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Harn und Blase bei Pferden, Ponys und Eseln

Harn und Blase bei Pferden, Ponys und Eseln

Blasen- und Harnwegsgesundheit von Pferden und Ponys

Die Blasen- und Harnwegsgesundheit von Pferden und Ponys bekommt im Alltag oft wenig Aufmerksamkeit, weil sie nicht sofort auffällt, spielt aber eine bedeutende Rolle in der Pferdegesundheit. Wir empfehlen Neulingen unter den Pferdebesitzern immer, genau hinzuschauen: Erst wenn sich etwas im Verhalten verändert, das Wasserlassen auffällig wird oder ein Pferd ungewöhnlich viel oder wenig trinkt, beginnt man genauer hinzuschauen.

Dabei ist das Harnsystem ein Bereich, der sensibel auf Fütterung, Wasseraufnahme, Mineralstoffhaushalt und das gesamte innere Gleichgewicht reagiert.

Im Tierheilkundezentrum Nehls beschäftigen wir uns seit über 25 Jahren mit solchen Zusammenhängen. Unsere Erfahrung zeigt: Wenn man Blase und Nieren des Pferdes besser versteht, erkennt man früh, wann Unterstützung im Alltag sinnvoll ist – egal ob rein über die Fütterung, über eine angepasste Haltung oder durch die ganzheitliche Betrachtung des Tieres.

Wie das Harnsystem beim Pferd arbeitet

Das Harnsystem besteht aus Nieren, Harnleitern, der Blase und der Harnröhre. Es filtert Abfallstoffe aus dem Blut, reguliert den Flüssigkeitshaushalt und sorgt dafür, dass alles, was der Körper nicht benötigt, ausgeschieden wird. Pferde trinken – je nach Größe, Futter, Klima und Bewegung – oft 20 bis 40 Liter Wasser am Tag. Ihr Organismus ist darauf ausgelegt, große Mengen Flüssigkeit aufzunehmen und wieder auszuscheiden.

Fachliteratur beschreibt sehr deutlich, wie empfindlich dieses Gleichgewicht ist und zeigen, dass selbst kleine Veränderungen in der Wasseraufnahme oder im Mineralstoffhaushalt die Blasen- und Nierenfunktion spürbar beeinflussen können.

Häufige Probleme im Bereich der Harnwege

Pferde neigen zu einigen typischen Harnwegsthemen, die in der veterinärmedizinischen Literatur immer wieder beschrieben werden. Die wichtigsten, wissenschaftlich belegten Bereiche:

Harnsteine (Urolithiasis)
Beim Pferd treten vor allem Calciumcarbonat-Steine auf. Sie entstehen häufig, wenn der Urin zu konzentriert ist oder wenn bestimmte Mineralien nicht gleichmäßig ausgeschieden werden. Studien aus den USA zeigen, dass Wallache und Hengste anatomisch mehr gefährdet sind, weil ihre Harnröhre länger und enger ist.

Harnwegsinfektionen (UTI)
Sie sind beim Pferd seltener als bei Hunden, kommen aber besonders bei Stuten vor. Gründe sind anatomische Gegebenheiten oder ein geschwächtes Gleichgewicht im Bereich der Harnröhre. Infektionen treten beim Pferd meist sekundär auftreten – also in Verbindung mit anderen Faktoren, wie Steinbildung oder Geburtsverletzungen.

Nierenbelastungen
Nierenprobleme können durch Flüssigkeitsmangel, Elektrolytverschiebungen oder Stoffwechselbelastungen entstehen. Arbeiten weltweit stärken unsere Erfahrung, wie sehr Wasseraufnahme und Fütterung damit zusammenhängen.

Warum Fütterung so viel bewirken kann

Die Fütterung beeinflusst das Harnmilieu stärker als viele Halter vermuten. Pferde scheiden natürlicherweise große Mengen Calcium über den Urin aus. Wenn die Ration sehr mineralstoffreich ist, das Pferd zu wenig trinkt oder die Futterstruktur unausgewogen ist, kann das System ins Ungleichgewicht geraten.

