Wurmkur beim Pferd: Warum Pferdeäpfel für Hunde gefährlich werden können
Was nach der Wurmkur im Pferdekot steckt, welche Hunde besonders empfindlich sind – und wie Pferd und Hund gut durch die Wurmkur-Zeit kommen.
Am Stall hängt der Zettel „Wurmkur am Samstag", und Ihr Hund ist der, der auf jedem Feldweg zielsicher die Pferdeäpfel findet. Genau dann wird es heikel. Viele Wurmkuren für Pferde enthalten Ivermectin oder Moxidectin, und beide Wirkstoffe landen zu einem guten Teil im Kot: Am höchsten ist die Menge rund 24 Stunden nach der Gabe, nachweisbar bleibt sie bis zu acht Tage.[1] Für die meisten Hunde ist ein Pferdeapfel dann unangenehm. Für Hunde mit MDR1-Defekt – vor allem Collies, Australian Shepherds und Shelties – kann er lebensgefährlich sein.[2]
Die THZ-Sicht: In der Woche nach der Wurmkur kommt kein Hund an Pferdeäpfel. Hütehunde lassen Sie auf MDR1 testen. Und das Pferd begleiten wir danach über den Darm. Womit Sie anfangen ↓
- Ivermectin und Moxidectin sind im Pferdekot bis zu acht Tage nach der Wurmkur nachweisbar.[1]
- Bei einem Collie mit MDR1-Defekt führten schon 150 bis 300 Mikrogramm Ivermectin je Kilo Körpergewicht ins Koma.[2]
- Der MDR1-Test braucht eine Blutprobe beim Tierarzt; am Aussehen erkennen Sie den Defekt nicht.[3]
- Der häufigste Fehler aus unserer Sicht: den Hund in der Wurmkur-Woche auf dem Hof frei laufen lassen, weil „er das sonst ja auch darf".
- weite Pupillen, schlechtes Sehen, Taumeln oder Zittern
- starkes Speicheln, Apathie oder plötzliche Schwäche
- Zuckungen, Krampfanfälle oder Bewusstseinstrübung
Dann sofort zum Tierarzt. Nehmen Sie, wenn möglich, die Packung der Wurmkur oder den Namen des Wirkstoffs mit.[2]
Lage: Sie haben einen Hütehund oder einen Mischling mit Hütehund-Anteil und kennen seinen MDR1-Status nicht. Dann lassen Sie ihn beim Tierarzt testen, einmal im Leben reicht. Bis dahin behandeln Sie ihn so, als trage er den Defekt. Fragen zur Fütterung und zum Alltag eines MDR1-Hundes klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
Lage: Ihr Pferd hat gerade die Wurmkur bekommen. Dann sammeln Sie die Pferdeäpfel der nächsten Tage konsequent ab, auch beim Ausritt, und hängen einen Hinweis für Hundehalter aus. Für die Darmflora des Pferdes empfiehlt Tierärztin Katrin Knecht danach sechs Wochen VetLine Entero Clean Duo Aktiv – Entero Clean Liquid und Entero Clean Basic zusammen in einem Set. Wer lieber Pulver füttert, nimmt Entero Clean Powder, ebenfalls immer mit Entero Clean Basic.
Lage: Ihr Hund oder Ihr Pferd ist seit der Wurmkur nicht mehr wie vorher, und keiner weiß, warum. Rufen Sie uns an unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse": Sie macht energetische Belastungsfelder sichtbar und ist unser Werkzeug – der Ausgangspunkt für einen Fütterungs-Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Warum Pferdeäpfel nach der Wurmkur riskant sind
Ivermectin und Moxidectin gehören zu den makrozyklischen Laktonen. Das Pferd baut sie nur zum Teil ab; ein großer Teil wandert über die Galle in den Darm und wird mit dem Kot ausgeschieden. In einer Studie im Equine Veterinary Journal lag die höchste Konzentration im Kot 24 Stunden nach der Gabe, nachweisbar waren die Wirkstoffe von etwa acht Stunden bis acht Tage danach.[1]
Ein Hund, der nebenbei Pferdeäpfel frisst, nimmt diese Rückstände mit auf. Und Sie merken es oft erst, wenn er sich die Schnauze leckt. Das liegt nicht an Ihnen – manche Hunde sind darin wahre Meister. Gerade im November und Dezember, wenn viele Ställe zum Saisonabschluss entwurmen[4], lohnt sich darum ein kurzer Blick auf den Stallkalender, bevor Sie mit dem Hund an der Weide entlanggehen.
