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Kürbiskerne (Cucurbita pepo) – Pflanzenkunde, Inhaltsstoffe & Einordnung für Pferd, Hund und Katze

Kurze Zusammenfassung

Kürbiskerne sind die Samen der Kürbispflanze (Cucurbita pepo) aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie werden seit langer Zeit als Bestandteil der Ernährung genutzt.

Im Zusammenhang mit der Fütterung von Pferden, Hunden und Katzen werden Kürbiskerne vor allem aufgrund ihrer Inhaltsstoffe betrachtet. Dazu zählen Fettsäuren, Phytosterole, Mineralstoffe und Proteine.

Die Studienlage betrifft praktisch ausschließlich den Menschen und dort ein einziges Thema: gutartige Prostatavergrößerung. Die größte dieser Studien kam zu einem negativen Ergebnis. Einzelheiten in der wissenschaftlichen Einordnung.

Kontrollierte Fütterungsstudien zu Kürbiskernen bei Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.

Fachliche Einordnung

Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Gründerin und Tierheilpraktikerin Nehls für unsere Kräutermischungen ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.

Botanisch handelt es sich bei Kürbiskernen um die Samen der Kürbispflanze. Im Gegensatz zu klassischen Kräutern erfolgt die Einordnung hier über die Samenstruktur sowie deren Inhaltsstoffe im Kontext pflanzlicher Ernährung.

Wesentlich für die Einordnung ist die Sortenfrage. Neben schalenhaltigen Kernen existiert die schalenlose Form, die als Steirischer Ölkürbis bekannt ist und für die Ölgewinnung gezüchtet wurde. Ein Großteil der veröffentlichten Analysen bezieht sich auf diese Zuchtform.

Ebenfalls zu unterscheiden sind ganze Kerne, Kürbiskernöl und entölter Presskuchen. Angaben zum Öl lassen sich nicht auf den ganzen Kern übertragen.

FAQ

Was sind Kürbiskerne?
Kürbiskerne sind die Samen der Kürbispflanze (Cucurbita pepo).

Welche Inhaltsstoffe enthalten Kürbiskerne?
Fettsäuren, Phytosterole, Proteine, Mineralstoffe sowie Tocopherole.

Enthalten Kürbiskerne Omega-3-Fettsäuren?
Nur in geringen Mengen. Das Fettsäuremuster wird von Linolsäure und Ölsäure bestimmt; Linolsäure gehört zu den Omega-6-Fettsäuren.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Verwendet werden die Samen, je nach Erzeugnis ganz, gemahlen, als Öl oder als entölter Presskuchen.

Warum gibt es mehr Humanstudien als Tierstudien?
Die Forschung konzentriert sich überwiegend auf den Menschen. Kontrollierte Fütterungsstudien für Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.

Botanische Beschreibung

Der Kürbis (Cucurbita pepo) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Cucurbitaceae. Ursprünglich stammt er aus Amerika, wird heute jedoch in vielen Regionen der Welt angebaut.

Die Pflanze bildet lange, kriechende oder kletternde Triebe mit großen, breit geformten Blättern. Charakteristisch sind die auffälligen, gelben Blüten. Die Pflanze ist einhäusig getrenntgeschlechtig: Männliche und weibliche Blüten sitzen getrennt an derselben Pflanze.

Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich die Früchte, botanisch Panzerbeeren. In ihrem Inneren befinden sich zahlreiche Samen.

Diese Samen sind flach, oval und je nach Sorte grünlich bis weißlich gefärbt. Bei der schalenlosen Zuchtform fehlt die verholzte Samenschale.

Inhaltsstoffe

Fettsäuren
Das Fettsäuremuster wird von Linolsäure und Ölsäure bestimmt, ergänzt um Palmitin- und Stearinsäure. Linolsäure zählt zu den Omega-6-Fettsäuren. Alpha-Linolensäure, die wichtigste pflanzliche Omega-3-Fettsäure, kommt in Kürbiskernöl nur in geringen Anteilen vor. Der Fettgehalt der Kerne liegt im Bereich von etwa 35 bis 50 Prozent, sortenabhängig.

Phytosterole
Charakteristisch für Kürbiskerne ist ein hoher Anteil sogenannter Delta-7-Phytosterole, die in dieser Zusammensetzung in anderen Pflanzensamen selten sind. Sie stehen im Mittelpunkt der pharmakologischen Untersuchungen zu Kürbiskernöl.

Proteine
Kürbiskerne zählen zu den proteinreichen Samen; der entölte Presskuchen weist entsprechend höhere Proteinanteile auf.

Mineralstoffe
Beschrieben werden unter anderem Magnesium und Zink.

Tocopherole
Fettbegleitstoffe des Öls, zusammengefasst als Vitamin-E-Gruppe.

Die Zusammensetzung schwankt zwischen den Sorten erheblich. Vergleichende Analysen mehrerer Kultursorten zeigen deutliche Unterschiede in Fettsäuremuster und Begleitstoffen.

Wissenschaftliche Einordnung

Mensch
Die vorliegenden Studien betreffen fast ausschließlich ein Thema: Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung. Die umfangreichste Untersuchung dazu ist die GRANU-Studie von 2015 mit 1.431 Männern zwischen 50 und 80 Jahren, die über zwölf Monate entweder Kürbissamen, Kürbissamenextrakt oder ein Scheinpräparat erhielten. Nach zwölf Monaten unterschied sich die Ansprechrate zwischen Extrakt und Scheinpräparat nicht. Diese Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Menschen und stellen keinen Wirknachweis für Tiere dar.

Pferd
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Kürbiskernen beim Pferd wurden nicht gefunden.

Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Kürbiskernen beim Hund wurden nicht gefunden.

Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Kürbiskernen bei der Katze wurden nicht gefunden.

Modellorganismen
Untersuchungen an Ratten befassen sich mit Kürbiskernöl und den darin enthaltenen Phytosterolen, ebenfalls im Zusammenhang mit der Prostata. Diese Ergebnisse betreffen ein Krankheitsmodell und sind nicht auf die Fütterung von Pferd, Hund oder Katze übertragbar.

Grundsätzlich gilt, dass Erkenntnisse aus Humanstudien nicht unmittelbar auf Tiere übertragen werden können.

Traditionelle Nutzung

Kürbiskerne werden seit Jahrhunderten als Bestandteil der menschlichen Ernährung genutzt und sind in zahlreichen Kulturen etabliert. In Mitteleuropa hat besonders die Ölgewinnung aus dem Steirischen Ölkürbis eine eigene Tradition entwickelt.

In der überlieferten Volkskunde werden Kürbiskerne daneben im Zusammenhang mit Darmparasiten beschrieben. Kontrollierte Untersuchungen dazu bei Pferd, Hund oder Katze wurden nicht gefunden; diese Überlieferung ist daher als kulturhistorische Einordnung zu verstehen und stellt keine Wirkaussage dar.

Wissenschaftliche Literatur

Vahlensieck W, Theurer C, Pfitzer E, Patz B, Banik N, Engelmann U
Effects of Pumpkin Seed in Men with Lower Urinary Tract Symptoms due to Benign Prostatic Hyperplasia in the One-Year, Randomized, Placebo-Controlled GRANU Study
Urologia Internationalis. 2015
doi.org

Gossell-Williams M, Davis A, O'Connor N
Inhibition of testosterone-induced hyperplasia of the prostate of Sprague-Dawley rats by pumpkin seed oil
Journal of Medicinal Food. 2006
doi.org

Phytosterols in hull-less pumpkin seed oil, rich in Delta-7-phytosterols, ameliorate benign prostatic hyperplasia in rats
Food & Nutrition Research
ncbi.nlm.nih.gov