Zecken & Borreliose bei der Katze
Was wir wissen, was umstritten ist und warum Katzen anders auf Borrelien reagieren als Hunde.
Dieser Ratgeber wurde von unserer Gründerin Tierheilpraktikerin Claudia Nehls aus über 26 Jahren Beratungspraxis mit Katzen, Zecken und Verdacht auf Borreliose zusammengefasst und im Team mit unserer Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) sowie auf Basis der täglichen Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert und unseres Beraterinnenteams aktualisiert.
Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Katzen können sich mit Borrelien infizieren – aber sie reagieren anders als Hunde oder Menschen. Antikörper lassen sich nachweisen, klinische Borreliose-Symptome treten jedoch sehr selten auf. Forscher gehen davon aus, dass Katzen eine weitgehend natürliche Resistenz gegen eine ausgeprägte Borreliose haben. Wichtig bleibt der Zeckenschutz: Zecken übertragen außer Borrelien auch andere Erreger (Anaplasmose, Babesiose), und sie können auf Mensch und andere Haustiere im Haushalt überspringen. Zeit ist der entscheidende Faktor – eine frühe Entfernung der Zecke (innerhalb von 24 Stunden) reduziert das Übertragungsrisiko erheblich.
- In Deutschland sind etwa 10–30 % der Holzbock-Zecken mit Borrelien infiziert – im Schnitt rund 20 %.
- Borrelien werden erst nach mehreren Stunden übertragen – frühe Zeckenkontrolle (innerhalb 24 h) reduziert das Risiko erheblich.
- Bei Katzen verläuft eine Borreliose meist symptomlos – klinische Fälle sind selten und meist bei vorerkrankten Tieren.
- Die typische Wanderröte (Erythema migrans) bleibt unter dem Fell oft unsichtbar.
- Zecken übertragen außer Borrelien auch Anaplasmose, Babesiose und (selten) Ehrlichiose.
- Es gibt keine Borreliose-Impfung für Katzen. Vorbeugung = Zeckenkontrolle + Hautmilieu stärken.
- Die Diagnose ist schwierig: Antikörpernachweis bedeutet nicht automatisch klinische Erkrankung.
Zecken bei Katzen – was im Sommer auf Freigänger zukommt
Im Frühsommer und nach milden Wintern finden wir besonders viele Zecken bei Katzen. Vor allem der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist in Mitteleuropa verbreitet. Zecken lauern im hohen Gras, in Büschen, am Waldrand – und lassen sich auf vorbeilaufende Tiere fallen. Bei Katzen setzen sie sich bevorzugt am Kopf, hinter den Ohren, am Hals, unter dem Kinn und in der Leistengegend fest.
Eine Zecke saugt mehrere Tage Blut, ehe sie sich von selbst löst. Während des Saugaktes gibt sie Speichel ab, der gerinnungshemmende, schmerzdämpfende und entzündungshemmende Stoffe enthält – deshalb merken Katzen den Stich oft nicht. Genau dieser Speichel ist auch der Übertragungsweg für Krankheitserreger.
Wichtig zu wissen: Borrelien leben im Darm der Zecke. Erst beim Saugen erhöht sich die Temperatur, die Erreger wandern in die Speicheldrüsen und gelangen ins Blut der Katze. Dieser Prozess dauert Stunden – daher die Empfehlung, Zecken möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden zu entfernen. Wer täglich kontrolliert, hat ein realistisches Zeitfenster, eine Übertragung zu verhindern.
Borreliose bei der Katze – warum die Sache differenziert ist
Borrelia burgdorferi heißt der Erreger der Lyme-Borreliose – ein spiralförmiges Bakterium aus der Gruppe der Spirochäten. In Mitteleuropa ist der Gemeine Holzbock der Hauptüberträger. Etwa 10 bis 30 Prozent der Zecken tragen Borrelien in sich, regional gibt es Schwankungen.
Beim Menschen und beim Hund verläuft eine Borreliose typischerweise in drei Stadien: Allgemeinsymptome, dann Gelenk- oder Nervenbeteiligung, schließlich chronische Erscheinungen. Bei der Katze ist das Bild ein anderes – und genau hier wird es spannend.
Antikörper gegen Borrelien lassen sich bei Katzen durchaus nachweisen. Aber: Klinisch manifeste Borreliose-Symptome (Lahmheit, Fieber, Gelenkprobleme, neurologische Auffälligkeiten) sind bei Katzen ausgesprochen selten dokumentiert. Forscher gehen heute davon aus, dass Katzen eine weitgehend natürliche Resistenz gegen eine klinisch ausgeprägte Borreliose besitzen. Die wenigen Fälle, in denen Symptome auftreten, betreffen meist bereits vorerkrankte oder immungeschwächte Tiere.
Das bedeutet nicht, dass die Sache harmlos ist. Antikörper-positive Katzen können latente Träger sein, infizierte Zecken können vom Katzenfell auf Menschen oder Hunde überspringen, und vor allem: Zecken übertragen nicht nur Borrelien. Anaplasmose, Babesiose und (seltener) Ehrlichiose kommen ebenfalls bei Katzen vor – mit zum Teil ausgeprägteren Symptomen als die Borreliose.
