Fellwechsel beim Pferd – Stoffwechsel verstehen und gezielt begleiten
Kurze Zusammenfassung: Fellwechsel beim Pferd
Der Fellwechsel ist eine intensive Umstellungsphase im Pferdejahr. Der Organismus arbeitet gleichzeitig an Haut, Haarkleid, Stoffwechsel, Immunsystem und Verdauung. Der erhöhte Bedarf an Eiweiß, Spurenelementen und Vitaminen macht diese Zeit anfällig für Müdigkeit, Hautprobleme oder Verdauungsstörungen. Eine ausgewogene, naturbelassene Fütterung und ein stabiles Management können helfen, den Organismus in dieser Phase zu entlasten und das innere Gleichgewicht zu bewahren.
Fachliche Einordnung: Fellwechsel beim Pferd
Dieser Ratgeber wurde von unserer Tierärztin Katrin Knecht Tierärztin Katrin Knecht (& seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) und auf Basis der Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin, unserer Beraterinnen und unserer Pferdezüchterin erstellt.
Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung von Pferden in Phasen erhöhter Stoffwechselbelastung wie dem Fellwechsel. Unsere Erfahrung zeigt: Der Fellwechsel selbst ist kein Problem, sondern ein natürlicher Prozess. Belastend wird er dann, wenn Fütterung, Mineralisierung und Stoffwechselstabilität nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind.
FAQ: Fellwechsel beim Pferd
Warum wirkt mein Pferd im Fellwechsel müde?
Der Organismus benötigt große Mengen an Eiweiß, Spurenelementen und Vitaminen für den Haarwechsel. Gleichzeitig sind Haut, Immunsystem und Stoffwechsel stark beansprucht.
Welche Nährstoffe spielen eine besondere Rolle?
Vor allem Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Biotin, Vitamine der B Gruppe sowie antioxidative Vitamine wie A und E sind in dieser Phase relevant.
Warum treten im Fellwechsel häufiger Hautprobleme auf?
Die Haut ist eng mit Stoffwechsel und Immunabwehr verbunden. Ist das innere Gleichgewicht belastet, können Juckreiz, Schuppen oder andere Hautveränderungen auftreten.
Reagiert auch die Verdauung empfindlich?
Ja. Viele Pferde zeigen Kotwasser, Durchfall oder Blähungen, da der Stoffwechsel durch den Fellwechsel bereits stark ausgelastet ist.
Sind ältere oder stoffwechselempfindliche Pferde stärker betroffen?
Ja. Pferde mit Vorerkrankungen oder bereits geschwächtem Stoffwechsel reagieren häufig sensibler auf diese Umstellungsphase.
Beim Fellwechsel läuft der Organismus des Pferdes auf Hochtouren und wird in Stoffwechsel, Haut, Immunsystem und Verdauung gleichzeitig stark gefordert.
Was den Fellwechsel so belastend macht
Der Fellwechsel im Frühjahr vom Winterpelz zum Sommerfell und im Herbst vom Sommerfell zum Winterfell erfordert erhebliche Mengen an Eiweiß, essentiellen Aminosäuren, Energie, Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Selen und Mangan sowie Vitaminen wie A, E, Biotin und dem B Komplex. Fehlt hier eine ausgewogene Versorgung, gelingt der Fellwechsel äußerlich zwar häufig, doch Stoffwechsel und Immunsystem werden deutlich gefordert. Viele Pferde wirken in dieser Phase müde, weniger leistungsbereit und anfälliger für Infekte. Husten, Verdauungsstörungen oder Hautirritationen treten dann vermehrt auf.
Verläuft der Fellwechsel schleppend, bleibt das Fell lange stehen, wirkt stumpf oder die Haut schuppt, weist dies häufig auf eine erhöhte Stoffwechselbelastung hin. Hier setzt eine durchdachte, naturbelassene Fütterung an, die den Organismus unterstützt, statt ihn durch unausgewogene oder synthetische Zusätze zusätzlich zu beanspruchen.
Typische Begleitprobleme im Fellwechsel
Während des Fellwechsels treten besonders häufig Hautprobleme auf, da Haut und Stoffwechsel eng miteinander verbunden sind. Die Haut ist Teil der Immunabwehr. Juckreiz und Scheuern können kleine Verletzungen begünstigen, über die Keime leichter eindringen. Das Spektrum reicht von Schuppen, Pusteln und gereizten Hautpartien bis hin zu empfindlichen oder nässenden Bereichen.
Auch der Verdauungstrakt reagiert empfindlich. Viele Pferde zeigen Kotwasser, Durchfall, Blähungen oder eine erhöhte Kolikneigung, da der gesamte Stoffwechsel mit der Umstellung des Haarkleids stark beschäftigt ist. Gleichzeitig arbeitet das Immunsystem auf erhöhtem Niveau, wodurch Infektanfälligkeit zunehmen kann. Besonders ältere Pferde oder Tiere mit bestehenden Stoffwechselbesonderheiten reagieren sensibler.
Störungen des Fellwechsels sind dabei selten isoliert zu betrachten. Häufig zeigen sie langfristige Fütterungsfehler oder Versorgungslücken, die in dieser Phase sichtbar werden. Unaustarierte Mineralfutter, qualitativ belastetes Raufutter oder eine Summenbelastung durch Medikamente können Leber und Stoffwechsel zusätzlich fordern.
Schwieriger Fellwechsel
Bei manchen Pferden verläuft der Fellwechsel deutlich langsamer oder ungleichmäßiger als erwartet. Das Fell bleibt lange stehen, wirkt stumpf, struppig oder löst sich nur in einzelnen Partien. Häufig ist dies kein isoliertes Hautproblem, sondern ein Hinweis darauf, dass der Stoffwechsel stärker gefordert ist. Besonders ältere Pferde, Tiere mit hormonellen Veränderungen oder Pferde mit bekannten Stoffwechselbesonderheiten zeigen häufiger einen verzögerten Fellwechsel.
Auch längere Belastungsphasen, unausgewogene Fütterung oder eine insgesamt hohe Beanspruchung des Organismus können dazu beitragen, dass der natürliche Haarwechsel nicht reibungslos abläuft. In solchen Situationen lohnt es sich, Fütterung, Mineralstoffversorgung, Raufutterqualität und allgemeines Management genauer zu betrachten. Wird der Organismus gezielt entlastet und stabilisiert, reguliert sich der Fellwechsel häufig wieder von selbst und das neue Fell wächst gleichmäßig und glänzend nach.
Unterstützung durch eine ausgewogene Fütterung
Die wichtigste Grundlage bleibt hochwertiges Raufutter und eine ausgewogene, bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung. Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Mangan und Selen sowie Vitamine der B Gruppe, Biotin und antioxidative Vitamine spielen eine zentrale Rolle. Entscheidend ist eine balancierte Gesamtration, da Über und Unterversorgungen einzelner Elemente das empfindliche Gleichgewicht stören können.
Hochwertige Pflanzenöle mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren liefern gut verfügbare Energie und können Haut und Fell im Rahmen einer ausgewogenen Fütterung begleiten. Gerade bei älteren oder schwerfuttrigen Pferden kann dies sinnvoll sein, ohne die Eiweißbelastung unnötig zu erhöhen.
Statt isolierter Hochdosierungen empfiehlt sich eine naturbelassene, ganzheitlich gedachte Fütterungsstrategie. Ausgewogene Kombinationen werden traditionell genutzt, um Stoffwechsel und Darmflora in dieser Phase zu begleiten.
Naturheilkundliche und individuelle Ansätze
Reicht eine reine Fütterungsoptimierung nicht aus, kann eine individuell abgestimmte naturheilkundliche Begleitung sinnvoll sein. Verfahren wie eine Bioresonanz Haaranalyse werden genutzt, um individuelle Belastungen und Ungleichgewichte sichtbar zu machen und Fütterung sowie begleitende Maßnahmen gezielt auszurichten.
Begleitend empfehlen wir uns Set für den normalen aber immer noch sehr anspruchsvollen Fellwechsel oder das Set für den schwierigen Fellwechsel. Es werden traditionell stoffwechselunterstützende Mischungen eingesetzt, um Leber, Darm und Ausscheidungsorgane in Zeiten erhöhter Belastung zu begleiten. Dabei gilt immer: Solche Maßnahmen ersetzen keine fundierte Grundversorgung, sondern ergänzen sie individuell.
Auch Haltung und Management spielen eine wichtige Rolle. Ausreichende Bewegung, gutes Stallklima, regelmäßige Fellpflege, angepasste Eindeckung sowie eine Überprüfung von Zähnen und Stoffwechselparametern tragen dazu bei, dass der Organismus diese Phase stabil bewältigt.
Fazit
Der Fellwechsel ist eine intensive, aber natürliche Umstellungsphase. In dieser Zeit zeigt sich deutlich, wie stabil Stoffwechsel, Mineralisierung und Immunsystem aufgestellt sind. Mit einer ausgewogenen, naturbelassenen Fütterung, einem durchdachten Management und einer individuellen Begleitung bei Bedarf lässt sich diese Phase ruhig und stabil gestalten. Der Fellwechsel wird damit zu einem sichtbaren Spiegel der inneren Balance des Pferdes.