Wissenschaftliche Quellen betonen immer wieder, dass nicht einzelne Stoffe das Problem sind, sondern das Verhältnis zueinander. Eine ausgewogene, natürliche Fütterung entlastet Blase und Nieren – das erleben wir im THZ täglich in der Praxis.

Wasser als Schlüssel zu einem stabilen Harnsystem

Pferde benötigen viel Wasser, und schon geringere Mengen können spürbare Auswirkungen haben. Wenn Pferde zu wenig trinken, wird der Urin konzentrierter. Das merkt man oft an einer stärkeren Trübung oder intensiveren Farbe.

Es ist nachgewiesen, dass verlässlicher Zugang zu frischem Wasser die wichtigste Grundlage für eine stabile Harnwegsgesundheit ist. In der Praxis bedeutet das: saubere Tränken, ausreichend Zugang im Winter, lauwarmes Wasser bei kälteren Temperaturen und ausreichend Mineralstoffe wie unser Vetline Surf & Turf im Futter, um den Durst anzuregen.

Bewegung unterstützt das Gleichgewicht

Pferde, die sich frei bewegen können, trinken gleichmäßiger, setzen häufiger Urin ab und zeigen ein stabileres Harnmilieu. Unsere langjährige Erfahrung wird auch durch Studien bestätigt, dass moderate, regelmäßige Bewegung auch hier einen großen Einfluß hat und die Durchblutung und den Flüssigkeitshaushalt positiv beeinflusst. Bewegung ist damit ein natürlicher Verbündeter des Harnsystems.

Auch Stress spielt eine Rolle

Nicht nur körperliche Faktoren beeinflussen das Harnsystem – auch der innere Zustand. Stress (-> Nehls Nervo Vet) verändern Atmung, Stoffwechsel, Trinkverhalten und sogar hormonelle Abläufe. In englischen Veröffentlichungen zur Pferdeverhaltensforschung findet man Hinweise, dass langfristiger Stress indirekt auch die Harnwege beeinflussen kann. Für uns im THZ ist dieser Zusammenhang seit Jahren sichtbar: Ein Pferd, das innerlich nicht zur Ruhe kommt, hat häufiger ein unausgeglichenes Gesamtbild – und das kann sich überall im Körper zeigen.

Ganzheitlich hinschauen – die Stärke unserer Begleitungsarbeit

Wir betrachten das Pferd nicht über einzelne Symptome, sondern über Zusammenhänge: Fütterung, Haltung, Wasseraufnahme, energetisches Gleichgewicht, Belastungen, Alltag, Stressoren. Diese Betrachtung ersetzt keine Diagnostik, keine tierärztliche Behandlung und keine Notfallversorgung. Aber sie hilft, Hinweise einzuordnen und Wege zu finden, die dem Pferd im Alltag gut tun können.

Viele Pferde kommen zu uns, wenn schulmedizinische Maßnahmen zwar notwendig waren, aber noch nicht das ganze Bild erklären. Dann schauen wir im Team & mit Ihnen gemeinsam, wo Ungleichgewichte liegen könnten – fütterungsbezogen, energetisch oder im Alltag – und begleiten das Pferd auf seinem individuellen Weg.

Was Halter tun können

Aus Forschung und Erfahrung ergibt sich ein klares Bild:
– frisches Wasser in ausreichender Menge
– eine ausgewogene, pferdegerechte Fütterung
– passende Mineralstoffversorgung (Vetline Surf & Turf)
– möglichst viel Bewegung
– ein ruhiger, klar strukturierter Alltag
– und bei großen Auffälligkeiten auch die zeitnahe tierärztliche Abklärung

Das sind Bausteine, die sowohl die Wissenschaft als auch unsere jahrzehntelange Praxis bestätigen.

Am Ende zählt das gesamte Bild

Pferde zeigen sehr deutlich, wenn im Körper etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Und sie zeigen ebenso deutlich, wenn Unterstützung im Alltag gut tut. Die Blasen- und Harnwegsgesundheit ist einer dieser Bereiche, der oft erst dann sichtbar wird, wenn man genauer hinschaut – und genau dann beginnt die eigentliche Chance: nämlich das Pferd als Ganzes wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und Wege zu finden, die sein Wohlbefinden langfristig fördern.