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Bentonit (Montmorillonit) – Mineralische Einordnung, Zusammensetzung & wissenschaftliche Bewertung für Pferd, Hund und Katze

Kurze Zusammenfassung

Bentonit ist ein natürlich vorkommendes Tonmineralgemisch, dessen Hauptbestandteil häufig Montmorillonit aus der Gruppe der Smektite ist. Es entsteht durch die Verwitterung vulkanischer Asche und wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, unter anderem in der Wasseraufbereitung, der Kosmetik sowie als Zusatzstoff in Futtermitteln.

Im Zusammenhang mit der Fütterung von Pferden, Hunden und Katzen wird Bentonit vor allem aufgrund seiner physikochemischen Eigenschaften betrachtet. Dazu zählen insbesondere seine Adsorptionsfähigkeit, Quellfähigkeit und Kationenaustauschkapazität.

Anders als bei pflanzlichen Bestandteilen ist die Einordnung von Bentonit futtermittelrechtlich klar geregelt: Es ist in der Europäischen Union als technologischer Zusatzstoff zugelassen, und zwar mit genau definierten Funktionen. Diese Zulassung ist der belastbarste Bezugspunkt und wird weiter unten eigens dargestellt.

Fachliche Einordnung

Dieser Rohstoff wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Gründerin und Tierheilpraktikerin Nehls für unsere Kräutermischungen ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.

Im Gegensatz zu klassischen Kräutern handelt es sich bei Bentonit nicht um eine Pflanze, sondern um ein Mineral. Die wissenschaftliche Bewertung erfolgt daher nicht botanisch, sondern mineralogisch und physikochemisch.

Im Mittelpunkt stehen die Struktur des Minerals, seine Zusammensetzung sowie mögliche Wechselwirkungen mit anderen Stoffen, insbesondere im Zusammenhang mit Futtermitteln und Verdauungsprozessen.

FAQ

Was ist Bentonit?
Bentonit ist ein natürliches Tonmineralgemisch, das überwiegend aus Montmorillonit besteht.

Welche Bestandteile enthält Bentonit?
Es besteht hauptsächlich aus Schichtsilikaten, insbesondere Montmorillonit, sowie weiteren mineralischen Bestandteilen.

Ist Bentonit als Futtermittelzusatzstoff zugelassen?
Ja. Bentonit ist in der EU als technologischer Zusatzstoff zugelassen. Die Zulassung unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Funktionen und Tierarten; Einzelheiten im entsprechenden Abschnitt.

Warum gibt es mehr Human- und Modellstudien als Tierstudien?
Die Forschung konzentriert sich häufig auf technische, geologische und pharmazeutische Anwendungen. Kontrollierte Fütterungsstudien zu Bentonit bei Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.

Mineralische Beschreibung

Bentonit entsteht aus der Umwandlung vulkanischer Asche und gehört zu den quellfähigen Tonmineralen. Charakteristisch ist seine feine Partikelstruktur mit einer großen spezifischen Oberfläche.

Der Hauptbestandteil Montmorillonit besitzt eine schichtartige Kristallstruktur. Diese ermöglicht die Einlagerung von Wasser sowie die Bindung verschiedener Ionen zwischen den Schichten. Diese Eigenschaft ist die Grundlage für die in der Literatur beschriebene Quellfähigkeit.

Fachlich wird zwischen di- und trioktaedrischen Smektiten unterschieden. Die genaue mineralische Zusammensetzung kann je nach Herkunft variieren, da Bentonit ein natürliches Gemisch verschiedener Mineralien darstellt. Unterschiede ergeben sich insbesondere durch geologische Bedingungen und Lagerstätten.

Zusammensetzung

Die wissenschaftliche Einordnung von Bentonit basiert auf seiner mineralischen Zusammensetzung und nicht auf klassischen pflanzlichen Inhaltsstoffen.

Im Mittelpunkt steht Montmorillonit, ein Schichtsilikat mit hoher Kationenaustauschkapazität. Diese Struktur ermöglicht die Bindung von Ionen und Molekülen an der Oberfläche oder innerhalb der Schichtstruktur.

Darüber hinaus enthält Bentonit weitere mineralische Bestandteile wie Aluminium-, Silizium-, Magnesium- und Calciumverbindungen, die zur Gesamtstruktur beitragen.

Die Eigenschaften von Bentonit werden nicht einzelnen Bestandteilen zugeschrieben, sondern ergeben sich aus der physikochemischen Gesamtstruktur des Minerals.