- Anhaltende oder wiederkehrende Fieberschübe (39,5–40 °C)
- Wechselnde Lahmheiten, vor allem an Ellenbogen-, Karpal- oder Kniegelenken
- Schwellung und lokale Erwärmung einzelner Gelenke
- Apathie, Bewegungsunlust, Rückzug über Tage
- Lymphknotenschwellungen
- Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
- Sichtbare Wanderröte um die Bissstelle (oft im Fell unsichtbar)
- Bei Babesiose zusätzlich: dunkler Urin, Gelbsucht, blasse Schleimhäute
Bei einem oder mehreren dieser Zeichen, kombiniert mit Zeckenkontakt in den vorausgegangenen Wochen oder Monaten, gehört die Katze in tierärztliche Diagnostik. Bluttest und ggf. PCR-Diagnostik geben Klarheit.
Diagnose und schulmedizinische Therapie – was der Tierarzt macht
Die Diagnose ist anspruchsvoll. Ein Antikörpernachweis bedeutet nicht automatisch klinische Erkrankung – und ein negativer Test schließt eine Infektion nicht zuverlässig aus. Im Verdachtsfall sind Titer-Verlaufskontrollen sinnvoll. Bei klinisch auffälligen Tieren wird der Tierarzt zusätzlich differentialdiagnostisch andere Ursachen ausschließen.
Die schulmedizinische Therapie der Borreliose besteht aus einer mehrwöchigen Antibiose. Da Antibiotika auch beim Hund eingesetzt werden, gibt es Erfahrungen, allerdings unterscheidet sich die Behandlung im Detail je nach Tierärztin und Verlauf. Wichtig: Eine Antibiose ist bei klinisch begründetem Verdacht angezeigt – nicht bei reinem Antikörperbefund ohne Symptome.
Bei akuter, klinisch manifester Borreliose oder anderen zeckenübertragenen Erkrankungen ist die schulmedizinische Behandlung der einzige verlässliche Weg, die akute Lage in den Griff zu bekommen. Naturheilkundliche Begleitung ergänzt diese Therapie und kann Immunsystem, Gelenke und Stoffwechsel unterstützen – sie ersetzt sie nicht.
Vorbeugen – Zeckenschutz im Alltag
Da es für Katzen keine Borreliose-Impfung gibt, ist die wichtigste Vorbeugung das Verhindern oder frühe Entfernen von Zeckenstichen.
Tägliche Fellkontrolle
Die wichtigste und entscheidende Maßnahme. Nach Freigang systematisch absuchen: Kopf, hinter den Ohren, am Kinn, am Hals, in den Achseln, am Bauch, in den Leisten, zwischen den Zehen. Sanftes Bürsten gegen die Wuchsrichtung erleichtert das Entdecken. Zecken sind klein und flach, mit Blutmahlzeit auf Erbsengröße angeschwollen.
Zecke richtig entfernen
Mit Zeckenzange, Zeckenkarte oder feiner Pinzette möglichst hautnah greifen, ohne den Körper der Zecke zu quetschen, und gerade herausziehen – nicht drehen. Kein Öl, kein Klebstoff, kein Alkohol auf die Zecke aufbringen, das fördert die Erregerabgabe. Bei Unsicherheit oder bei Resten der Zecke in der Haut: Tierarzt aufsuchen.
Hautmilieu stärken
Aus unserer Praxis ist der entscheidende Hebel: Das innere Klima der Katze so verändern, dass sie für Zecken weniger attraktiv wird. Bestimmte Kräuter werden über die Haut ausgedünstet und verändern den Eigengeruch. Das ist kein Sofortschutz, sondern ein Konzept über Wochen. Mehr Hintergrund im Pillar-Artikel Parasiten bei der Katze.
Garten und Umgebung
Hecken, Büsche und Gras möglichst kurz halten reduziert die Zeckendichte im Garten deutlich. Holzstapel und ungenutzte Ecken sind Lieblingsorte von Zecken – aufgeräumte Bereiche sind sicherer.
Spot-on-Präparate für Hunde mit Permethrin sind für Katzen tödlich. Auch Teebaumöl, Schwarzkümmelöl und Knoblauch dürfen bei Katzen nicht angewendet werden – sie verursachen Leberversagen. Verwende ausschließlich Präparate, die explizit für Katzen entwickelt und auf Verträglichkeit geprüft sind.
Unsere Produkte zur Begleitung gegen Zecken bei der Katze
Nehls Haut-Vet
Kräutermischung zur Fütterungsbegleitung – verändert das Hautmilieu von innen, sodass die Katze für Zecken weniger attraktiv wird. Aus unserer Erfahrung der Schlüssel für dauerhafte Unattraktivität.
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Äußere Fütterungsbegleitung gegen Zecken und andere Plagegeister – speziell auf Verträglichkeit für Katzen entwickelt, ohne Teebaumöl, ohne synthetische Insektizide.
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Wenn Bluttest und Klinik kein klares Bild ergeben, lohnt sich der ganzheitliche Blick. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht individuelle Belastungsfelder – Immunsystem, Gelenke, Hautmilieu – sichtbar und liefert die Basis für unseren individuellen Fütterungs-Begleitplan. Ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →