheiten.
- Hund-zu-Hund-Kontakt spielt bei einigen Erkrankungen eine Rolle: Beim Schnüffeln, Spielen oder über Kotkontakt können bestimmte Erreger weitergegeben werden – nicht alle, aber manche.
Aus unserer Beratungspraxis sehen wir den Trend deutlich: Tierhalter, die selbst nie in Spanien waren und ihren Hund auch nicht adoptiert haben, kommen mit Symptomen, die sich am Ende als Mittelmeerkrankheit herausstellen. Der gemeinsame Nenner ist häufig der Hundeplatz oder der Spielkamerad.
Warnsignale, die auf eine Mittelmeerkrankheit hinweisen können
- Schuppen, kahle Stellen oder wunde Stellen besonders an Ohren, Nase, Augen
- Schleichender Gewichtsverlust ohne erkennbare Fütterungsänderung
- Mattigkeit, Apathie, vermehrtes Rückzugsverhalten
- Wechselnde, unklare Lahmheiten – mal vorne, mal hinten
- Wiederkehrende Fieberschauer, manchmal mit Lymphknotenschwellung
- Nasenbluten, Blutarmut, blasse Schleimhäute
- Vermehrtes Trinken und Wasserlassen, gefolgt von Appetitverlust
- Husten, Atemnot bei Belastung – Verdacht auf Herzwurm
- Augenveränderungen, Trübungen
- Allgemeine Verschlechterung „ohne Grund" nach einer stressigen Phase (Umzug, Operation, Trauer)
Mehrere dieser Zeichen zusammen sind ein klarer Hinweis – tierärztliche Abklärung mit Mittelmeer-Check ist hier der erste Schritt.
Die „großen Sechs" – ein Überblick
1. Leishmaniose
Übertragung: Sandmücken in der Dämmerung · Erreger: Leishmania infantum
Die wahrscheinlich bekannteste Mittelmeerkrankheit. Der Parasit nistet sich in tiefsten Körperstrukturen ein: in Zellen des Immunsystems, in der Haut, in inneren Organen. Hunde können über Jahre symptomlos bleiben und dann, oft durch Stress ausgelöst, schwer erkranken.
Typische Symptome: Hautprobleme, Schuppen, wunde Stellen an Ohren und Nase, schleichender Gewichtsverlust, Apathie, Niereninsuffizienz.
Wichtig: Leishmaniose ist nicht heilbar im klassischen Sinn, aber gut therapierbar – ein feiner, aber entscheidender Unterschied. Die Schulmedizin setzt auf Allopurinol und antimonhaltige Präparate, oft über lange Zeit oder lebenslang.
2. Ehrlichiose
Übertragung: Zecken (vor allem Braune Hundezecke) · Erreger: Ehrlichia canis
Befallen werden die weißen Blutkörperchen. Die Symptome sind oft diffus und leicht zu übersehen – und doch kann die Erkrankung unbehandelt in lebensbedrohliche Verlaufsformen übergehen.
Typische Symptome: Fieber, Nasenbluten, Blutarmut, Müdigkeit, Lymphknotenschwellung, gelegentlich Augensymptome.
Wichtig: Die Ehrlichiose verläuft oft in drei Phasen – akut, subklinisch (jahrelang symptomlos), chronisch. Gerade die subklinische Phase macht die Diagnose schwierig.
3. Babesiose – die „Hunde-Malaria"
Übertragung: Zecken (Auwaldzecke, Braune Hundezecke) · Erreger: Babesia canis
Eine Erkrankung mit erschreckender Geschwindigkeit. Babesia zerstört rote Blutkörperchen und führt zu akuter Blutarmut. Schnelles tierärztliches Handeln ist hier oft lebenswichtig.
Typische Symptome: akutes hohes Fieber, dunkler Urin (durch zerstörte rote Blutkörperchen), plötzliche Schwäche, blasse Schleimhäute.
