Kostenfreie Erstberatung! Suchen Sie Rat? Wir helfen Ihnen: +49 5642 988 8826

Ingwer (Zingiber officinale) – Pflanzenkunde, Inhaltsstoffe & Einordnung für Pferd, Hund und Katze

Kurze Zusammenfassung

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine aus tropischen Regionen stammende Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Verwendet wird vor allem das unterirdische Rhizom, das durch seinen charakteristischen Geschmack und seine komplexe Zusammensetzung auffällt.

In der wissenschaftlichen Literatur wird Ingwer insbesondere im Zusammenhang mit seinen sekundären Pflanzenstoffen wie Gingerolen und Shogaolen untersucht. Während für den Menschen eine umfangreiche Studienlage vorliegt, wurden kontrollierte Fütterungsstudien bei Pferd, Hund und Katze nicht gefunden.

Futtermittelrechtlich ist Ingwer allerdings gut dokumentiert – und die zuständige EU-Behörde unterscheidet dabei sehr deutlich zwischen Pferden und Heimtieren. Einzelheiten im entsprechenden Abschnitt.

Fachliche Einordnung

Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Gründerin und Tierheilpraktikerin Nehls für unsere Kräutermischungen ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.

Botanisch handelt es sich bei Ingwer um eine mehrjährige Pflanze, deren Rhizom als Speicherorgan dient. Die wissenschaftliche Betrachtung konzentriert sich vor allem auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe.

Für die Einordnung wesentlich ist die Unterscheidung der Zubereitungsformen. Getrocknetes Rhizom, ätherisches Öl, Oleoresin und alkoholische Tinktur sind stofflich sehr verschieden und werden auch behördlich getrennt bewertet – mit deutlich unterschiedlichen Mengen.

FAQ

Was ist Ingwer?
Ingwer (Zingiber officinale) ist eine tropische Pflanze, deren unterirdisches Rhizom als Gewürz und pflanzlicher Rohstoff verwendet wird.

Welche Inhaltsstoffe enthält Ingwer?
Ingwer enthält Gingerole und Shogaole als charakteristische Scharfstoffe, daneben ätherisches Öl mit Sesquiterpenen wie Zingiberen sowie weitere pflanzliche Begleitstoffe.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Verwendet wird ausschließlich das Rhizom.

Was ist der Unterschied zwischen Gingerolen und Shogaolen?
Shogaole entstehen aus Gingerolen bei Trocknung und Erhitzung. Frisches und getrocknetes Rhizom unterscheiden sich dadurch in ihrer Zusammensetzung.

Botanische Beschreibung

Ingwer ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Zingiberaceae. Ursprünglich stammt sie aus tropischen Regionen Asiens, wird heute jedoch weltweit in warmen Klimazonen kultiviert.

Die Pflanze bildet unterirdische Rhizome, die als Speicherorgane dienen und den charakteristischen Ingwer darstellen. Oberirdisch entwickelt sie schilfartige, aufrechte Triebe mit schmalen, lanzettlichen Blättern.

Die Blüten erscheinen in dichten Blütenständen und sind meist gelblich mit rötlichen Anteilen. Für die Nutzung ist ausschließlich das Rhizom von Bedeutung.

Inhaltsstoffe

Gingerole
Die charakteristischen Scharfstoffe des frischen Rhizoms, chemisch phenolische Verbindungen.

Shogaole
Umwandlungsprodukte der Gingerole, die bei Trocknung und Erhitzung entstehen. Ihr Anteil steigt mit der Verarbeitung.

Ätherisches Öl
Enthält überwiegend Sesquiterpene, darunter Zingiberen, die zur Aromatik beitragen.

Weitere Begleitstoffe
Kohlenhydrate, Mineralstoffe und weitere pflanzliche Bestandteile.

Die Zusammensetzung hängt stark von Herkunft, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab. Angaben zu einem Oleoresin oder ätherischen Öl lassen sich nicht auf gemahlenes Rhizom übertragen.

Wissenschaftliche Einordnung

Mensch
Für den Menschen liegt eine umfangreiche Studienlage zu Zingiber officinale vor, überwiegend zu den Inhaltsstoffen und deren biochemischer Einordnung. Diese Angaben beziehen sich auf den Menschen und dienen der wissenschaftlichen Kontextualisierung.

Pferd
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Ingwer beim Pferd wurden nicht gefunden. Die futtermittelrechtliche Bewertung schließt das Pferd ausdrücklich ein und nennt für Oleoresin und Tinktur die höchsten Mengen der hier betrachteten Tierarten.

Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Ingwer beim Hund wurden nicht gefunden. Für die futtermittelrechtliche Einordnung siehe den vorstehenden Abschnitt.

Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Ingwer bei der Katze wurden nicht gefunden.

Weitere Tierarten
Untersuchungen zur Fütterung von Ingwer existieren vor allem bei Nutztieren, insbesondere bei Geflügel und kleinen Wiederkäuern. Auf Pferd, Hund oder Katze sind diese Ergebnisse nicht übertragbar.

Modellorganismen
Der überwiegende Teil der experimentellen Arbeiten wurde an Nagern und in Zellsystemen durchgeführt. Diese Ergebnisse sind nicht direkt auf Haustiere übertragbar.

Einordnung für den Turniersport

Ingwer ist in den Karenzzeiten-Regelungen des Pferdesports erfasst. Halter, die ihr Pferd auf Turnieren vorstellen, sollten das vor der Fütterung ingwerhaltiger Mischungen berücksichtigen.

Hintergründe und die vollständige Pflanzenübersicht: ADMR und FEI – Karenzzeiten im Turniersport. Die Verantwortung vor einem Turnierstart liegt beim Halter.

Traditionelle Nutzung

Ingwer hat eine lange Tradition in verschiedenen Kulturen, insbesondere in Asien. Er wurde sowohl in der Ernährung als auch in unterschiedlichen pflanzenkundlichen Anwendungen beschrieben.

Über den Handelsweg gelangte Ingwer bereits in der Antike nach Europa und zählt zu den ältesten importierten Gewürzen.

Diese Nutzung bezieht sich auf den Menschen, basiert auf historischer Erfahrung und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.

Wissenschaftliche Literatur

EFSA-Gremium für Zusatzstoffe und Erzeugnisse oder Stoffe in der Tierernährung (FEEDAP)
Safety and efficacy of essential oil, oleoresin and tincture from Zingiber officinale Roscoe when used as sensory additives in feed for all animal species
EFSA Journal. 2020
doi.org

Shukla Y, Singh M
Cancer preventive properties of ginger: a brief review
Food and Chemical Toxicology. 2007
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

Mashhadi NS et al.
Anti-oxidative and anti-inflammatory effects of ginger in health and physical activity
International Journal of Preventive Medicine. 2013
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov