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Anis (Pimpinella anisum) – Pflanzenkunde, Inhaltsstoffe & Einordnung für Pferd, Hund und Katze

Kurze Zusammenfassung

Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige Kulturpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und zählt zu den klassischen aromatischen Gewürzpflanzen. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum und aus Teilen Westasiens, wird heute jedoch weltweit angebaut.

Im Zusammenhang mit der Fütterung von Pferden, Hunden und Katzen wird Anis vor allem aufgrund seiner Inhaltsstoffe betrachtet. Dazu zählen insbesondere das ätherische Öl mit trans-Anethol als Hauptbestandteil sowie das fette Öl der Früchte. Diese Verbindungen prägen das charakteristische Aroma und stehen im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.

Kontrollierte Studien zur Fütterung von Anis bei Pferd, Hund und Katze liegen nicht vor. Humanstudien dienen daher ausschließlich der wissenschaftlichen Einordnung und sind nicht direkt auf Tiere übertragbar.

Fachliche Einordnung

Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Gründerin und Tierheilpraktikerin Nehls für unsere Kräutermischungen ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.

Botanisch gehört Anis zur Familie der Apiaceae und ist eng verwandt mit anderen aromatischen Pflanzen wie Fenchel, Kümmel oder Dill. Viele Vertreter dieser Pflanzenfamilie sind für ihre ätherischen Öle bekannt. Zwischen diesen Arten bestehen bekannte Kreuzreaktivitäten, sodass Empfindlichkeiten gegenüber einer Art auch die verwandten Arten betreffen können.

Die wissenschaftliche Einordnung konzentriert sich auf die Früchte als pflanzlichen Rohstoff sowie deren Inhaltsstoffe und deren Einbettung in pflanzenbiologische und biochemische Zusammenhänge.

FAQ

Was ist Anis?
Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige Gewürzpflanze aus der Familie der Apiaceae.

Welche Inhaltsstoffe enthält Anis?
Die Früchte enthalten ätherisches Öl mit trans-Anethol als Hauptbestandteil, daneben Estragol und Anisaldehyd, sowie Flavonolglykoside, Phenolsäuren, Cumarine und fettes Öl.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Verwendet werden die reifen Früchte, umgangssprachlich als Anissamen bezeichnet.

Warum gibt es mehr Humanstudien als Tierstudien?
Die wissenschaftliche Forschung konzentriert sich überwiegend auf den Menschen und experimentelle Modelle. Kontrollierte Studien zu Anis bei Pferd, Hund und Katze liegen nicht vor.

Botanische Beschreibung

Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und erreicht Wuchshöhen von etwa 30 bis 50 Zentimetern.

Die Pflanze bildet feine, doppelt gefiederte Blätter und kleine weiße Blüten, die in typischen Dolden angeordnet sind. Nach der Blüte entwickeln sich die charakteristischen Früchte, die umgangssprachlich als Anissamen bezeichnet werden.

Botanisch handelt es sich dabei um Spaltfrüchte, die bei Reife in zwei Teilfrüchte zerfallen. Das Europäische Arzneibuch beschreibt die Droge als die ganze Spaltfrucht mit dem charakteristischen Anethol-Geruch.

Anis bevorzugt warme, sonnige Standorte und lockere, durchlässige Böden. Der Anbau erfolgt heute in vielen Regionen weltweit.

Inhaltsstoffe

Die Früchte von Anis enthalten eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, die in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben werden.

Im Mittelpunkt steht das ätherische Öl, dessen Gehalt nach dem Europäischen Arzneibuch mindestens 20 Milliliter je Kilogramm wasserfreier Frucht betragen muss. Hauptbestandteil ist trans-Anethol mit einem Anteil von etwa 87 bis 94 Prozent. Dieser Stoff ist maßgeblich für das charakteristische Aroma verantwortlich.

Weitere Bestandteile des ätherischen Öls sind Estragol mit etwa 0,5 bis 5 Prozent, Anisaldehyd, Linalool, alpha-Terpineol sowie cis-Anethol. Anders als das ätherische Öl des Fenchels enthält Anisöl praktisch kein Fenchon.

Neben dem ätherischen Öl beschreibt die Fachliteratur Flavonolglykoside, Phenolsäuren, ein Phenolglykosid, Furocumarine – überwiegend Bergapten – sowie Hydroxycumarine, überwiegend Umbelliferon. Das fette Öl der Früchte besteht hauptsächlich aus Petroselinsäure.

Die Zusammensetzung des ätherischen Öls schwankt deutlich je nach Herkunftsregion, Erntezeitpunkt und Gewinnungsverfahren.