Wichtig: Auch in Deutschland zunehmend – insbesondere durch die Verbreitung der Auwaldzecke. Therapie meist mit Imidocarb, in schweren Fällen Bluttransfusionen, intensive Überwachung.
4. Anaplasmose
Übertragung: Zecken (vor allem Holzbock) · Erreger: Anaplasma phagocytophilum
Diese bakterielle Infektion betrifft Gelenke, Nervensystem und Allgemeinbefinden. Besonders Hunde mit unspezifischer Lahmheit, wechselndem Appetit und chronischer Müdigkeit sollten überprüft werden.
Typische Symptome: Lahmheiten, Fieber, Apathie, Appetitverlust, Lymphknotenschwellung. Ähnelt der Borreliose und wird häufig damit verwechselt.
Wichtig: Anaplasmose ist zunehmend auch in Deutschland zu finden – nicht nur ein Südthema. Die Therapie erfolgt üblicherweise mit Doxycyclin.
5. Hepatozoonose – die „vergessene Krankheit"
Übertragung: durch Verschlucken einer infizierten Zecke (nicht durch Biss!) · Erreger: Hepatozoon canis
Hier liegt eine Besonderheit: Die Infektion erfolgt nicht durch den Zeckenbiss, sondern durch das Fressen einer infizierten Zecke. Kaum jemand denkt daran – und doch sehen wir immer häufiger betroffene Hunde.
Typische Symptome: Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber, Bewegungsunlust – schwer zu fassen, oft falsch diagnostiziert.
Wichtig: Da die Krankheit eher selten gesucht wird, bleibt sie oft übersehen. Bei unklaren Bewegungsstörungen sollte sie mit auf der Diagnoseliste stehen.
6. Dirofilariose – die Herzwurmerkrankung
Übertragung: Mücken (Stechmücken) · Erreger: Dirofilaria immitis
Die gefürchtete Herzwurmerkrankung ist tückisch: Dirofilaria immitis gelangt über Mücken in den Blutkreislauf und siedelt sich in den Herzgefäßen an. Das Herz wird über Jahre belastet, der Kreislauf geschwächt.
Typische Symptome: Husten, Atemnot bei Belastung, Leistungsknick, im späten Stadium Rechtsherzversagen mit Bauchwasseransammlung.
Wichtig: Klassische Therapie ist Melarsomin – nicht ohne Risiken. Behandlung gehört unbedingt in tierärztliche Hände mit Erfahrung. Für Reisehunde gibt es vorbeugende Mittel, die mit dem Tierarzt besprochen werden sollten.
Warum Mittelmeerkrankheiten oft erst Jahre später ausbrechen
- Subklinische Phase: Erreger leben über Jahre im Körper, ohne klinische Symptome zu verursachen
- Stress als Trigger: Umzug, Operation, neue Familie, Tod eines Mitbewohners, Trauer
- Schwächung des Immunsystems: Cortison, Antibiotika, Krankheit, Alter
- Mehrfachinfektionen: Importhunde sind oft nicht nur mit einem Erreger infiziert, sondern mit mehreren gleichzeitig – das Zusammenspiel verstärkt die Symptome
- Verzögerte Antikörperbildung: manche Tests werden erst 6–8 Wochen nach Infektion positiv – ein Test gleich nach Ankunft kann fehlinterpretiert werden
Aus diesem Grund empfehlen wir bei jedem Importhund einen vollständigen Mittelmeer-Check – auch wenn er gesund wirkt – und einen wiederholten Test nach 6–12 Monaten.
Der Mittelmeer-Check – Verantwortung beginnt mit Wissen
Egal ob der Hund gerade angekommen ist oder schon ein halbes Jahr bei dir lebt – ein umfassender Mittelmeer-Check beim Tierarzt ist Pflicht. Viele dieser Erkrankungen verlaufen anfänglich asymptomatisch. Was sollte der Check umfassen?
- Serologische Tests auf Leishmaniose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Babesiose, Dirofilariose
- Großes Blutbild mit Differenzialblutbild
- Organparameter (Leber, Niere, Pankreas)
- Eiweiß-Elektrophorese (zeigt typische Verschiebungen bei chronischen Infektionen)
- Bei Auffälligkeiten: PCR zur Erreger-DNA-Bestimmung
Auch der Wiederholungstest nach 6–12 Monaten ist sinnvoll – manche Erreger sind direkt nach Ankunft noch nicht serologisch nachweisbar. Bei Hunden, die in den Urlaub mitgenommen wurden, gelten dieselben Empfehlungen ca. 6–8 Wochen nach Rückkehr.
Naturheilkundliche Begleitung – eine Brücke zur Schulmedizin
Im Tierheilkundezentrum Nehls setzen wir gerade bei diesen Themen auf eine Brücke zwischen schulmedizinischem Wissen und ganzheitlich-naturheilkundlicher Begleitung. Wir betrachten den Hund als ganzes Wesen – mit Körper, Geist und Seele. Ein Hund, der aus dem Ausland kommt, bringt oft tiefer liegende Themen mit sich: durch Krankheit, Trauma oder Trennung.
Ziel unserer Begleitung: die Rückkehr in die Lebenskraft, das Ankommen im neuen Leben, mit Wärme und Vitalität. Naturheilkundlich begleiten wir vor allem zwei Bereiche: die Organe, die durch die Erkrankung und durch die schulmedizinischen Präparate besonders gefordert sind (Leber, Nieren), und das Immunsystem, das durch Stress, lange Krankheit und Medikation oft aus der Balance ist.
Unsere Produkte zur Begleitung von Mittelmeerhunden
Getrocknete Kräutermischung zur Fütterungsbegleitung von Leber und Nieren – gerade wichtig, wenn der Hund langfristig schulmedizinisch behandelt wird.
→ Zum ProduktTierärztlich entwickelt von Katrin Knecht. Stoffwechsel-Begleitung bei chronischen Verläufen. Wichtig: Metabo Rapid wird im THZ-Konzept immer in Kombination mit VetLine Entero Clean Basic gegeben – Basic bindet und leitet ab, was Metabo Rapid mobilisiert.
→ Metabo Rapid → Entero Clean BasicFür Hunde mit den für Leishmaniose typischen Haut- und Schuppenerscheinungen – das Hautmilieu von innen verändern.
→ Zum ProduktImporthund frisch angekommen, Reise in den Süden geplant, oder Hund nach Reise zurück und symptomfrei. Mittelmeer-Check beim Tierarzt + naturheilkundliche Begleitung von Leber/Nieren als Vorsorge.
→ Leber-Nieren-FitMittelmeerkrankheit ist diagnostiziert oder stark vermutet. Schulmedizinische Therapie läuft. Ganzheitliche Begleitung mit Leber-Nieren-Fit + Metabo Rapid + Haaranalyse für individuellen Begleitplan.
→ HaaranalyseHäufige Fragen zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund
Importhund mit unklaren Symptomen oder bestätigter Diagnose?
Mittelmeerhunde brauchen langfristige, individuelle Begleitung. Die schulmedizinische Therapie steht im Mittelpunkt – daneben hilft eine ruhige Begleitung von Leber, Nieren und Hautmilieu, das Tier auf seinem Weg zurück in die Lebenskraft zu unterstützen. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" zeigt das individuelle Belastungsbild und ist Basis für unseren Fütterungs-Begleitplan. Ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →Ein letzter Gedanke
Ein Mittelmeerhund ist mehr als ein Tier – er ist ein besonderer Begleiter auf vier Pfoten, der oft sehr viel durchgemacht hat und dennoch vertraut, liebt und hofft. Er braucht nicht nur Tabletten, sondern Herz, Hand und Verstand – und das Wissen, dass diese Krankheiten in geduldiger, koordinierter Begleitung zu Schulmedizin und Naturheilkunde gut zu managen sind.
Weiterführende Ratgeber im Hund-Parasiten-Cluster