MDR1: Warum manche Hunde so empfindlich sind
Das MDR1-Gen steuert ein Schutzprotein an der Blut-Hirn-Schranke. Es pumpt bestimmte Stoffe aktiv aus dem Gehirn zurück. Ist das Gen defekt, fehlt dieser Schutz: Wirkstoffe wie Ivermectin, Moxidectin oder Doramectin gelangen ungehindert ins Gehirn.[3] Betroffen sind laut der Universität Gießen unter anderem Collie, Australian Shepherd, Shetland Sheepdog, Langhaar-Whippet, Silken Windhound, Bobtail, Border Collie, Weißer Schäferhund und Deutscher Schäferhund – und Mischlinge mit diesen Rassen.[3]
Wie groß der Unterschied ist, zeigt ein Fallbericht von 2007: Zwei Hunde ohne MDR1-Defekt hatten nach etwa 2,5 bis 5 Milligramm Ivermectin je Kilo weite Pupillen und Sehstörungen, nach zwei bis drei Tagen war es vorbei. Ein Collie mit Defekt fiel schon nach 150 bis 300 Mikrogramm je Kilo – einem Bruchteil davon – ins Koma, mit Krampfphasen.[2]
Der Test ist einfach: Der Tierarzt nimmt Blut ab und schickt es in ein Labor für molekulargenetische Diagnostik. Das Ergebnis gilt ein Leben lang. Aus unserer Sicht gehört er bei jedem Hütehund in den ersten Lebensmonaten dazu – auch, weil MDR1 nicht nur die Wurmkur des Pferdes betrifft, sondern auch Medikamente für den Hund selbst.[3]
Für Pferdehalter: Wurmkur mit Plan
Was wir aus über 26 Jahren Praxis sehen: Die feste „Nikolaus-Wurmkur" für alle Pferde im Stall ist oft eher Gewohnheit als Notwendigkeit. Die Tierärztlichen Fakultäten Zürich und Bern empfehlen, gezielt nach Kotprobe zu entwurmen und den Erfolg zehn bis 14 Tage später mit einer zweiten Kotprobe zu prüfen.[4] Weniger Wurmkuren heißen auch weniger Rückstände auf der Weide. Ob und wann Ihr Pferd behandelt wird, entscheidet Ihr Tierarzt.
Wurmkuren gehen auch am Darm des Pferdes nicht spurlos vorbei. Studien beschreiben nach der Entwurmung messbare, wenn auch feine Verschiebungen in der Kotflora, am deutlichsten zwei bis drei Tage danach.[5][6] Darum begleiten wir das Pferd nach der Wurmkur über die Fütterung – mit der VetLine, immer mit Entero Clean Basic als Grundlage. Das ist kein großer Aufwand, und Sie müssen nichts umstellen.
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihren Hund oder Ihr Pferd durch die Wurmkur-Zeit bringen: Rufen Sie uns an unter 05642 988 8826 oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.
Häufige Fragen
Sie wollen Pferd und Hund gut durch die Wurmkur-Zeit bringen – und wissen nicht, wo Sie ansetzen sollen?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich will nichts falsch machen." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Unser Ausgangspunkt ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse", seit 2021 rund 3.300-mal gemacht. Sie macht energetische Belastungsfelder sichtbar und ist unser Werkzeug; Tatjana Siebert und unser Team besprechen das Ergebnis persönlich mit Ihnen und leiten daraus den Fütterungs-Begleitplan ab. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- Equine Veterinary Journal (2001): Plasma pharmacokinetics and faecal excretion of ivermectin, doramectin and moxidectin following oral administration in horses. Equine Veterinary Journal 33(5), 494–498.
- Linek J, Spiess B, Dallmeyer C, Geyer J (2007): Ivermectin-Intoxikation bei drei Hunden mit und ohne MDR1-Gen-Defekt durch ein für Pferde zugelassenes orales Antiparasitikum. Tierärztliche Praxis Ausgabe K 35(01), 272–276.
- TransMIT / Justus-Liebig-Universität Gießen (2019): MDR1-Gendefekt bei Hunden. Pressemitteilung, 15.11.2019.
- Hertzberg H, Schwarzwald CC, Grimm F, Frey CF, Basso W, Gerber V (2020): Parasiten-Management beim adulten Pferd. Empfehlungen der Vetsuisse-Fakultät Zürich und Bern, Version für Tierhalter.
- Kunz I (2018): Equine fecal microbiota changes associated with anthelmintic administration. Masterarbeit, Colorado State University.
- Hu D, Yang J, Qi Y, Li B, Li K, Mok KM (2021): Metagenomic analysis of fecal archaea, bacteria, eukaryota, and virus in Przewalski's horses following anthelmintic treatment. Frontiers in Veterinary Science 8.