Einordnung: Estragol

Neben trans-Anethol enthält Anisöl von Natur aus geringe Mengen Estragol – nach dem Europäischen Arzneibuch zwischen 0,5 und 5 Prozent. Der Stoff kommt auch in anderen Küchengewürzen vor, etwa in Fenchel, und wird über die normale Ernährung regelmäßig in kleinen Mengen aufgenommen.

Estragol ist wissenschaftlich gut untersucht. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat die Datenlage in einem eigenen Statement zusammengefasst (EMA/HMPC/137212/2005). Ein zentraler Punkt darin: Die Stoffwechselwege, über die Estragol im Körper überhaupt biologisch aktiv werden kann, sind stark dosisabhängig und verlieren bei niedriger Aufnahme überproportional an Bedeutung. In Tierversuchen mit hohen Dosierungen wurden bei Mäusen Veränderungen an der Leber beobachtet; für Erwachsene sieht die Behörde bei den üblichen Mengen und kurzzeitiger Anwendung dagegen kein relevantes Risiko.

Zurückhaltung wird dort empfohlen, wo die Datenlage schlicht keine Aussage erlaubt: bei sehr hohen Mengen, bei dauerhafter Anwendung sowie bei Kindern, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit.

Diese Bewertungen beziehen sich auf den Menschen. Vergleichbare Daten für Pferd, Hund und Katze liegen nicht vor. Die Angaben dienen der Wissensvermittlung und stellen keine Aussage über ein bestimmtes Produkt dar.

Wissenschaftliche Einordnung

Mensch
Für den Menschen existieren pharmakologische Untersuchungen zu Pimpinella anisum, insbesondere zu den Inhaltsstoffen und deren biochemischer Einordnung. Kontrollierte klinische Studien zu Anis als Einzelpflanze liegen nach Bewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur nicht vor; die dokumentierte Anwendung beruht auf traditioneller Verwendung. Diese Angaben dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Kontextualisierung.

Pferd
Kontrollierte Studien zu Anis beim Pferd liegen nicht vor.

Hund
Kontrollierte Studien zu Anis beim Hund liegen nicht vor.

Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Anis bei der Katze liegen nicht vor. In der älteren experimentellen Literatur wurden Katzen vereinzelt als Versuchstiere für Untersuchungen am Atemtrakt eingesetzt; diese Arbeiten sind nicht auf die Fütterungspraxis übertragbar.

Modellorganismen
In experimentellen Studien werden Inhaltsstoffe von Anis untersucht, insbesondere im Hinblick auf biochemische und mikrobiologische Prozesse. Verwendet wurden dabei überwiegend Ratten, Mäuse, Meerschweinchen und Kaninchen sowie Zell- und Bakterienkulturen. Diese Ergebnisse sind nicht direkt auf Tiere in der Fütterungspraxis übertragbar.

Grundsätzlich gilt, dass Erkenntnisse aus Humanstudien nicht unmittelbar auf Tiere übertragen werden können.

Traditionelle Nutzung

Anis gehört zu den klassischen Gewürzpflanzen vieler Kulturen und wird seit Jahrhunderten in der Küche verwendet, beispielsweise in Backwaren, Gewürzmischungen oder Getränken.

In der europäischen Pflanzenkunde ist Anis über einen langen Zeitraum dokumentiert und in zahlreichen Arzneibüchern und pflanzenkundlichen Werken beschrieben. Diese Nutzung bezieht sich auf die Anwendung beim Menschen, basiert auf überliefertem Erfahrungswissen und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar. Eine Übertragung auf Tiere ist nicht zulässig.

Wissenschaftliche Literatur

Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), Europäische Arzneimittel-Agentur
Assessment report on Pimpinella anisum L., fructus and Pimpinella anisum L., aetheroleum (EMA/HMPC/321181/2012)
European Medicines Agency. 2013
www.ema.europa.eu

Shojaii A, Abdollahi Fard M
Review of Pharmacological Properties and Chemical Constituents of Pimpinella anisum
ISRN Pharmaceutics. 2012
https://doi.org/10.5402/2012/510795

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https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16375827/

Dumitrescu E, Muselin F, Tîrziu E, Folescu M, Dumitrescu CS, Orboi DM, Cristina RT
Pimpinella anisum L. Essential Oil a Valuable Antibacterial and Antifungal Alternative
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https://doi.org/10.3390/plants12132428

Sun W, Shahrajabian MH, Cheng Q
Anise (Pimpinella anisum L.), a dominant spice and traditional medicinal herb for both food and medicinal purposes
Cogent Biology. 2019
https://doi.org/10.1080/23312025.2019.1673688