Futtermittelrechtliche Einordnung in der EU

Bentonit ist in der Europäischen Union als technologischer Zusatzstoff zugelassen. Die Zulassung unterscheidet zwischen mehreren Funktionsgruppen, und diese Unterscheidung ist für die Einordnung wesentlich.

Als Bindemittel, Trennmittel und Stoff zur Beherrschung einer Kontamination mit Radionukliden ist Bentonit für alle Tierarten zugelassen.

Als Stoff zur Verringerung der Kontamination von Futtermitteln mit Mykotoxinen besteht die Zulassung dagegen für Wiederkäuer, Geflügel und Schweine. Pferde, Hunde und Katzen sind von dieser Funktionsgruppe nicht erfasst.

Zur Wirksamkeit als Aflatoxin-B1-Binder hat der zuständige EFSA-Ausschuss 2017 festgehalten, dass die geprüften Smektite Aflatoxin B1 im Laborversuch adsorbieren, jedoch keine ausreichenden Studien am lebenden Tier vorlagen. Der Ausschuss konnte daher keine abschließende Bewertung der Wirksamkeit für alle Tierarten vornehmen.

Bei der Verlängerung der Zulassung im Jahr 2025 bestätigte der Ausschuss, dass der Zusatzstoff unter den zugelassenen Bedingungen für alle Tierarten, für Verbraucher und für die Umwelt sicher ist. Zur Anwendersicherheit wird festgehalten, dass Bentonit augenreizend wirkt und als haut- und atemwegssensibilisierend einzustufen ist; beim Umgang mit dem Pulver ist entsprechende Vorsicht geboten.

Wissenschaftliche Einordnung

Mensch
Beim Menschen wird Bentonit in der wissenschaftlichen Literatur vor allem im Zusammenhang mit Adsorptionsprozessen, Materialeigenschaften und pharmazeutischen Anwendungen untersucht. Ein eigener Forschungszweig befasst sich mit der traditionellen äußerlichen Anwendung von Tonmineralen. Diese Untersuchungen dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Kontextualisierung.

Pferd
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Bentonit beim Pferd wurden nicht gefunden. Die futtermittelrechtliche Zulassung als Bindemittel und Trennmittel erstreckt sich auf alle Tierarten, die Funktionsgruppe zur Verringerung von Mykotoxin-Kontaminationen jedoch nicht auf Equiden.

Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Bentonit beim Hund wurden nicht gefunden.

Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Bentonit bei der Katze wurden nicht gefunden.

Modellorganismen und Laborversuche
Der überwiegende Teil der Untersuchungen betrifft Adsorptionsvorgänge im Laborversuch sowie Materialeigenschaften. Die dem EFSA-Ausschuss vorgelegten Bindungsversuche zu Aflatoxin B1 wurden in vitro bei pH 5 durchgeführt. Solche Ergebnisse beschreiben das Verhalten des Minerals unter Laborbedingungen und lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Verdauungstrakt einzelner Tierarten übertragen.

Traditionelle Nutzung

Bentonit wird seit langer Zeit in unterschiedlichen Bereichen genutzt, insbesondere in technischen Anwendungen, in der Wasseraufbereitung sowie in der Verarbeitung von Rohstoffen. Auch im Bereich der Fütterung wird es als mineralischer Zusatzstoff beschrieben.

Tonminerale gehören darüber hinaus zu den ältesten überlieferten Materialien der Volksheilkunde; entsprechende Anwendungen sind für den Menschen historisch dokumentiert.

Diese Nutzung basiert auf praktischen Erfahrungen und physikalischen Eigenschaften und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.

Wissenschaftliche Literatur

EFSA-Gremium für Zusatzstoffe und Erzeugnisse oder Stoffe in der Tierernährung (FEEDAP)
Scientific Opinion on the safety and efficacy of bentonite as a feed additive for all animal species
EFSA Journal. 2017
https://doi.org/10.2903/j.efsa.2017.5096

EFSA-Gremium für Zusatzstoffe und Erzeugnisse oder Stoffe in der Tierernährung (FEEDAP)
Assessment of the feed additive consisting of bentonite (1m558i) for all animal species for the renewal of its authorisation (EUBA aisbl)
EFSA Journal. 2025
https://doi.org/10.2903/j.efsa.2025.9553

Williams LB, Haydel SE
Evaluation of the medicinal use of clay minerals as antibacterial agents
International Geology Review. 2010
https://doi.org/10.1080/00206811003679737